Garten, Keller, Dachboden, Rasen und womöglich hunderte Quadratmeter, die geputzt werden müssen: Ein eigenes Haus zu bewohnen, kann auch anstrengend sein. Egal, ob das Domizil gekauft oder gemietet ist. Auf Instagram hat sich in diesem Zusammenhang ein aktueller Trend etabliert, bei dem es darum geht, dass jüngere Leute aus einem Haus zurück in eine Wohnung ziehen. Konkreter gesagt: WIEDER zurück ziehen. Und das eben nicht aus gesundheitlichen Gründen, wie man das von Menschen, die im Alter umziehen, kennt. Aktuell zeigen vor allem Frauen auf Social Media Häuser, die sie (wieder) aufgeben, um in eine Wohnung zu ziehen. Im Internet tun diese Userinnen ihre Erleichterung darüber kund und zählen auf, was ab nun wieder (mehr) möglich ist. Ausflüge, Lifestyle, mehr Wochenendtrips und Kurzurlaube. Schlicht deshalb, weil mehr Geld und Zeit zur Verfügung stehen.
Aus einem Haus zurück in eine Wohnung ziehen: Was steckt dahinter?
Wenn Frauen im Netz ihren Umzug vom Haus in eine Wohnung posten, dann sind die Argumente so gut wie immer gleich: Die vielen Flächen, die zu putzen sind, der Garten, der gepflegt und das Drumherum, das instand gehalten werden muss. Vielen ist auch eine ländliche Lage dann doch zu weit draußen (obwohl man es sich anders vorgestellt hat) und nicht wenige nervt auch das Schnee schieben im Winter. Wer voller Enthusiasmus in eine Bestandsimmobilie mit Sanierungs- oder Renovierungsbedarf gezogen ist, ist schnell desillusioniert angesichts der Tatsache, dass Freizeit zum Fremdwort geworden ist, seit man die Hütte in Eigeninitiative auf Vordermann bringt.
Und selbst wenn alles fertig ist, hört es bekanntlich nicht auf. Rechnungen vom TÜV für die Öltank-Kontrolle bis hin zu regelmäßigen Kosten für Grundsteuer, den Schornsteinfeger und immer wieder Geld für Reparaturen und Erneuerungen. Für etliche Hausbewohner zu viel. Trotz der vielen Hilfsmittel, die parallel dazu auch auf Insta vorgestellt werden (selbstfahrende Staubsauger, autarke Fensterputz-Roboter, und so weiter) sind vor allem jüngere Frauen mit Mann und Kind eher auf der „Wir ziehen vom Haus wieder in eine Wohnung“-Schiene.
Haushalt rasch gemacht, Budget für Lifestyle nicht so knapp
Die Gründe, warum umgezogen wird, ähneln sich in den Reels und sind – wie schon angerissen – schnell aufgezählt: Der Haushalt ist schneller gemacht, wenn statt einem Garten nur ein Balkon oder eine Terrasse zur Wohnung gehört, bei Reparaturen wird der Vermieter angerufen und alles rund ums Haus macht ein Dienstleister. Sprich: Schnee schippen, Unkraut jäten und die Treppenhausreinigung. Es bleiben schlicht mehr Zeit und Budget für andere Dinge.
Natürlich gibt es, wenn Frauen auf Insta eine solche Entscheidung öffentlich machen, auch stets sehr, sehr viele Stimmen, die einen Umzug vom Haus in eine Wohnung so gar nicht nachvollziehen können. Eine eigene Scholle, der Garten vor der Terrassentür, viel Natur und individuelles Wohnen sind die Argumente derer, die diesen Tausch niemals vornehmen würden. Auch das ist völlig okay.
Es gibt bei allen Themen bekanntlich immer zwei Lager. Insofern ist das Zurück vom Haus in eine Wohnung beides: Insta-Trend UND Alltagsrealität. Es dürfte zur Zeit tatsächlich etliche Familien geben, die eine Wohnung dem eigenen Haus vorziehen. Und retour wieder ein Mietverhältnis eingehen oder sich eine Eigentumswohnung kaufen. Letzteres dürfte aktuell wohl besser zu realisieren sein, denn der Markt für Mietwohnungen ist derzeit eine Katastrophe.
Leben und leben lassen
Einzig im Ländlichen geht noch was und diese Option ist tatsächlich für viele Leute, denen ein Haus zu viel ist, eine gute Alternative. Natur und Dorf, aber eben kein Riesen-Haus mit allen lästigen Verpflichtungen. Auch hierzu gibt es -zig Beispiele von Frauen, die dies mit ihren Familien durchgezogen haben.
Eine interessante Entwicklung, bei der es immer spannend ist, sich durch die Für- und Wider-Kommentare zu lesen. Am Ende gilt einmal mehr: Leben und leben lassen!
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