Ob nach der Elternzeit, aufgrund einer beruflichen Veränderung oder einfach dem Herzenswunsch wegen: kontinuierlich entscheiden sich Frauen dazu, als Existenzgründerin durchzustarten. Und wenn es nicht gerade die Bäckerei von nebenan oder das gut eingeführte Unternehmen mit solidem Kundenstamm ist, das sie übernehmen, brauchen Frauen dann vor allem eines: ein Offline-Netzwerk.

Also Menschen, die sie per sogenannter „Mund-zu-Mund“-Propaganda an andere Menschen weiterempfehlen.

Es gibt nicht wenige Neu-Selbständige, für die das Erschaffen eines realen Netzwerkes erst einmal wie Hexenwerk klingt. Das jedoch ist es nicht und Bedenken dahingehend sind unbegründet.

Lediglich kommunikativ sollte man sein, aber das ist ja sowieso in nahezu jeder Branche, in der man (FRAU) sich selbständig macht, eine Voraussetzung. Und dann kann es mit dem Aufbau eines Netzwerkes schon losgehen. Und zwar völlig unabhängig davon, ob man seine Selbständigkeit offline oder online betreibt – ganz klar!

Natürlich gibt es im Netz Geschäftszweige, bei denen die Online-Vernetzung überwiegt, aber die Regel ist das nicht. Für die allermeisten Branchen gilt: im realen Leben Kontakte zu anderen (selbständigen) Leuten aufzubauen, ist das A und O.

Und so macht FRAU das am besten:

Veranstaltungen besuchen ohne Ende

Um sicherzugehen, eine Menge Leute an einem Ort zu treffen, gehen Sie am besten auf Veranstaltungen. Und zwar auf so viele, wie möglich.

Hier sollten Sie Veranstaltungen, die nur mit Einladung zu besuchen sind, ebenso wahrnehmen, wie öffentliche Veranstaltungen. Um an Events zu kommen, zu denen nur ein bestimmter Personenkreis Zutritt hat, müssen Sie am Anfang ein wenig rührig sein.

Überlegen Sie beispielsweise, wer in ihrem Freundeskreis an attraktive Einladungen für bestimmte Veranstaltungen kommt und sprechen Sie die Freundin oder den guten Freund ruhig darauf an, dass Sie Interesse hätten, dort- oder dahin gern einmal mitzukommen.

Wichtig ist außerdem, dass Sie sich schlau machen, welche Veranstaltungen, Kongresse, Fachvorträge und so weiter, die ihre Branche betreffen, in Ihrer Stadt oder Ihrer Region abgehalten werden.

Kreativ an Einladungen kommen

Hier lohnt es sich oft, die entsprechenden organisatorischen Stellen zu kontaktieren und höflich darum zu bitten, in den Verteiler für Veranstaltungen aufgenommen zu werden. Das ist in den meisten Fällen kein Problem und auf diese Weise werden Sie schon bald die eine oder andere Einladung zu einer Veranstaltung oder zu einem Expertenforum bekommen.

Hier ist es ganz egal, ob Sie einen Pflegedienst führen oder schrille Hüte designen. Das Prinzip ist jedes Mal gleich. Beispiel gefällig?

Nun – wenn Sie einen Pflegedienst führen, sollten Sie sich in Ihrer Region die Ansprechpartner aus dem Bereich Pflege/Gesundheit/Soziales heraussuchen und schauen, was die veranstaltungstechnisch auf die Beine stellen. Ein kurzer Anruf oder/und eine Mail sollte dann genügen, um in den damit zusammenhängenden Einladungsverteiler zu kommen und beim nächsten Mal, wenn hier branchenspezifisch ein Event stattfindet, eine Einladung zu bekommen oder informiert zu werden.

Sind Sie Hut-Designerin, lohnt sich der Kontakt zum nächstgelegenen Stadt- oder Regional-Marketing und schon dürfte es klappen, mit der Aufnahme in den Verteiler. Warum? Ganz einfach: die meisten Stadtmarketing- und Tourismus-Büros veranstalten regelmäßig Events, bei denen die Strahlkraft der jeweiligen Region herausgearbeitet und auf das Potential hingewiesen wird.

Oftmals veranstalten diese Institutionen eigene Messen oder schaffen themenbezogene Plattformen, bei denen Sie die ansässigen Unternehmen/Selbständigen einbeziehen.

Auch laden solche Stellen oftmals überregionale Medienvertreter ein, um diesen das kreative Potential der jeweiligen Region nahe zu bringen.

Da würde es sich doch gut machen, wenn Sie als Hutdesignerin dabei wären – oder?

Und die Chance darauf haben Sie, wenn Sie im Vorab mit den Verantwortlichen in Kontakt getreten und somit dann auch gleich im Verteiler aufgenommen sind.

