Die Wetterküche

Was kommt dabei heraus, wenn eine Meterologin und ein Spitzenkoch ein gemeinsames Projekt angehen? Das kann doch eigentlich nur was Kulinarisches sein…! Als Michaela Koschak und Herbert Frauenberger miteinander in Kontakt kamen, ging es zunächst um ein anderes Projekt. Am Ende stand die Idee zu einem gemeinsamen Buch im Raum und herausgekommen ist: „Die Wetterküche“. Ein Rezeptband, der sich mit dem Einfluß der Jahreszeiten auf unsere Ernährung befasst.

Das außergewöhnliche Kochbuch lädt geradezu ein, die Autoren zu ihren Intentionen in Sachen „Wetterküche“ zu befragen. Wir haben sowohl Michaela Koschak als auch Herbert Frauenberger dazu interviewt.

Interview mit Michaela Koschak – Co-Autorin der „Wetterküche“

Ladies first – fangen wir mit Michaela Koschak (im Bild) an. Die Diplom-Meterologin ist vielen Menschen sicher aus dem MDR bekannt. Hier erscheint sie bei diversen Sendungen auf dem Bildschirm und moderiert das Wetter. Dass sie privat ein Faible für Kochen und Backen hat, verriet sie uns im Interview. Los gehts:

FB: Frau Koschak, welchen Bezug haben Sie zum Thema „Kochen“?

Ich koche sehr gern und auch täglich, denn jeden Abend wird bei uns warm gegessen. Allerdings experimentiere ich gern herum, somit schmeckt jedes Essen immer ein bisschen anders. Das ist manchmal schwierig, wenn wir Besuch haben und die Gäste gern das Rezept haben wollen, da ich eher nach dem Bauch, den vorhandenen Zutaten und nach Laune koche und sehr selten nach Rezept.

FB: Bleibt in Ihrem Alltag Zeit, wochentags frisch zu kochen? Wenn ja, welche Gerichte bevorzugen Sie?

Ja, das schaffen wir eigentlich immer, im Notfall greifen wir auf TK-Gemüse zurück, aber auch das ist ja quasi frisch, wenn auch eingefroren – die Vitamine bleiben ja zum Glück erhalten. Wir kochen sehr unterschiedlich, mit viel Gemüse, mindestens 1 mal die Woche Fisch und für die Kinder muss es mindestens einmal die Woche Nudeln geben, aber auch da sind die Soßen oft sehr unterschiedlich.

Mein Favorit ist gerade weißer Fisch mit einer Garnelen-Champions-Zwiebel-Soße und Reis dazu.

Keine Koch-Show, aber ein gemeinsames Buch

FB: Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit Herrn Frauenberger?

Ein Agent hat uns zusammengebracht, eigentlich wollte er mit uns beiden eine Wetter-Koch-Show konzipieren. Daraus ist leider nichts geworden, aber Herbert und ich fanden uns so sympathisch, dass wir in Kontakt geblieben sind. Durch den Verlag für die Frau konnten wir nun unser eigentliches Projekt in abgewandelter Form, nämlich als Buch doch umsetzen – darüber sind wir, glaub ich, beide froh, denn die Zusammenarbeit hat großen Spaß gemacht.

FB: Was hat sie speziell an einem Buchprojekt gereizt, das das Thema Wetter mit Ernährung verbindet?

Beide Themen beschäftigen uns alle tagtäglich: Wie wird heute das Wetter und was essen wir heute? Man ist erstaunt wieviel Berührungspunkte es zwischen beiden Themen gibt und das war sehr reizvoll zusammenzubringen. Zudem liegt mir das Thema Klimawandel sehr am Herzen und auch beim Thema Ernährung kann da jeder Einzelne eine Menge für tun – so sind wir auf die regionale und saisonale Küche gekommen. Außerdem war uns wichtig, dass wir mal wieder etwas bewusster in der heutigen hektischen Zeit ans Essen denken, dementsprechend Einkaufen und auch den Himmel und die Natur mal wieder beobachten, denn im Alltag macht das kaum jemand.

