Brautstylistin als Herzensbusiness – das ist das Thema im Gastartikel von Katharina Maximov (im Bild links und unten), die aus ihrer Begeisterung für Make-up ihren Traumberuf gemacht hat. In unserer Rubrik „Frauen & ihr Herzensbusiness“ gewährt sie Einblicke in ihren beruflichen Alltag:
Mein Weg zur Brautstylistin – Schritt für Schritt
Es gab einen Moment, in dem ich dachte, ich müsste meinen Traum aufgeben. Ich war erschöpft. Zwischen meinem Teilzeitjob als Verwaltungsfachangestellte, zwei kleinen Kindern, Weiterbildungen, meiner Selbstständigkeit und dem Wunsch, allem gerecht zu werden, hatte ich das Gefühl, nur noch zu funktionieren. Ich wollte für meine Familie da sein, meinen Kundinnen die Qualität bieten, die sie verdienen, und gleichzeitig meinen sicheren Beruf nicht leichtfertig aufgeben. Irgendwann wusste ich nicht mehr, wie lange ich dieses Tempo noch durchhalten konnte.
In dieser Zeit sagte meine Tante einen Satz, den ich bis heute nie vergessen habe: „Du bist nicht am Ende. Du bist einfach nur müde. Fahr in Urlaub. Das ist dein Traum.“ Damals konnte ich ihre Worte kaum annehmen. Heute weiß ich, wie recht sie hatte. Rückblickend bin ich unendlich dankbar, dass ich meinen Traum nicht aufgegeben habe. Ich hätte es mir niemals verziehen.
Wie alles mit einer einfachen Frage begann
Dabei begann alles viele Jahre zuvor mit einer ganz einfachen Frage: „Wie schminke ich mich eigentlich richtig?“ Schon immer hat mich die Welt des Make-ups fasziniert. Ich liebte es, neue Produkte auszuprobieren, Farben zu entdecken und mich kreativ auszuleben. Gleichzeitig fühlte ich mich oft überfordert. Welche Foundation passt wirklich zu mir? Welche Farben unterstreichen meinen Typ? Wenn ich heute alte Fotos anschaue, muss ich oft schmunzeln. Damals war ich überzeugt, alles richtig zu machen – heute sehe ich, wie viel ich noch lernen durfte.
2014 machte ich mich deshalb auf die Suche nach einem professionellen Make-up-Kurs. Eigentlich wollte ich nur lernen, mich selbst besser zu schminken. Dass daraus einmal mein Beruf werden würde, hätte ich damals nie gedacht.
Über eine Make-up-Artistin aus Trier kam ich zu Mary Kay. Dort entdeckte ich etwas, das mich bis heute begleitet: die Freude daran, andere Frauen zu schminken. Es war nicht das Verkaufen von Produkten, das mich begeisterte. Es war der Moment, wenn eine Frau sich im Spiegel ansah und zu strahlen begann.
Vor dem Beruf der Brautstylistin stand das Erlernen des Handwerks
Doch ich merkte schnell, dass ich mehr wollte. Ich wollte das Handwerk wirklich lernen. Also investierte ich bereits 2015 in meine erste professionelle Ausbildung und reiste für zehn Tage nach Russland. Diese Weiterbildung war der Beginn einer Reise, die bis heute nicht aufgehört hat. Seitdem begleitet mich ein Gedanke: Stillstand gibt es für mich nicht.
Ich investierte jeden freien Euro in Weiterbildungen, besuchte Schulung um Schulung und wollte mit jeder Kundin ein kleines bisschen besser werden.
Lernen, wachsen und niemals stehen bleiben
Fast zeitgleich meldete ich mich für die zweijährige Weiterbildung zur Verwaltungsfachwirtin an. Kurz darauf wurde ich mit meinem ersten Kind schwanger. Ich entschied mich trotzdem, die Weiterbildung zu beginnen – im sechsten Schwangerschaftsmonat. Zwei Jahre später schloss ich sie erfolgreich ab, im siebten Monat meiner zweiten Schwangerschaft.
