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Frau schaut aus Wohnwagen

Wut, Verzweiflung, Entsetzen und Tränen. Diese Gefühle vereinen sich zu einer fiesen Melange, wenn einen der Herzschmerz ereilt. Eine aufgeflogene Affäre, eine Trennung oder ein halbherziges „Die-Gefühle-reichen-nicht“ in einer Kennenlernphase – es gibt viele Gründe, warum Leute Liebeskummer haben. Wer ihn je hatte, wird bestätigen können, dass man in diesem Zustand eines nicht bewerkstelligen kann: die Herausforderungen, die der Berufsalltag mit sich bringt.

Wer gerade erfahren hat – womöglich noch aus zweiter Hand – dass der eigene Partner sich mit einer anderen Frau vergnügte oder sich via Singlebörse in jemanden verliebt hat, der ihn aber eiskalt abserviert, der will erstmal nur seine Ruhe. Um den Schmerz zu verarbeiten und den Liebeskummer rauszulassen. Meistens geschieht dies bei Frauen durch Dauergespräche oder – telefonate mit der besten Freundin, mit viel Schokolade und oft auch mit viel Alkohol und Nikotin.

Manche können bei Liebeskummer ihr Zuhause nicht ertragen

Hinzu kommen schlaflose Nächte. Denn die wenigsten können in so einer Situation abends ins Bett gehen und ganz normal schlafen. Meist ist das Gegenteil der Fall: Man liegt (weinend) wach oder aber verbringt die Abende und Nächte außer Haus, weil man die Leere in den vier Wänden nicht ertragen kann.

Obgleich Liebeskummer hierzulande offiziell nicht als Krankheit eingestuft ist, so gibt es doch verschiedene Möglichkeiten, sich mit den Symptomen, die Liebeskummer verursacht, an einen Arzt oder auch an einen Psychologen zu wenden. Inwieweit man dann krank geschrieben wird, entscheidet natürlich der jeweilige Experte.

Nur: wie sinnvoll ist es, sich mit tränendickem Gesicht und ohne Konzentration an seinen Arbeitsplatz zu begeben? Vor allem dann, wenn man in Berufen arbeitet, von denen auch Menschenleben abhängen können? Wo die kaufmännische Angestellte im Büro vielleicht den Tag noch irgendwie herumbringt, ohne ein Menschenleben zu schaden, dürfte es bei einem Piloten oder einer Krankenschwester, die mit spezieller Medikamenten-Vergabe zu tun hat, schon anders aussehen.

Herzschmerz verursacht in der Wirtschaft hohen Schaden

So oder so: für die jeweiligen Unternehmen verursacht Liebeskummer definitiv einen Schaden. Wie hoch, das veröffentlichte jetzt das Magazin infranken.de. Hier ist dazu folgendes zu lesen:

„(…)Damit entpuppt sich Liebeskummer als milliardenschwerer Wirtschaftsfaktor: Angenommen jeder der 16 Prozent wäre nur genau einen einzigen Tag zu Hause geblieben, ergeben sich laut Studie insgesamt mindestens 6,6 Millionen Arbeitsunfähigkeitstage. Das bedeute einen Produktionsausfall von über 774 Millionen Euro und ein Verlust an Bruttowertschöpfung von mehr als 1,4 Milliarden Euro. Die Rechnung basiert auf der Gesamtarbeitnehmerzahl von 40,61 Millionen und einem durchschnittlichen Arbeitnehmerentgelt von 42.984 Euro jährlich.(…)“

Da kommt schon was zusammen – und das alles nur wegen dem gehassten Herzschmerz…!

Dass dagegen aber ein Kraut gewachsen ist, dem ist bekanntlich nicht so. Denn Liebeskummer wird es geben, solange es die Liebe gibt. Trennungen, Affären, Lügen und Heimlichkeiten sind leider ein Bestandteil vieler Beziehungen in der heutigen Zeit. Von den Herzen, die in den vielen Singlebörsen gebrochen werden, ganz abgesehen. Denn auch sehr kurze Verbindungen wie Kennenlern- und Beziehungsauftaktphasen können heftiges Herzeleid verursachen, wenn die Gefühle einseitig sind.

Das Internet ist voll davon.

Viele Singlefrauen haben deshalb auch die Nase voll vom Online-Dating. Der Herzschmerz, der nicht selten auf eine Verliebtheit folgt, ist zu deprimierend. Allerdings ist das freilich kein Alleinstellungsmerkmal der Partnersuche im Internet. Auch offline wird betrogen und gelogen, was das Zeug hält. Der fiese Liebeskummer kann überall zuschlagen. Von jetzt auf gleich – was ja das Tückische an ihm ist.

In der Liebe geht´s nicht ohne Risiko…!

Ihm entrinnt nur, wer sich nicht bindet und die Partnersuche nicht angeht. Aber das ist natürlich keine Alternative, logisch! Insofern gilt: volles Risiko in der Liebe. Alles oder nichts. Oder: Wer wagt gewinnt. Und Gewinner gibt es trotz so vieler Liebeskummer-Fälle immer noch genug!

Sollte er auch Sie (irgendwann) mal wieder ereilen, dann gilt aber definitiv: Zuhause bleiben und den Herzschmerz verarbeiten, ist nicht die schlechteste Variante. Die Wirtschaft wird es verkraften können.

Wer aktuell im Liebeskummer-Dilemma steckt, dem sei unsere große Liebeskummer-Serie empfohlen!

Recherchenachweis: infranken.de

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Teil 1 – Liebeskummer – wer hat dieses miese Gefühl nicht schon erlebt? Wohl jeder von uns! Ich natürlich auch und jedes Mal, wenn ich einen Liebeskummer überwunden hatte, habe ich mir geschworen bei einem etwaigen weiteren Herzschmerz, nicht mehr so heftig zu reagieren.

Das kennen wahrscheinlich viele.

Und dennoch: trennt sich der Partner und man selbst würde weiterhin gern mit diesem Mann (oder der Frau – als Frauenmagazin thematisieren wir hier nachfolgend den Mann, natürlich trifft umgekehrt vieles genau SO auch auf die Frau zu) zusammen sein, bricht eine Welt zusammen. Jedes Mal aufs Neue, ganz egal, wie jung oder alt man ist.

Herzschmerz aus der persönlichen Perspektive

Ich habe diese Erfahrung auch schon mehrfach gemacht und möchte deshalb hier aus der eigenen, persönlichen Perspektive heraus darüber berichten, wie sich der Liebeskummer besiegen lässt.

Es gibt nämlich nur einen Weg, egal, was andere Leute, (selbsternannte) Experten oder gar die schwarzen Schafe mit ihrem „Exfreund zurück im Handumdrehen“ auch sagen.

Natürlich kann man sich einen Coach nehmen, einen Therapeuten, Bücher wälzen, das Internet nach Themen zu Liebeskummer abgrasen, und, und, und….Alles richtig und teilweise auch sehr zu empfehlen. Allerdings wird niemand bei all dem Angebot auch nur einen einzigen Weg finden, der dafür sorgt, dass der Liebeskummer per Handumdrehen – praktisch wie mit einem Zauberstaub – verschwindet.

Das gibt es nicht und wird es wohl nie geben.

Insofern – wie erwähnt – möchte ich hier Einblicke geben in die Gefühlswelt, wie ich sie erlebte, nachdem ich verlassen wurde.

So wie auch ich in meinem Leben schon mehrfach jemanden verlassen habe, so wurde umgekehrt auch ich schon dann und wann einmal verlassen und der Weltschmerz war natürlich groß.

Deshalb will ich mich jetzt auch gar nicht lange mit einer Einführung oder ellenlangen Abhandlungen, wie man sie aus Artikeln für E-Books oder im Zusammenhang mit irgendwelchen E-Mail-/Newsletter-Anmeldungen kennt, die nie zum Punkt kommen bzw. erst dann, wenn Sie sich irgendwo (womöglich noch kostenpflichtig) registriert oder das E-Book gekauft haben, aufhalten.

Diverse Bezeichnungen für 1. Phase des Kummers

Sondern tatsächlich zum Punkt kommen. Und zwar zum ersten. Oder zur ersten Phase des Liebeskummers – das kann man nennen wie man will.

Demensprechend viele Bezeichnungen für die erste Phase gibt es – sie reichen von „Schockzustand“, „Starre“ oder auch „Verlassenwerden“. Ich persönlich würde es Schockstarre nennen. Denn natürlich ist es ein Schock, wenn man verlassen wird, womöglich noch völlig ohne Vorwarnung.

