Autor Frauenboulevard - Juli 27, 2018
Ausflugs-Tipps

Ein Hauch von Amazonas: per Boot durch Leipzig!

Knorrige Bäume am Ufer, sattes Grün, wohin das Auge blickt und mittendrin Wasser – so präsentieren sich Leipzigs herrliche Wasserstraßen, die den gemächlich auf einem Boot Dahingleitenden fast vergessen lassen, wo er ist. Wer hier auf Erkundungstour geht, wähnt sich in vielen Momenten eher in der Region Amazonas als inmitten der Messestadt Leipzig.

Und doch ist man mittendrin in der mitteldeutschen Boom-City, wenn man sich für eine Tour auf dem kühlen Nass entscheidet.

Um das beliebte „Klein-Paris“ einmal aus einer ganz anderen Perspektive zu sehen, sollte man unbedingt eine Bootstour ausprobieren – ganz gleich, ob mit dem kleineren Motorboot oder in Form einer Gruppen-Bootsfahrt. An Angeboten hierzu mangelt es in Leipzig nicht, es liegt allein an der persönlichen Vorliebe, für welche Art der Fortbewegung auf dem Wasser man sich entscheidet. Kanufahren ist beispielsweise ebenso möglich, wie das Dahingleiten auf dem Drachenboot.

Wir haben uns für eine geführte Tour mit dem Motorboot entschieden, am Leipziger Stadthafen beginnend (im Bild links), hinaus auf die Weiße Elster und den Karl-Heine-Kanal.

Unser Kapitän steuert das kleine, aber feine Boot nicht nur zuverlässig, sondern versorgt uns auch mit vielen interessanten Infos hinsichtlich der Leipziger Wasserlandschaften und das Leben am Ufer. Hier stehen etliche imposante Villen, die meisten davon sind in den 1800er Jahren entstanden, als Leipzig auch als Verlagsstadt boomte.

So beispielsweise die Baedeker-Villa. Das wunderschöne Ensemble, in dem heute ein Klinik untergebracht ist, wurde einst für die Familie, die man mit den bekannten Baedeker-Reiseführer in Verbindung bringt, gebaut und hat auch heute nichts von ihrem Glanz verloren.

Eine Augenweide (siehe Bild links) – so wie auch die vielen anderen schönen Immobilien aus alten Zeiten, die man während der gesamten Bootstour bestaunen kann. Eine seltene Ansicht, denn wann hat man schon mal den Blick vom Wasser aus?

Irgendwann ist dann per Boot das Palmengartenwehr erreicht und man gleitet gemächlich daran vorbei. Weiter geht es dann parallel zum großzügigen Clara-Zetkin-Park, der beliebten „Grünen Lunge“ der Stadt. Selbst, wenn man in Leipzig lebt, staunt man doch immer wieder, mit welchen verborgenen Schätzen die Stadt aufwartet – vom Wasser aus ist die Perspektive eine gänzlich andere. Man fühlt sich wie verreist!

Ein bisschen Amazonas, eine Prise Spreewald – auch das trifft zu.

Inzwischen geht es unter altehrwürdigen Brücken (Leipzig soll mehr davon haben als Venedig!) Richtung Plagwitz – einem Stadtteil, den der Unternehmer Karl Heine geprägt hat. Auch die Villa dieses Industriepioniers und Unternehmers befindet sich am Ufer der eindrucksvollen Leipziger Gewässer.

Nach den altehrwürdigen Häusern, an denen man per Boot entspannt vorbei schippert, taucht in dieser verwunschenen Szenerie auf einmal ein U-Boot-artiges Gebäude auf: die Riverboat-Location (siehe links im Bild). Lange Jahre wurde von hier aus die gleichnamige Talksendung des MDR ausgestrahlt, heute kann der außergewöhnliche Bau für Events gemietet werden.

Weitere Highlights der Tour offenbaren sich links und rechts des Ufers: zu Wohnungen umgestaltete ehemalige Industriegebäude. Wo einst vor vielen, vielen Jahren wuchtige Maschinen brummten, leben heute in modernen Lofts und Terrassenwohnungen urbane Städter, die hier die Symbiose aus städtischem Trubel und faszinierender Natur am Wasser ausgiebig genießen können. Freilich nicht zum Schnäppchen-Preis, aber das ist ein anderes Thema!

Zwischen den sanierten und auch neu gebauten Wohngebäuden dreht unser Skipper, wir nehmen wieder Kurs auf den Ausgangspunkt und lassen sowohl die Wohnsiedlungen in Wassernähe als auch die scheinbar unberührte Natur an uns vorbei ziehen – herrlich!

An manchen Stellen im überraschend klaren Wasser können wir Fische beobachten – eine Situation, die sich wohl im Leipzig der DDR-Jahre niemand je vorstellen konnte! Wo einst kaum einer nur die Hand reingehalten hätte, ist heute ein großartiges Refugium für Wasserpflanzen und -bewohner entstanden, mit einer Natur rundum, die ihresgleichen sucht.

Insofern ist eine solche Bootsfahrt auf vielerlei Weise toll: man entspannt, man erfährt und entdeckt Neues und man hat sich mit einer solchen Stunde auf dem Wasser DIE Quicki-Erholung schlechthin gegönnt – körperlich und mental.

Besser geht’s nicht und macht eine solche Bootstour wohl zum einer der attraktivsten Ausflugsideen, die man bei schönem Wetter in Leipzig umsetzen kann. Und unbedingt sollte!

Probieren Sie es aus – sämtliche Touren und Abfahrtsstellen Leipzigs sind im Web via Suchmaschine auf einen Klick verfügbar!

Viel Spaß!

Bildnachweise: privat

Autor: Frauenboulevard

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