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Frau macht Selfie

Übernachten in einem schönen Hotel, Eintritt in einen Club mit VIP-Tisch oder ein schönes Mode-Accessoire – nach den Vorstellungen so mancher Influencer muss das selbstverständlich sein. Das ist es auch, aber nur für ganz, ganz wenige Leute, die auf Instagram Bilder und Storys veröffentlichen. Meist handelt es sich um Prominente, die mit ihrem Instagram-Account eine Menge Leute erreichen.

Dreiste Influencer keine Seltenheit!

Logisch, dass hier die Werbeanfragen nur so herein purzeln und solche Internet-Größen wohl auch mit schicken Handtaschen, Schuhen und Kleidern überhäuft werden. Allerdings denken viele Nachahmer, dass man ihnen kostenfreie Goodies ebenso gewährt. Und so hört man immer wieder von jungen Leuten, die – weil Blogger oder Instagrammer – dreist ihre Forderungen an Hotel- oder Club-Besitzer stellen. Zum Beispiel.

Vor einiger Zeit machte ein Hotel die Anfrage einer britischen Bloggerin öffentlich, die meinte, kostenfrei in einem Luxushotel einchecken zu können, wenn Sie dem Hotel im Gegenzug einen Beitrag auf ihrem Blog widmet. Nur: einen Gegenzug kann es nur geben, wenn der andere auch gewillt ist, Partner zu sein. Im Fall der Internet-Lady aus England war das nicht so. Im Gegenteil: das Hotel empfand die Anfrage als Frechheit. Es machte die Bettel-Zeilen der Bloggerin, die mal eben einige Tage Aufenthalt in einem Hotel in Dublin kostenlos forderte, öffentlich. Auf kurier.at wurde es wie folgt zitiert:

„Danke für deine E-Mail, in der du nach kostenloser Unterkunft im Austausch für Publicity fragst. Es braucht ganz schön viel Mut, so eine E-Mail zu schreiben, dafür nicht besonders viel Selbstachtung und Würde. Wenn ich dich hier für ein Video übernachten lasse, wer bezahlt die Mitarbeiter, die sich um dich kümmern? Wer bezahlt das Housekeeping, das dein Zimmer putzt? Die Kellner, die dein Frühstück servieren? Die Rezeptionistin, die dich eincheckt?“ Der Text endet mit der klaren Ansage: „P.S.: Die Antwort ist nein“.

Das ist kein Einzelfall! Bei weitem nicht.

Kostenfreie Logis im Luxushotel erhofft sich mancher Influencer

Denn gleich an dreiste Blogger und Influencer in der Mehrzahl richtet sich ein Luxus-Strandhotel auf den Philippinen, welches von Nachfragen nach einem kostenlosen Aufenthalt mehr und mehr genervt ist.

Auf derstandard.de wurden vor einigen Tagen folgende Zeilen des Hotel-Managments bekannt:

„Wir erhalten viele Nachrichten über eine Zusammenarbeit mit Influencern. Wir würden gerne höflich bekanntgeben, dass White Banana nicht daran interessiert ist, mit selbsternannten Influencern zusammenzuarbeiten. Und wir würden [Ihnen] vorschlagen, andere Möglichkeiten zu suchen, um kostenlos Essen, Getränke oder Übernachtungen zu bekommen. Oder Ihr geht einfach richtig arbeiten.“

Harte Worte von Betreiber Gianluca Casaccia, der das Strandhotel White Banana auf der philippinischen Insel Siargao betreibt. Und nach eigener Aussage schon an die 100 Anfragen nach kostenloser Logis von Influencern bekommen hat.

Und – ganz ehrlich – man kann ihn verstehen! Denn natürlich bezahlt sich das Team eines Hotels nicht von selbst und ob die jeweiligen Influencer die gewünschte Zielgruppe wirklich erreichen, bleibt fraglich.

Deutscher Influencer blamiert sich

Fraglich ist auch das Verhalten eines deutschen Influencers, der eine Absage sogar noch öffentlich machte und dafür im Netz viel Spott und Häme einstecken musste.

Auf stern.de war über den 23jährigen Luca Scharpenberg („Concrafter“ auf Youtube) am 15. April 2019 folgendes zu lesen:

„Der Kölner, dem auf Youtube 3,7 Millionen Abonnenten folgen, erzählte, wie er mit einigen Freunden in der Düsseldorfer Altstadt am Wochenende unterwegs war. Über sein Management sei dann der Kontakt zu einem Club auf der Partymeile hergestellt worden, in dem die Gruppe gerne feiern wollte – mit freiem Eintritt, Tisch im VIP-Bereich und kostenlosen Getränken. Im Gegenzug wollte er den Club in seinen Storys auf Instagram markieren. Nach einigem Hin und Her kam auf die Anfrage des Influencers aber eine ziemlich eindeutige Antwort: „Die Sache ist, der Laden läuft auch ohne deine Posts gut“, schrieb ihm der Manager. „Du verdienst doch nicht schlecht, meinst du nicht, dass du 150 Euro auf der Tasche hast?“(…)Im Video auf seinem Channel ereifert sich der Youtuber über die Reaktion des Clubs. Mit anderen Läden sei das kein Problem, behauptet er, dort gebe es „für alle Beteiligten eine ganz nice Koop“, wie es im Influencer-Jargon heißt. Die Antwort des Düsseldorfer Clubs hingegen nennt er „unprofessionell“ und „Arroganz auf so einem hohen Level“.“

Die meisten Web-User sahen das freilich anders und wuschen dem jungen Mann mit der dreisten Anspruchshaltung gehörig den Kopf. Ein User bekam für folgende Zeilen an den Bubi mit der Anspruchshaltung immensen Zuspruch:

„So etwas öffentlich zu machen, zeugt einfach davon, dass man nicht weiß, wie man mit seinem Ego damit klarkommen soll“, lautet der Kommentar mit den meisten Likes.“

Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen, denn: die Kommentatoren haben recht. Und die Hotelbesitzer auch.

So mancher Instagram-„Star“ sollte sich hinterfragen!

Bleibt die Frage, ob sich „Youtuber“ mit Management und Bloggerinnen, die mal eben dreist einige Übernachtungen einfordern, nicht auch mal selbst hinterfragen sollten?! Denn noch immer gilt: diese Leute mögen einer gewissen Zielgruppe bekannt und mit einer beachtlichen Reichweite gesegnet sein. Aber dennoch agieren sie meist in Nischen und haben lange nicht den Bekanntheitsgrad wie wirkliche Prominente á la Peter Maffay & Co.

Den Unterschied macht auch, dass solche Größen sich nie im Leben so entblöden und nach kostenlosen Goodies hecheln würden!

Einfach mal drüber nachdenken, liebe Influencer!

Recherchenachweis: stern.de, kurier.at, derstandard.de

Bildnachweis (Symbolbild: pixabay.com)

 

 

 

 

 

 

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Asiation trinkt Wein

Online-Dating scheint in chinesischen Landen längst out. Stattdessen spielt der Flirt mit virtuellen Männern für moderne junge Frauen eine riesengroße Rolle. Darüber hat der SPIEGEL in seiner Ausgabe 10/2019 ausführlich berichtet.

Was in dem Artikel geschrieben steht, klingt für uns europäische Frauen ziemlich absurd. Denn: Millionen Chinesinnen widmen sich in ihrer Freizeit fiktiven Männern. Kein Witz! Das Magazin schreibt in diesem Zusammenhang von einem Online-Spiel, in dem vom Popstar bis zum tiefsinnigen Wissenschaftler verschiedene Männertypen digital agieren. Allesamt sind sie attraktiv, einfühlsam und selbstbewusst. Aber sie existieren eben nur virtuell – in einem Online-Spiel namens „Die Liebe und die Produzentin“.

Virtuelle Männer verzaubern Chinesinnen am Rechner

Die digitalen Liebesfiguren schreiben den jeweiligen Frauen romantische Textnachrichten, reagieren auf aktuelle Ereignisse und schicken sogar Sprachnachrichten. Mit Inhalten, von der – wie im SPIEGEL zu lesen ist – viele Frauen träumen.