Passiert einem das, dann fühlt man sich von jetzt auf gleich, wie in einen Trance-Zustand versetzt. Ich hatte beim Verlassenwerden oft auch das Gefühl, mein Kopf – ja, mein ganzer Körper – befindet sich auf einmal wie in einem Schraubstock oder auch wie von einer Lähmung befallen, wie in Watte – man kann es schlecht beschreiben.

Aber so oder ähnlich fühlte es sich für mich beim Anfang des Liebeskummers jedes Mal an. Ich verrichtete zwar das, was zu tun war, aber alles irgendwie mechanisch, wie nicht ganz da. Ruft einen jemand an (jemand, der nicht im Zusammenhang mit einem Trost in Sachen Liebeskummer steht), will man sich das, wenn überhaupt, nur kurze Zeit anhören und hat überhaupt keinen Nerv, sich darauf zu konzentrieren.

Ich für mein Teil sah in dieser Phase zu, dass ich die meisten Telefonate rasch beendete, ich konnte mich darauf oft gar nicht wirklich einlassen, weil mein ganzes ICH komplett von der Vereinnahmung des Schocks eingenommen war.

Auch nötige Einkäufe verrichtet man ganz automatisch, wie ein Roboter, es ist in einer solchen Situation zumeist so, dass es einen nach Hause zieht, weg von den sprechenden, lärmenden Mitmenschen.

Allerdings: ist man daheim, fühlt man sich nach kurzer Zeit wie ein gehetztes Tier, man hält auch das nicht lange aus, fühlt sich wie der einsamste Mensch der Welt.

Man hält sich allein schlecht aus, hat aber auch kaum Lust auf andere Leute

Ich erlebte es bei Liebeskummer oft so, dass ich in meinen eigenen vier Wänden selbige hätte hochgehen können, ich kam nicht klar.

Es war paradox: war ich in meiner Wohnung, hielt es nicht lange aus, ging ich raus, war das aber auch nichts – eine ständige innere Unruhe ist gerade in dem Schockzustand bei Liebeskummer ein ständiger, unangenehmer Begleiter.

Ich habe mich manchmal für eine Art Zwischenlösung entschieden und bin mit dem Auto umhergefahren. Das ist zwar auch nicht das Wahre, aber irgendwie muss man ja die erste Phase nach einer Trennung – und die besteht nun mal in den meisten Fällen aus einer Art Schock – bewältigen.

Auch das Konsumieren von Zigaretten, Alkohol und Schokolade gehört in dieser Phase dazu und dagegen ist auch überhaupt nichts einzuwenden – vorausgesetzt man (FRAU) ist schon 18 Jahre alt.

Kaum eine Frau, die gerade begreift, dass der Mann, mit dem sie eigentlich alt werden wollte, sie verlassen hat, kann sich in so einer Zeit der normalen (und schon gar nicht einer gesunden) Ernährung widmen, wenn sie der Liebeskummer voll im Griff hat.

Ich für meinen Teil habe so gut wie gar nichts normales an Essen herunterbekommen, sondern mich in der ersten Zeit nach dem Verlassenwerden fast nur von Schokolade und richtig ungesundem Zeug ernährt. Meist aß ich gar nicht richtig und rauchte dafür früh am Morgen schon. Unzählige Glimmstengel schlossen sich daran im Laufe des Tages an.

Meine Arbeit brachte ich mehr schlecht als recht zustande, als jemand, der im Home-Office arbeitet, habe ich dazu noch meine Hygiene und mein Outfit total vernachlässigt.

Mit Liebeskummer tut man Dinge, die man sonst kaum tun würde

Meist stand ich auf, putzte mir die Zähne, wusch mich ein wenig und steckte mir dann die erste Zigarette an (hierzu sei angemerkt, dass ich eigentlich Nichtraucherin bin), dann die zweite, die dritte und irgendwann – gaaaanz langsam – setzte ich mich an die verfluchte Arbeit.

Ja, zu Zeiten des Liebeskummers verfluchte ich die Arbeit total, denn ich konnte sie nicht wirklich mit Konzentration angehen.

Stattdessen versuchte ich zwischendurch immer wieder, Freundinnen zu erreichen, um mit ihnen darüber, was mir widerfahren ist, zu sprechen.

Das kennen sicher viele: ist der Liebeskummer stark, hat man einen immensen Redebedarf – auch wenn es immer wieder dasselbe ist, was man erzählt. Wer hier verständnisvolle und geduldige Freundinnen hat, hat in Sachen Liebeskummer wirklich den Jackpot gezogen! Erledigungen, die an Tagen, wo ich mich in Herzschmerz suhlte, anstanden – so zum Beispiel Behördengänge – verrichtete ich mehr schlecht als recht. Ich schleppte mich regelrecht nach draußen, die innere Unruhe im Bauch und IHN im Kopf immer mit dabei.

Apropos IHN: meist ist es ja so, dass man in dieser ersten Schockphase immer noch denkt, dass Ganze sei irgendwie ein Missverständnis oder mindestens ein übler Scherz.

Dementsprechend oft guckt man aufs Handy, weil man denkt, dass dort jeden Moment die erlösende Nachricht aufploppt, die kundtut, dass er natürlich schon im Begriff ist, zurückzukommen.

Ist natürlich nicht so, die einzigen Anrufe und Nachrichten, die reinkommen, sind von Muttern oder den Freundinnen – logisch…!

Abends kommt der Blues

Die Endgültigkeit der Entscheidung des (Ex)Partners wird einem in Zeiten des Liebeskummers denn auch meist erst allabendlich total bewusst.

Geht der Tag, kommt der Schmerz mit noch vollerer Wucht. Viele fühlen sich in solchen Stunden extrem einsam und verlassen, doch ist das ein Wunder, wenn man soeben erst eröffnet bekam, dass man von jetzt an wieder Single ist?

Ich habe die Abend- und Nachtstunden in Zeiten des Liebeskummers jedes Mal als besonders unerträglich empfunden und entsprechend agiert.

Neben dem immensen Zigarettenkonsum, dem ich frönte, erlaubte ich – die ich sonst ganz selten und wenn, dann gemäßigt trinke – mir den tiefen Blick in die Rotweinflasche. Unter einer Pulle am Abend ging das – ich muss es so sagen – nie ab, dazu rauchte ich Kette.

Abendbrot fiel zumeist gänzlich aus, die Glimmstengel und der Alkohol ersetzten für mich abends, wenn keine Arbeit oder womöglich Termine anstanden, alles!

Wenn dann erstmal das Blut mit der ungesunden Flüssigkeit angereichert ist, kommen dann meist auch dumme Gedanken – zumindest war das bei mir oft so.

Man ruft IHN an oder überlegt sich Nachrichten, die man ihm schreiben möchte, setzt – gedanklich oder auf Papier – schmalzige Briefe auf, und, und, und…Der letzte Mann, der mich verlassen hatte, war jemand, den ich beim Online-Dating kennengelernt hatte. Insofern – Sie ahnen vielleicht schon, was kommt – hing ich allabendlich am Computer und schaute, ob er in der Singlebörse, die uns einst zusammengebracht hatte, wieder online war.

Und er war es in den meisten Fällen, was meinen Liebeskummer schier unerträglich machte.

Der grün leuchtende Online-Button, der wie zum Hohn dauerhaft eingeschaltet war, machte mich fast wahnsinnig! Herzschmerz, Wut, Selbstmitleid – so ziemlich alles, was der negative Gefühls-Reigen hergab, tobte in mir. Ich malte mir in den wildesten Vorstellungen aus, was er den anderen Frauen schrieb, wie sie flirtig miteinander chatteten, sich ein Date ausmachten….

Und als sei die allabendliche Qual nicht schon genug, malträtierte ich meine geschundene Seele auch an den Feiertagen, die in meine Schockphase des beschriebenen Liebeskummers fielen und hing in dieser Zeit ebenso tagsüber vor der Singlebörse ab – den grünen, fiesen Online-Button  immer vor Augen.

Es war furchtbar!

Man denkt, der Schmerz währt für immer

Kein Ratgeber der Welt, keine Tipps der besten Freundin oder Ideen aus dem Internet, hätten mir zu dieser Zeit mit der Aussage kommen können, dass ich eines Tages über diese Aktionen lachen und den Kerl ganz vergessen würde! Ein Ding der Unmöglichkeit in diesem Zustand.

Und weil es aber eben eher ein AusnahmeZUSTAND, als ein Zustand ist, neigt man in solchen Phasen zu allerlei kruden Aktivitäten.

