Ein Gastbeitrag von Verena. Steißbeinschmerzen sind wirklich fies und gemein. Ob man nun unsanft beim Sport oder bei Glatteis auf dem Allerwertesten gelandet ist oder ob durch Schwangerschaft und Geburt bedingt – egal, was die Ursache ist, es tut höllisch weh. Das Sitzen wird zur Qual. Beim Aufstehen schießt ein stechender Schmerz in die Steißbeinregion. Selbst zur Toilette gehen ist schmerzhaft.

Vor allem Frauen sind von Steißbein-Beschwerden betroffen. In der Fachsprache nennt man Schmerzen in der Steißbeinregion „Kokzygodynie“. Das Steißbein kann durch Stürze geprellt, verstaucht oder auch gebrochen sein. Allerdings liegt die Ursache nicht immer direkt auf der Hand. Mediziner vermuten, dass oft eine Überbelastung zu den Schmerzen am Steiß führt, wenn sich kein direkter Grund finden lässt. Eine solche Überbelastung kann zum Beispiel durch zu langes Sitzen, insbesondere auf einer harten Fläche, hervorgerufen werden. Im Englischen wird das auch gern treffenderweise als „television bottom“ bezeichnet. Langes Fernsehen schadet also auch dem Steißbein. 

Steißbeinschmerzen in der Schwangerschaft

Schon im ersten Trimester der Schwangerschaft macht sich das Steißbein bei manchen Frauen schmerzhaft bemerkbar. Durch bestimmte Hormone lockern sich die Bänder im Beckenboden, so dass das Ende der Wirbelsäule mehr Bewegungsfreiheit hat. Und genau das verursacht die Schmerzen. Gegen Ende der Schwangerschaft drückt oft der Kopf des Babys auf das Steißbein – auch unangenehm bis schmerzhaft.

Steißbeinschmerzen nach der Geburt

Einer natürliche Geburt kann das Steißbein in Mitleidenschaft ziehen. Man denke nur an den Druck, der durch die Wehen und das Baby auf den Steiß ausgeübt wird! Kein Wunder, dass viele Frauen nach der Geburt große Schmerzen am Steißbein haben.

Was tun gegen Steißbeinschmerzen?

Die gute Nachricht vorweg: In den allermeisten Fällen verchwindet der Steiß-Schmerz von ganz alleine. Das kann durchaus ein paar Wochen oder auch einige Monate dauern. Sind die Schmerzen sehr anhaltend, sollten Sie unbedingt zum Arzt gehen und überprüfen lassen, ob eine – sehr seltene – Tumorerkrankung oder eine Entzündung vorliegt.

Aber gehen wir mal davon aus, dass Ihre Steißbein-Beschwerden durch Unfall, Schwangerschaft oder Geburt ausgelöst wurden. Verständlicherweise wollen Sie diese gern schnellstmöglich loswerden oder zumindest erheblich abmildern.

Hier sind unsere Tipps gegen Steißbein-Schmerzen:

  1. Lehnen Sie sich nach vorne, wenn Sie sich hinsetzen.
  2. Wechseln Sie öfter Ihre Sitzposition. Langes Sitzen in unveränderter Haltung verstärkt die Schmerzen.
  3. Vermeiden Sie unbedingt harte Sitzflächen. Verwenden Sie ein Sitzkissen, um einen Holzstuhl oder die Bank im Biergarten bequem zu machen.
  4. Machen Sie leichte Gymnastik, Dehnübungen oder Yoga, um die Steißbeinregion zu entlasten. Falls Sie sich unsicher sind, welche Übungen für Sie passend und möglich ist, sprechen Sie vorher mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin.
  5. Kühlpads oder eine Wärmflasche können die Schmerzen reduzieren.
  6. Benutzen Sie ein spezielles Steißbein-Sitzkissen. Diese orthopädischen Sitzkissen haben eine Aussparung auf der hinteren Seite des Kissens. So hängt das Steißbein frei und berührt nicht die Sitzfläche. Allein dadurch dass so der Druck vom Steiß genommen wird, wirkt es enorm schmerzlindernd. Zum Beispiel das larufit-Steißbeinkissen. Siehe Bild unten.
  7. Nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin können bestimmte Schmerzmittel sinnvoll sein. Zum einen natürlich, weil die Schmerzen weg sind, zum anderen aber auch, weil so schädliche Schonhaltungen vermieden werden.
  8. Was auch sonst gut für den Rücken ist, gilt ganz besonders bei Steiß-Beschwerden: Sitzen Sie möglichst aufrecht und tragen Sie flache Schuhe.

Bei hartnäckigen Steißbein-Schmerzen kann Ihnen ein Physiotherapeut oder Osteopath durch gezielte Übungen weiterhelfen.

Mehr Informationen rund um gesundes Sitzen finden Sie hier.

Copyright: Verena Voges, pexels.com

 

 

 

 

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