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Flip Chart "Höhle der Löwen" - TV Show

Ein tolles Produkt vor Millionen von Fernsehzuschauern vorstellen – diesen Traum träumen viele Leute, die ein Start-up gegründet haben. Der Run auf die Gründershow „Die Höhle des Löwen“ ist deshalb groß. Alle wollen den Löwendeal! Oder zumindest kostbare Sendezeit. Denn die Minuten der Ausstrahlung, in denen die Gründer ihr Produkt vorstellen können, sind für junge Unternehmer unbezahlbar (und für ältere meist auch). Oftmals sorgen sie dafür, dass die Bestellungen nach der Sendung in die Höhe gehen – ganz gleich, ob der ersehnte Deal zustande kam oder nicht. Werbung – kostenfreie noch dazu – ist eben alles.

Deshalb ist in der Start-up-Szene ein Auftritt vor Maschmeyer & Co. der Hauptgewinn.

Gründer-Show wurde für Start-up-Frauen zur „Hölle des Löwen“

Den glaubten auch die Gründerinnen Alexandra Vázquez Bea und Annette Rieger aus Hannover, für die die „Höhle der Löwen“ zur „Hölle der Löwen“ wurde. 

Beide Frauen vertreiben außergewöhnliche Lebkuchen. „Lenchen“ heißt das süße Wintergebäck, das nach einem Familienrezept, das einst Oma Lene erfand, gebacken wird. Durch die Löwenhöhle sollte die süße Verführung einem Millionenpublikum bekannt werden und neue Kunden anlocken.

Daraus wurde nichts.

Die Produktionsfirma, die die beiden Gründerinnen bereits zu einem Dreh eingeladen und auch vor Ort bei „Lenchen“ gefilmt hatte, sagte die Präsenz der beiden in der Show aus heiterem Himmel ab. Per E-Mail.

Schock nach Absage war groß

Der Schock war groß, bei Vázquez Bea und Annette Rieger. Nach einem Bericht der Ostsee-Zeitung schrammten die beiden engagierten Frauen knapp an einer geschäftlichen Katastrophe vorbei. 

Das Blatt schreibt:

„Sie geben bei ihrer Partnerbäckerei 35.000 Lebkuchen-Portionen in Auftrag, bauen ihren Online-Shop um, mieten zusätzliche Server. Insgesamt bauen sie Verbindlichkeiten in Höhe von 140.000 Euro auf, um sich auf die Ausstrahlung vorzubereiten. Um ihr schnelles Wachstum zu finanzieren, verkaufen sie sogar Anteile ihres Start-ups an einen Privatinvestor und eine Förderbank.“

Als die schnöde Absage eintrifft, können es beide kaum fassen. Zumal es November war und kaum mehr Zeit blieb, die vorproduzierten Lebkuchen an die Frau oder den Mann zu bringen. Obwohl „Lenchen“ das ganze Jahr über produziert wird, sind doch die Gewohnheiten der meisten Leute so, dass sie Lebkuchen nur in der Winter- und Weihnachtszeit essen.

Ausladung aus Show bescherte Verluste

Logisch, dass die Entscheidung der Show-Macher ein tiefer Einschnitt war und Verluste bescherte.

Die Ostsee-Zeitung schreibt in ihrer Ausgabe vom 23. Mai 2019 weiter:

„Sie stoppen sofort die Produktion, suchen mit Hochdruck neue Vertriebspartner, aktivieren Freunde und Bekannte, nehmen auch privat Kredite auf. Nachts liegen sie wach, ihre Gedanken kreisen darum, die Insolvenz abzuwenden. Am Ende verkaufen sie rund die Hälfte ihrer Lebkuchen, zu niedrigeren Preisen als kalkuliert – den Rest müssen sie entsorgen. Sie schließen das Jahr nur mit einem Umsatz von 150.000 Euro ab.“

Und heute? Nun – echte Powerfrauen gehen nicht unter. Das weiß man. Und weil die Lebkuchen-Expertinnen nicht aufgaben, sind sie immer noch da. Logisch!

Nun geht es für „Lenchen“ aufwärts

Mittlerweile ist der Schock verdaut und die Auftragsbücher werden praller. Zwar müssen die beiden noch die eine oder andere Rechnung abstottern, aber interessierte Händler fragen mehr und mehr an. Langsam, aber sicher – so scheint es – geht es aufwärts.