Ich für mein Teil legte mir sogar einen neuen Handy-Ton zu. Denn: während ich kettenrauchend am Computer hing und ihn online stalkte, gingen natürlich auch immer mal Nachrichten auf meinem Handy ein (damals noch via SMS – Whatsapp war noch nicht erfunden).

Und da ich in den Zeiten meiner Beziehung mit IHM textete und simste, was das Zeug hielt, waren die meisten Nachrichten vor dem Aus natürlich auch vom „Jetzt-leider-Ex“ und trudelten mit der vertrauten Melodie ein. Dementsprechend zuckte ich bei jeder eingehenden Nachricht zusammen, weil mich der Eingangs-Klingel-Ton für SMS-Nachrichten so sehr an ihn erinnerte. Die helle Melodie brachte mich fast um den Verstand und schnitt sich gefühlt jedesmal aufs Neue in mein Herz, wenn sie ertönte.

Lange hielt ich das nicht aus und stellte einen anderen SMS-Ton ein. Verrückt, klar, aber wenn man in einer solchen Situation ist, tut man alles, um zumindest eine winzige Linderung des Kummers zu erfahren!

Über den Berg hilft einem sowas in einer solchen Zeit aber leider noch lange nicht. Dazu braucht es noch eine Weile…

Mehr dazu erfahren Sie in unserem zweiten Teil, den Sie auch bei uns finden – seien Sie gespannt!

Und: falls Sie aktuell in einer Liebeskummer-Situation sind, rate ich Ihnen eindringlich, stark zu bleiben. Es lohnt sich! Auch wenn`s derzeit noch nicht danach aussieht.

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„Barbara, du hast doch bestimmt eine große Sonnenbrille und eine Perücke?“ fragte mich vor knapp einem Jahr eine liebe Bekannte.

Immer wenn Marianne anruft, bin ich vorsichtig, denn die meiste Zeit des Jahres erinnert sie sich nämlich nicht an meine Telefon-Nummer. Sie meldet sich nur, wenn es ihr schlechtgeht.

„Ja, ich habe eine Sonnenbrille“ antwortete ich misstrauisch. „Dann könntest du doch für mich den Karl mal ein wenig überwachen“ meinte sie.

„Er sagt nämlich, er geht ins Fitness-Studio, aber ich glaube ihm nicht. Weil er ja vor zwei Jahren mal diese Frau geküsst hat. Die ist zwar verheiratet, aber ich traue ihm nicht. Bestimmt lügt er mich wieder an. Immerhin hat er es erst zugegeben, als ich sein Handy durchsucht habe. Ich bezahle dich auch.“

Gestatten, dass ich mich vorstelle? Barbara Edelmann, private Ermittlungen aller Art.

Ich musste schmunzeln, als ich mir vorstellte, dem armen Karl vor seinem Fitness-Studio verkleidet aufzulauern. Immerhin ist der Gute jenseits der 50, mit wenig Haaren und umso mehr Bauch und einem Ego, das nur man nur auf Erbsengröße bringt, wenn man es aufbläst, und nicht unbedingt ein Geschenk Gottes an die Damenwelt. Marianne lässt sich aber nicht gern etwas wegnehmen, auch wenn sie es vielleicht selbst nicht mehr so richtig möchte.

Ich lehnte dankend ab, denn es wäre mir zu anstrengend gewesen, fremde Männer zu beschatten. Außerdem besitze ich weder Fernglas noch Nachtsichtgerät, und Marianne hätte vollen Einsatz von mir erwartet.

Ob sie einen Ersatz für mich gefunden hat, weiß ich nicht, denn seitdem habe ich nichts mehr von ihr gehört. Scheinbar vertragen sich die beiden gerade wieder mal. Trotzdem muss ich oft an diese Geschichte denken, denn sie ist ein Paradebeispiel für Eifersucht und ihre einschneidenden Folgen.

Außerdem muss ich zu Karls Ehrenrettung anmerken, dass er bis zu diesem Zeitpunkt – also dem Kuss mit einer anderen Frau – bereits eine ziemlich anstrengende und für ihn unbefriedigende Beziehung mit Marianne hinter sich hatte. Unter der Woche durfte er nie bei ihr übernachten – auch nach über 10 Jahren nicht, weil Marianne es vorzog, Dinge mit ihren Freundinnen zu unternehmen. Sie teilte seine Zeit ein, und er bekam in ihrem Wochenplan einen festen Platz zu festen Zeiten. Wenn Marianne keine Lust hatte, musste Karl sich mit sich selbst beschäftigen.

Naja, ganz offensichtlich tat er das dann ja auch. Und ich glaube sogar wirklich, dass es sich nur um einen Kuss handelt, denn ich kenne Karl, wie bereits erwähnt.

Damals, nachdem ihr Karl in einem schwachen Moment gestanden hatte, mit seinen Lippen die Lippen einer anderen Frau berührt zu haben, nahm die Tragödie ihren Lauf.

Seitdem musste er sich in viertelstündlichem Turnus per SMS bei Marianne melden und mit Fotos seinen derzeitigen Aufenthaltsort dokumentieren (Supermarkt-Parkplatz, Fitness-Studio, Arbeit…). Er tat das alles in der Hoffnung, Marianne nicht zu verlieren, denn sie war ziemlich sauer. Irgendwie hatte dieser eine Kuss etwas in ihr freigesetzt, das wohl zeitlebens besser unter Verschluss geblieben wäre – das grüne Monster Eifersucht. Und zwar die rasende Variante.

Marianne benahm sich damals, als legte sie größten Wert darauf, schnellstmöglich zu ihrem eigenen Schutz in die nächstgelegene psychiatrische Anstalt eingeliefert zu werden.

Sie knackte den Code von Karls Handy, druckte sämtliche Whats-App-Chats zwischen dieser Dame und ihm aus und nagelte diese anschließend an die Eingangstüre der Konkurrentin. Da es sich um eine Glastür handelte, erfolgte anschließend eine Anzeige wegen Sachbeschädigung und Beleidigung, denn Marianne hinterließ nicht nur die Chat-Protokolle, sondern auch noch ein paar üble Beleidigungen, die mit Sicherheit in etlichen Ländern dieser Welt mit Stockschlägen auf die nackten Fußsohlen bestraft werden.

Sie legte sich ein zweites Handy mit einer anderen Telefonnummer zu und baggerte Karl unter falschem Namen bei Facebook an, um ihn endlich der Untreue überführen zu können, stalkte ihn bei Instagram, fuhr ihm mitten in der Nacht hinterher, als er ihre Wohnung verließ (hätte ja sein können, dass er sich zum Knutschen mit dieser Dame im Wald traf, so gegen morgens um 3:00 Uhr), rief seine Kollegen an und wollte diese ausfragen, durchsuchte in regelmäßigen Abständen, gründlicher als die Steuerfahndung,  seine Wohnung auf Spuren und so weiter.

Dann schleppte sie Karl zu einem Therapeuten. Der sollte ihm die Leviten lesen und ihm erklären, dass er so was Tolles wie Marianne gar nicht verdient hatte.

Nachdem der Therapeut sich eine gefühlte Ewigkeit Mariannes Tiraden angehört hatte, die ihm auswendig (!) sämtliche Chats zwischen Karl und der fremden Frau rezitierte,  erklärte er diese Beziehung für toxisch und riet beiden, eine Pause einzulegen.

Natürlich taten sie das nicht.

„Ich werde verrückt. Und ich weiß, dass es vollkommen bescheuert ist, was ich mache“ sagte Marianne damals heulend zu mir am Telefon. „Aber was soll ich tun? Ich will keinen anderen. Da müsste ich mich wieder umgewöhnen. Und ich habe keine Lust drauf, mit einem neuen Mann jetzt wieder von vorn anzufangen. Bis auf diese eine Geschichte stimmt ja alles. Nur kann ich ihm nie mehr glauben. Und ich bin sicher, dass er lügt und es auch weiterhin tut.“

Im Grunde ist das sehr traurig. Finden Sie nicht?

Gehören Sie vielleicht zu der Sorte Frauen, die täglich das Jackett Ihres Mannes untersuchen, und wenn Sie kein Haar darauf finden, vermuten, dass er es momentan mit einer Kahlköpfigen treibt? Tja, dann sind Sie wohl ebenfalls eifersüchtig. Willkommen im Club.