Wenn ich heute daran zurückdenke, frage ich mich manchmal selbst, wie ich das alles geschafft habe. Wahrscheinlich lautet die Antwort ganz einfach: Ich bin immer weitergegangen. Schritt für Schritt. Damals arbeitete ich weiterhin als Verwaltungsfachangestellte. Es war ein sicherer Beruf mit einem großartigen Team. Trotzdem spürte ich immer stärker, dass mir etwas fehlte.
Ich vermisste Kreativität. Ich vermisste den Kontakt zu Menschen. Und ich vermisste das Gefühl, mit meiner Arbeit Emotionen schenken zu können.
Die erste Braut und das Gefühl, angekommen zu sein
Dann kam meine erste Braut. Bis heute weiß ich nicht, woher ich den Mut nahm, ihr zu sagen: „Ja, ich mache dein Styling.“ Eine Braut an ihrem Hochzeitstag zu begleiten, ist eine große Verantwortung. Doch genau an diesem Tag wusste ich, dass ich meinen Platz gefunden hatte.
Ich liebe die besondere Atmosphäre am Morgen einer Hochzeit. Die Aufregung. Das Lachen. Die Freudentränen. Die stillen Momente, bevor der Tag beginnt. Und diesen einen Augenblick, wenn eine Braut sich zum ersten Mal fertig gestylt im Spiegel sieht und einfach glücklich ist. Genau dafür schlägt mein Herz.
Mit der Zeit wurde mir klar, dass ich mehr anbieten möchte als nur Make-up. Ich wollte den gesamten Look gestalten.
Der Weg zur Brautstylistin – er gestaltete sich gemäßigt
Deshalb begann ich 2020, mich intensiv im Bereich Brautfrisuren weiterzubilden. Wenn meine Kinder abends schliefen, begann oft mein zweiter Arbeitstag. Stundenlang übte ich Frisuren an meinem Übungskopf, bis jede Bewegung saß. Nicht, weil jemand es von mir verlangte, sondern weil ich wusste, dass echtes Können durch Fleiß, Wiederholung und Leidenschaft entsteht.
Mein Weg war nie der schnellste. Aber er war immer meiner.
Zwischen Familie, Beruf und Selbstständigkeit
Viele Jahre bestand mein Alltag aus Familie, Teilzeitjob und Selbstständigkeit. Oft fühlte ich mich zwischen allen Rollen hin- und hergerissen. Rückblickend weiß ich, dass ich nicht gescheitert bin – ich war einfach müde. Deshalb entschied ich mich 2024 für den nächsten Schritt. Statt sofort zu kündigen, nahm ich – auf Vorschlag meines Arbeitgebers – nach meiner Elternzeit zunächst ein Jahr unbezahlten Urlaub. Diese Entscheidung gab mir die Sicherheit, meinen Traum wirklich auszuprobieren, ohne eine Tür endgültig zu schließen.
Es war die beste Entscheidung meines Lebens. Am 30. September 2025 verabschiedete ich mich endgültig von meinem Bürojob und widme mich seitdem vollständig meiner Arbeit als Hair- und Make-up-Artist mit dem Schwerpunkt Brautstyling.
Neue Horizonte und internationale Erfahrungen
Doch mein Traum endete nie an der deutschen Grenze. Ich wollte neue Menschen kennenlernen, andere Arbeitsweisen erleben und meinen Horizont erweitern. Deshalb begann ich, mein Englisch zu verbessern, und reiste 2023 zum ersten Mal nach Cannes. Dort durfte ich internationale Erfahrungen sammeln und hinter die Kulissen der Fashion- und Beautybranche blicken. Es folgten weitere Projekte in Cannes, die Fashion Week in New York sowie eine Brautmodenschau in Mailand, bei der ich Models für die Präsentation neuer Kollektionen stylen durfte.