Dem nicht genug rufen die virtuellen Männer, die lediglich durch eine Software zum digitalen Leben erweckt werden, sogar an. Die per Anruf gesprochenen Sätze werden von Schauspielern gesprochen – und sie sind stets romantisch.

Der SPIEGEL schreibt zu diesem verstörendem Trend:

„Mehr als sechs Millionen Chinesinnen luden sich das Spiel innerhalb weniger Wochen herunter,  nachdem es Ende 2017 herausgekommen war“

Nur: warum machen moderne Frauen so etwas? In dem Nachrichtenmagazin wird von einer 30jährigen Chinesin berichtet, die bereits 200 000 Yuan (circa 26.000 Euro) für dieses Spiel ausgegeben hat. Aber was haben denn Singleladies letztendlich davon, mit einer Sprachsoftware, die vorgibt, ein attraktiver Mann zu sein, zu kommunizieren? Zitat hierzu im SPIEGEL:

„Es ist, als würde ich mir meinen eigenen Roman schreiben“ sagt Xiao Bai. „Und auf gewisse Weise ist das Spiel sehr realistisch“

Der Software-Mann als Lebensberater?

Eine andere Frau gibt zu Protokoll, ihre Liebesfigur als eine Art Lebensberater zu sehen, der sie daran erinnert, Disziplin zu halten. Und Sport zu treiben oder früh aufzustehen. Für sie sei es ein „eskapistisches Vergnügen“, dieses Spiel zu spielen. In dem Artikel allerdings klingen die Vermutungen, warum viele chinesische Frauen diesem bizarren Reiz erliegen, etwas anders. Die Möglichkeit, sich leicht und risikofrei mit „Männern“ einzulassen wird ebenso in Betracht gezogen, wie die Option, sich spielerisch auf mehrere Männer einzulassen. Keine Selbstverständlichkeit im männerdominierten Regime.

Außerdem wird gemutmaßt, dass das Spiel deshalb so populär ist, weil in China viele selbstbewusste Chinesinnen im Bereich E-Commerce mitmischen. Eine erfolgreiche Unternehmerin, die im chinesischen Internet eine Online-Talkshow zu Beziehungen und Sex betreibt, fand das Spiel anfangs nur lächerlich, konnte aber – als sie es selbst ausprobierte – die Faszination der Frauen dafür verstehen.

Sexuelle Selbstbestimmung für Frauen in China ein Fremdwort

Sie gibt aber auch zu bedenken, dass die Reife und die sexuelle Selbstbestimmung der Frau in der chinesischen Kultur nichts zählen.

Erliegen deshalb so viele Chinesinnen dem braven und auch keimfreien Online-Spiel? Es könnte eine Erklärung sein. Obgleich es für europäische Frauen, die – vor allem in Deutschland – in der Liebe jedwede Freiheit genießen, absolut befremdlich anmutet.

Nicht so übrigens in Taiwan – dort wurde das Spiel ebenso herausgebracht. Und stand wenige Tage nach dem Start – so berichtet es der SPIEGEL – auf Platz eins der meistgeladenen Apps…

Bildnachweis (Symbolbild): pexels.com

 

 

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Früher waren sie in Sachen Zeitungsabo und Einträge in Telefonbuchverlage unterwegs – am Telefon und vor Ort. Die ominösen Leute, die vor allem Selbständige und Gewerbetreibende mit Lockangeboten unseriös abzockten. Vor allem im Osten kam es Anfang der Neunziger zu einer regelrechten Abzock-Schwemme, als Betrüger die Unwissenheit der einstigen DDR-Bürger ausnutzten.

Mancher machte als Betrüger den Reibach seines Lebens

Zeitungsabos und unnütze Werbeanzeigen in Büchern oder Telefonbüchern wurden zuhauf geschalten, so mancher machte damals den Reibach seines Lebens. Eine Zeitlang hatte man den Eindruck, dass diese Betrüger weg vom Fenster – oder zumindest nicht mehr ganz so aktiv – sind. Aber: Fehlanzeige! Auf Facebook macht aktuell der Fall einer Frau die Runde, der vor allem Geschäftsfrauen alarmieren und sensibilisieren sollte!

Das Opfer, Brigitte Ehrbar aus Puchheim, hat ihn auch selbst in einer Frauengruppe im Netz öffentlich gemacht. Folgendes ist passiert:

Die selbständige Kosmetikerin nutzte den kostenfreien Service des Suchmaschinenriesen Google, um ihr Geschäft bekannter zu machen (Google my business).

Eines Tages wurde sie angerufen und man übermittelte ihr, dass sie für diesen Google-Service nun über 500,00 Euro zu zahlen hätte. Angeblich sei das Google-Angebot nur für einen begrenzten Zeitraum kostenfrei.

Die Kosmetikerin war verunsichert, klar! Immer wieder überlegte sie, ob vielleicht doch sie es war, die etwas falsch gemacht oder übersehen hatte. Vor allem deshalb, weil man nicht davor zurückschreckte, Brigitte Ehrbar sogar noch eine schriftliche Rechnung zu übersenden.

Engagierte Unternehmerin meldete Betrug der Polizei

Die engagierte Unternehmerin tat allerdings das einzig richtige – sie ging zur Polizei. Vorher hatte sie im Internet bereits recherchiert und stieß auf die Betrugsmasche, die aktuell scheinbar „in“ ist und die die kostenfreien Werbeofferten von Google zum Anlass nimmt, um Leute abzuzocken.

Auch die Polizei, die den Fall aufnahm, erkannte das schnell und kommunizierte, dass diese Art, an Geld zu kommen im Grunde eine alte Betrugsmasche in neuem Gewand ist. Die Täter suchen sich Menschen aus, deren Vornamen auf ein reiferes Alter hinweisen. Wahrscheinlich deshalb, weil es wohl bei einem nicht unerheblichen Teil dieser Leute, die dann per Telefon oder Inkassobrief unter Druck gesetzt werden, oftmals klappt und das Geld fließt.

Perfide: manche dieser Gauner schneiden Telefonate als Beweismittel so zusammen, dass es am Ende so ausschaut, als hätte man einem Vertrag am Telefon ausdrücklich zugestimmt.

Die Polizei hat denn in dieser Angelegenheit auch eine glasklare Botschaft: niemals mit „Ja“ ans Telefon gehen, wenn sich auf dem Display eine fremde Nummer zeigt! Im schlimmsten Fall wird das „Ja“ in einen Zusammenschnitt integriert, der als Beweis dienen soll, dass die Geschädigten auf die Offerte freiwillig eingegangen sind.

Alles zu dem Fall, bei dem es für Kosmetikerin Brigitte Ehrbar noch gut ausging, lesen Sie hier.

Bildnachweis: pixabay.com

Recherche: merkur.de

Ein Gastbeitrag von Laura-Sophie Putschies zum Thema Internet und Kinder. Mittlerweile bewege ich mich in einer Welt, in der das Internet gar nicht mehr wegzudenken ist. Wenn ich in meinem Studium eine Hausarbeit schreibe, werfe ich zunächst einmal Google an und füttere die Suchmaschine mit passenden Schlagwörtern. Mein Nebenjob im Büro würde ohne Internet gar nicht mehr funktionieren. Wenn ich Feierabend habe, ziehe ich meine Jogginghose an, werfe mich auf mein Sofa und schalte Netflix ein.

Ich erinnere mich jedoch noch gut an eine Zeit, und diese Zeit war meine Kindheit, als das Internet noch etwas Besonderes war. Wollte ich Internet auf meinem Handy nutzen, musste ich dafür bezahlen und das nicht wenig. Zu teuer waren ein paar Minuten surfen im Internet. Nach einer Viertelstunde wäre ich arm gewesen oder einen Kopf kürzer, wenn meine Eltern die Rechnung bekommen hätten.

Früher habe ich Begriffe noch in einem Lexikon nachgeschlagen oder einen Erwachsenen um Rat gefragt. Heute nehme ich mein Smartphone aus der Tasche und schaue bei Google oder Wikipedia nach.

Während ich mich jedoch noch zurückerinnern kann, wie es ohne eine Nutzung von YouTube, Facebook oder Google gewesen ist, können das die Kinder von heute nicht mehr.