Eifersucht ist der Partisan unter den Gefühlen. Sie lauert irgendwo im Gebüsch und wartet manchmal nur auf ein einziges Wort, eine Bemerkung über eine Schauspielerin vielleicht, die wir gerade zusammen mit unserem Liebsten sehen, während wir einen Spielfilm genießen.

Sie kommt hervor wenn wir durch die Stadt schlendern und mitbekommen, dass unser Herzblatt anderen Frauen kurz hinterhersieht. sie saugt sich an uns fest, wenn er mit der Ex telefoniert, wenn irgendeine Frau ihm schöne Augen macht (auch wenn die vielleicht nur unter Astigmatismus leidet) , wenn er auf einer Party länger als angemessen mit einem  hübschen Mädel spricht.

Dann ist sie da. Und sie geht so schnell nicht wieder weg.

Um sie halbwegs in den Griff zu bekommen, ist es dringend nötig, sich erst einmal darüber klar zu werden, wie sie entsteht.

Eifersucht entspringt dem Gefühl von Unzulänglichkeit, der eigenen Unsicherheit. Sie nährt sich aus der Befürchtung, nicht gut genug für jemanden zu sein, nicht schön genug, nicht reich genug, nicht gescheit genug. Eifersucht tut furchtbar weh, und wenn sie einen einmal in den Krallen hat, ist es sehr schwer, sich wieder von ihr zu befreien.

Eine eifersüchtige Frau wird man nicht von heute auf morgen. Die Gründe für diese schlimmen Gefühle liegen meist in der frühen Kindheit verborgen und haben oft mit einer problematischen Eltern-Kind-Beziehung zu tun. Vielleicht litt man unter einem unnahbaren Vater, vielleicht musste man in der prägenden Phase der Pubertät kränkende Zurückweisungen einstecken. Irgendwas ist geschehen, das uns das Gefühl gegeben hat, nicht gut genug zu sein für irgendjemanden.

Sicher gibt es skrupellose Hallodris unter den Herren der Schöpfung, bei denen ein gesundes Misstrauen gerechtfertigt ist, aber allzu oft entspringt unsere Eifersucht nur der Phantasie und mangelndem Selbstwertgefühl. Die große Mehrzahl der Männer ist anständig, auch wenn man es ihnen nicht so recht glauben mag. Die sind froh, in einen sicheren, adretten Hafen eingelaufen zu sein und möchten auch gerne, dass alles so bleibt wie es ist. Die große Mehrzahl – wohlgemerkt.

Eifersucht hat ja in allererster Linie damit zu tun, dass man sich seiner selbst nicht sicher ist. Eine selbstsichere Person weiß nämlich ganz genau, was sie wert ist. Und dass man sie nicht von heute auf morgen einfach so verlässt. Eine selbstsichere Frau kann sehr wohl zwischen Realität und im Unterbewusstsein verankerten Ängsten unterscheiden. Denn Eifersucht wird zu einem Großteil von Angst gesteuert. Die Eifersucht ist das Fahrzeug, und die Angst sitzt am Steuer – die Angst davor, verlassen zu werden, die Angst davor, nicht gut genug zu sein.

Auch die Frage, wo fängt der Betrug an, ist ein heißes Eisen. Ist ein Kuss schon ein Betrug oder ein Gedanke? Tja, da hätten wir wohl ein Problem, so wie ich die Männer kennen und schätzen gelernt habe. Es soll wohl ernsthaft noch Frauen geben, die von ihrem Mann verlangen, dass er nur an sie denkt. Die ganze Zeit. Ohne Unterlass. Und die es als Betrug auffassen, wenn er sich vorstellt, mit Lady Gaga einen One-Night-Stand zu haben.

Das klappt nicht, meine Damen. Darauf sind die Herren der Schöpfung nicht programmiert. Polygamie gehört bei ihnen zur Serienausstattung – zumindest unbewusst.

In dem Film “ Sodbrennen“ von 1986 sagt der Vater seiner Tochter,  die sich über ihren untreuen Gatten beschwert: „Du willst MonogamieHeirate einen Schwan!

Ganz so krass möchte ich das jetzt nicht stehenlassen. Es gibt tatsächlich eine ganze Menge treuer Männer. Ich lehne mich sogar so weit aus dem Fenster, zu sagen: die meisten sind anständig.

Wissen Sie was? Wenn ein Mann Sie wegen einer anderen verlässt oder betrügt, dann hat er nur eins: Sie gar nicht verdient. Mit nichts. Das sollten Sie sich wirklich immer vor Augen führen.

Es gibt aber tatsächlich Herren, die schaffen es bis ins hohe Alter nicht, sich mit nur einer einzigen Frau zufriedenzugeben.

Ob die Gründe nun Größenwahn, ein winzig kleines Selbstbewusstsein, das ständig bestätigt werden muss oder Sexsucht sind, ob er fremdgeht, weil er zu viele Kohlenhydrate und zu wenig Sex bekommt – das wissen die Götter.

In sehr vielen Fällen allerdings – und damit komme ich wieder auf obigen Inhalt zurück – ist unsere Eifersucht schlichtweg einfach nur ein hässliches graues Gespenst, das sich in unserem Nacken festgeklammert hat, weil es in früher Jugend Eltern, Betreuer, erste Freunde oder gemeine Geschwister dort losgelassen haben und absolut unbegründet.

Ich kann Ihnen nur raten: Erkennen Sie, was Sie sich wert sind. Erkennen Sie, dass Sie eine ganz besondere Frau sind, eine außergewöhnliche Persönlichkeit. Von Ihnen gibt es auf der ganzen Welt nur genau ein einziges Exemplar. Jeder, der Sie betrügt, hat ohnehin einen Dachschaden und weiß nicht, was gut für ihn ist. Finden Sie nicht auch?

Erkennen Sie, dass Sie, ob Über- oder Untergewicht, ob Brille oder Überbiss, ob wenig Haare oder zu viele an den falschen Stellen – als Gesamtpaket durchaus etwas wert sind, dass Sie stolz auf sich sein dürfen. Sie haben es nicht nötig, sich mit anderen Frauen zu messen, denken Sie immer daran. Das hier ist kein Wettbewerb. Es geht um Ihre Seele. Da macht man keine Witze. Oder veranstaltet Wettbewerbe.

Solch extremen Fällen wie meiner Freundin Marianne (es ist übrigens eine wahre Geschichte) empfehle ich einen guten Therapeuten. Aber oft reicht schon die allerbeste Freundin, die einem die Seele wieder zurechtrückt. Manchmal sogar ein Spiegel. Schauen Sie genau hin: Das sind Sie. Ist doch top, oder?

Wir Frauen neigen nämlich dazu, uns anders zu sehen, als wir sind – bis auf meine Freundin Susi mit ihrem Zauberspiegel, der ihr täglich sagt, dass Sie das Tollste seit der Erfindung des Toilettenpapiers ist. Sie leiht ihn mir aber leider nicht. Ich habe selbst leider einen gemeinen Spiegel, der die Pölsterchen hervortreten lässt und aus meinem Hintern eine Landebahn für eine Boeing macht,  obwohl andere zu mir sagen: „Du bist so schlank.“

Mein Spiegel behauptet dann immer: „Die lügen doch alle, du dumme Nuss.“ Ich sag ja, er ist fies.

Sehen Sie sich selbst, wie Sie sind: toll ganz einfach. Und wer was anderes behauptet, der lügt. Oder rufen Sie meine Freundin Susi an. Der ist noch nie ein Mann blöd gekommen, und so was wie Eifersucht kennt die gar nicht. Weil sie das Selbstbewusstsein von Gwyneth Paltrow hat. Und das Aussehen von… vielleicht Roseanne.  Es kommt immer auf den Blickwinkel an, wissen Sie.

Es hängt von Ihnen ab, ob Sie sich plagen. Denken Sie beim nächsten Mal dran, ehe Sie versuchen, ein Haar auf der Jacke zu finden.

Herzlichst,

Ihre Barbara Edelmann

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Es ist soweit. Nie hätten Sie gedacht, dass dieser Ernstfall jemals eintreten könnte oder zumindest gehofft, diese Liebe würde ewig halten: Florian (oder wer auch immer) hat sich vor Ihnen aufgebaut, ihnen kalt in die Augen gesehen und gesagt: „Susi, ich find’, wir sollten eine Pause machen. Es gibt da jemand anderen.“ Kann übrigens alles sein, also versteifen Sie sich nicht auf eine weibliche Konkurrentin. Eine meiner Freundinnen erwischte ihren Ehemann mit dem Trauzeugen.

