Polizist

Es ist der Single-Klassiker schlechthin: Im Supermarkt die Frau oder den Mann des Lebens zu sehen, es aber verpassen, sie oder ihn anzusprechen. Unzählige Geschichten erzählen davon, seit den digitalen Zeiten auch im Web.

Frauen wie Männer klagen in anonymen Foren, in Gruppen sozialer Netzwerke oder in Diskussionsforen von (Frauen)Medien ihr Leid über verpasste Gelegenheiten und die entschwundene Traumfrau. Oder den entschwundenen Traummann. Oft sieht man das Objekt der emotionalen Begierde noch zum Auto entschweben, das war es dann aber meist auch. Allerdings nicht für alle Personengruppen: Polizisten beispielsweise könnten in einer solchen Situation im Dienstcomputer nachsehen und checken, welche Person sich hinter dem Autokennzeichen, auf das man(n) einen Blick erhaschen konnte, verbirgt.

Einige Polizisten missbrauchen ihre Stellung für Schnüffeleien

Und einige tun es auch. Das zumindest berichtet das Nachrichtenmagazin SPIEGEL in seiner Ausgabe 45 / 2019. Unter der Überschrift „Die Privatschnüffler“ führt das Medium verschiedene Fälle auf, in denen Polizeibeamte ihre Befugnisse missbrauchten und sich einfach per Computer auf der Dienststelle die Adressen derer Personen besorgten, die sie interessieren. Da recherchierte ein männlicher Polizist die Daten einer Frau, die ihm gefiel, eine Polizistin forschte mithilfe ihrer dienstlichen Möglichkeiten die neue Partnerin ihres Ex-Mannes aus und wieder ein anderer Polizist stand einfach vor der Tür eines Mannes, dessen Auto ihm gefiel. Und dessen Adresse er im Dienst recherchiert hat, weil er den Wagen kaufen wollte.

Fälle, die ungeheuerlich sind, aber einen dennoch nicht überraschen. Warum? Nun: Weil man sich denken kann, dass die Beamten – nicht alle freilich, aber einige – ihre Stellung ausnutzen, um an sensible Daten für den Privatbereich zu kommen. Man ahnte das immer und so mancher weiß auch, dass es so ist.

Wer hat nicht schon von der Bekannten gehört, die da bei der Polizei jemanden hat, der „mal nachgucken“ kann, ob der Ex tatsächlich umgezogen ist? Oder von einem Kumpel, der „seine Quellen“ bei der Polizei immer mal spielen lässt?

Fakt ist: Es menschelt überall. Auch bei der Polizei. Und auch wenn es strafbar ist, was manche Beamte da machen, so wäre es sicher naiv zu glauben, dass sämtliche Beamten hier standhaft bleiben und ihre Stellung niemals ausnutzen.

Geldstrafe für Beamte, die privat nach Infos suchten

Dass dafür allerdings Strafen drohen, ist nur konsequent. Und so erfährt man aus dem besagten SPIEGEL-Artikel auch, dass beispielsweise eine Frau, deren Autokennzeichen ein Polizeibeamter dafür genutzt hat, um an ihre privaten Daten heranzukommen, den betreffenden Beamten angezeigt hat. Er musste ein Bußgeld zahlen. Ebenso der Polizist, der sich widerrechtlich die persönlichen Daten vom Besitzer seines Traumautos beschaffte und dieses kaufen wollte. Auch er musste Strafe zahlen.

Ob man allerdings jene Beamte für eine Strafzahlung ausfindig machen konnte, die im Rahmen eines Konzertes von Helene Fischer in Frankfurt die privaten Daten der Sängerin ausspähten, ist nicht bekannt. Irgendein Interesse seitens der Polizei muss da gewesen sein, Zitat SPIEGEL:

„(…)Laut Landespolizeipräsident tippten sie immer wieder „Helene Fischer“ in den Computer – insgesamt 83-mal in einer Nacht“.

Ob sie entsprechende Informationen gefunden haben, wird freilich nur erfahren, wer da „einen guten Draht“ zu den Polizeibeamten hat. Gut möglich, dass jene, die die Infos abriefen, dies im kleinen, privaten Kreis ausplaudern.

Wie gesagt: Es menschelt überall. Im Guten, wie im Schlechten.

Bildnachweis (Symbolbild): stock.adobe.com / LIGHTFIELD STUDIOS

 

 

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