Für die Kinder von heute sind Smartphones und Tablets ganz alltägliche Gegenstände. Sie wachsen schließlich damit auf. Ich merke immer wieder, dass diese digitale Welt auch schon für die Kleinsten unter uns, sehr spannend ist. Selbst mein kleiner Neffe, mit seinen gerade mal 20 Monaten auf dem Buckel, streckt seinen Kopf neugierig nach vorne, wenn ich mal mein Smartphone heraushole. Zu gerne wüsste er doch was da für Bildchen zu sehen sind und wo diese alle herkommen.

Die Angebote für Kinder werden immer größer. Es gibt Tablets für Kinder im Vorschulalter und in der Grundschule möchten Kinder bereits ein eigenes Smartphone besitzen. In meinem Kopf ist noch immer der Satz aus meiner Kindheit verankert: „Du bekommst noch viereckige Augen, wenn du so viel auf den Bildschirm schaust!“ Ich bin also der Meinung, dass Kinder nicht zu lang und oft vor dem Bildschirm sitzen sollten. Darüber hinaus musste ich bisher bei der Internetnutzung mit Kindern daran denken, wie viele böse Websiten sich im Internet tummeln. Zu schnell sind pornographische, rassistische oder andere beunruhigende Inhalte im Netz zu finden.

Doch die Menge und Qualität an wirklich schönen Angeboten für Kinder im Internet hat mich umgestimmt. Dass es gefährliche Inhalte im Internet gibt, ist unumstritten. Jedoch können Kinder zusammen mit Erwachsenen kleine bunte Welten auf Kinderseiten entdecken.

Ich möchte weiterhin, dass Kinder im Matsch herumspringen, Bücher lesen und toben. Aber wie ich anfangs sagte, leben wir mittlerweile in einer digitalen Welt, in der das Internet und smarte Geräte nicht mehr wegzudenken sind.

Deswegen sollte man Kindern, meiner Meinung nach, die Tür zu der digitalen Welt öffnen. Das impliziert jedoch nicht, dass die Tür der analogen Welt verschlossen werden muss.

Im Matsch herumspringen, schließt nicht aus eine halbe Stunde am Abend ein paar Internetspiele mit Mama und Papa am Laptop zu spielen.

Irgendwann werden Kinder den Weg mit oder ohne Eltern in das Internet finden. Dann sollten sie es doch lieber mit ihren Eltern entdecken. Zu verlockend ist doch das Verbotene. Führen wir die Kinder nicht an das Internet heran, werden sie es zusammen mit Freunden heimlich erforschen.

Meines Erachtens sollten Kinder den Umgang mit dem Internet erlernen. Damit Kinder lernen mit dem Internet umzugehen und nicht im digitalen Dschungel untergehen, brauchen sie die Unterstützung ihrer Eltern. Eltern können zusammen mit ihrem Kind viele großartige Angebote im Internet finden. Internetseiten für Kinder sind an verschiedene Altersgruppen angepasst. Es gibt Websites, auf denen Kinder spielerisch lernen können, rätseln, Hörbücher hören, malen und und und.

Um schöne Kinderseiten zu finden, gibt es bereits Suchmaschinen nur für Kinder. Kinder müssen somit keine Suchmaschinen wie Google nutzen, die sie zu nicht jugendfreien Inhalten schicken können. Suchmaschinen wie FragFINN oder die Blinde Kuh beinhalten nur geprüfte kindgerechte Seiten.

Die Verbindung der analogen mit der digitalen Welt finde ich persönlich besonders schön. Warum nicht im Internet zusammen mit dem Kind nach einem neuen Rezept für einen Apfelkuchen suchen und das Rezept dann ausdrucken, um es gemeinsam in der Küche auszuprobieren?

Wichtig bei der Internetnutzung mit Kindern ist somit, dass sie nicht allein gelassen, sondern langsam von Erwachsenen herangeführt werden. Dabei benötigen Kinder feste Regeln wie beispielsweise zu der Nutzungszeit.

Neben Kindersuchmaschinen gibt es noch weitere Möglichkeiten zu verhindern, dass Kinder zu aufhetzenden Inhalten gelangen. Im Internet gibt es viele Tipps für Erwachsene, die sich mit dem Umgang von Kindern und dem Internet unsicher fühlen. Zum Beispiel hier.

Zur Person: Laura-Sophie Putschies schreibt Vorlesegeschichten für Kinder im Kindergartenalter. Ihre Geschichten handeln von einem kleinen rosa Kuscheltierschwein namens Hansi Heldenschwein, das spannende Abenteuer im Seerosen-Kindergarten erlebt. Auf ihrer neuen Website veröffentlicht sie ihre Geschichten kostenlos. Dabei verfolgt sie ein Konzept, das schon den Kleinsten unter uns ermöglicht, mit Erwachsenen eine kunterbunte Welt im Internet zu entdecken.

Copyright: Laura-Sophie Putschies

 

Im Bikini, im Badeanzug, am Pool, am Strand, beim Shoppen und manchmal auch mit dem Partner oder der besten Freundin: viele Frauen inszenieren sich im Web mit Selfies jeglicher Art.

Vor allem viele junge weibliche Zeitgenossinnen – oft auch „Generation Instagram“ genannt – haben kein Problem damit, private Momente aller Welt preiszugeben.

Obwohl: so ganz privat sind diese Momente gar nicht, denn sie werden oft minutiös durchkonzipiert. Das perfekte Selfie ist für viele junge Frauen mittlerweile von hoher Bedeutung.

Aber warum? Immerhin schickt man Aufnahmen von sich ins Web, die so gut wie gar nicht – oder nur schwer – rückgängig zu machen sind, Stichwort: „Das Netz vergisst nichts!“.

Klar, für manche Frauen die als sogenannte Influencerinnen oder Bloggerinnen arbeiten, haben Selfies eine hohe Bedeutung, denn sie gehören meist zur Inszenierung dazu. Zum Beispiel, wenn für Kleidung, Schmuck oder teure Uhren geworben wird, die dann auf den Selfies zu sehen sind.

Längst inszenieren sich nicht nur bekannte Frauen im Web mit Selfies

Aber längst nicht alle weiblichen Web-Userinnen, die sich so privat in der digitalen Öffentlichkeit inszenieren, sind Bloggerinnen oder Influencerinnen und verdienen ihr Geld mit Selfies & Co.

Warum also der Trend zum privaten Seelenstriptease in den Weiten des World Wide Web? Dieser Frage gingen nun auch Wissenschaftler nach und fanden Erstaunliches heraus.

Auf der Website der Saarbrücker Zeitung ist hierzu am 04. November 2018 folgendes zu lesen:

„Provokante Fotos im Bikini, Selfies mit Schmollmund – viele Frauen stellen sich in den sozialen Medien mit aufreizenden Posen zur Schau. Sie tun das jedoch nicht, wie man vermuten könnte, um dem anderen Geschlecht zu gefallen. Forscher der University of New South Wales (UNSW) im australischen Sydney haben herausgefunden, dass Frauen sexy Selfies veröffentlichen, um miteinander zu konkurrieren und ihren sozialen Aufstieg zu beschleunigen.„

Und weiter heißt es:

„Dr. Khandis Blake und ihr Team von der UNSW haben in einer Studie fast 70 000 Beiträge in sozialen Medien aus 113 Ländern untersucht, in deren Beschreibung Wörter wie „sexy“ oder „heiß“ vorkamen. Um die Beweggründe für solche Fotos zu verstehen, wollten die Forscher unter anderem herausfinden, wo die meisten dieser Fotos geschossen werden.