Vielleicht sagt Florian nämlich auch: „Ich bin eigentlich homosexuell / Ich möchte mal zehn Jahre nach Burundi, weil das Wetter dort besser ist“ oder einfach nur: „Susi, du bist langweilig. Deshalb trennen wir uns jetzt. Basta.“

Ein Grund für die Florians, Dieters, Svens (oder wie auch immer sie heißen mögen), und sei er auch noch so an den Haaren hergezerrt, findet sich immer. Und von einem Moment auf den anderen haben Sie Liebeskummer, eines der bösartigsten Gefühle der Welt, wenn es um zwischenmenschliche Beziehungen geht.

Ihre Welt stürzt ein wie in einem Film von Roland Emmerich, alles wird schlagartig grau und kalt. Eine Käseglocke stülpt sich über Sie, die kein einziges positives Gefühl mehr durchlässt. Alles durchtränkt von der Frage „warum???“

Mit einem Schlag fühlen wir uns hässlich, alt, einsam und so verloren wie ein Kleinkind, das von seinen Eltern mitten in der Nacht im Wald ausgesetzt wurde. Ohne Handy. Unser Selbstwertgefühl flattert davon wie ein Heliumballon mit durchtrennter Schnur. Wir sind allein. Verlassen. Verloren.

„Liebeskummer lohnt sich nicht, My Darling, schade um die Tränen in der Nacht“ lautet ein alter Schlagertext, wobei “Tränen in der Nacht“ keine verbindliche Richtlinie sind. Heulen Sie ruhig auch unter Tags, denn keine von uns weiß, wann es sie kalt erwischt. Es könnte auch in der Mittagspause passieren. Oder nach dem Morgensex. Männer sind da unberechenbar.

Den schlimmsten Liebeskummer meines Lebens erlitt ich mit Mitte 20, als ich Schnall auf Fall wegen einer anderen Frau verlassen wurde. Es tat so unendlich weh, dass ich mich heute noch daran erinnere. Meine Art der Problembewältigung ist nicht massentauglich, und darum kann ich sie nicht weiterempfehlen. Allerdings bin ich eine absolute Frohnatur und ein sehr lebenslustiger Mensch und denke noch mit Schaudern an diese Zeit, die ein jammerndes Wrack aus mir gemacht hat.

Erst heulte ich einen halben Tag lang ausgiebig. Dann besorgte ich mir mit verquollenem Gesicht mehrere gute Flaschen Wein, nahm eine Woche Urlaub, setzte mich auf den Fußboden meiner Wohnung und leerte anschließend die Flaschen. Alle. Jeden Tag eine. Zwischendurch schluchzte ich wieder oder hatte Schluckauf, hörte herzzerreißende Musik, schrieb Briefe an meinen ehemaligen Zukünftigen, die ich nie abschickte (wir hatten damals keine SMS, und bis zum Briefkasten wäre ich nicht gekommen…) und badete mehrmals täglich heiß, weil mich das irgendwie beruhigte.

Zum Arbeiten oder auch nur einer Unterhaltung mit anderen Menschen fühlte ich mich außerstande, denn da hätte ich nur gehört: „Wir haben dir das ja gleich gesagt. Der war zu schön für eine Frau“. Wahlweise: „Das Leben geht weiter, Zeit heilt alle Wunden, immer wenn du meinst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her“ und so weiter. Aber das einzige, das diesen grauenhaft gemeinen Schmerz wirklich nachhaltig hätte betäuben könnte, wäre eine Vollnarkose gewesen.

Dabei war ich mir so verdammt sicher gewesen, dass diese Liebe ein Leben lang halten würde. Immerhin hatte er es mir täglich gesagt, über etliche Jahre hinweg.

Jetzt war ich aus der Bahn geworfen wie ein Auto, das in einer Haarnadelkurve ins Schleudern geraten ist. Ich lag – metaphorisch gesehen – auf dem Rücken und konnte mich aus diesem Wrack einer gescheiterten Beziehung nicht befreien. Dafür tat es einfach zu weh. Und es gibt keine Liebeskummer-Feuerwehr. Leider.

Also setzte ich mich auf den Boden und wartete einfach ab, denn es konnte nur besser werden. Und siehe da: Es wurde tatsächlich besser. Nach dieser einen Woche hatte ich mich ausgeheult, ging wieder zur Arbeit und lernte irgendwann sogar wieder jemanden kennen.

Nicht alle Sprüche unserer Mütter entbehren jeglicher Grundlage: „Zeit heilt alle Wunden“ stimmt übrigens tatsächlich. Etliche Jahre später traf ich besagten Mann zufällig in einem Lokal wieder. Er kam an den Tisch, wo ich mit Freunden saß und wünschte mir einen schönen Abend. Ich hatte so restlos mit dieser Geschichte abgeschlossen, dass ich damals verdattert in die Runde fragte: „Wer war denn das?“ Ja. Das ist tatsächlich wahr. Ich hatte ihn nicht einmal wiedererkannt.

Diese Art von Kummer ist weltweit gleich. Es tut immer schrecklich weh. Immer stürzt alles um einen herum ein. Immer fühlt es sich an, als wäre das Ende der Welt eingeläutet worden.

Nein. Ist es nicht. Das versichere ich Ihnen. Auch wenn Sie es jetzt nicht glauben.
Dazu ist der Schmerz einfach zu groß. Gemein ist er außerdem, denn verlassen zu werden zehrt an unserem Selbstwertgefühl. Wir fühlen uns klein, hässlich und nicht liebenswert.

Kein Mann ist das wert. Wirklich gar keiner.

Haben Sie mitbekommen, dass das Bundesamt für Katastrophenschutz letztes Jahr die Bevölkerung ermahnte, sich für wenigstens 2 Wochen mit dem Nötigsten wie zum Beispiel Nahrung, Wasser, Kerzen oder Hygieneartikeln zu bevorraten? Nur für den Fall der Fälle?

Für private Weltuntergänge gibt es keine Vorräte, denken Sie? Schon wieder ein Irrtum. Sie können sich präventiv für den Fall der Fälle wappnen.

Darum legen Sie sich am besten eine Bevorratung für zwischenmenschliche Super-GAUs zurecht. Wenn sie das Notfall-Kit nie brauchen, umso besser.

Sie benötigen:

  • mindestens 3 Packungen Küchenkrepp oder Papiertaschentücher, die Sie abwechselnd vollheulen oder vollschnäuzen können. Man findet ja nie ein Taschentuch, wenn man eines braucht. Zur Not tut es auch eine Windel. Ich hab schon in alles mögliche geheult. Muss ja keiner sehen.
  • Alkohol in einer Ihnen zumutbaren Preisklasse. Ich persönlich habe lange Jahre eine Flasche Champagner gehortet für den Fall der Fälle, denn wenn Sie jemanden loswerden, der Sie nicht zu schätzen weiß, ist das meiner Meinung nach ein Fall zum Feiern. Da könnte ja jeder kommen. Wenn Sie aus medizinischen Gründen nicht trinken dürfen, ist jetzt allerdings kein Zeitpunkt, damit anzufangen. Da bleibt Ihnen vermutlich nur Beruhigungs-Tee. Tut mir leid.
  • die Telefonnummer einer wirklich guten Freundin, die Ihnen im Notfall Gesellschaft leistet, telefonisch oder persönlich. Denken Sie daran, diese Telefonnummer regelmäßig auf den neuesten Stand zu bringen, falls die beste Freundin wechselt. Soll vorkommen.

Nun aber von vorn: Sie sind also sitzengelassen worden. Dann hoffe ich erst mal, dass Sie wirklich sitzen. Sie sollten jetzt nicht Auto fahren. Auf gar keinen Fall. Weil Sie unkonzentriert sind und man nicht wirklich gut sieht, wenn einem die Wimperntusche in die Augen läuft.
Und niemand will, dass Sie ausprobieren, ob der Seitenaufprallschutz Ihres neuen Kleinwagens den vollmundigen Beschreibungen im Prospekt entspricht, wenn Sie sich auf das Gleis zwischen Hintertupfing und Weißnichtwohin stellen und dort auf den ICE warten. Wir würden Sie vermissen. Also fahren Sie bitte nicht. Es gibt keinen Grund für solche Dummheiten. Gar keinen. Und obwohl Sie es im Moment nicht hören wollen: In einem Jahr lachen Sie drüber. In einem Jahr sind Sie längst wieder glücklich.

