Montag, 4. März, 2024

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No Bake-Lebkuchen: Instagram & Wirklichkeit – Kolumne aus der Chefredaktion

Lebkuchen ohne Backen herstellen und das ganz ohne großen Zeitaufwand. Was wie Musik in den Ohren von mir als Hobbybäckerin klingt, sieht auch noch umwerfend gut aus! Zumindest auf dem Kanal einer Instagrammerin, die unzählige Follower und immer tolle Rezepte in petto hat. Passend zur Weihnachtszeit kam mir deshalb ihr kürzlich gepostetes Rezept für die No Bake-Lebkuchen gerade recht und ich beschloss, diese Spezialität im Rahmen meiner privaten Weihnachtsbäckerei herzustellen.

Auf Instagram kamen die No Bake-Lebkuchen ganz stylish daher

Das von der Insta-Hobby-Bäckerin gepostete Video, in dem die Zubereitung des weihnachtlichen Naschwerks dokumentiert war, sah mehr als appetitlich aus. Natürlich ohne jede Kleckerei oder gar Krümelei…Ich neige leider dazu, mich von soviel “Hochglanz-Eindrücken” in Sachen Kochen und Backen gern mal beeindrucken zu lassen. Um dann leider nur kurze Zeit später mit der Realität konfrontiert zu werden…! So auch hier.

Nachdem ich mir die Zutaten besorgt und meine Küche in ein Weihnachts-Backstudio umfunktioniert hatte (neben den Lebkuchen standen noch Vanillekipferl & Co. auf dem Programm) machte ich mich ans Werk. Eins zu eins hielt ich mich an das Rezept der Instagrammerin und anfangs schien es auch tatsächlich so, als haute das alles hin.

Ich verrührte die wenigen Zutaten und drückte aus der Masse kreisrunde Taler. So weit, so funktionierend. Dann parkte ich die Leckerei – wie in der Anleitung vorgegeben – einige Zeit im Gefrierschrank. Kurz danach holte ich sie wieder raus und überzog die Dinger mit einer Masse aus geschmolzener Zartbitterschokolade.

Ab ins Kalte!

Danach – so hieß es von der Instagram-Frau – sollte man die Lebkuchen kühl stellen. Das tat ich und stellte sie in meine Diele, die sich im Winter temperaturmäßig nicht von einem Kühlschrank unterschied. Doch leider, leider: Nach mehreren Stunden war die Schokomasse um die Lebkuchen noch immer nicht hart geworden, so dass ich alles dann doch in den Kühlschrank stellte. Über Nacht.

Doch am nächsten Tag sah das Ganze nicht besser aus: Der Schoko-Überzug war klebrig, warum auch immer. Schmecken taten die weihnachtlichen Gebäckstücke schon, allerdings konnte man sie nicht mit den Fingern vernaschen, weil der Überzug an den Fingern kleben blieb.

Interessehalber schaute ich die vielen Kommentare bei der Instagrammerin noch mal durch, in der Hoffnung, diesbezüglich vielleicht etwas zu lesen.

Alle Kommentare waren voll des Lobes

Ich würde doch kaum die einzige sein, der es mit diesem Rezept so ergangen ist?! Oder doch? In der Kommentarspalte waren sämtliche Statements nur voller Lob. Kritik gab es überhaupt nicht. Allerdings auch keine Erfahrungsberichte. Die meisten Kommentare waren im Stil von “Muss ich unbedingt ausprobieren, sieht lecker aus!” gehalten.

Insofern wunderte es mich dann überhaupt nicht, dass es keine Reaktion in Sachen “hat nicht ganz so geklappt” gab. Macht aber nichts. Denn – ganz ehrlich! -: Instagram und die Realität, das sind nun mal zwei verschiedene paar Schuhe. Man weiß es ja inzwischen. Was einen natürlich nicht davor bewahrt, vieles für bare Münze zu nehmen. Auch klar.

Aber wie dem auch sei: Meine Arbeit war nicht umsonst, denn lecker und bereichernd im privaten Weihnachtsbäckerei-Sortiment sind die No Bake-Lebkuchen dennoch. Auch wenn wir sie nun mit der Kuchengabel essen…

Bildnachweis:

Fotomontage aus Privatbild und Foto von stock.adobe.com / Andrea
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