Kommunizieren, kommunizieren, kommunizieren….

Sind Sie dann auf den entsprechenden Veranstaltungen präsent, heißt es kommunizieren so gut es geht!

Nehmen Sie auf Events wirklich jede Möglichkeit wahr, mit anderen Leuten ins Gespräch zu kommen, denn die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass Sie hier auf potentielle Auftraggeber treffen.

Klar, so manche Frau, die gerade den Prozess der Existenzgründung abgeschlossen hat, hat Skrupel, auf Veranstaltungen mit wildfremden Menschen ins Gespräch zu kommen und Smalltalk zu betreiben. Aber auch diese Hürde lässt sich nehmen, denn Smalltalk ist an und für sich superleicht und kann von jedem angewandt werden. Wenn man einmal drin und darin sicher ist, wird man sich nie wieder scheuen, ein erstes belangloses, nettes Gespräch mit anderen Leuten zu führen. Mehr dazu hier.

Visitenkarten immer an der Frau haben!

Wer mit der Zeit häufiger auf Veranstaltungen geht, wird feststellen: nach dem Smalltalk schließt sich meist ein Gespräch oder eine lockere Plauderei über das jeweilige Berufsfeld der Gesprächspartner an.

Bleiben Sie hier bewusst an der Oberfläche, erzählen Sie keine Romane, aber bringen Sie schon auf den Punkt, was Sie anbieten. Das ist ganz wichtig! Und noch wichtiger ist es, dass Sie immer – wirklich immer! – Ihre Visitenkarten einstecken haben, wenn Sie auf eine Veranstaltung gehen.

So können Sie mit dem Überreichen Ihrer Visitenkarte eine Plauderei stets charmant abschließen oder gekonnt abrunden, wenn Sie das kleine Papier mit Ihren Kontaktdaten weitergeben.

Meist erhalten Sie im Gegenzug auch die Visitenkarte Ihres Gesprächspartners.

Verlegen Sie diese nicht, sondern bewahren Sie diese später in einem dafür vorgesehenen, kleinen Ordner auf oder – noch besser! – erstellen ein Tabelle mit diesen Kontaktdaten. Eine solche Tabelle wird sich rasch füllen – warten Sie es ab!

Kontakte zu erfassen zahlt sich aus!

Im Übrigen macht es sich auch immer gut, in eine solche Aufstellung oder auf die Rückseite der Visitenkarte auch den Anlass zu notieren, bei dem Sie die betreffende Person kennengelernt haben. Sollten Sie später einmal ein wichtiges Anliegen haben, für das Sie diese Person kontaktieren und es ist vielleicht viel Zeit vergangen, so dass die Gefahr besteht, dass man sich an Sie nicht erinnert, können Sie kurz und gekonnt einflechten, wo man einst aufeinandertraf.

So nach dem Motto: „Wir haben uns damals auf dem Stadtmarketing-Kongress in XY kennengelernt“.

Das macht viel aus und ist eine große Hilfe, selbst wenn man längst von der Existenzgründerin zur Unternehmerinnen-Persönlichkeit aufgestiegen ist.

Zurück zu den Veranstaltungen und den Leuten, die dort präsent sind:

Versuchen Sie einfach, hier mit so vielen Menschen wie möglich in Kontakt und am besten auch ins Gespräch zu kommen.

Nur so nimmt man Sie und vor allem das, was Sie zu bieten haben, wahr! Und nur so kommen Sie an Aufträge. Meistens nicht sofort, aber es ist keine Seltenheit, dass jemand, den Sie vor Ewigkeiten mal auf einer Veranstaltung kennengelernt haben, nach vielen Monaten (oder gar Jahren) auf Sie zukommt und Ihre Leistungen in Anspruch oder Ihre Produkte kaufen will.

Oftmals kommt es auch vor, dass jemand, den Sie erst kurze Zeit zuvor kennengelernt haben, nur wenige Wochen später bei Ihnen anruft, mit den Worten: „Sie machen doch das und das. Und ich habe hier jemanden, der genau danach sucht – darf ich demjenigen Ihre Nummer geben?“.

Oder es erreicht Sie der Anruf einer Person, die sich auf eine Frau oder einen Mann, die oder den Sie kürzlich bei einer Veranstaltung kennengelernt haben, bezieht. Und will mit Ihnen ins Geschäft kommen.

Nicht nachlassen im „Kontakte generieren“

So funktioniert ein Offline-Netzwerk. Und nur so! Haben Sie sich erstmal ein beachtliches Netzwerk geschaffen, werden ganz von allein Leute auf Sie zukommen, denen Sie irgendwann einmal Ihre Karte gegeben haben. Oder Bekannte beziehungsweise Freunde von denen.