Die Ergebnisse seien eine Überraschung gewesen, erklärt Blake. Nicht dort, wo sie von Männern unterdrückt werden, sondern vor allem in den Ländern, in denen die Gehaltsungleichheit zwischen den Geschlechtern wächst oder bereits besonders hoch ist, veröffentlichen Frauen aufreizende Fotos von sich selbst im Internet.„Frauen tendieren eher dazu, Zeit und Aufwand in sexy Selfies zu investieren, wenn die wirtschaftliche Ungleichheit steigt und nicht in Gesellschaften, in denen Männer mehr Macht besitzen oder die grundsätzliche Ungleichheit der Geschlechter weit verbreitet ist“, sagt Blake. Die Ergebnisse der Forscher seien unabhängig von Faktoren wie Bevölkerungsgröße oder Entwicklungsstand und bestätigten sich in verschiedenen Ländern der Welt. Vielen Menschen werde erst durch wirtschaftliche Unterschiede bewusst, wo sie auf der sozialen Leiter stehen, erklären die australischen Forscher. Verdiene ein anderer mehr als sie, wecke das bei vielen Statusängste und den Wunsch nach mehr Anerkennung, sowohl finanziell als auch sozial. Um mehr Aufmerksamkeit zu erlangen und sich von Konkurrentinnen abzusetzen, würden Frauen dann häufiger aufreizende Selfies auf Instagram, Twitter und Co. veröffentlichen.“

Aha – die wirtschaftlichen Umstände beziehungsweise der eigene Stand auf der sogenannten sozialen Leiter sollen Gründe dafür sein.

Nun, das könnte tatsächlich auf einige Frauen zutreffen.

Viele Frauen mit hohem Status präsentieren Selfies im Netz

Allerdings inszenieren sich auch gern Promi-Frauen im Netz in Form von Selfies. Von der A-Prominenten über die Fußballfrau bis hin zum weiblichen Z-Promi sind viele Zeitgenossinnen dabei, die sich auf diese Art in Szene setzen. Der gesellschaftliche oder/und finanzielle Status ist hier oftmals mehr als gut aufgestellt, so dass eigentlich die Sehnsucht nach derartiger Anerkennung nicht vorhanden sein dürfte.

Aber vielleicht gibt es ja auch jenseits der Forschungen der Wissenschaftler eine ganz einfache Erklärung für das inflationäre Aufkommen von Selfies?

Dazu reicht dann auch ein Wort aus: Geltungsbedürfnis.

Das muss nicht mal NUR negativ besetzt sein, aber fakt ist, dass, wer sich per Selfie der (Online)Welt präsentiert, definitiv ein gewisses Bedürfnis nach Geltung, einen Drang zur Öffentlichkeit, haben muss.

Ob das gut oder schlecht ist, muss jeder für sich selbst entscheiden und solange das Posing für`s ultimative Selfie nicht an irgendeiner Klippe stattfindet, so wie hier,  kann man`s mit dem lässigen Spruch von Friedrich II., dem Großen halten, der da sagte, dass „Jeder nach seiner Facon selig werden solle“.

Dem ist nichts hinzuzufügen.

Bildnachweis: pexels.com

Haben Sie schon mal einen Zerstäuber vor Ihr Gesicht gehalten und dann gepumpt? Man wird nicht wirklich nass, es sind nur Mikropartikel einer Flüssigkeit, die Ihre Haut benetzen und ein kurzes feuchtes Gefühl hinterlassen. Genauso ist es auch mit der sogenannten „virtuellen Realität“, die einen nicht wirklich berührt, sondern nur berieselt.

Stellen Sie sich bitte jetzt einen gigantischen Zerstäuber vor, eine Düse, durch die Sie mit Milliarden von Aversionen, Vorlieben, Abneigungen, Neuigkeiten und leider auch Hass und Selbstgerechtigkeit berieselt werden.

Ja, ich  spreche von Facebook. Es ist voller Stimmen, die sich zu einem gigantischen Raunen, Flüstern, Wispern und Rufen vereinigen.

Einige dieser Stimmen sind nur ein Flüstern im Wind, das sich zwischen redundanten Nachrichten, Spendenaufrufen und Katzenbildchen verliert und dann verstummt.

Andere schreien geradezu ihre Einsamkeit in diese schillernde, bizarre Scheinwelt hinaus – nur hört leider keiner von uns mehr richtig zu.

Weltweit existieren 2,34 Milliarden Facebook-Nutzer, von denen 1,47 Milliarden täglich aktiv sind. Wie ich der Seite „statista.de“ entnommen habe, gibt es allein in Deutschland 26 Millionen Menschen, die man als sogenannte „monatliche User“ bezeichnet, also Personen, die regelmäßig ihren Newsfeed kontrollieren und sich umsehen, was die Netzgemeinde zu bieten hat.

Facebook ist ein bunter Bilderreigen, versetzt mit Einzelmeinungen, unterlegt mit Parolen, garniert mit Witzen oder Aufforderungen zu Spenden oder ehrenamtlichem Engagement. Theoretisch könnte ich mit sämtlichen 2,34 Milliarden Nutzern weltweit interagieren, sofern diese es zulassen. Dieser metaphorische „Zerstäuber“, durch den Sie sich berieseln lassen, ist also imposant groß.

Ich zum Beispiel habe eine große Menge regionaler und überregionaler Online-Zeitungen abonniert, weil ich mich gern umfassend informiere. Sie können aber auch lediglich Back-Blogs abrufen oder die neueste Kinovorschau. Das bleibt Ihnen überlassen.

Bis auf ein paar leicht zu erkennende Fake-Profile, selbsternannte „Kreditvermittler“ aus allen Teilen der Welt (auf die Sie hoffentlich nicht hereinfallen), einige Romance-Scammer (also beispielsweise falsche Army-Soldaten, die sich in Ihr Leben und Ihr Portemonnaie schleichen wollen) oder militante Anhänger von extremen Parteien sind Facebook-Nutzer Menschen wie Sie und ich.

Alle essen und trinken, steuern ein Kfz (obwohl ich bei einigen hoffe, sie tun es nicht, ja, dich meine ich, der du dich immer mit leeren Wodkaflaschen und voll wie eine Haubitze präsentierst!), alle haben Wünsche, Träume, Hoffnungen, ein Programm, eine Botschaft … oder sind verzweifelt und einsam.

So gut wie niemand bemerkt sie: die verlorenen Seelen, die stummen Mitleser bei eskalierenden Kommentar-Diskussionen, einsame Poster, die höchstens einmal pro Woche einen Beitrag verfassen, den niemand beachtet, niemand kommentiert, niemand teilt.

Rufer in der Nacht sind sie, die vergeblich in dieses summende Vakuum schreien in der Hoffnung, dass jemand antwortet oder sich ihrer annimmt.

Manche von ihnen fühlen sich besser, wenn sie einen Teil ihres Leids einer breiten Netzgemeinde kundgetan haben und merken vermutlich nicht einmal, dass diese „Zuschauerschar“ von merkwürdigen, vermutlich nicht mal für Facebook wirklich verständlichen Algorithmen abhängig ist, der sie aus dem Raster wirft. Facebook bestimmt nämlich, wer mit Ihnen interagieren kann, wer Ihre Beiträge zu lesen bekommt.

In Großbritannien oder den USA bekommen Sie nur Kredit, wenn Sie eine sogenannte „credital history“ vorzuweisen haben. Sie müssen also beweisen, dass Ihnen irgendjemand schon mal Geld geliehen hat, um welches zu bekommen.

Facebook macht es genauso. Je mehr Likes Sie für Ihre Beiträge erhalten, umso mehr Menschen werden Ihre Postings angezeigt.

Und die im Mahlstrom zwischen schon morgen überholten Neuigkeiten und oberflächlichen Wochenend-Wünschen Untergegangenen – die hört niemand mehr schreien. Dafür haben sie nicht ausreichend Likes bekommen.

Meistens sind sie ganz leise, diese Gestrandeten. Niemand achtet auf sie. Niemand widmet ihnen Aufmerksamkeit, denn das wäre lästig. Wo man doch so beschäftigt damit ist, Fotos seines Abendessens hochzuladen, über die Ortungsdienste mitzuteilen, in welcher Kneipe man gerade den Nachspeisenteller verdrückt hat oder wo man momentan am Strand liegt. Meistens.

Sie schreiben so gut wie nie Kommentare auf vielbesuchten Seiten, nein, sie senden mit einer Hoffnung, die keine mehr ist, in diese virtuelle Dunkelheit, die sie umgibt und wünschen sich, dass es vielleicht einer mal hört. Dass irgendjemand sich für sie interessiert. Weil nichts für die menschliche Psyche so schlimm ist wie die Vorstellung, dass das eigene Dasein für niemanden relevant ist. Ich poste, also bin ich.