Besonders stolz bin ich auch auf die kreativen Projekte, die ich gemeinsam mit Hair- und Make-up-Artists, Fotografen und weiteren Dienstleistern aus ganz Deutschland umsetzen durfte. Mehrmals reisten wir gemeinsam nach Italien, um dort exklusive Style Shootings zu verwirklichen. Diese Shootings dienen nicht nur dem Aufbau unseres Portfolios, sondern vor allem dem kreativen Austausch. Es ist inspirierend, mit Menschen zusammenzuarbeiten, die dieselbe Leidenschaft teilen und sich gegenseitig motivieren. Auch in diesem Jahr werde ich wieder Teil eines solchen Projekts in Italien sein und freue mich schon jetzt auf die gemeinsame Arbeit.
Allein nach Amerika – nun schon als professionelle Brautstylistin
Eine der größten persönlichen Herausforderungen war meine Reise nach New York. Ich bin seit meinem 15. Lebensjahr mit meinem Mann zusammen und war früher kaum allein unterwegs. Allein nach Amerika zu fliegen, hätte ich mir Jahre zuvor niemals zugetraut. Ich war unglaublich aufgeregt – und trotzdem bin ich eingestiegen.
Heute weiß ich, dass genau dort, außerhalb meiner Komfortzone, mein größtes Wachstum stattgefunden hat.
Ein weiterer Traum durfte sich bereits erfüllen: Ich begleitete eine Braut nach Mallorca als persönliche Brautstylistin, stylte sie an ihrem Hochzeitstag und durfte anschließend gemeinsam mit ihr diesen besonderen Tag feiern. Genau diese Verbindung aus Reisen, Menschen und meiner Leidenschaft macht für mich den Zauber meines Berufs aus. Mein Wunsch ist es, in Zukunft noch viele weitere Destination Weddings begleiten zu dürfen.
Was hinter jedem Styling steckt
Mit den Jahren habe ich nicht nur mein Handwerk als Brautstylistin perfektioniert, sondern auch gelernt, den Wert meiner eigenen Arbeit zu erkennen. Hinter jedem Styling stehen unzählige Stunden des Übens, hochwertige Produkte, viele Investitionen, Weiterbildungen, Reisen und vor allem ganz viel Herzblut. Heute weiß ich, was meine Arbeit wert ist.
Wissen weitergeben und andere Frauen begleiten
Und ich wünsche mir, dieses Wissen künftig nicht nur mit meinen Bräuten zu teilen, sondern auch mit anderen Hair- und Make-up-Artists. Bereits heute gebe ich Make-up-Workshops für Frauen, die lernen möchten, sich typgerecht zu schminken – so, wie ich es mir damals selbst gewünscht hätte. In Zukunft möchte ich auch angehende Stylistinnen auf ihrem Weg begleiten und mein Wissen weitergeben.
Mein Blick in die Zukunft als Brautstylistin
Wenn ich heute auf meinen Weg zurückblicke, sehe ich keine perfekte Karriere. Ich sehe viele kleine Entscheidungen. Ich sehe Zweifel. Ich sehe Mut. Ich sehe Fleiß. Und ich sehe einen Traum, der mit jedem kleinen Schritt ein Stück größer geworden ist. Ich wünsche mir, dass mein Name für Natürlichkeit, Qualität und Vertrauen steht. Dass ich Frauen an einem der schönsten Tage ihres Lebens begleiten darf. Dass ich weiterhin international arbeiten, Destination Weddings begleiten und andere inspirieren kann, ihren eigenen Weg zu gehen.
Denn letztlich geht es für mich als Brautstylistin nicht nur um Haare und Make-up. Es geht darum, Menschen mit meiner Arbeit glücklich zu machen. Und darum, jeden Tag das tun zu dürfen, was mein Herz erfüllt. Mehr zu meinen Leistungen und Referenzen finden Interessierte auf meiner Homepage.
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Copyrights: Katharina Maximov
Dieser Artikel ist eine bezahlte Kooperation