Das Schöne dabei: durch neue Kontakte erhalten Sie ganz automatisch auch neue Einladungen und damit oft auch Zugang zu Kreisen, die Sie noch nicht kennen oder in denen Sie noch nicht genetzwerkt haben. Hat all das erst einmal Fahrt aufgenommen, wird sich ganz viel von alleine ergeben – das werden Sie feststellen.

Aber: sich dann zurücklehnen und dem Kontakte-Karussell frönen, ist nicht! Denn all das will gepflegt und erhalten werden. Lässt man hier nach und hört irgendwann auf, auf Veranstaltungen und Events zu gehen, wird das aufgebaute Netzwerk nach und nach brüchiger. Es sei denn, Sie veranstalten ein bis zweimal im Jahr eigene Events und laden Ihre vielzähligen Kontakte dazu ein. Geht natürlich auch…!

Als Existenzgründerin Kontakte pflegen

Egal, ob Sie noch Existenzgründerin oder schon eine gestandene Unternehmerinnen-Persönlichkeit sind: pflegen Sie Ihre Kontakte! Auch und vor allem die, die zwar keine Kunden bei Ihnen sind, aber die Sie regelmäßig an andere Leute, die dann Kunden bei Ihnen werden, empfehlen.

So sollte es selbstverständlich sein, solchen Multiplikatoren auch einmal ein Präsent zukommen zu lassen. Im Business bietet sich hier zumeist das alljährliche Weihnachtsfest an. Es ist üblich, zum Jahresende – neben den Geschäftspartnern und Kunden, die ja `eh mit einem Präsent bedacht werden – auch den „Empfehlern“ ein adäquates Präsent zukommen zu lassen.

Sind Sie über besondere geschäftliche Termine oder/und Jubiläen der „Empfehler“ informiert, so ist es eine schöne Geste, hier ebenfalls mit einem kleinen Präsent oder einem stilvollen Glückwunsch-Gruß aufzuwarten.

Wichtig: das gilt auch für Leute, die sie zwar noch nicht an andere Menschen empfohlen haben, aber mit denen Sie auf der einen oder anderen Veranstaltung schon einen netten Plausch geführt und die Visitenkarten ausgetauscht haben. Bringt man sich immer wieder in Erinnerung, ist man bei diesen Leuten nämlich auf dem Schirm, wenn sie einen Auftrag vergeben oder ein Produkt kaufen wollen, wofür Sie die richtige Ansprechpartnerin sind!

Auch privat gekonnt kommunizieren

Gerade als Existenzgründerin ist es außerordentlich wichtig, auch im privaten Umfeld auf die eigene Dienstleistung oder das eigene Produkt aufmerksam zu machen. Gelegenheiten hierfür gibt es meist mehr, als man denkt. Einzig das WIE ist wichtig, denn plumpe Eigenwerbung kommt kaum gut an, klar.

Dezentes Eigenmarketing bei Erledigungen oder Begegnungen im Alltag sind dagegen total okay und entsprechende Gelegenheiten sollten deshalb unbedingt wahrgenommen werden.

Dazu zwei Beispiele:

Stellen Sie sich vor, Sie kommen mit Ihrem Elektriker oder der neuen Mieterin einen Eingang weiter ins Gespräch. Flechten Sie hier ruhig – wenn es passt – ein, was Sie beruflich machen. Ist eine Grundsympathie zwischen Ihnen und den Gesprächspartnern vorhanden, können Sie davon ausgehen, dass sich diese Leute erinnern, wenn sie einmal Bedarf haben, Ihre Leistungen in Anspruch zu nehmen oder auf der Suche nach einem Produkt sind, das Sie anbieten.

Ebenso müssen Sie keine Scheu davor haben, Ihre Visitenkarte einem netten Gesprächspartner zu überreichen, den Sie im Privatleben treffen. Auch dieser ist ein potentieller Kunde und somit wichtig.

Wenn Sie all diese Tipps beherzigen, werden Sie rasch erkennen, dass der Aufbau eines beruflichen Netzwerkes keine besondere Kunst ist. Gerade als Existenzgründerin sollte es Ihnen ein Anliegen sein, ein solches Netzwerk aufzubauen.

Natürlich ist das Investment „Zeit“ nicht zu unterschätzen, aber sowohl eine Existenzgründerin als eine gestandene Unternehmerinnen-Persönlichkeit wird wohl kaum bei der Kontaktpflege mit der eigenen Zeit geizen.

Denn auch hier – und vor allem hier! –  gilt der knarzige Spruch: „Zeit ist Geld“.

Viel Erfolg!

Bildnachweis: pexels.com

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