Das wäre den beiden Gründerinnen auch von Herzen zu wünschen. Dass es dann auch klappt, ist wahrscheinlich. Denn Vázquez Bea und Annette Rieger profitieren von vielen Umständen. Zum einen werden Lebkuchen (und solche, die nach alter Tradition gebacken werden erst recht) immer gern gegessen und zweitens steigt der Kauf per Internet mehr und mehr an. 

„Lenchen“, so scheint es – wird sich behaupten!

Bildnachweis: picture alliance/Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

 

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Carolin Schuberth (links im Bild) stellte im Spätsommer 2018 in der VOX-Show „Die Höhle der Löwen“, gemeinsam mit Marcella Müller, ein Produkt vor, das Frauen mit und ohne Kinder gleichermaßen begeistert: die Waschies.

Die Produkte kommen sowohl beim Abschminken als auch für die Reinigung empfindlicher Baby-Popos zum Einsatz. Und das auf eine so sanfte Weise, die einzigartig ist. Das Besondere an dieser Neuheit ist die Faser, im Zusammenhang mit der Faserkombination.

Die Symbiose aus einer sehr hochflorigen Mikrofaser, im Zusammenspiel mit einer Viskosefaser bildet die Grundlage der Waschies. Man kann sie bei bis zu 95 Grad waschen und sie sind hypoallergen. Ein extrem wichtiger Fakt – vor allem, wenn es um Babyhaut geht.

Das Potential der Waschies erkannte in der Gründer-Sendung Ralf Dümmel und Carolin Schuberth hatte ihren Deal. Seitdem unterstützt der Investor, der etliche Investments mit engagierten und hochmotivierten Gründern eingeht, die taffe Unternehmerin mit seinem professionellen Team.

Bei den Verbraucherinnen kommen die Waschies supergut an, auf Amazon avancierte die Erfindung der zweifachen Mutter aus Franken bereits zum Bestseller. Im Interview erzählt uns Carolin Schuberth, vor welchen Herausforderungen sie stand, als sie Mutter geworden ist und herkömmliche Baby-Hygiene-Produkte für ihr Kind nicht nutzen konnte. Erfahren Sie außerdem, wie diese Situation zu ihrer Geschäftsidee führte, wo sie mit Ihrer Marke aktuell steht und wie sie den Ausbau ihres Unternehmens in Einklang mit ihrer Familie bringt. Für Mamas, die feststellen, dass der alte Job nicht mehr passt und ebenfalls mit dem Gedanken spielen, sich selbständig zu machen, hat die Waschies-Erfinderin zudem noch wertvolle Tipps parat! 

FB: Frau Schuberth, wie war Ihre Stimmung, als Sie in die Show „Die Höhle der Löwen“ gingen, mit dem Wissen, dass Millionen TV-Zuschauer Ihre Präsentation sehen werden?

Carolin Schuberth: Unser Herz schlug wirklich bis zum Hals und man weiß, dass man nur eine Chance hat, wenn man hier nicht performed, dann sehen das Millionen Menschen und man kann das auch nicht rückgängig machen. Aber nach ein paar Minuten in der „Höhle der Löwen“ war die Aufregung auch weg und man war völlig in der Konversation und in dem Pitch eingetaucht.

FB: Zu dem Zeitpunkt, als Sie und Ihre Geschäftspartnerin (und Freundin) den TV-Auftritt hatten, waren die Waschies bereits ein Dreivierteljahr am Markt – ganz als Neulinge stiegen Sie nicht ein. Wann sind Sie in dieser Zeit auf die Idee gekommen, sich für die Show zu bewerben?

Carolin Schuberth: Eigentlich wollte ich im Jahr 2017 einen Vertrieb finden, der die Waschies auch in den Handel bringt, das aber hat sich so schwer dargestellt, dass ich kurzer Hand mich dazu entschlossen habe, einen Bewerbungsfilm für die Höhle der Löwen abzugeben.

Wir haben Ende des Jahres 2017 den Film eingereicht und haben gar nicht gedacht, dass wir überhaupt Feedback bekommen.

