Mittwoch, 25. November, 2020

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Deepfakes – Expertin für Künstliche Intelligenz warnt: So schnell werden Web-Fotos zu Nacktbildern!

Die Künstliche Intelligenz: Mit ihr sollen in nicht allzu ferner Zeit Autos von alleine fahren,  Maschinen gesteuert und sogar Texte geschrieben werden. Firmen und Start-ups, die auf diesem Gebiet Erfolge vorweisen können, stehen im Mittelpunkt und werden oft groß gefeiert. Keine Frage: Die Künstliche Intelligenz bringt Riesen-Fortschritte. Aber eben nicht nur. Abgesehen von der Frage, ob die Leute wirklich Beiträge lesen wollen, die von Algorithmen gesteuert werden, gibt es auch die andere Seite der KI, wie man die Künstliche Intelligenz allgemein abkürzt, die dunkle nämlich. Stichwort: Deepfakes!

Gruselig, was Deepfakes für Folgen haben können!

Was diese Kehrseite für Frauen bedeuten kann, hat eine Expertin für Künstliche Intelligenz in einem Interview mit sueddeutsche.de dargestellt. Es klingt gruselig und beängstigend zugleich, was hier womöglich auf Menschen zukommen könnte.

Nämlich die Umwandlung eines normalen Fotos, das man ins Netz stellt, in ein Nacktfoto. Ein Nacktfoto, das sogar auf pornographischen Websites landen könnte. Gerade Leute, die gerne Fotos von sich veröffentlichen, sollten in Sachen KI und Deepfakes hellhörig werden.

Denn es könnten vom Schnappschuss im Urlaub, im Pool, in der eigenen Badewanne, im Büro oder in den Bergen alle möglichen Bilder – und auch Videos – in den Fokus krimineller Leute geraten, die daraus dann sogenannte Deepfakes-Bilder oder Deepfakes-Videos veröffentlichen.

Nina Schick, die durch sueddeutsche.de interviewte Expertin, die das Buch „Deepfakes“ geschrieben hat, zeigt auf, wie das funktioniert. Zitat aus dem Artikel des Portals vom 18. November 2020:

„(…)Es gibt heute Programme im Internet, die für ein paar Dollar aus dem Foto einer Frau automatisch ein Nacktfoto machen.

Das dauert nur Sekunden. Man kann Algorithmen beibringen, so ziemlich alles zu erzeugen. Im Fall dieser Software wurden die Algorithmen mit Bildern nackter Frauen trainiert. Wenn man ihnen ein Foto gibt, ergänzen sie an den bekleideten Körperstellen automatisch Teile eines synthetisch erzeugten Frauenkörpers, entsprechend der zu erkennenden Körperform.

Die Software tauchte im vergangenen Jahr auf, wurde dann auf öffentlichen Druck vom Netz genommen, aber in einer Privatauktion für 300 000 Dollar verkauft. Es war nur eine Frage der Zeit, bis sie wieder auftauchen würde.(…)“

Klingt beängstigend! Und es kommt sogar noch schlimmer. Die Expertin führt konkret aus, wie rasch man selbst in einem Deepfake, bestehend aus einem Porno, landen kann, Zitat von Nina Schick zu solchen Videos:

„(…)Sie werden häufig als Waffe gegen die Frauen benutzt. Es gab zum Beispiel den Fall der indischen Investigativjournalistin Rana Ayyub, einer Muslimin. Sie kritisierte die nationalistische Hindu-Partei BJP dafür, dass diese sich kritiklos hinter einen Mann stellte, der wegen Kindesmissbrauchs angeklagt war.

Sie wollte damit an die internationale Presse gehen – aber dann tauchte ein Deepfake-Pornovideo von ihr im Internet auf, das sofort viral ging, mit ihrer Telefonnummer. Sie wurde massiv belästigt und bedroht.

Heute sagt sie, sie zensiere sich immer noch selbst, weil dieser Angriff so schrecklich war, so anders als alles, was sie zuvor erlebt hatte.(…)“

Der absolute Horror! Bloß was tun? Am besten wäre es natürlich, gar keine Ganzkörperfotos von sich ins Netz stellen, aber mittlerweile gibt es nicht nur Accounts, die für ihr Geschäftsmodell solche Bilder präsentieren (zum Beispiel Designer, die Mode anbieten), nein – auch viele Leute von „nebenan“ können sich ihre privaten Social-Media-Accounts nicht wirklich mehr ohne Fotos von sich vorstellen.

Jeder, der im Netz Bilder veröffentlicht, sollte sensibilisiert sein!

Von professionellen Instagram-Stars ganz zu schweigen…!

Hier sollte sich also ein jeder, der nur im Geringsten Bedenken hegt, dass seine Bilder auf obszöne und vielleicht sogar auch auf strafbare Weise zweckentfremdet werden könnten, überlegen, wie er sich auf diese neuen Gefahren einstellen kann.

Die erwähnte Expertin aus dem Interview hat schon mal einen Tipp, der sich für Eltern mit minderjährigen Kindern relativ rasch umsetzen lässt. Nämlich: Am besten dafür sorgen, dass gar keine Fotos vom Nachwuchs im Netz landen!

Quelle: sueddeutsche.de, Bild: pexels.com / Andrea Piacquadio
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