Nehmen Sie Ihr Telefon. Benützen Sie es genau ein einziges Mal, um Ihre beste Freundin oder einen anderen Notfallkontakt anzurufen. Sollten Sie keine beste Freundin haben, rufen Sie Ihre Mutter, Ihre Tante oder Ihre Nachbarin an. Irgendjemand muss Ihnen jetzt zuhören. Zur Not tut es auch die Telefonseelsorge. Die können das gut.

Wenn alle Stricke reißen, niemand Zeit hat, und Sie ein paar Euro übrig haben, konsultieren Sie eine der wie Pilze aus dem Boden schießenden Lebensberatungs-Hotlines und lassen Sie sich dort von einem der Berater herrliche Zeiten vorhersagen. Das tun die so gut wie immer. Es könnte funktionieren, wenn Sie nur feste dran glauben. Und Sie brauchen jetzt jede Hilfe, die Sie bekommen können.

Der Anruf ist getätigt? Dann deponieren Sie Ihr Festnetz-Telefon und auch Ihr Handy an einem sicheren Platz. Und mit „sicher“ meine ich: auf gar keinen Fall in Ihrer Nähe.

Florian wird nicht anrufen. Auch wenn Sie sich einreden, dass in den nächsten 5 Minuten das Telefon klingelt, weil er es nicht ohne Sie aushält.
Der hält es aus. Sonst wäre er nicht weg. Sehen Sie der Wahrheit ins blutunterlaufene Auge. Und starren Sie nicht auf Ihren Whats-App-Chat. Es wird nichts kommen. Florian ist beschäftigt. Ja, ich weiß: Das tut auch weh. Versuchen Sie, nicht dran zu denken. Bitte.

Also lassen Sie das Telefon zu Ihrem eigenen Schutz verschwinden. Geben Sie es Ihrer Nachbarin mit der Bitte um Aufbewahrung. Werfen Sie den Akku ins Klo. Nehmen Sie die SIM-Karte heraus. Hauen Sie mit dem Hammer drauf. Warum soll sich das Telefon besser fühlen als Ihr geschundenes Herz?

Niemandem ist gedient, wenn Sie Florian jetzt 397 SMS mit Texten wie „Warum nur????“ (heulender Smiley), „Komm zu mir zurüüüüüück bitte ich tu allääääss!“(10 heulende Smileys) oder noch schlimmer „Du dreckiger …. ich komm vorbei und … und dann ….. und du bist überhaupt ein …. ich mach dich ……“ zuschütten (Zutreffendes einsetzen, ich darf das hier nicht schreiben).

Alles davon ist kontraproduktiv. Florian kommt nicht wieder. So schnell nicht. Vielleicht in 3 Monaten oder einem halben Jahr. Ich habe sogar schon einen Fall erlebt, wo einer nach 50 Jahren wieder zurückkam und dann bis an sein Lebensende mit der Frau zusammenblieb, die er in den 60er-Jahren verlassen hatte. So lange wollen Sie doch wohl nicht vor dem Telefon sitzen bleiben?

Alles, was Sie jetzt schreiben oder stammeln, kann nur verkehrt sein. Weil Sie sich nämlich vor Florian oder Günter oder wie auch immer er heißen mag klein und zum Affen machen. Und bis auf ein paar Psychopathen oder Sadisten mag niemand heulende, gekrümmte wimmernde demütige Frauen, die ihre Seele verkaufen würden, nur damit sie wieder von dem Mann beachtet werden, der sie gerade wie einen Fußabtreter behandelt hat.

Tun Sie das bitte auf gar keinen Fall.

Wenn Sie wollen, dass Florian unbedingt zurückkommt, ist es ohnehin schlauer, ihm das Gefühl zu vermitteln, dass er sie mit seiner blödsinnigen Aktion endgültig verloren hat.

Das Handy liegt also sicher im Tresor der nächsten Sparkasse oder bei der Nachbarin, die Sie ohnehin nicht leiden kann? Prima. Dann kommen Sie auch nicht in Versuchung, tränenblind alle Fotos vom letzten Urlaub in Griechenland oder vom Sex auf dem Badewannenrand anzugucken und noch mehr zu heulen. War doch die ganze Zeit so schön mit Flori. Wieso haben Sie das nur nicht gemerkt? Wieso ist Ihnen kein einziges Zeichen aufgefallen?

Diese Frage ist überflüssig. Heute, am Notfalltag, ohnehin. Sie werden darauf keine Antwort bekommen. Vielleicht gab es Zeichen. Vielleicht auch nicht. Fakt ist: Der Mann ist weg. Das müssen Sie erst mal verinnerlichen, und wenn es noch so weh tut.

Sie sind hoffentlich – wenn Sie meinem Rat gefolgt sind – nicht allein. Irgendjemand sitzt bei Ihnen und hört Ihnen hoffentlich zu. Und wenn es die Telefonseelsorge oder die Astrologie-Hotline ist. Egal.

Reden Sie. Reden Sie sich alles von der Seele.

Schimpfen Sie auf den gemeinen Kerl, der Sie gar nicht verdient hat. Der wird schon noch merken, wie es ohne Sie ist. Die Augen werden dem aufgehen. Seien Sie wütend. Regen Sie sich auf. Ja. Ich rate Ihnen ernsthaft dazu, wütend zu sein. Weil in der Wut wesentlich mehr Energie steckt als in der Trauer, obwohl dieser edle Rat kontinuierlich in Lebenshilfe-Artikeln auftaucht. „Geben Sie Ihrer Trauer Raum.“

Dürfen Sie. Aber nicht jetzt und hier. Heute tut alles einfach nur weh. Ihre Seele fühlt sich, als wäre sie mit Mike Tyson im Ring gestanden. Trauern können Sie morgen auch.

In amerikanischen Filmen schnappen sich die Frauen zu solchen Gelegenheiten einen riesigen Becher Eis und löffeln ihn leer, während sie weinen. Ich weiß wirklich nicht, warum irgendjemand glaubt, dass ein Becher Eis gegen Liebeskummer hilft. Da habe ich mit Apfelwein bessere Erfahrungen gemacht. Aber jeder wie er möchte.

Allerdings sollten Sie, während Sie die zweite Kilopackung Schokoeis öffnen, vielleicht vorsichtig darüber nachdenken, ob Sie zu Ihrem üblen Herzensleid jetzt auch noch ab morgen eine Diät verkraften können. Andererseits haben Sie soeben mindestens 70 überflüssige Kilos verloren. Na dann…

Schmieden Sie Rachepläne. Ja. Sie lesen schon richtig. Aber wichtig: Sie dürfen nur drüber nachdenken, Sie dürfen sie auf gar keinen Fall in die Tat umsetzen. Stellen Sie sich ruhig vor, was Sie mit Florian alles tun würden, bekämen Sie ihn in die Finger. Knipsen Sie ihm die Fingernägel in Gedanken ab. Rasieren Sie ihm eine Glatze, während er schläft. Verpassen Sie seinem Auto eine neue Gravur mit dem Schlüsselbund oder eine Lackierung, vielleicht violette Pünktchen, damit er mal Grund zur Freude hat, wenn er seinen geleasten Boliden morgens vor der Haustür stehen sieht. Sie dürfen sich alles vorstellen, was Sie möchten, denken Sie daran: vorstellen, sonst nichts. Toben Sie sich ruhig aus in Gedanken.

Heute ist alles erlaubt. Weil Sie sich in einem Ausnahmezustand befinden. Wenn Sie Lust haben, sich 14 Paar Pumps zu kaufen, Ihre Kreditkarte funktioniert und ein Schuhladen geöffnet hat, legen Sie los. Auch wenn Sie keinen dieser Schuhe jemals tragen. Lassen Sie es krachen. Kaufen Sie endlich diesen Glitzer-Bikini, der nur aus 32 Perlonfäden mit Strass-Steinen besteht. Sie haben ihn sich verdient. Und irgendwer wird Sie drin bewundern. Nicht heute, aber irgendwann.

Wenn Sie Lust haben, sich sinnlos zu betrinken, bitteschön. So eine gute Ausrede für ein anständiges Besäufnis finden Sie so schnell nicht wieder. Wichtig: Sie dürfen sich nur volllaufen lassen, wenn Sie Ihr Telefon wirklich außer Reichweite gebracht haben, denn ab 1,5 Promille wird man weinerlich und glaubt, man könnte mit ein paar rührseligen Worten eine Versöhnung erzwingen.

Nein. Können Sie nicht.

Jetzt ist die beste Gelegenheit, sich von ein paar belastenden Dingen zu trennen. Sollte Florian zerknitterte Boxershorts und eine zerknautschte Zahnbürste in Ihrem Schrank deponiert haben, stopfen Sie das Zeug in eine Plastiktüte und stellen Sie diese vor die Tür. Geben Sie der Tüte einen kräftigen Tritt oder zwei.

