Frau mit Digital-Brille

Digitales Shopping erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit – der Trend, online Kleidung zu kaufen, dürfte sogar steigend sein. Den Geschäften in der realen Welt hat das Online-Angebot eben die „Rund-um-die-Uhr“-Verfügbarkeit voraus.

Bislang gab und gibt es aber noch immer gute Gründe, sich einen ganz normalen Shopping-Trip in der Stadt zu gönnen. Und das liegt schlicht und ergreifend daran, dass man digital weder fühlen noch schnuppern noch die Ware sonst irgendwie in die Hand nehmen kann.

Online Kleidung anprobieren: in Asien schon Standart

Das soll sich nun ändern. Hierzulande, denn: in China beispielsweise ist diese Art des digitalen Begutachtens längst schon Realität.

Laut dem Nachrichtenmagazin SPIEGEL, Nr. 11 / 2018, folgendermaßen:

„In China ist der Handel schon wesentlich weiter. Dort bilden sich vor den ersten vernetzten Umkleidekabinen, den „smart dressing rooms“ lange Schlangen mit überwiegend junger, neugieriger Kundschaft. Für die chinesische Kundschaft hat das US-Kaufhaus Macy`s bereits einen virtuellen Laden eröffnet“.

Doch wovon ist genau die Rede? Nun – von ziemlich revolutionären Ideen, die der SPIEGEL in der erwähnten Ausgabe auch konkret beschreibt. Und zwar die VR-Technik, abgeleitet von „Virtual Reality“. Es heißt sogar bereits, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis diese Technik sich durchsetzt – auch in der realen Shopping-Welt.

Mit nur einem Wisch Kleidungsstücke auf Körper projizieren

So äußert sich zumindest Herr Birger Pridddat, Wirtschaftsphilosoph der Uni Witten Herdecke, der im SPIEGEL wie folgt zitiert wird:

„Stellen Sie sich vor, Sie könnten mir nur einem Wisch sämtliche Kleidungsstücke auf Ihren Körper projizieren – und zwar direkt auf Ihre persönliche Figur, Ihren individuellen Gang und Ihre Bewegungen zugeschnitten“, sagt Priddat. Man könnte sehen, wie sich das Ballkleid beim Tanzen dreht. Oder wie man in Sportkleidung auf dem Laufband steht. Der Lippenstift kann getestet werden, ohne dass man einmal mit der Farbe in Berührung kommen muss. In der Dreidimensionalität kann sich der Kunde in jedem beliebigen Outfit von allen Seiten betrachten; sich selbst beraten wie eine fremde Peson. Er kann sogar individuell zusammengestellte Kleider anprobieren und ordern, die noch nicht einmal gefertigt wurden.„

Neue Innovation könnte für kleinere Firmen zu teuer sein

Klingt alles ziemlich futuristisch! Allerdings: hätte uns vor dreißig Jahren jemand gesagt, dass man eines Tages über den virtuellen Draht mit Menschen in aller Welt vernetzt sein kann, dann hätten das wohl die wenigsten Menschen für bare Münze genommen! Heute ist das Internet aus dem Leben der meisten Menschen gar nicht mehr wegzudenken!

Insofern darf man durchaus auf diese – noch etwas arg nach Zukunftsmusik klingenden Innovationen – gespannt sein.

Allerdings wird auch diese Neuerung wohl nicht ohne den berühmten Wermutstropfen auskommen, denn: für kleinere Anbieter wird ein solches System, in dem die Kundin – wie oben beschrieben – die Produkte virtuell testen kann, extrem teuer sein. Zumindest ist das die aktuelle Prognose. Auch hier kann es sein, dass diese Innovation relativ rasch den Massenmarkt erobert und so auch kleinere Firmen ihrer Kundschaft diese Art des Befühlens und Betrachtens ihrer Produkte bieten können.

Auch Handys kamen einst klobig daher

Man denke nur daran, wie es sich einst mit den ersten, klobigen Mobiltelefonen verhielt: kaum jemand glaubte  daran, dass diese Telefone schon bald – in stark verkleinerter Form – den Massenmarkt in aller Welt aufmischen!

Deshalb kann es also gut und gerne sein, dass die virtuelle Welt es bald erlaubt, Produkte auch digital fast so zu begutachten, wie in der realen Welt.

Es bleibt auf jeden Fall spannend!  Und: für digital Begeisterte kann`s nur besser werden.

Bildnachweis: pexels.com

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