FB: Zu den Waschies selbst. Sie haben diese ja entwickelt, als Sie – nachdem Sie Mama wurden – bemerkten, dass viele Babys die Inhaltsstoffe in den herkömmlichen Feuchttüchern nicht vertragen und die Nutzung dieser Tücher zudem unendlich viel Müll produziert.  Wie schätzen Sie, aufgrund Ihrer Erfahrung in der Kommunikation mit anderen Müttern, die Sensibilität für das Thema des Müllverbrauchs ein? Steht das ebenso im Vordergrund wie die Tatsache, dass Mütter die Waschies ohne Angst vor Hautirritationen für ihre Kleinen nutzen können? Oder zählt bei Nutzern der Waschies in erster Linie die Abwesenheit von allen möglichen Inhaltsstoffen.

Carolin Schuberth: Das muss jede Mama für sich selbst beurteilen, denn wenn man Kinder mit Neurodermitis hat, weiß man, wie schwierig es ist, etwas zu finden, das nicht reizt, das war mein allererster Beweggrund. Meine Kinder haben schlichtweg die Feuchttücher nicht vertragen und deshalb habe ich mich auf die Suche nach einer Alternative gemacht. Natürlich ist der Müll-Aspekt nicht außer Acht zu lassen. Allein wenn man jetzt sieht, dass die EU Ohrenreinigungsstächen aus Plastik verbieten will, dann wird es einem bewußt, dass einfach jeder bei jedem Teil beginnen muss, Müll einzusparen.

FB: Was genau macht die Waschies so einzigartig?

Carolin Schuberth: Es ist die Faser selbst und auch die Faserkombination. Sie sind aus einer sehr hochflorigen Mikrofaser mit einer Viskosefaser gewebt, die bei bis zu 95 Grad gewaschen werden kann und hypoallergen ist. Sie bleibt ohne Weichspüler weich und gibt den Dreck auch wieder ab.

Ich habe desweiteren die Fasern auch auf Schadstoffe prüfen lassen und OEKO Tex Standard 100 zertifizieren lassen. Das sind alles Sachen, die mir einfach extrem wichtig waren.

FB: Neben der Zielgruppe „Mama & Baby“ legen Sie den Fokus auch auf Frauen, die die Waschies zum Gesicht reinigen / Abschminken verwenden können. Wie ist hier die Resonanz?

Carolin Schuberth: Die Resonanz bei den Abschminkpads war mehr als überwältigend, hier sind wir bei Amazon Beauty sogar auf Platz 1 gewesen, als das meistverkaufte Beauty-Produkt.

Wir sind im Handel überall ausverkauft gewesen und haben hier einen enormem Absatz erzielen können. Die Resonanz der Käufer war auch fast nur positiv, sie haben mir alle geschrieben, dass sie so überrascht waren, dass die Pads das Make-up nur mit Wasser wegnehmen.

FB: In der „Höhle-der-Löwen“-Show haben Sie sich für den Deal mit Ralf Dümmel entschieden. Wie hat sich diese Zusammenarbeit bislang ausgewirkt?

Carolin Schuberth: Ralf und sein Team ist sehr professionell und hat gerade im Bereich Vertrieb ein unheimliches Know-how, das wir hätten niemals aufbauen können. Aus dem Grund sehe ich hier für uns nur positive Aspekte, denn mit einem solchen Partner an der Seite, kann man nur wachsen. Menschlich mag ich Ralf einfach auch noch sehr, er ist so bodenständig und ruht sich in keinster Weise auf irgendeinem Erfolg aus. Hier passt einfach die Chemie.

FB: Sie selbst sind Werbefachfrau, haben eine eigene Werbeagentur. Dass Sie sich da auch um die Werbung für die Waschies kümmern, ist klar. Frage: wie verbinden Sie Ihre Arbeit für die Waschies mit Engagements für Ihre Kunden? Oder haben Sie andere Projekte erstmal auf Eis gelegt bzw. ausgelagert, um sich den Waschies zu widmen?

Carolin Schuberth: Das ist eine gute Frage. Bei meiner Werbeagentur habe ich 10 Angestellte und da kann ich auch nicht einfach sagen, ich ziehe mich hier zurück. Die Werbeagentur excellents, die ich vor sechs Jahren gegründet habe, läuft allerdings sehr gut, dadurch, dass meine Mitarbeiter hier auch in den verschiedensten Bereichen alle Spezialisten sind und unsere Kunden seit vielen Jahren uns treu sind, kann ich das auch alles stemmen. Allerdings ist es mit den Kindern schon schwer, hier habe ich im Moment meinen Mann, der zum Glück auch selbständig ist und er konnte ein wenig Stunden zurückschrauben. Dafür versuche ich auch wirklich das Wochenende voll und ganz den beiden Kids zu widmen und hier schaue ich auch nicht in den PC, das muss bis Montag Zeit haben.