Jede Existenz sollte einem Zweck folgen, so hat man es uns beigebracht. Nur wer arbeitet, ist ein guter Mensch. Nur wer morgens aufsteht, nur wer sozialverträglich jovial und gutgelaunt bleibt, gehört dazu.

Alles andere wird ignoriert und weggeklickt. Man ist irritiert, man ist manchmal abgestoßen, manchmal ist man voller Mitleid und oft einfach nur ratlos, was mit denen zu tun ist, die durchs Raster fallen, die aus dem Rattenrennen um die guten Jobs, die schönen Wohnungen, die neuen Autos, gekickt worden sind mit einem Arschtritt. Denn das Leben ist in den seltensten Fällen fair.

Manchmal sind die verlorenen Seelen einfach nur vergessen worden. Manchmal sind sie aus dem gerutscht, was wir als „normales Leben“ bezeichnen und damit sozialverträgliche Existenzen meinen, die uns nicht groß auf den Wecker gehen. Was nicht der Norm entspricht, wird ignoriert und weggeklickt. So einfach ist das in der schönen neuen Welt, von der wir angeblich alle was haben sollen.

Oft haben diese vereinsamten Existenzen sogar eine Freundesliste, die aus ein paar ausländisch klingenden Namen besteht. Vielleicht sind das verlorene Seelen von der anderen Hälfte des Erdballs, ich weiß es nicht.

Nehmen wir Lilly zum Beispiel (Name geändert). Ich bin durch Zufall im Forum einer großen Online-Zeitung über ihren absolut wirren, in keinem Zusammenhang zum Artikel stehenden Kommentar gestolpert. Was sie schrieb, klang so daneben, dass ich mir ihr Profil anschaute. Eine geschlagene Stunde las ich, was Lilly dort von sich preisgegeben hatte, und das war eine ganze Menge.

Wie gesagt, ich weiß von ihr eigentlich nichts, und doch viel zu viel. Sie hat sich auf eine irritierende Weise entblößt, wie jemand, der zwar sein Gesicht verhüllt, aber der ganzen Welt seinen nackten Hintern zeigt.

Lilly veröffentlicht ihren Bewilligungsbescheid für Hartz IV inklusive ihres kompletten Namens und ihrer Anschrift, sie postet an sie gerichtete SMS mit Droh-Inhalten, sie stellt Bilder aus ihrer Kindheit ein, Fotos von ihren Großeltern und die Anordnung eines Gerichts bezüglich der Unterbringung ihres Vaters in einem Pflegeheim.

Sie ist eine dieser verlorenen Seelen, die ich meine. Ihr ganzes Profil schreit nach Hilfe. Und keiner hört ihr zu.

Mal veröffentlicht sie Bilder der Benzinstands-Anzeige ihres Wagens mit der Behauptung, am Vortag sei der Tank noch randvoll gewesen, was bedeuten würde, dass ihr nachts Sprit abgezapft wurde. Mal behauptet sie, ihre Möbel würden heimlich verschoben, der Herd von der Wand weggezogen und ihre persönlichen Habseligkeiten durchwühlt.

Einmal bittet sie herzzerreißend: „Papa, komm zu mir zurück, ich hab dich doch so lieb. Warum meldest du dich nicht bei mir?“

Aber am besten ist Lilly beim Schimpfen. Stellen Sie sich einfach eine Tirade vor, die in etwa so klingt: „Ihr …., ich hasse euch alle, ihr …., …. euch doch, ihr könnt mich alle mal…. ihr ….. und du….. ganz besonders, du …. Stück.“ Und so weiter. Etliche dieser Bezeichnungen kannte ich noch nicht mal. Sie ist recht kreativ. Laut ihrem Profil findet sie übrigens Satan cool. Naja, jeder wie er will.

Wie gesagt: Da ist der nackte Hintern, also all die hässlichen Dinge in ihrem Leben, die ihr geschehen, und da ist das verhüllte Gesicht, denn ich habe keine Ahnung, wie alt Lilly ist. Genau ein einziges Selfie findet sich auf ihrer Seite. Darauf ist eine bildhübsche, alterslos wirkende Frau zu erkennen mit einem strahlenden Lächeln, die einen lebenslustigen, heiteren Eindruck macht.

Ein Facebook-Foto eben.

Gelegentlich entschuldigt sich Lilly für ihre Rechtschreibung, dabei ist diese das einzige, das ich bei ihrem Profil für unbedenklich halte. Sogar ihre erfundenen Schimpfwörter, die sich aus zwei bis drei Fäkalbegriffen zusammensetzen, sind orthographisch korrekt. Sie hat also eine gute Schulbildung genossen.

Wenigstens ist sie gerecht und hasst jeden gleichermaßen.

Seitdem ich ihr verwirrendes Profil durch Zufall entdeckte, schaue ich regelmäßig nach ihr, nur damit sie nicht ganz vergessen ist, denn sie scheint mir sehr allein zu sein. Irgendjemand oder irgendetwas hat ihr wohl mal sehr wehgetan.

Einsamer als Lilly kann wohl niemand sein. Verwandte haben den Kontakt abgebrochen, das weiß ich, weil Lilly die SMS veröffentlichte. Und ihr Exmann droht ihr offen mit Ungemach, bei dem eine Eisenstange und jede Menge Wut mit anschließender schwerer Körperverletzung eine Rolle spielen. Ich hoffe, er kriegt sie nicht zu fassen.

Wissen Sie, ich bin ein freundlicher Mensch und helfe gern. Aber um Lilly würde ich im echten Leben einen großen Bogen machen, denn sie ist wohl einmal zu oft zerbrochen worden. Ich weiß nicht, was ihr angetan wurde, als Kind oder auch als Erwachsene. Aber dass da ein verzweifelter Mensch nach Hilfe schreit und keine Resonanz erhält, das macht mich ratlos.

Lilly ist nicht die einzige verlorene Seele, nach der ich ab und zu sehe. Da gibt es noch ein verrücktes kleines Mädchen. Auf all ihren Fotos wirkt sie sehr kindlich und verloren, höchstens 18 Jahre alt. Sie haust allein in einer düsteren Kellerwohnung, umgeben von Meerschweinchen und Katzen und ist bemüht, mit Selbstgebasteltem aus Dingen, die sie auf Wiesen und in Wäldern findet, diesem Wohnklosett mit Kochnische ein heimeliges Flair zu verleihen. Wenn man ihre Selfies sieht, möchte man sie in den Arm nehmen und drücken, nur um ihr das Gefühl zu geben, sie ist nicht ganz allein.

„Maya“ (geändert) heißt sie. Und sie richtet alle ihre Beiträge an einen Jungen, den sie „Knuddel“ (geändert) nennt, und der nie antwortet. Maya möchte gern mit Knuddel durchbrennen, der sich – ihren Aussagen zufolge – in einer geschlossenen Einrichtung wie zum Beispiel einer Entzugsklinik befindet. Oft schmiedet sie wirre Ausbruchspläne.

Aber „Knuddel“ hat entweder kein Internet, oder er existiert überhaupt nicht. Wenn es ihn aber gibt, und er brennt eines Tages tatsächlich mit Maya durch, wer wird sich um die Meerschweinchen und die Katze kümmern?

Neulich hat sie einen Stein fotografiert  und das Bild veröffentlicht. All ihre Fotos kommentiert sie selbst als einzige. Facebook ist Mayas Tagebuch, aber keine besorgte Mutter will wissen, was drinsteht. Das ist so traurig.

Warum ist dieses zierliche, verloren wirkende Mädchen so einsam? Warum muss sie, die offensichtlich eine helfende Hand bräuchte, einen Sozialarbeiter oder einen Therapeuten vielleicht, ganz allein in einer kalten, dunklen Wohnung klarkommen? Ist das dieses System, dieses soziale Netz, das alle so loben?

Oder möchte sie es so haben?

Als nächstes wäre da Paul (geändert), Frührentner und auf Mindestsicherung angewiesen. Früher befand er sich einmal in meiner Freundesliste und postete des Öfteren, dass er vorhätte, von einer Brücke zu springen.