FB: Wonach hat sich die Auswahl der Rezepte gerichtet, die Sie gemeinsam mit Herrn Frankenberger veröffentlicht haben?

Ja, vor allem nach saisonaler und regionaler Kost. Wir haben das Buch in die Jahreszeiten aufgeteilt und jeweils versucht einfach nachzukochende, leckere, aber auch Rezepte zu finden, wo die Zutaten aus der Region zu bekommen sind und man nicht beispielsweise Kiwis aus Neuseeland benötigt.

Bauernregeln stimmen häufig

FB: In Sachen Wetter und Lebensmittel gibt es ja auch etliche Bauernregeln – im Buch wird das thematisiert. Inwiefern kann man diesen alten Weisheiten trauen?

So einige Bauernregeln sind wirklich gut und an die kann sich der Kleingärtner halten. Klar, durch den Klimawandel wird sich da in den nächsten Jahrzehnten das ein oder andere verändern. Aber bisher stimmen zum Beispiel die „Eisheiligen“ oder die „Siebenschläferregel“ sehr häufig. Die Bauern sind seit Jahrtausenden aufs Wetter angewiesen und haben da einen deutlich geschärfteren Blick als die meisten Städtler heutzutage.

FB: Verraten Sie uns Ihr Lieblingsrezept aus dem Buch?

Da ich nicht so gern Fleisch esse, sind meine Favoriten: Isländischer Honiglachs auf Blattspinat mit karamellisierten Kartöffelchen und die Spargelstangen in Bärlauch-Crêpes mit einer Tomaten-Frühlingszwiebel-Vinaigrette.

FB: Sie selbst haben als Diplom-Meterologin einen sehr interessanten Beruf und sind privat Mutter. Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Im Alltag wird frisch eingekauft und vorgekocht

Da ich mir den Monat mit zwei Kollegen teile, arbeite ich im MDR nur 10 Tage. Bücher schreiben, Vorträge und andere Moderationsjobs kann ich mir dann ganz gut einteilen und zum Teil von zu Haus aus arbeiten. An den MDR-Tagen bin ich vormittags im Büro, mittags hab ich Zeit frisch einkaufen zu gehen und vorzukochen, sodass dann am Abend die Kinderfrau mit den Kindern warm essen kann. Am Nachmittag muss ich dann wieder in den Sender, mein Arbeitstag endet an diesen Tagen erst um 20:15 Uhr. Aber das ist zum Glück ja nicht jeden Tag so.

FB: Gibt es kulinarisch etwas, worauf Sie sich im kommenden Frühling freuen?

Auf alle Fälle wieder auf die Spargel- und Erdbeersaison. Ich bin gespannt wie dieses Jahr unsere eigenen Erdbeeren aus dem Garten werden. Und natürlich ist das erste Highlight im Frühling der selbstgeerntete Bärlauch aus dem wir Butter machen und sie mit frischem, selbstgebackenen Brot genießen.

Herbert Frauenberger: Spitzenkoch aus Thüringen im Interview

Weiter gehts mit dem Interview mit Herbert Frauenberger (im Bild). Der Privatkoch aus Thüringen, der zu den Spitzenköchen des Landes zählt und mit einer eigenen Kochschule sowie unzähligen Privatbuchungen von Freunden der gehobenen Küche gut beschäftigt ist, bewegte sich schon zu DDR-Zeiten in prominenten Kreisen.

Später präsentierte auch er sich dem Publikum des Mitteldeutschen Rundfunks im Fernsehen. Wir haben mit ihm über seine spannende Tätigkeit und über „Die Wetterküche“ gesprochen:

FB: Die gehobene Küche war von Anfang an ein berufliches Ziel von Ihnen, weshalb Sie sich bei der damaligen INTERHOTEL-Kette beworben hatten. Wiemuss man sich das heute vorstellen, auf welchem Niveau spielte sich dortalles rund um die Kulinarik ab?