FB: Wie läuft die Arbeitsteilung mit Ihrer Freundin und Geschäftspartnerin Marcella Müller, die mit Ihnen gemeinsam in der Show war?

Carolin Schuberth: Marcella hat ihre eigene GmbH und unterstützt mich wo sie kann, ich habe hier beispielsweise das Thema Finanzen komplett ausgelagert. Sie kann einfach Dinge, die ich überhaupt nicht kann und dadurch ergänzen wir uns so wunderbar.

FB: Wie erwähnt, sind sie selbst Mama, haben zwei Mädchen, eines im Vorschulalter und eines im Schulalter. Wie stemmen Sie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf?

Carolin Schuberth: Ich glaube, dass jede Mama da draußen einen immensen Stress hat, das alles unter einen Hut zu bekommen. Denn man möchte ja eine gute Mutter sein und immer für die Kids da sein, andererseits muss man den Kindern viel mehr Verantwortung geben, weil man die Zeit einfach nicht hat.

Klar, hat man hier auch ein schlechtes Gewissen, aber am Ende geht’s den beiden wirklich extrem gut und sie wachsen in einer Kleinstadt auf, das nochmal von Vorteil ist, weil ich hier einfach auch auf die Nachbarn und Freunde zählen kann, die mich hier unterstützen. Aber klar, jede Frau, die arbeitet und Kinder hat, muss ein riesen Planungstalent aufweisen und wenn dann noch ein Kind krank ist, dann wird es richtig schwierig, wenn man keine Eltern vor Ort hat. Als Frau musst Du dich davon verabschieden, dass Du nie genug bist, weder in der Arbeit noch bei den Kindern, aber dafür arbeite ich als Mutter viel schneller und strukturierter, weil ich einfach weiß, wie kostbar die Zeit ist.

FB: Welche Zukunftspläne sind aktuell in Sachen Waschies angesagt? Können Sie schon aus dem Nähkästchen plaudern?

Carolin Schuberth: Klar, wollen wir die Marke ausbauen und weitere Produkte entwickeln, aber das alles dauert noch ein wenig. Wir wollen jetzt erstmal die Marke stabilisieren und etablieren.

FB: Freizeit ist für Sie gegenwärtig sicher ein Fremdwort. Wenn doch mal ein paar arbeitsfreie Stunden angesagt sind – wie schalten Sie ab? Gibt es Hobbies?

Carolin Schuberth: Klar, das braucht jeder. Ich gehe jogggen, am liebsten im Wald, da verarbeite ich den ganzen Tag und komme extrem runter. Yoga gibt mir auch sehr viel – im Winter stehe ich immer 20 Minuten eher auf und mache früh Yoga, sobald ich das einen Monat gemacht habe, wird es auch wieder zum Ritual und man startet ganz anders in den Tag. Und nicht zu vergessen, meine Tennismannschaft, wir treffen uns einmal die Woche und trainieren, wobei hier der Spaßfaktor mit den Mädels im Vordergrund steht, aber das ist wichtig und da versuche ich auch wirklich mir die Zeit immer zu blocken.

FB: Welchen Tipp haben Sie für andere Mütter, die ein Unternehmen gründen wollen, parat?    

Carolin Schuberth: Wenn man der Typ ist, der gerne selbständig und frei arbeiten möchte, dann gibt es nichts schöneres. In anderen Ländern wie Schweden oder Dänemark ist das völlig normal, dass eine Mutter arbeitet und hier gibt es das Wort „Rabenmutter“ auch gar nicht. Ich bin doch viel entspannter, wenn ich glücklich im Job bin und bin dadurch auch eine entspanntere Mama – aber da müssen Sie am besten meine Kinder fragen….

Ein weiterer Tipp: mehr Mut – was kann passieren, wir werden beim Ausprobieren nicht unser Leben verlieren und das ist das einzige, was zählt.

Mehr zu den Waschpads für Babys, Kinder und Frauen erfahren Sie auf der Homepage des Unternehmens, folgen Sie einfach dem Link.