Ich schrieb ihn daraufhin an. Nachdem er mir sein Leid geklagt hatte: vormals höherer Angestellter, heute Rentner, muss Abfall essen (Zitat), Wohnung schimmelt vor sich hin, keine Familie, keine Freunde, überwies ich ihm 100 Euro in der Hoffnung, er würde sehen, dass die Welt nicht ganz schlecht ist. Dass er nicht allen Leuten so gleichgültig ist, wie er denkt.

Er nahm das Geld, dann entfreundete und blockierte er mich umgehend.

Ach Paul, ich habe noch einen Account, du Dummdödel. Und ich habe mir Sorgen gemacht, obwohl du mich nichts angehst. Obwohl du schmuddelig aussiehst und einen irgendwie verwahrlosten Eindruck machst. Vermutlich hast du dich selbst schon aufgegeben.

Ich habe Paul sogar mal gegoogelt, als er ein paar Wochen nichts postete, weil ich dachte, er hätte seine Drohung wahrgemacht. Während meiner Internet-Recherche erfuhr ich staunend, dass sogar ein ausführlicher Zeitungsartikel über ihn existierte. Verblüfft las ich, dass ihm die Stadt Taxifahrten zum Arzt, aufgrund seiner Gehbehinderung, sowie eine Haushaltshilfe finanziert. Todesanzeige entdeckte ich keine. Das war es, was ich wissen wollte, und erleichtert lehnte ich mich zurück.

Ich gebe zu, Paul ist arm dran. Er hatte vorher ein etwas ausgedehnteres Leben, wie ich es nenne. Konnte zweimal jährlich in Urlaub fliegen, sich etwas leisten, und verdiente gutes Geld.

Dann kam dieser Unfall, und er war weg vom Fenster.

Der soziale Abstieg, den wir alle fürchten, und den viele leider schon hinter sich gebracht haben, setzt einem zu. Mehr als man glauben möchte, wenn man selbst der eigenen Meinung nach noch relativ fest im Sattel sitzt.

So lief es auch bei Walter (geändert). Nach einer unerquicklichen Scheidung zog er seine beiden Söhne allein groß, während er nebenher noch eine kleine mittelständische Firma mit ein paar Angestellten führte. Er kochte täglich frisch für die Kinder, bügelte, wusch, machte Hausaufgaben mit seinen Sprösslingen und abends die Buchführung, war immer gut drauf, immer aktiv, und in jeder Lebenslage hatte er einen Scherz auf den Lippen.

Dann wurden Walters Eltern krank und verstarben beide innerhalb desselben Jahres. Er pflegte sie aufopfernd bis zum bitteren Ende, musste anschließend deren Wohnung auflösen und löste dabei aus Versehen auch noch nebenbei seine Firma und seine langjährige Beziehung auf, denn er hatte vor lauter Kummer angefangen zu saufen, und zwar mehr als genug.

Seine Söhne waren mittlerweile erwachsen geworden und ausgezogen. Nun saß Walter mittellos nach einer demütigenden Insolvenz in seiner Altbauwohnung mitten in der Großstadt, als auch noch die Kündigung wegen Eigenbedarf ins Haus flatterte und er sein Zuhause räumen musste.

Pleite, so gut wie immer verkatert und ohne Aussicht auf einen Job trotz einer gediegenen Ausbildung zum Handwerkermeister eine Wohnung zu finden, ist auch nüchtern schon schwer genug. Walter war damit überfordert.

Eine Bekannte ließ ihn im Souterrain ihres Hauses für eine lächerlich geringe Miete unterschlüpfen. Dort versuchte Walter weiterhin, auf die Beine zu kommen. Allerdings verweigerte er hartnäckig staatliche Unterstützung, vermutlich wegen der strengen Reglementierung, der er sich als ehemaliger Selbständiger nicht ausgesetzt sehen wollte, und pumpte stattdessen seine paar übriggebliebenen Freunde an.

Ich war einer davon.

Natürlich zahlte er nie etwas zurück. Genauso wenig wie Miete für die winzige Wohnung im Haus seiner Bekannten.

Er spielte toten Käfer, beantwortete keine Nachrichten mehr und ging nicht mehr ans Telefon. Vermutlich hoffte er, seine Gläubiger würden sich, wenn er nur lange genug durchhielte, in Luft auflösen.

Da er mich aus seinem Leben gestrichen hatte, blieb mir nur, ihn gelegentlich auf seiner Facebook-Seite zu „besuchen“, um zu erfahren, ob er denn überhaupt noch lebte.

Er verfasste Beiträge in verschwurbeltem Deutsch über Nichtigkeiten und gab sich allergrößte Mühe, bei seinen knapp 300 Facebook-Freunden dein Eindruck aufrechtzuerhalten, bei ihm sei alles wunderbar in Ordnung.

Regelmäßig veröffentlichte er Ergebnisse von Online-Quiz-Spielen, bei denen er selbstverständlich immer überragend abgeschnitten hatte, ließ alle an tiefschürfenden Gedanken über Gott und die Welt teilhaben und fotografierte ab und zu sein liebevoll angerichtetes Essen.

Wer ihn nicht kannte, musste glauben, er hätte alles im Griff. Das war wohl der Sinn der Sache. Und trotzdem hörte ich ihn rufen. Sehr laut sogar.

Dann verkaufte seine Bekannte das Haus, denn Walter hatte ewig weder Miete noch Nebenkosten bezahlt, und sie konnte es nicht mehr halten.

Walter teilte seinen 300 „Freunden“ mit, dass er ein neues Zuhause suche. 3 Zimmer, Küche, Bad, Balkon. Wenn möglich, 400 Euro. Warm. In einer deutschen Großstadt.

Viele meldeten sich, teilten ihm mit, dass seine Vorstellungen eher nach Burundi passen würden und schlugen ihm ansprechende Appartements vor, die ein wenig teurer waren. Woher hätten sie auch wissen sollen, mit welchen finanziellen Problemen Walter zu kämpfen hatte? Wo er doch immer so verdammt gut drauf und souverän gewesen war, ganz offiziell?

Seitdem verliert sich Walters Spur. Es ist still um ihn geworden. Er „schreit“ nicht mehr ins Internet: „Seht her, wie gut es mir geht, wie klug ich bin, wie toll ich koche, ich gehöre doch zu euch!!!“.

Walter ist verstummt.

Wo er wohl wohnt? Wohnt er überhaupt irgendwo? Hat ihn eines seiner Kinder aufgenommen? Wo ist er hin? Hat er ein warmes Plätzchen gefunden? Musste er etwa in ein Obdachlosenheim?

Es tat wirklich weh, mit anzusehen, wie Walter immer tiefer sank. Weiter und tiefer, als ich es bei ihm je für möglich gehalten hätte.

Ich musste beobachten, wie er verstummte, wie er es nicht einmal mehr schaffte, genügend Energie aufzubringen, um sich selbst darzustellen, so wie es alle hier machen. Immer wieder einmal trifft man falsche Entscheidungen, die sich nicht rückgängig machen lassen. Sorgen lassen sich nicht ertränken, Walter – sie sind hervorragende Schwimmer.

Ich würde gern wissen, was er heute tut, wie es ihm geht. Und ich rufe seine Seite immer noch einmal in der Woche auf. Wegen des Geldes bin ich nicht böse, obwohl ich es nie mehr wieder bekommen werde.

Walter ist eine verlorene Seele. Die machen das. Die dürfen das. Sonst wären sie nicht verloren. Sonst wären sie noch voll dabei.

Ob ich zu viel freie Zeit habe, fragen Sie? Nein. Die habe ich nicht. Nur zu viel Empathie.

Vergessen will ich sie nicht, „meine“ verlorenen Seelen, gescheiterte Existenzen, die mich gestreift haben, wie ein kalter Lufthauch in der Nacht, und deren Berührung mich nicht mehr loslässt.

Es sind kleine Leben, wissen Sie. Keine Berühmtheiten. Wenn sie morgen sterben würden, wer würde um sie weinen? Ich würde nicht einmal mitbekommen, dass sie nicht mehr da sind. Und trotzdem kann ich es nicht lassen. Weil sie dann ganz vergessen sind.

Es gibt noch ein paar mehr, nach denen ich regelmäßig schaue. Wie ein Oberarzt bei der Visite, der hastig und mit wehendem Kittel an Betten vorbeirennt, sich kurz Notizen macht und dann schnell wieder aus dem Zimmer verschwindet, um den Patienten nicht zu wecken oder zu erschrecken.