Bekanntlich war die Warendecke in der ehemaligen DDR vergleichsweise zu heute sehr dünn „gestrickt“ und wenn dazu die Decke noch zu kurz ist, dann kann man sich nur überlegen, ob man lieber warme Füße oder einen warmen Kopf hat. So muss man sich die einstige Versorgung in Deutschlands Osten vorstellen.

Die DDR war auch immer bestrebt, internationales Ansehen zu genießen und so wurden seit 1965 Hotels unter dem Namen Interhotel aufgebaut, die internationalen Kriterien einer modernen Gästebetreuung Rechnung trugen. Mit zum Teil überdurchschnittlichem Engagement, mit Improvisation, Bündelung von sehr knappen Ressourcen, aber auch mit einigen Importen, die der Bevölkerung nicht oder nur zu einem verschwindend kleinen Teil in sogenannten Delikatgeschäften zugänglich waren, wurde versucht, mit internationalen Maßstäben Schritt zu halten. Insbesondere im Küchenbereich wurden durch die vergleichsweise guten Versorgungsbedingungen auch besonders engagierte und interessierte Fachleute angezogen, oder durch gute Ausbildung geschaffen.

Interhotel-Köche waren auf Sonnenseite des DDR-Alltags

Das soll zwar nicht heißen, dass es in anderen Versorgungseinrichtungen kein gutes Personal gab, aber bei der Vereinigung Interhotel arbeiteten insbesondere Köche auf der „Sonnenseite“ des DDR Alltages. Vom fachlichen Anspruch brauchte sich eine Vielzahl von Fachkollegen nicht hinter dem Niveau vergleichbarer Kollegen im westlichen Ausland zu verstecken. Das beweist auch deren Teilnahme an internationalen Koch-Wettbewerben, wo eine Vielzahl Edelmetall mit nach Hause gebracht wurde.

FB: Ihre beruflichen Stationen sind beachtlich. Heute betreiben Sie in Thüringen eine Kochschule und werden auch als Privatkoch gebucht. Wie schaut Ihr beruflicher Alltag aus?

Es macht mich heute nach einem erfüllten Berufsleben glücklich, dass ich immer noch als Koch tätig sein kann. Fast 50 Jahre trage ich die weiße Kochjacke- und zwar mit Stolz und meine Leidenschaft, diesen doch recht schweren Beruf auszuüben, ist noch immer hellwach. Mit viel Freude versuche ich, meine gesammelten Erfahrungen an interessierte Menschen weiterzugeben. In der Tat konnte ich mir in den fast fünf Jahrzehnten meiner Berufspraxis ganz viele Wünsche erfüllen und hoch gesteckte Ziele erreichen. Mitunter war der Weg ziemlich steinig und forderte persönliche Opfer. Mitunter kam da schon mal die Familie zu kurz und Freundschaften konnten zu wenig aufgebaut und gepflegt werden.

Kochshows im Fernsehen zeichnen mitunter falsches Bild

Das ist allerdings das Los ganz vieler Gastronomen und nicht umsonst sucht heute unsere Gastronomie Hände-ringend nach Nachwuchs. Junge Leute sind nur noch selten bereit, die ungünstigen Arbeitszeiten, den Verzicht auf freie Wochenenden und Feiertage, die schwere körperliche Arbeit und dazu noch vergleichsweise schlechte Bezahlung zu tolerieren. Mitunter wird auch im Fernsehen bei der Vielzahl von Kochshows ein falsches Bild vom Alltag eines Koches vermittelt. Wenn ich als Privatkoch bei meinen Gästen unterwegs bin, wird mitunter auch die Vorbereitung, die eigentlich bereits mit dem qualifizierten Einkauf beginnt, ausgeblendet und sogar bei der Rückkehr an heimischen Herd gibt es noch Nacharbeiten. Der Gast sollte das aber auch gar nicht spüren und sich nur am guten Essen erfreuen.

FB: Mit der MDR-Wetterexpertin Michaela Koschak haben Sie das Buch „Die Wetterküche“ geschrieben. Was hat Sie am Thema Wetter, in Verbindung mit Rezepten, gereizt? Wie kam es zu dem gemeinsamen Buchprojekt?