Bildnachweis: Carolin Schuberth

 

Ob nach der Elternzeit, aufgrund einer beruflichen Veränderung oder einfach dem Herzenswunsch wegen: kontinuierlich entscheiden sich Frauen dazu, als Existenzgründerin durchzustarten. Und wenn es nicht gerade die Bäckerei von nebenan oder das gut eingeführte Unternehmen mit solidem Kundenstamm ist, das sie übernehmen, brauchen Frauen dann vor allem eines: ein Offline-Netzwerk.

Also Menschen, die sie per sogenannter „Mund-zu-Mund“-Propaganda an andere Menschen weiterempfehlen.

Es gibt nicht wenige Neu-Selbständige, für die das Erschaffen eines realen Netzwerkes erst einmal wie Hexenwerk klingt. Das jedoch ist es nicht und Bedenken dahingehend sind unbegründet.

Lediglich kommunikativ sollte man sein, aber das ist ja sowieso in nahezu jeder Branche, in der man (FRAU) sich selbständig macht, eine Voraussetzung. Und dann kann es mit dem Aufbau eines Netzwerkes schon losgehen. Und zwar völlig unabhängig davon, ob man seine Selbständigkeit offline oder online betreibt – ganz klar!

Natürlich gibt es im Netz Geschäftszweige, bei denen die Online-Vernetzung überwiegt, aber die Regel ist das nicht. Für die allermeisten Branchen gilt: im realen Leben Kontakte zu anderen (selbständigen) Leuten aufzubauen, ist das A und O.

Und so macht FRAU das am besten:

Veranstaltungen besuchen ohne Ende

Um sicherzugehen, eine Menge Leute an einem Ort zu treffen, gehen Sie am besten auf Veranstaltungen. Und zwar auf so viele, wie möglich.

Hier sollten Sie Veranstaltungen, die nur mit Einladung zu besuchen sind, ebenso wahrnehmen, wie öffentliche Veranstaltungen. Um an Events zu kommen, zu denen nur ein bestimmter Personenkreis Zutritt hat, müssen Sie am Anfang ein wenig rührig sein.

Überlegen Sie beispielsweise, wer in ihrem Freundeskreis an attraktive Einladungen für bestimmte Veranstaltungen kommt und sprechen Sie die Freundin oder den guten Freund ruhig darauf an, dass Sie Interesse hätten, dort- oder dahin gern einmal mitzukommen.

Wichtig ist außerdem, dass Sie sich schlau machen, welche Veranstaltungen, Kongresse, Fachvorträge und so weiter, die ihre Branche betreffen, in Ihrer Stadt oder Ihrer Region abgehalten werden.

Kreativ an Einladungen kommen

Hier lohnt es sich oft, die entsprechenden organisatorischen Stellen zu kontaktieren und höflich darum zu bitten, in den Verteiler für Veranstaltungen aufgenommen zu werden. Das ist in den meisten Fällen kein Problem und auf diese Weise werden Sie schon bald die eine oder andere Einladung zu einer Veranstaltung oder zu einem Expertenforum bekommen.

Hier ist es ganz egal, ob Sie einen Pflegedienst führen oder schrille Hüte designen. Das Prinzip ist jedes Mal gleich. Beispiel gefällig?

Nun – wenn Sie einen Pflegedienst führen, sollten Sie sich in Ihrer Region die Ansprechpartner aus dem Bereich Pflege/Gesundheit/Soziales heraussuchen und schauen, was die veranstaltungstechnisch auf die Beine stellen. Ein kurzer Anruf oder/und eine Mail sollte dann genügen, um in den damit zusammenhängenden Einladungsverteiler zu kommen und beim nächsten Mal, wenn hier branchenspezifisch ein Event stattfindet, eine Einladung zu bekommen oder informiert zu werden.

Sind Sie Hut-Designerin, lohnt sich der Kontakt zum nächstgelegenen Stadt- oder Regional-Marketing und schon dürfte es klappen, mit der Aufnahme in den Verteiler. Warum? Ganz einfach: die meisten Stadtmarketing- und Tourismus-Büros veranstalten regelmäßig Events, bei denen die Strahlkraft der jeweiligen Region herausgearbeitet und auf das Potential hingewiesen wird.

Oftmals veranstalten diese Institutionen eigene Messen oder schaffen themenbezogene Plattformen, bei denen Sie die ansässigen Unternehmen/Selbständigen einbeziehen.

Auch laden solche Stellen oftmals überregionale Medienvertreter ein, um diesen das kreative Potential der jeweiligen Region nahe zu bringen.

