Donnerstag, 30. Juni, 2022

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„Aber bitte mit Reet!“ – Lesefutter, so erfrischend wie ein Aperol Spritz!

Die Welt der Schönen und Reichen auf Sylt – sie ist in den bunten Blättern und auch im Web Dauerthema. Ganz gleich, ob Sommer oder Winter – die Insel macht immer von sich reden. Sei es, weil mal wieder ein Prominenter dort hingezogen oder ein Glamourpaar unter Reet im Rosenkrieg ist.

Oder dieser oder jener Journalist einmal mehr den Spirit von Sylt aufspüren oder einen neuen Insel-Hype entdeckt haben will.

Doch so berühmt das einst ursprünglich-raue Eiland im hohen Norden ist: Ein Großteil der deutschen Durchschnittsbürger dürfte noch nie da gewesen sein. Zum einen deshalb, weil schon eine einzige Ferienwoche auf Sylt in den warmen Monaten – DER Hochsaison am Meer! – extrem ins Geld gehen kann. Und zum anderen, weil doch oftmals eine gewisse Unsicherheit besteht, ob man als Otto Normalo im Promi-Hotspot mitmischen könnte.

Die Einblicke in die Luxus-Welt unter Reet lesen sich in einem Rutsch weg

Mit dem unterhaltsamen Buch „Aber bitte mit Reet!“ von Makler Eric Weißmann, könnte sich das jedoch ändern. Denn die zu Papier gebrachten Erfahrungen des Autors, der als Immobilienmakler auf Sylt arbeitet, dürfte jenen, die die Insel bislang nur vom Hörensagen kennen, Lust darauf machen, den nächsten (Kurz)Urlaub just auf diesem viel gerühmten Fleckchen Erde zu verbringen.

In den locker daherkommenden Schreibstil Weißmanns steigt man sofort ein und liest das Buch auch gleich mal in einem Rutsch weg. Zu amüsant und interessant sind die Erfahrungen des Sylter Maklers mit seinen superreichen Klienten, die hier – kurzweilig in verschiedene Kapitel aufgeteilt – den Leser in seinen Bann ziehen.

So erfährt man von einer wohlsituierten IT-Unternehmerin, die im Sylter Domizil aufgrund des knapp gehaltenen Grundstücks gleich mal drei Stockwerke in die Tiefe baute. Und dort neben ihrer wertvollen Oldtimersammlung auch ein Aquarium der Superlative untergebracht hat, für dessen Reinigung extra ein Taucher gebucht werden muss.

Superreiche buchen schnell mal Leute, die ihre Oldtimer und Mülltonnen bewegen

Stichwort Oldtimer: Die wenigsten werden wissen, dass es auf Sylt ganz normal ist, Stundenkräfte zu buchen, die die wertvollen Oldtimer von Leuten, die dort ein (Ferien)Haus besitzen, aber wenig da sind, während der Abwesenheit der Besitzer immer mal ausfahren, damit die Motoren der guten Stücke in Schwung und die edlen Modelle somit bei Ausfahrten vorzeigbar bleiben.

Ähnlich geht es bei den Mülltonnen zu: Um Anwesenheit bei wenig bewohnten Immobilien zu simulieren, werden Menschen von gutbetuchten Eigentümern solcher Häuser gebucht, die einmal in der Woche die Mülltonne raus rollen und später wieder rein rollen.

Amüsant zu lesen sind auch die Erfahrungen von Eric Weißmann auf Partys, zu denen er von seinen Kunden immer mal wieder eingeladen wird. Ob eine Hochzeit in der Tiefgarage voller Sand oder Peinlichkeiten beim superreichen Geizkragen: Die unterhaltsamen Geschichten lesen sich in einem Rutsch weg!

Auch der Alltag von (Multi)Millionären ist oft mit Tücken gespickt

Obgleich die Welt, die der Autor in seinem Werk beschreibt, 99 Prozent der Deutschen wohl für immer verschlossen bleiben wird, so ist es doch recht belustigend, zu lesen, dass es auch im Alltag von (Multi)Millionären Tücken und Probleme gibt, die nerven und anstrengen und für deren Lösung statt Geld eher Grips und auch mal die eine oder andere List zum Einsatz kommen müssen.

Köstlich nehmen sich auch die Beispiele von den gut situierten Immobilienbesitzern in dieser Oase der Reichen aus, deren extravagante Einbauten respektive Sonderanfertigungen nur Probleme machen. So liest man vom Besitzer eines Luxus-Anwesens, der sich entgegen den Bauvorschriften ein spezielles, automatisch ausfahrendes Panoramafenster anfertigen ließ und jenen Ausguck stolz der gesamten Nachbarschaft präsentierte. Das kurz darauf auf der Matte stehende Bauamt indes war nicht begeistert und so kam es, wie es kommen musste…

Und da war da noch jener Herr, dessen selbstständig hoch- und runterfahrender Tisch ihm eine körperliche Versehrtheit einbrachte, die sich gewaschen hat.

Die perfekte Lektüre für Strandkorb, Ohrensessel & Co.!

Das Buch liest sich so erfrischend wie ein eisgekühlter Aperol Spritz und ist die perfekte Lektüre für einen Nachmittag im Ohrensessel, Liegestuhl oder – stilistisch passend – im Strandkorb.

Autor Eric Weißmann präsentiert in „Aber bitte mit Reet!“ die perfekte Melange aus Liebes-, Alltags, Rosenkriegs- und Geizkragen-Geschichten aus dem Kosmos von Menschen, denen es finanziell zum Beispiel nichts ausmacht, die eigenen Pferde für Tausende von Euro pro Tier mehrmals jährlich nach Sylt transportieren zu lassen oder sündhaft teure Summen für das perfekte persönliche Wohnambiente springen zu lassen.

Ein seltener und sehr gelungener Einblick in die Parallelwelt des Luxuslebens, in der aber – wie bei „Liesschen Müller von nebenan“ auch – nur allzuoft ganz alltägliche Umstände und Widrigkeiten gemeistert werden müssen und auch nur mit Wasser gekocht wird!

„Aber bitte mit Reet!“ von Eric Weißmann ist bei DROEMER KNAUR erschienen und wurde uns für eine Rezension zur Verfügung gestellt. Erhältlich unter anderem hier:

Mehr zum Thema „Sylt“ lesen Sie hier.

Bildnachweise / Copyrights: pexels.com / Annie Japaud und DROEMER KNAUR
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