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Sting will seine Weine zu Weltstars machen

In der Coronakrise lernten viele Menschen die einfachsten Dinge zu schätzen – und tun es noch. Ein kleiner Balkon wurde während des Lockdowns im Großtstadtmeer zum Paradies, ebenso der Garten hinterm Haus der Dorfbewohner. Das Virus hat zudem den Blick für die Qualität verschiedener Produkte geschärft und die Frage aufgeworfen, ob wirklich so vieles aus China kommen muss? Neben den Leuten von nebenan machen sich natürlich auch Prominente ihre Gedanken zur Krise und ihren Folgen. So auch Superstar Sting.

Sting und seine Weine: Qualität ist Trumpf!

Der 68jährige Musiker aus Großbritannien ist nunmehr seit zwei Jahrzehnten im Weinbau aktiv. In der Toskana betreibt er zusammen mit seiner Frau ein Weingut.

In Sachen Pandemie sieht Sting als Konsequenz ein gesteigertes Qualitätsbewusstsein bei den Menschen.

Im Magazin SPIEGEL, Ausgabe 35 / 2020 liest man dazu folgendes:

„Der italienischen Zeitung CORRIERE DELLA SERRA sagte Sting jetzt, er glaube, die Pandemie werde ein gesteigertes Qualitätsbewusstsein der Menschen zur Folge haben. Deshalb wolle er seine Weine „zu Weltstars“ machen. Er sei „sicher“, dass Qualität in allen Bereichen des menschlichen Daseins dominieren wird, ob in den Künsten oder in der Landwirtschaft“

Für sein Unterfangen hat sich der Künstler laut SPIEGEL einen italienischen Spitzenwinzer ins Boot geholt.

Nun – das sind wahre Worte und der Qualitätsanspruch, von dem Sting spricht wird sich zukünftig bei vielen Menschen sicher nicht nur auf Genuss- und Nahrungsmittel fokussieren, sondern auch auf viele Alltagsprodukte.

Wer kennt nicht die Klagen der Eltern über Billig-Spielzeug aus Fernost, das nicht nur einmal im Verdacht stand, Schadstoffe zu beinhalten?

Das Gute liegt so nah!

Warum also nicht auf das Gute, das so nahe liegt, zurückgreifen? Um beim Beispiel Spielzeug zu bleiben, reicht der Blick auf traditionelle Spielzeugfirmen in Deutschland. Auch auf solche, die es nicht mehr gibt, zum Beispiel der ehemalige DDR-Betrieb „Sonni“, der seinerzeit Puppen und Plüschtiere in erstklassiger Qualität lieferte. Sein trauriges Ende ist unter anderem im Internet auf mdr.de dokumentiert, Zitat:

„(…)Trotz der hohen Qualität und Leistung konnte sich „Sonni“ nach der Wende nicht halten. Wie viele Großbetriebe wurde auch der Spielzeughersteller von der Treuhand übernommen. Anfangs hatten viele die Illusion, dass „Sonni“ die Wende übersteht. Doch das Kombinat wurde zerschlagen, Teile zum Verkauf angeboten. Besonders bitter für viele Arbeiter: Die Produktion von Puppen und Stofftieren wurde in Billiglohnländer ausgelagert. Die Qualität litt darunter so massiv, dass das Flaggschiff der DDR-Spielzeugwaren sich gegenüber dem chinesischen Markt nicht mehr behaupten konnte.“

Hätte man der chinesischen Billigproduktion von Anfang an Einhalt geboten und mehr auf Qualität gesetzt, hätte man dem Ansatz, von dem Sting jetzt redet, schon vor Jahrzehnten folgen können. Schade.

Heutige traditionelle Spielzeugmacher finden sich hierzulande unter anderem im Erzgebirge, das für exzellentes Holzspielzeug international bekannt ist, und auch in Gingen an der Brenz, wo das weltweit bekannte Unternehmen STEIFF residiert.

Qualität sollte für alle zugänglich sein

Dass sowohl erzgebirgisches Spielzeug als auch STEIFF-Produkte keine Billigwaren sind, versteht sich von selbst. Ebenso ist klar, dass sich deshalb nicht jeder dieses Spielzeug leisten kann. Jene, die knapsen müssen, greifen dann auf billige Ware aus Fernost zurück.

Produkte solcher Qualität aber sollten für jeden verfügbar sein. So wie sich die Supermarkt-Kassiererin ein BH von Triumph statt von Primark sollte leisten können, sollten sich Eltern in Sachen Spielzeug für das Kind auch Qualitätsprodukte leisten können.

Um wirtschaftlich dorthin zu gelangen, müssten höhere Löhne in Deutschland her. Das wiederum ist auch ein politisches Thema. Und ein schweres.

Ob Sting dieses große Ganze im Blick hatte, als er allgemein von „Qualität“ sprach? Schwer zu sagen.

Denn einer wie er wird sie immer haben: Abnehmer für seine Weine!

 

 

Bildnachweis: picture alliance/dpa | Christophe Gateau

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