Sie brauchen die Unterhosen jetzt nicht mit tränenverschleierten Augen durch die Finger gleiten lassen. Da war nix drin, das Sie vermissen sollten, denn Männer sind ein nachwachsender Rohstoff. Jeden Tag fällt einem ein Typ vor die Füße, der vielleicht das Zeug dafür hätte, der Kerl fürs ganze Leben zu werden, oder? Sie können das nur heute nicht sehen, weil es Ihnen schlecht geht.

Und dann – wenn Sie Ihre zwei Kilo Eis und eine Flasche Moet Chandon konsumiert haben, wenn Sie genügend geschimpft haben und Florian in Ihrer Phantasie kein einziges Haar mehr auf dem Kopf oder einen Fingernagel an der Hand hat: Gehen Sie schlafen. Morgen ist ein neuer Tag. Das ist übrigens der letzte Satz in „Vom Winde verweht“, dem unvergesslichen Bestseller von Margret Mitchell (die für dieses Buch immerhin schlappe 10 Jahre gebraucht hat). Morgen ist ein neuer Tag.

Das müssen Sie mir glauben. Ich bin ein Liebes-Kummer-Veteran. Und ich habe alle überlebt.

Variieren Sie ein wenig. Probieren Sie es aus, was Ihnen gut tut. Aber sorgen Sie dafür, dass Sie nicht ganz allein zusammengekauert über einem Stapel Fotos oder einem tränenverschmierten Handy-Display sitzen und sich grämen. Seien Sie wütend. Denken Sie dran: Sie haben nicht verdient, dass man Ihnen so weh tut. Und es passiert tausenden Frauen auf der ganzen Welt just in diesem Moment genau so. Sie sind nicht allein. Auch wenn es sich so anfühlt.

Und jetzt gehen Sie los, Champagner besorgen. Ich drücke Ihnen die Daumen, dass die Flasche bis an Ihr Lebensende geschlossen bleibt.

Ihre Barbara Edelmann

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Ein Gastbeitrag von Silke.

Was macht man nicht alles in einer schlimmen Liebeskummer-Situation? Ich zum Beispiel habe bei meinem letzten großen Liebeskummer als erstes das Handy gewechselt.

Aber nicht, um eine neue Nummer zu bekommen, sondern weil jede eingehende Nachricht, ganz gleich, ob SMS, Whatsapp oder die Mailbox, mit dem sing-sang-mäßigen Ton, der mich an meinen Exfreund erinnerte, einherging.

Wir hatten – als wir noch zusammen waren – unglaublich viel ge“whats-appt“, kaum eine Stunde verging, ohne dass wir uns tagsüber  –zig Nachrichten schickten. Der Signalton meines Handys und die Nachrichten meines damaligen Freundes – sie gehörten für mich zusammen. Untrennbar.

Als er dann Schluss machte und danach auf dem Handy – von anderen Leuten – Nachrichten eintrafen, war das für mich jedes Mal ein tiefer Stich ins Herz. Es war unerträglich, weil der Ton mich so fulminant an ihn erinnerte und ich in den kurzen Sekunden der Signalton-Melodie ein regelrechtes Wechselbad der Gefühle durchlief. Trauer, Hoffnung (dass ER es ist), abgrundtiefe Traurigkeit, Verzweiflung – das alles kochte in mir hoch, wenn nur eine einzige Nachricht mit dem besagten Signalton einging.

Es war nicht zu ertragen.

Da mein Handy schon einige Jahre auf dem Buckel hatte und sich komischerweise partout kein anderer Klingelton einstellen ließ, zog ich die einzig logische Konsequenz: ich schaffte dieses unselige Handy ab und mir ein neues Smartphone an.

Natürlich war der Liebeskummer nicht von heute auf morgen weg, aber der unerträgliche Signalton –  von ihm blieb ich verschont.

Mehr zum Thema Liebeskummer gibt es hier.

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Ein Gastbeitrag von Anke. Der Partner alleine im Urlaub, mit Kumpels unterwegs oder ständig bei interessanten Evens – es gibt Situationen, da packt selbst gestandene Powerfrauen, die über eifersüchtiges Getue sonst nur lächeln können, dieses miese Gefühl.

Oft reicht – der modernen Technik sei „Dank“ – nur ein missverständlicher Whatsapp-Verkehr oder eine andere Nichtigkeit, die das Kopfkino von Frauen gehörig anleiern können.

Läuft sich dieser Film einmal heiß, ist die Situation oft kaum mehr zu retten und es folgt eine hässliche Eifersuchts-Litanei.

Oft bemerken es Frauen, die eher spontan, aus einer bestimmten Situation heraus, eine Eifersuchtssalve abfeuern, in dem Moment selbst und wissen eigentlich tief in ihrem Inneren, dass sie jetzt – SOFORT – aufhören und den Rückzieher machen sollten.

Meist tut man (FRAU) das aber nicht und das Drama nimmt seinen Gang. Der Empfänger der Vorwürfe weiß meistens überhaupt nicht, wie ihm geschieht und sieht sich von jetzt auf gleich einer wilden Eifersuchtsszene ausgesetzt. Dabei war doch vor einer halben Stunde noch alles in Ordnung!

Tja – kennen Sie das? Ich ja. Hatte ich doch selbst schon solche Momente, so erst kürzlich wieder. Obwohl mir sonst die Trips meines Partners mit seinen Kumpels herzlich egal sind und ich da noch nie was dagegen hatte, habe ich dieser Tage in so einer Situation die Nerven verloren. Er war weit weg – in der Sonne, mit Kumpels. Soweit – so normal, das macht er öfter.

Und bei solchen Gelegenheiten sind wir auch immer in Kontakt, schreiben uns, schicken uns Sprachnachrichten, telefonieren.

So war es auch diesmal wieder. Nur wurde ich in hier in einer bestimmten Situation an eine alte Untreue-Erfahrung eines Expartners erinnert und – drehte frei.

Ich hatte ihm, innerhalb unseres fließenden Whatsapp-Verkehrs eine Nachricht mit einem Foto geschickt. Nichts weltbewegendes, es war ein Bild aus meinem Garten.

Da mein Freund stets rasch auf solche Nachrichten antwortete, rechnete ich auch hier mit einem zügigen Feedback.

Es kam aber nichts. Keine Antwort.

Entgegen meinem sonstigen Verhalten ging ich immer wieder in den Whatsapp-Chat und schaute nach, ob er online war. Der Online-Status wurde mal angezeigt – und mal nicht. So ging das fast 1 ½ Stunden lang. Ich wurde fast wahnsinnig – warum weiß ich auch nicht so recht.

Tausend Fragen jagten durch meinen Kopf – die oben erwähnte, alte Fremdgeh-Erfahrung tauchte in meinem Inneren auf, als sei es gestern gewesen.

Natürlich vermutete ich in dem Moment alles Mögliche – dass aber mein Partner ganz entspannt mit Freunden einfach nur beisammen saß und das Handy in der Ladestation hatte, darauf kam ich nicht. Oder wollte es vielleicht auch nicht.

Mein gesamtes ICH hatte sich bereits auf eine anrollende Eifersuchts-Lawine eingestellt, sie kam und ich konnte nichts mehr machen, war wie ferngesteuert.

Und meine Reaktion denn auch absolut kindisch und kleinmädchenhaft. „Warum antwortest Du nicht?“, „Wer weiß, mit wem Du permanent schreibst!“ und so weiter und so fort ging es rund, in einer gepfefferten Sprachnachricht, die ich ihm schickte.

Natürlich war daraufhin auch seinerseits die Hölle los – ist doch klar. Er – der ganz normal mit anderen Leuten ganz harmlos zusammen saß – wurde auf einmal, aus dem Nichts, von mir zusammengestaucht. Na toll!

Das Ganze schaukelte sich soweit hoch, dass er mich wutentbrannt anrief und fragte, was das denn sollte? Er erklärte mir, dass das Telefon im Restaurant am Ladegerät hing und er mit den anderen auf dem Freisitz saß und plauderte.

Offenbar ist das ständige online- und nicht-online-sein einfach eine technische Einstellung bei Whatsapp, die so auch angezeigt wird, wenn das Handy geladen wird. Ich glaubte ihm sofort und natürlich war mir bewusst, wie bescheuert und verletzend mein kindisches Verhalten war!