Seit Kindesbeinen bin ich nicht nur an der Zubereitung leckerer Speisen interessiert (Meine Großmutter hatte  daran als wirklich sehr gute Köchin einen großen Anteil)- mein Vater baute mir schon sehr zeitig auf Grund meines Interesses an der Gartenarbeit aus alten Fenstern und mit einigen Steinen ein Mistbeet, in dem ich Gemüse anbaute. Der Erfurter Sämereienkatalog von Chrestensen gehörte zu meiner beliebtesten Lektüre. Irgendwie war mir wahrscheinlich schon als Kind unterschwellig bewusst, dass beide Gebiete zusammengehören. Mein diesbezügliches Interesse hat sich auch bis heute so erhalten.

Wetter beeinflusst Arbeit in der Küche entscheidend

Es war eine glückliche Fügung, dass ich vor mehreren Jahren die Wetterexpertin Michaela Koschak kennenlernen konnte. Schnell stellte sich im Gespräch heraus, dass unsere Wissensgebiete ganz viele Schnittstellen und Berührungspunkte besitzen. Seit Menschen unseren Planeten bevölkern, beobachten sie das Wetter, um die richtigen Saat- und Pflanztermine, aber auch die passenden Erntetermine zu finden. In unseren Breiten bestimmen die Jahreszeiten ganz entscheidend unsere Ernährung und das Wetter beeinflusst damit ganz entscheidend die Arbeit in der Küche.

An heißen Sommertagen ist unser Appetit ganz anders ausgerichtet als an frostigen Wintertagen. Die Wettervorhersage gehört aus den unterschiedlichsten Beweggründen zu den begehrtesten Informationen in unserem Alltag und ist einsamer Spitzenreiter bei den Einschaltquoten in Funk- und Fernsehen. Das Interesse an der sprichwörtlichen Wetterküche reicht in beinahe alle Bereiche unseres Lebens hinein. In unserem Buch bringen wir ganz viele Beispiele dafür. Begünstigend für unser gemeinsames Buch war, dass wir beide einen sehr ähnlichen Schreibstil besitzen und auch bei Bewältigung des Stoffes ganz viel Übereinstimmung in der Herangehensweise fanden. Nicht zu vergessen auch der gegenseitige Respekt vor der Arbeit des Anderen.

FB: wie sollten sich die Menschen die Jahreszeiten, in Bezug auf Lebensmittel, zunutze machen?

Früher musste man gar nicht nachdenken, da konnte  man nur die Produkte in der Küche verarbeiten, die in der jeweiligen Saison erntefähig waren oder durch Haltbarmachung eben zur Verfügung standen. Heute ist das ganz anders. Unsere Märkte unterscheiden sich im Sortiment nur ganz wenig nach den Jahreszeiten. Moderne Düsenjets und vollkommen neue Produktionsmethoden, Handel im nie dagewesenen Umfang ermöglichen nahezu uneingeschränkt, das schier unersättliche Kaufinteresse der Menschen zu stillen.

Unsere Supermärkte, Wochenmärkte und  Lager sind proppenvoll gestopft mit frischen und haltbar gemachten Lebensmitteln. Nur einen Bruchteil davon verbrauchen wir tatsächlich. Durch den mitunter sehr aufwändigen Transport belasten wir unsere Umwelt im unverträglichen Maße, denn wir alle wissen inzwischen, dass eigentlich der Termin zur notwendigen Mäßigung schon recht lange überschritten ist. Auch wenn das von weither „herangekarrten“ Obst und Gemüse optisch hervorragend aussieht- auch da kann mit Chemie,  Physik  und anderen Wissenschaften bestens nachgeholfen werden- auf dem Transportweg verlieren alle frischen Produkte wertvolle Inhaltstoffe.

