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Fremdgehen: Paartherapeutin schlägt Bogen zu Affen

Das liebe Fremdgehen…Kaum ein Tag vergeht, an dem der Seitensprung oder die Langzeitaffäre nicht medial thematisiert werden. Und zwar zusehends positiv. Diesen Eindruck jedenfalls hat man, wenn man Beiträge zu diesem Thema in den letzten Jahren aufmerksam verfolgt hat.

Mehr und mehr kam – im Zusammenhang mit Fremdgehen – das Thema Polyamorie auf, die sexuelle Beziehung zu mehreren Partnern gleichzeitig.

Aber wie das so ist mit vielen Sachen, die in den Medien gehypt werden, dürfte auch das polyamore Modell wohl eher nur was für ganz, ganz wenige Leute sein. Doch bekommt diese seltene Beziehungsform auf den einschlägigen Zeitungsseiten im Netz eine riesige Bühne.

Für die meisten Menschen ist Fremdgehen eine emotionale Verletzung

Im krassen Gegensatz dazu stehen allerdings die meisten Kommentare unter solchen Artikeln. Diese sprechen zumeist eine ganz andere Sprache.

Das wurde dieser Tage wieder einmal sehr deutlich. Und zwar in einem Artikel auf welt.de, der unter der Überschrift: „Warum Fremdgehen in Paarbeziehung fast unvermeidlich ist“ daherkam.

Zu Wort kam eine Paartherapeutin, die ein Hohelied auf das Fremdgehen sang. In altbekannter Manier derer, die Seitensprünge und Affären in (Langzeit)Beziehungen als völlig normal ansehen, wurde mit Sätzen wie

„(…)Es gibt viele nachvollziehbare Gründe, warum Menschen fremdgehen. Und es gibt sogar gute Gründe, warum Menschen Untreue verschweigen.(…)

die Untreue fast als etwas Positives dargestellt. Die Kommentarseele zum Kochen brachte aber der Vergleich der Paartherapeutin – Aino Simon ist ihr Name – mit Bonobo-Affen. Hier schlug Frau Simon den Bogen von den Menschen über die Untreue hin zu diesen imposanten Tieren.

Wortwörtlich schreibt sie in dem Beitrag:

„(…)Man könnte sagen, wir kämpfen in der Monogamie mit unserer Biologie. Denn unsere Körper – männlich wie weiblich – haben evolutionsbedingt eine ausgeprägte Lust auf Vielfalt. Die Einengung auf einen Sexualpartner oder eine -partnerin gibt es bei unseren nächsten Verwandten im Tierreich, den Bonobo-Affen, nicht. Im Gegenteil, die Bonobos haben viel und exzessiv Sex mit wechselnden Partnern und sie setzen Sex als Mittel der Konfliktlösung und sozialer Interaktion ein.(…)“

Diese Worte stießen vielen Kommentatoren unter dem Artikel auf und natürlich gab es auch Kritik darüber, dass diese Paartherapeutin sich auf polyamore Beziehungsmodelle spezialisiert hat, wie es in der Einleitung des welt.de-Artikels heißt.

Dass sie diese seltene Beziehungsart dann auch etwas glorifiziert, verwundert nicht. Dennoch dürfte diese Art, zu leben oder besser gesagt sich auszuleben den Großteil der deutschen Paare nicht ansprechen. Auch das geht aus den vielen Reaktionen der Kommentare unter dem Beitrag hervor.

Monogamie eher ein Problem für das Geschäftsmodell?

Ein Thomas S. bringt es auf den Punkt, wenn er schreibt:

„Vom Standpunkt der Paartherapeutin ist Monogamie das große Problem, das verstehe ich. Je mehr die Treue schwindet, desto lukrativer ist das Geschäft. „Doch alle Lust will Ewigkeit —, „— will tiefe, tiefe Ewigkeit!“ (Nietzsche)“

Und auch der Affen-Vergleich kommt verständlicherweise nicht gut an.

Hier wird Leser „Commonsense“ deutlich und schreibt als Kommentar:

„Was für ein Artikel, was für steile Thesen. Ein Aufruf uns endlich wieder auf die Stufe der Bonobo-Affen zu gesellen.“

Ein weiterer Kommentar, verfasst von User „TBN“ lautet:

„Klingt ziemlich banal. Bin kein Affe und lebe – glücklich und erfüllt – schon lange monogam. Jede_r strickt sich so seine Lebenslügen, hier liest man es wieder. Aber: Jeder nach seiner Façon.“

Ein sehr niedlicher – aber doch sehr treffender Vergleich – kommt von einem User, der sich „Bierologe Prof. Prosten“ nennt.

Er schreibt:

„hmm, viel zu verallgemeinernd die Sichtweise. Hier werden Affen zum Vergleich gestellt. Wie schaut es mit Schwänen aus? Diese haben einen Partner fürs Leben.. Ich kann das so nicht bestätigen, obwohl seit geraumer Zeit verheiratet. Es gibt Phasen, in denen man keine Lust auf Sex hat – keiner von uns, aber dann kommen wieder die, wo es sich anfühlt, als hätte man sich neu kennengelernt.“

So ist es wohl! Denn nur weil eine Affenart permanent verschiedene Sexualpartner wählt, ist dieses Modell wohl kaum auf die Menschen übertragbar. Natürlich gibt es Menschen, die polyamor leben, doch – wie eingangs schon erwähnt – dürfte das eine Mini-Mini-Minderheit sein – in Bezug auf all die Einwohner in Deutschland.

Es gibt für Untreue kaum Verständnis

Und dass das Verständnis für solche Lebensweisen im Überfluss da ist – so ist es nunmal nicht.

Dazu muss man sich nur mal die vielen Internet-Foren anschauen, in denen Frauen über ihre Erfahrungen mit untreuen Männern schreiben und Rat für ihre Situation, unter der sie oft höllisch leiden, suchen.

Auch viele, viele Trennungen, die von Frauen ausgehen, werden vor dem Hintergrund des Fremdgehens des Partners eingeleitet. Insofern dürfte es für all die Otto Normalos im Land keine Rolle spielen, ob die Bonobo-Affen ihre Sexualpartner ständig wechseln oder nicht.

Doch wie es ein Kommentator unter dem besagten welt.de-Artikel schon andeutete: Für Therapeuten, die sich auf Fremdgehen & Co. spezialisiert haben, ist die Monogamie wohl ein rotes Tuch, das sich zudem schmälernd auf das eigene Honorar auswirkt.

Coaches und Berater in Sachen Liebeskummer haben weiterhin Konjunktur

Was liegt da näher, als für Polyamorie zu werben? Wie auch immer: Dass Paare sich zugestehen, auch anderen Partner sexuell nahe zu kommen, wird heute und auch zukünftig wohl die absolute Ausnahme bleiben.

Hochkonjunktur werden nach wie vor die „ganz normalen“ Beziehungstherapeuten, Berater und Liebeskummer-Coaches haben. Und das aus dem einfachen Grund, dass es der Mehrheit der Paare eben nicht egal ist, wenn einer von beiden sich in fremden Betten wälzt.  Dass emotional verletzt ist, wer so etwas erlebt, ist menschlich, normal und nachvollziehbar.

Insofern: Fremdgehen wird niemals Punkte auf der Beliebtheitsskala machen!

Quelle: welt.de vom 03.11.21

Bild: stock.adobe.com / Prostock-Studio

 

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