Weil es einfach zu viele sind. Viel zu viele. Ich kann nicht allen helfen, und die meisten wollen gar keine Hilfe. Sie wollen nur wahrgenommen werden.

Solange auch nur ein Mensch diese Pinnwände voller verlorengegangener Hoffnungen und Alpträume besucht, sind sie nicht ganz allein. Es interessiert mich, wie es ihnen geht, was sie machen. Wenigstens einen interessiert es.

Man fällt leicht durchs Raster in dieser Welt. Ein kleiner Knacks reicht, und man ist raus. Denn dann kann man dieses Rattenrennen um das höchste Gehalt, das dickste Auto, den entferntesten Urlaub, nicht mehr mitmachen, um den es scheinbar hauptsächlich geht.

Kalt ist diese Welt geworden. Und für diese Form von Kälte gibt es keine Jacken oder wärmende Decken. Pass dich an oder stirb. Und wenn du dich nicht anpasst, verhalte dich unauffällig oder werde gefälligst so berühmt, dass es als Exzentrik interpretiert werden kann.

Manchmal, wenn ich wieder nachschaue, ob Lilly immer noch alle hasst oder Walter endlich eine Wohnung bekommen hat, wenn ich mich frage, ob der ominöse „Knuddel“ der kleinen Maya endlich geantwortet hat, ob Paul damit aufgehört hat, von einer Brücke springen zu wollen, dann muss ich einen Moment innehalten und mich fragen:

Bin ich der einzige Mensch, der darüber traurig ist, dass es so viele Traurige gibt? Bin ich der einzige, der erkennen muss, dass diese Solidargemeinschaft so solidarisch gar nicht ist? Dass allein der administrative Aufwand des Ausfüllens eines Antrags auf staatliche Hilfe manche Menschen vielleicht überfordern könnte?

Es gibt viele verzweifelte Menschen da draußen. Vielleicht sind sie, nach gängiger psychologischer Definition, sogar krank. Alle leiden zumindest an Depressionen und haben keinen Mut mehr. Das Netz in Deutschland ist nicht mehr engmaschig, die Löcher darinnen sind mittlerweile riesengroß. Man fällt leicht da durch.

Wenn Sie einen dieser verlorenen Seelen durch Zufall entdecken, dann sehen Sie gelegentlich mal nach ihnen. Es kostet ja nichts. Und es erinnert Sie daran, wie gut Sie es haben. Oder: dass Sie  nicht allein mit Ihrem Kummer sind.

Wir haben nämlich alle unter unserem Dach ein sogenanntes „Ach“. Wirklich alle.

Das Leben rupft jeden einmal. Viele Faktoren entscheiden darüber, ob wir uns aufrappeln oder liegenbleiben. Vielleicht treffen Sie mal einen Gestrauchelten. Auch wenn Sie ihm nicht die Hand reichen, schauen Sie ihm wenigstens in die Augen. Registrieren Sie, dass es ihn gibt.

Für verlorene Seelen ist das schon viel.

Danke.

Ihre Barbara Edelmann

Altersarmut, Wohnungsnot, Mietwahnsinn & Co. – diese Themen bestimmen nahezu täglich die Nachrichten und Debatten.

Für jemanden, der davon allerdings (noch) nicht betroffen ist, bleiben solche Meldungen allerdings ein Stück weit abstrakt und ziehen ohne bleibende Erinnerung im mehr oder weniger beachteten Nachrichtenstrom dahin. Wer aber aus irgendeinem Grund auf dem Kleinanzeigenportal von ebay-kleinanzeigen nach einem gebrauchten Stück Ausschau hält und in der einen oder anderen Kategorie stöbert, der wird hier „volle Kanne“ mit dem wahren Leben konfrontiert.

Da gibt es zum Beispiel den herzzereißenden Aufruf für ein Seniorenehepaar, das die Rente mit Putzaufträgen aufbessert, aber nun – mit einem Schlag – einen größeren Kunden, der kontinuierlich buchte, verlor.

In der Anzeige wird darum gebeten, diesem Rentnerehepaar Aufträge zum Putzen zukommen zu lassen, damit es nicht der Altersarmut anheim fällt.

Oder der Aufruf eines Vaters, der für sich und seinen Sohn dringend eine Wohnung sucht, da die beiden sonst – nach eigener Aussage – Weihnachten auf der Straße leben müssen.

Dann das Gesuch einer jungen Familie, die händeringend ein bezahlbares, ebenerdiges Haus zur Miete sucht, weil das jüngste, zweijährige Kind auf eher schwere und sperrige Hilfsmittel angewiesen ist.

Ob all diese Leute je fündig werden? Wer weiß das schon…!

Fakt ist, dass ebay-kleinanzeigen mit seinen unzähligen Kategorien neben gebrauchten Kommoden und Kleiderschränken immer auch einen authentischen Ausschnitt aus dem Leben in Deutschland bietet. Das zeigen auch so simple Anzeigen, wie die, in der jemand einfach nur darum bittet, dass ihm jemand dabei hilft, Musik auf seinen MP-3-Player zu laden.

Neben den Beispielen, die eher ernster Natur sind, bietet das Portal aber beim Stöbern auch immer wieder Anlass zum schmunzeln.

So zum Beispiel bei der Anzeige, die auf ein megateures Luxus-Haus hinweisen soll und in der der Verkäufer mit der Überschrift: „Luxus – hier werden Sie pfündig“ punkten will.

Insofern: es darf auch gelacht werden! Und geholfen sowieso. Wohl dem also, der durch diese Plattform fündig wird.

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„Mit Freunden in Verbindung bleiben“ – so hatte sich Mark Zuckerberg das mit seinem Facebook mal gedacht. Nun, wir alle wissen, was daraus geworden ist. Mittlerweile gleichen Timelines in Sachen Social-Media oftmals einem Horrorkabinett, nur dass sich all das im wahren Leben abspielt.

Getötete oder misshandelte Kinder, Tierquälerei, gemobbte Kinder – schwerer Tobak, wenn man nur mal kurz schauen möchte, „was die Freunde machen“.

Da es sich aber meist um reale Ereignisse handelt, lässt einen manches nicht wieder so schnell los, wie man das ganze Ding wieder zu klicken kann und besser werden die Meldung auch nicht. Was also tun?

Denn es ist der Stimmung (oder der Arbeitsmotivation) nicht gerade zuträglich, mal eben so zwischendurch diese Meldungen zu konsumieren. Zumal vieles nachwirkt.

Einer Mutter wird ein Fall von Kindesmisshandlung bestimmt nicht gleich aus dem Kopf gehen, jemand, der ein Tier besitzt, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit noch einige Zeit von dem brutalen Tierquäler-Foto verfolgt.

Via Facebook und Twitter prasseln die Nachrichten nur so auf einen einen, freilich eher die schlechten, obgleich Social-Media an sich ja eher was positives ist.

Hier kommt man nur durch, wenn man Seelenhygiene betreibt.

Will heißen: entsprechende Bilder oder/und Berichte dazu nicht zu nah an sich heranlässt. Besonders brutale Postings, wo zum Beispiel tierquälerische Handlungen zu sehen sind, sollte man deshalb ausblenden, bei Facebook gibt es hierzu eine Funktion – so in dem Stile „Derartige Postings sollen mir nicht mehr angezeigt werden“ .

Dieses Angebot zu nutzen und zu verhindern, dass einen noch mehr brutale Bilder erreichen, hat übrigens nichts mit Abstumpfung zu tun.

Sondern mit Selbstschutz, Seelenhygiene eben, wie schon erwähnt.

Wichtig ist das vor allem für Leute, denen solche Meldungen eben gerade nicht egal sind. Die sich mit solchen Themen auch auseinandersetzen und darüber nachdenken, was schiefläuft, in unserer Gesellschaft.

Das ist wichtig, nötig und natürlich aller Ehren wert!

Nur geht das auch, indem man solche Nachrichten im Kosmos des eigenen Social-Media filtert und nicht in Massen über die eigene Timeline flackern lässt. Und ganz ehrlich: auch ohne Facebook dringen die schlechten und brutalen Nachrichten durch, gar keine Frage! Nur eben etwas abgemilderter, so wie „früher“.