Besinnung auf erntefrische Produkte

Deshalb sollten wir uns wieder besinnen, dass erntefrische Produkte für unsere Ernährung einfach am wertvollsten sind. Mehr Disziplin beim Einkauf- nur die Mengen kaufen, die man wirklich benötigt und Produkte aus der Region, die keine langen Transportwege benötigten, sollten immer den Vorrang haben. In unserem Buch „Die Wetterküche“ findet man eine Vielzahl interessanter Rezeptempfehlungen, was man gemäß der Jahreszeiten mit heimischen Produkten herstellen kann. Bei Alledem brauchen wir uns nicht fremdländischer oder gar exotischer Zutaten zu verschließen. Mitunter kann man sie auch perfekt mit unseren heimischen Produkten kombinieren.

FB: Sie sagen, dass heutzutage einige Lebensmittel in Vergessenheit geraten sind und Sie solche Lebensmittel in Ihr berufliches Tun einbeziehen. Welche sind das?

Aus meiner Sicht ist diese Aussage ganz wichtig. Durch unterschiedliche Ursachen ist so Einiges, was einst in unseren Breiten und unter unseren klimatischen Bedingungen angebaut und gezüchtet wurde, aber auch heute noch in unserer Natur vorkommt,  in Vergessenheit geraten und peu a peu von unserem Speisenzettel verschwunden.

Kinder kennen exotische Früchte oft besser, als einheimische Pflanzen

Dazu gehören beispielsweise Mangold , Pastinake, Knollenziest, Tobinambur, aber auch Wildfrüchte wie Hagebutte, Schlehe, Edeleberesche oder Sanddorn, um nur einige zu nennen. Aus meiner Kinderzeit kenne ich noch das Meiste davon und Wildfrüchte haben wir noch mit Freude reichlich gesammelt und verarbeitet. Einige der genannten Vertreter findet man beim Studium unserer „Wetterküche“ wieder. Wenn ich derartige Produkte verarbeite – auch in Verbindung mit hervorragend schmeckenden Wildkräutern oder Pilzen aus der Natur -, dann ernte ich meist große Bewunderung.

Unsere Kinder kennen eine exotische Kiwifrucht oder Mango besser, als einen Maipilz oder Sauerampferblätter.

FB: Worauf kommt es – Ihrer Meinung nach – in Sachen guter Ernährung im Alltag an?

Nach meiner Meinung kommt es heute darauf an, wieder zu einer ausgewogenen Ernährung zu finden. Wir Menschen neigen immer zu Extremen. Obwohl  wir mit dem kostbaren Gut der Intelligenz ausgestattet sind, nutzen wir diese insbesondere bei unserer Ernährung nur sehr unzureichend. Das können die Tiere viel besser und durch unser unkontrolliertes und schlechtes Verhalten verführen wir sogar Tiere zu schlechter Ernährung. Massentierhaltung oder das sorglose Wegwerfen von Lebensmitteln, was Wildtiere in unseren Lebensraum lockt, sind vielleicht ganz gute Beispiele dafür.

Mehr Eigendisziplin beim Umgang mit Lebensmitteln!

Unser schier unersättliches Profitstreben führt auch dazu, dass zum Beispiel viel mehr Tiere gezüchtet werden, als eigentlich notwendig wären. Nur die edelsten Fleischteile sind für uns von Wert. Im großen Stil sind wir eben sehr leichtfertig beim Wegschmeißen. Das war früher zu Zeiten der Mangelwirtschaft ganz anders.

Nun wünscht sich natürlich Keiner den Mangel und die Not zurück, aber mehr Eigendisziplin würde uns gut zu Gesicht stehen und unserem Fortbestand auf Mutter Erde gut tun. Jeder kann und sollte einen kleinen Beitrag leisten!

FB: Was raten Sie Leuten, die beruflich eingespannt sind, für die Familie aber dennoch abends was Selbstgekochtes servieren wollen?

Es dürfte erwiesen sein, dass das heutige, beinahe schon unübersichtliche Freizeitangebot die lebensnotwendigen Arbeiten im Haushalt immer unattraktiver machen – leider auch mitunter die Arbeit in der Küche. Umso erfreulicher, dass die Ausstattung und Gestaltung der Küchen in den letzten Jahren einen mächtigen Aufschwung erlebte, was die Wertigkeit der Küche beträchtlich erhöhte.