Tatsächlich ärgerte ich mich ja schon über mich selbst, als ich die dümmliche Sprachnachricht gerade abgesetzt hatte, wie schon erwähnt…

Wir redeten uns ob der Situation beide am Telefon in Rage und ein Wort ergab das andere.

Ich war fassungslos über diesen sinnlosen Streit, aber mehr noch über mich, die diesen ja – ohne Not – heraufbeschworen hatte. Um uns zu beruhigen, beendeten wir das Gespräch erst einmal und ließen eine halbe Stunde verstreichen.

Ich ärgerte mich maßlos über mich und schickte ihm ein großes Sorry über Whatsapp. Er schien seinerseits zwischenzeitlich auch beruhigt und nach ein, zwei Stunden war die „alte“ Stimmung wiederhergestellt – zum Glück! Wir tauschten dahingehend noch ein paar Nachrichten aus und keiner trug dem anderen etwas nach.

Das hätte allerdings auch tüchtig ins Auge gehen können, nicht jeder ist so – wie mein Freund – hart im Nehmen. Zumal es nicht die erste Eifersuchtsattacke war, die ich ritt. Innerhalb unserer Beziehung ist das vielleicht zweimal vorgekommen (wir sind ein bisschen über ein Jahr zusammen…). Der Anlass war immer derselbe: ich wurde in einer bestimmten Situationen einfach an alte Wunden erinnert – emotional.

Dennoch: diesmal schwor ich mir, dass es eine Wiederholung einer solchen Eifersuchtsattacke meinerseits nicht geben wird!

Denn: hätte ich vorher noch mal Luft geholt und ein wenig Geduld gehabt, bis seine Antwort eingetroffen wäre, hätte man sich diesen überflüssigen Streit erspart.

Dass dieser mir bis in den Abend nachhing und zudem extrem auf Magen und Darm geschlagen hatte, muss ich wohl nicht extra erwähnen! Deshalb ein Ratschlag, den ich nicht nur mir selbst gebe, sondern der wahrscheinlich für jede Frau, die ähnlich tickt wie ich, gut ist:

tief, tief Luft holen, wenn das Kopfkino die Kontrolle über einen übernehmen will!

Denn – wir wissen es doch: die allermeisten Eifersuchtsszenen sind absolut unbegründet, so wie auch in meinem geschilderten Fall. Sie müssen absolut nicht sein und sind auch definitiv zu verhindern.

Einfach nur schön und ruhig atmen, sich kurz ablenken, die aufwallende, innerliche Emotion runterfahren. Ich weiß, das ist nicht (immer) leicht, aber doch machbar.

Finde ich zumindest. Ich werde mich selbst dranhalten. Weil ich erwachsen und nicht am Ende meiner Beziehung wegen einer Nichtigkeit interessiert bin!

In diesem Sinne: ohhhmmmmm!

PS: Wer über die wissenschaftliche Seite dieses negativen Gefühls etwas erfahren möchte, schaut hier.

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Es dürfte das fieseste Gefühl der Welt nach der Trauer um einen geliebten Menschen sein: der Liebeskummer. Es gibt wohl niemanden, der diesen unsäglichen Schmerz nicht kennt und nicht mindestens einmal im Leben durchgemacht hat.

Da es dagegen bekanntlich kein Rezept gibt und jeder, der von Liebeskummer geplagt ist, durch diese Hölle gehen muss, sollten sich Betroffene diese miese Zeit so angenehm wie möglich machen. Sicher – das Attribut „angenehm“ klingt befremdlich im Zusammenhang mit Liebeskummer, aber jeder weiß doch wie es ist! Wird man von einem geliebten Menschen verlassen, dann stehen zumeist erst mal Weinen, exzessives Essen und bei vielen auch übermäßiges Rauchen und Trinken auf dem Programm.

Sich was gönnen ist oberstes Gebot!

Dagegen ist – sofern sich nach dem Kummer dahingehend alles wieder normalisiert – auch nichts einzuwenden. Es ist aber auch nichts dagegen einzuwenden, sich in dieser harten Zeit ein paar Annehmlichkeiten zu gönnen, die zumindest das „Drumherum“ etwas schöner machen, wenn es einem – mit Verlaub – scheiße geht.

Wovon genau ist die Rede? Nun – wie schon aufgeführt: von Luxus.

Hierbei sind weder teure Handtaschen gemeint, noch ein Trip in ein Luxushotel (wäre `eh für die Katze, weil das mit Liebeskummer nichts bringt) noch irgendwelche Luxusuhren. Nein – die Rede ist vom Luxus in Ihren eigenen vier Wänden und zwar von bezahlbarem.

Annehmlichkeiten streicheln die Seele

Von schönen Annehmlichkeiten, die der Seele in der Zeit des Leidens einfach guttun. Keine Bange, jetzt folgt nicht der – überall zu findende – Tipp, dass Sie Ihr Badezimmer zum Spa umwandeln und sich einfach jeden Abend in ein duftendes Schaumbad begeben sollen!

Nein, wir haben andere Tipps – selbst erprobt und daher zur Weiterempfehlung geeignet, wie wir meinen.

Los geht’s:

  1. Edle Bettwäsche. In Zeiten des Liebeskummers ist an erholsamen Schlaf nicht zu denken, im Gegenteil: entweder man wälzt sich in den Laken herum oder man liegt im Bett und liest in Liebeskummer-Ratgebern. Und fühlt sich deprimiert, untröstlich und mies. Warum dies also nicht in einer superedlen Bettwäsche tun? Wer einmal hochpreisige Bettmode gekauft hat, der weiß den qualitätsmäßigen Unterschied zu schätzen. Und: wann, wenn nicht in der Zeit immensen Hardcore-Liebeskummers, sollte FRAU sich so etwas gönnen? Eben!
  2. Nobles Geschirr. Wer mit einer Trennung fertig werden muss, der hat für die normalen Mahlzeiten kaum was übrig und Appetit sowieso nicht. Im Gegenteil: meist kompensiert man den Schmerz mit Unmengen an Schokolade oder/und Chips. Von normaler Ernährung kann in solchen Extremsituationen kaum die Rede sein! Aber dennoch: um den Kaffee am Morgen oder mal ein Stückchen Kuchen (ohne Süßes kommt wohl kaum einer in dieser Phase aus!) kommt wohl niemand der Liebeskummer-Geplagten umhin. Warum also dies nicht von edlem Geschirr tun? Das ist Balsam für die Seele und auch erschwinglich. Einfach ins nächste Kaufhaus gehen und sich ein hochwertiges Geschirr-Service aussuchen – es muss ja nicht die Familiensortierung sein!
  3. Kuschelige Decken oder Kissen in bester Qualität. Gefühlt hat man Liebeskummer irgendwie immer in den sowieso schon trostlosen Monaten von November bis Februar – was das Tal der Tränen noch unerträglicher macht! Umso wichtiger, dass Sie sich Ihren kuscheligen Rückzugsort (das Sofa, den Sessel….) so angenehm wie möglich gestalten. Ziehen Sie los und holen Sie sich richtig schöne Kissen und eine Kuscheldecke, den Namen auch verdient hat! Geben Sie ruhig ein paar Euros mehr aus und achten Sie auf Stoffe in Luxusqualität – das ist dennoch erschwinglich!

Die Liste könnte noch endlos fortgesetzt werden, denn die Möglichkeiten, es sich mit einem Hauch von Luxus in den eigenen vier Wänden schön zu machen, sind vielfältig. Aber natürlich hat man in einer Liebeskummer-Situation freilich anderes zu tun, als die Wohnung auf den Kopf zu stellen, deshalb haben wir uns nur auf die Basics, die der Seele bei Liebeskummer am ehesten guttun (wenn wohl auch eher unbewusst) konzentriert.

Und – last but not least – noch ein Wort zu den Nahrungsmitteln, die Sie bei Liebeskummer garantiert viel zu viel zu sich nehmen: Wein und Schokolade.

Tun Sie sich doch auch hier den Gefallen und investieren ein, zwei Euro mehr, vor allem beim Wein.

Denn: Liebeskummer allein reicht schon, Kopfschmerzen und/oder einen fiesen Kater braucht es nicht auch noch!

Und dann: gehen Sie durch das bittere Tal und haben Sie im Hinterkopf, dass die Situation von Tag zu Tag besser wird, auch wenn man sich das natürlich mitten im Herzschmerz nicht vorstellen kann.

Es ist aber so. Sie wissen es ja auch…!

Bildnachweis: Fotolia, Datei: #189339924 | Urheber: Kirill Grekov