Zeitungen und Radiosender belassen solche News bekanntlich eher bei einem Artikel ohne (brutalem) Bild und via Radio wird häufig sowieso nur eine trockene Meldung vorgelesen.

Sowas schwirrt meistens an einem vorbei, ohne dass man es groß wahrnimmt.

Ganz ehrlich: das ist bei all dem informationstechnischen Irrsinn heutzutage manchmal nicht mal das Schlechteste!

Insofern: denken Sie an sich und ihr Gemüt! Niemand sollte sich privat auf Dauer einem Bombardement von schlechten Nachrichten aussetzen, zumal depressive Verstimmungen hier ganz rasch die Folge sein können. Das ist auch klar, denn: wer die Welt nur negativ wahrnimmt, wird das Lachen schnell verlernen!

Deshalb: bereinigen Sie immer mal wieder Ihre Timeline, schauen Sie, was Sie in Sachen Social-Media abonnieren und was nicht, was Sie als Posting zulassen und welche Infos und Bilder verborgen bleiben sollen. Und wenn Sie wissen, wie sehr brutale Meldungen Sie aufwühlen, dann klicken Sie doch einmal mehr auf eine Katzenfoto-Seite.

Diese Fotos gehen immer und tun der Seele gut!

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Das gute alte Telefon – in letzter Zeit widmet man sich dem einstigen Wählscheibengerät fast melancholisch. Schuld daran sind – wenn es nach vielen Meinungsmachern geht – die vielen jungen Leute, die nur noch mit gesenktem Kopf oder in ihr Handy sprechend in der Öffentlichkeit zu sehen sind. Darauf Bezug nehmend gibt es viele Abgesänge auf die Sprachkultur und auf die zwischenmenschliche Kommunikation überhaupt. Keine Frage: diese vielen gesenkten Köpfe, die man über Smartphones gebeugt sieht, sind schon ein Stück weit befremdlich. Schon allein, weil es gerade in der Öffentlichkeit nicht ungefährlich ist, kaum mehr gerade aus schauend seiner Wege zu gehen. Allerdings: das Bashing, das vor allem den Whatsapp-Sprachnachrichten zuteil wird, ist ungerechtfertigt.

Das oftmals sinnfreie Hin- und Herschreiben mittels Whatsapp-Nachrichten, die zwischenzeitlich die guten alten SMS abgelöst haben, steht ja teilweise zu Recht in der Kritik, aber die Sprachnachricht?

Die ist doch einfach nur genial!

Und zwar in mehrfacher Hinsicht. Zum einen kann man auf diese Art seinen aktuellen Gemütszustand besser kommunizieren, als nur mit schnöden Worten!

Man denke nur an all die vielen Missverständnisse, die – gerade unter (frisch) Verliebten – mittels geschriebener Nachrichten entstehen. Das war ja schon zu SMS-Zeiten so. Wo der eine nur wortkarg etwas auf die Schnelle schreibt, wittert der andere schon das Beziehungsende. Das Internet ist voll von Postings in diesem Zusammenhang!

Derlei Missverständnisse fallen mit einer Sprachnachricht weg, denn mittels dieser Funktion spricht jeder, wie ihm der Schnabel gewachsen ist.

Ein weiterer Vorteil: die Sprachnachricht ist ideal, wenn man etwas zu verkünden oder zu berichten hat und weiß, dass der andere in diesem Moment beschäftigt ist. Im Meeting, auf einer Behörde oder sonstwo. Man hat in dieser Zeit keine Chance, den anderen persönlich zu erreichen, kann aber dennoch per gesprochenem Wort emotional übermitteln, wie es einem gerade geht. Ist doch toll – besser geht es kaum!

Natürlich: bescheuert ist es schon, wenn Leute, die auch telefonieren könnten, sich unablässig Sprachnachrichten schicken. Das wird zu Recht kritisiert, gar keine Frage!

Aber deshalb gleich die ganze Funktion verdammen? Nein, dafür gibt es keinen Grund.

Zudem – um im Bild der Verliebten zu bleiben – gibt es viele Situationen, in der der andere zwar in keinem Termin aber eben nicht ungestört ist. Zum Beispiel bei einer Bahnfahrt. Hier ist es doch für Turteltauben, die soeben am Bahnsteig schmerzlich voneinander Abschied nehmen mussten, ideal, wenn einer (der, der nicht im Zug sitzt) in dieser Zeit seine Gefühle via Sprachnachricht übermitteln und der andere sie am Ohr im Zug abhören kann!

So oder so: die Sprachnachricht ist schon eine tolle Erfindung. Zumindest für ganz viele Leute. Allerdings empfindet man sie wohl nur dann als Vorteil, wenn alltägliche oder positive Dinge übermittelt werden. Ein Beziehungsaus über diese Option kund zu tun, ist dagegen ein absolutes NO GO!

Das gilt heute für die Sprachnachricht ebenso wie „damals“ bei der SMS!

Insofern – bleiben Sie mit dieser Kommunikationsmöglichkeit freundlich, alltäglich und positiv!

Und für heikle Angelegenheiten gilt – wohl jetzt und bis in alle Zeit: das persönliche Gespräch ist immer noch das Beste!

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Selbstvermarktung fällt vielen Menschen schwer – allerdings: ohne gehts manchmal nicht, vor allem beim Online-Dating. Ehe es hier zum ersten Telefonat oder Treffen kommt, muss der suchende Single zunächst ein Profil ausfüllen und sich selbst beschreiben, oft ziemlich umfangreich.

Ein Klacks natürlich für Leute, die sowas aus dem Ärmel schütteln und drauf lostexten können. Das sind allerdings die wenigsten.

Viele Menschen tun sich schwer damit, sich selbst zu beschreiben und ihre Vorteile herauszustellen. Doch darum gehts beim Online-Dating nunmal, zumindest am Anfang. Viele Erfahrungswerte zeigen, dass Profile, die gekonnt und mit einer Prise Humor getextet sind, sehr viel häufiger aufgerufen werden, als Profile, die nur mit einem steifen, steckbriefartigem Infokasten aufwarten.

Doch was, wenn man (FRAU) absolut nicht die richtigen Worte findet, um das eigene Singlebörsen-Profil adäquat auszufüllen? Dann kommen immer häufiger Ghostwriter ins Spiel. Den Begriff „Ghostwriter“ verbinden womöglich viele Leute eher mit Glanz und Glamour auf Hollywood-Parkett, aber ganz so ist es nicht.

Ghostwriter nennt man auch die Leute, die sich professionell darum kümmern, dass das eigene Singlebörsen-Profil mit einem ansprechend-knackigen Text ausgefüllt und so der passende Kandidat damit angesprochen wird.  Meist arbeiten sie mit Singles, die dem akademischen Milieu entstammen und keineswegs Probleme mit der deutschen Rechtschreibung, aber vielmehr mit der eigenen Selbstvermarktung haben. Denn: wann kommt man schon in eine Situation, in der man die privaten Schokoladenseiten ausgiebig präsentieren soll?

Das passiert so speziell doch eigentlich nur beim Online-Dating. Und da wollen nunmal die richtigen Worte gefunden werden, wenn man selbst fündig werden will. Es geht ja nicht um irgendetwas, sondern um den Traumpartner, den man zu finden gedenkt.

Deshalb lassen sich sehr viele Singles ihr Online-Dating-Profil einfach vom Profi texten. Ein solcher Profi, der sich auf Ghostwriting spezialisiert hat, ist Bettina Dahlhaus aus Hamburg. Sie ist der Ghostwriter bzw. die Ghostwriterin hinter vielen Profilen in Singlebörsen und übernimmt für ihre Kunden die professionelle Profilerstellung beim Online-Dating. Darüber hinaus bietet sie weitergehende Leistungen für (Noch)Singles an – eine  hochspannende Tätigkeit, über die Frau Dahlhaus, die einst bei der Frauenzeitschrift FÜR SIE tätig war, in einem Interview mit dem Frauenmagazin Frauenpanorama.de gesprochen hat – lesen Sie es hier.

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