Offene Küchen fördern familiäre Kommunikation wieder mehr

Die Küche war einst der Mittelpunkt des Hauses oder der Wohnung und auch Ort der Kommunikation in der Familie. Diesen Status bekommt sie durch eine offene Gestaltung, zeitgemäße Wohnraumgestaltung sowie Materialien und natürlich durch moderne Technik mit Gelinggarantie wieder zurück. In den großzügigen Küchen der heutigen Zeit können meist mehrere Personen gleichzeitig arbeiten. So wird Kochen unbedingt zur Freude und keinem Familienmitglied zur Last. Man experimentiert gemeinsam und das „Meckern“  einzelner Familienmitglieder wird schwieriger. Auch Alltagsprobleme werden wieder besser miteinander besprochen – im Zeitalter der Smartphone besonders wichtig!

Wenn wirklich Zeitmangel existiert, dann gibt es eine Vielzahl von schmackhaften Speisen, die in weniger als einer halben Stunde mit frischen Zutaten zuzubereiten sind. Meine Angebote, derartige Gerichte in der Kochschule vorzustellen, sind immer heiß begehrt und die zur Verfügung stehenden Plätze sind schnell ausgebucht. Man sollte nicht meinen, wie viele pfiffige Gerichte es gibt, die dieses Kriterium der Zubereitungszeit erfüllen. Und:  Eine halbe Stunde der Tageszeit sollte uns unser und der Körper unserer Familienmitglieder unbedingt Wert sein!

FB: Welches ist Ihr Lieblingsrezept aus dem Buch „Die Wetterküche“?

Ganz ehrlich, ich möchte gar nicht gerne ein Gericht besonders hervorheben. Alle Gerichte haben ihren Charme und natürlich spielt die jeweilige  Stimmung auch immer eine ganz wichtige Rolle. Ich liebe allerdings Suppen und auch bei uns zu Hause steht mindestens einmal in der Woche eine Suppe auf dem Speiseplan. Da kann man sich auch jahreszeitgemäß mit den Zutaten so richtig austoben!

FB: Was steht demnächst bei Ihnen an? Verraten Sie uns aktuelle Projekte?

Natürlich wünsche ich mir, dass ich mit meiner Frau gemeinsam gesund und körperlich fit bleibe. Meine Frau unterstützt mich, damit ich für meine Gäste „den Rücken frei habe“. So kann ich mit meinem Fachwissen und –können noch möglichst viele Gäste bei meinen Einsätzen erfreuen. Natürlich gibt es auch noch einige neue Ideen.

Thüringen hat kulinarisch viel zu bieten!

Sprichwörtlich „im Kasten“ befindet sich mein neues Buch „Die besten Rezepte aus Thüringen“, das am 20. März anlässlich der Leipziger Buchmesse erscheinen wird. Dass ich mit diesem Buchprojekt vom Leipziger Buchverlag für die Frau betraut wurde macht mich besonders stolz, denn schließlich bin ich aus Leib und Seele aber auch sehr gerne Thüringer. Thüringen hat kulinarisch eine Menge zu bieten- weit mehr als nur Bratwurst, Rostbrätel und Klöße! Über Neuigkeiten berichte ich regelmäßig auf meinem Internetportal www.privatkoch-frauenberger.de

Sie dürfen also weiterhin im positiven Sinne gespannt sein.

Tipp: am kommenden Donnerstag, 31. Januar, um 20.15 Uhr, sind beide zu Gast in Lehmanns Buchhandlung in Leipzig. Dort stellen sie das Buch vor & präsentieren ihre „Wetterkochshow“. Herr Frauenberger kocht live bis zu 5 Kostproben aus dem Buch. Interessierte können Karten buchen unter: https://www.lehmanns.de/page/leipzigveranstaltungen

Bezugsquelle: „Die Wetterküche“ hier.

Bildnachweise: Verlag für die Frau, Denise Seibt, Herbert Frauenberger

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