Freitag, 3. Dezember, 2021

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Er spendete seiner Frau eine Niere – und bereut es jetzt…

Dem Lebenspartner oder einem anderen, engen Familienmitglied ein Organ zu spenden, ist wohl eine der außergewöhnlichsten Entscheidungen im Leben und nur wenige treffen sie. Nicht zuletzt freilich aus dem Grund, weil der Großteil der Menschen hierzulande mit so einem Problem nicht konfrontiert ist. Ralf Zietz (im Bild) stand jedoch vor so einer Entscheidung. Und zwar konkret vor der, seiner Frau eine Niere zu spenden. Und das tat er dann auch.

Spenden einer Niere an seine Frau war Hoffnung auf altes Leben

Über den aufseherregenden Fall berichtete unter anderem der Stern in seiner Onlineausgabe. Er schreibt:

„Über das genaue Datum muss Ralf Zietz keinen Moment nachdenken. Der Tag, der sein Leben verändert hat, ist der 19. August 2010. An diesem Tag spendet Zietz seiner Frau Marlies seine rechte Niere. Wegen einer Autoimmunkrankheit ist sie damals von der Dialyse abhängig. Ein Organ über die Warteliste ist nicht in Sicht. Mit der Transplantation soll alles werden wie früher: „Ich wollte meine Frau wiederhaben und unser Leben“, erinnert sich der heute 54-Jährige. „Und es wurde einem auch suggeriert, dass das funktioniert.“

Wie früher jedoch wurde nach diesem Eingriff überhaupt nichts. Im Gegenteil: zusammen mit einer anderen Nierenspenderin verklagt Ralf Zietz nach einem Bericht auf Stern.de die Uniklinik Essen und die für die Transplantation verantwortlichen Mediziner auf Schadenersatz und Schmerzensgeld.

Lebensqualität hat sich nach Organspende für Spender verschlechtert

Was war passiert? Nun, das Leben des Spenders hat längst nicht mehr die Lebensqualität, die vor der Operation gegeben war. Ralf Zietz geht es gesundheitlich nicht gut.

Auf Stern.de ist darüber folgendes zu lesen:

„Er leidet an chronischer Erschöpfung, ist vergesslich geworden. Wenn er seinen Tag schildert, klingt das so: Nach dem Aufstehen ist der Akku kaum aufgefüllt, morgens ein paar gute Stunden, mittags legt er sich mit Kopfschmerzen hin, nachmittags schaut er manchmal nur aus dem Fenster.“

Zwischenzeitlich, so ist auf Stern.de weiter zu erfahren, hat der Unternehmer die Leitung seiner Firmen weitestgehend anderweitig organisiert – er selbst kann lange nicht mehr so agieren, wie vor der Transplantation.

Doch, was war passiert? Hat die verantwortliche Klinik vielleicht die Aufklärung über einen solchen Eingriff vernachlässigt?

Hierzu heißt es auf Stern.de:

„Die Uniklinik will sich im laufenden Verfahren nicht zu Zietz‘ Vorwürfen und den heutigen Abläufen äußern. Im Prozess wurde vorgetragen, es habe bei der Risikoaufklärung keine Defizite gegeben.“

Fakt ist, dass Zietz heute mit einer großen Einschränkung seiner Lebensqualität lebt, obgleich er freilich seiner Frau wohl einige Jahre bei besserer Gesundheit geschenkt hat.

Organspender bereut Eingriff

Der Spender gibt denn auch unumwunden zu, dass er den Eingriff bereut. Stern.de zitiert ihn dahingehend folgendermaßen:

„Hätte ihm damals jemand gesagt, dass er mit solchen Einschränkungen rechnen muss, hätte er nicht gespendet. „Definitiv nein.““

Bittere Worte – ganz bestimmt auch für die Frau von Ralf Zietz. Dennoch: bei Gericht sieht man es wohl so, dass der Ehemann wohl auf jeden Fall seine Niere gespendet hätte. So geht es aus dem STERN.de-Artikel hervor und er beschreibt auch, dass der Spender dies als „Totschlagargument“ sieht.

So oder so ist es ein trauriger Fall. Traurig für Ralf Zietz, dessen Lebensqualität sich immens verschlechtert hat und traurig auch, dass nunmehr die Gerichte bemüht werden müssen. Wahrscheinlich ist das weder der Gesundheit von dem Organspender noch dessen Frau zuträglich.

Aber freilich ist es auch verständlich, dass der Mann sich falsch informiert sieht und die verantwortlichen Ärzte – wenn Ihnen denn etwas nachgewiesen werden kann – nicht davonkommen lassen will. Logisch…Noch ist der ganze Fall ein laufendes Verfahren und man kann vor allem dem betroffenen Ehepaar nur wünschen, dass das zu erwartende Urteil in ihrem Sinne ist!

Den ganzen Artikel können Sie hier lesen.

Bildnachweis: picture alliance/Carmen Jaspersen/dpa

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