Da würde es sich doch gut machen, wenn Sie als Hutdesignerin dabei wären – oder?

Und die Chance darauf haben Sie, wenn Sie im Vorab mit den Verantwortlichen in Kontakt getreten und somit dann auch gleich im Verteiler aufgenommen sind.

Kommunizieren, kommunizieren, kommunizieren….

Sind Sie dann auf den entsprechenden Veranstaltungen präsent, heißt es kommunizieren so gut es geht!

Nehmen Sie auf Events wirklich jede Möglichkeit wahr, mit anderen Leuten ins Gespräch zu kommen, denn die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass Sie hier auf potentielle Auftraggeber treffen.

Klar, so manche Frau, die gerade den Prozess der Existenzgründung abgeschlossen hat, hat Skrupel, auf Veranstaltungen mit wildfremden Menschen ins Gespräch zu kommen und Smalltalk zu betreiben. Aber auch diese Hürde lässt sich nehmen, denn Smalltalk ist an und für sich superleicht und kann von jedem angewandt werden. Wenn man einmal drin und darin sicher ist, wird man sich nie wieder scheuen, ein erstes belangloses, nettes Gespräch mit anderen Leuten zu führen. Mehr dazu hier.

Visitenkarten immer an der Frau haben!

Wer mit der Zeit häufiger auf Veranstaltungen geht, wird feststellen: nach dem Smalltalk schließt sich meist ein Gespräch oder eine lockere Plauderei über das jeweilige Berufsfeld der Gesprächspartner an.

Bleiben Sie hier bewusst an der Oberfläche, erzählen Sie keine Romane, aber bringen Sie schon auf den Punkt, was Sie anbieten. Das ist ganz wichtig! Und noch wichtiger ist es, dass Sie immer – wirklich immer! – Ihre Visitenkarten einstecken haben, wenn Sie auf eine Veranstaltung gehen.

So können Sie mit dem Überreichen Ihrer Visitenkarte eine Plauderei stets charmant abschließen oder gekonnt abrunden, wenn Sie das kleine Papier mit Ihren Kontaktdaten weitergeben.

Meist erhalten Sie im Gegenzug auch die Visitenkarte Ihres Gesprächspartners.

Verlegen Sie diese nicht, sondern bewahren Sie diese später in einem dafür vorgesehenen, kleinen Ordner auf oder – noch besser! – erstellen ein Tabelle mit diesen Kontaktdaten. Eine solche Tabelle wird sich rasch füllen – warten Sie es ab!

Kontakte zu erfassen zahlt sich aus!

Im Übrigen macht es sich auch immer gut, in eine solche Aufstellung oder auf die Rückseite der Visitenkarte auch den Anlass zu notieren, bei dem Sie die betreffende Person kennengelernt haben. Sollten Sie später einmal ein wichtiges Anliegen haben, für das Sie diese Person kontaktieren und es ist vielleicht viel Zeit vergangen, so dass die Gefahr besteht, dass man sich an Sie nicht erinnert, können Sie kurz und gekonnt einflechten, wo man einst aufeinandertraf.

So nach dem Motto: „Wir haben uns damals auf dem Stadtmarketing-Kongress in XY kennengelernt“.

Das macht viel aus und ist eine große Hilfe, selbst wenn man längst von der Existenzgründerin zur Unternehmerinnen-Persönlichkeit aufgestiegen ist.

Zurück zu den Veranstaltungen und den Leuten, die dort präsent sind:

Versuchen Sie einfach, hier mit so vielen Menschen wie möglich in Kontakt und am besten auch ins Gespräch zu kommen.

Nur so nimmt man Sie und vor allem das, was Sie zu bieten haben, wahr! Und nur so kommen Sie an Aufträge. Meistens nicht sofort, aber es ist keine Seltenheit, dass jemand, den Sie vor Ewigkeiten mal auf einer Veranstaltung kennengelernt haben, nach vielen Monaten (oder gar Jahren) auf Sie zukommt und Ihre Leistungen in Anspruch oder Ihre Produkte kaufen will.

Oftmals kommt es auch vor, dass jemand, den Sie erst kurze Zeit zuvor kennengelernt haben, nur wenige Wochen später bei Ihnen anruft, mit den Worten: „Sie machen doch das und das. Und ich habe hier jemanden, der genau danach sucht – darf ich demjenigen Ihre Nummer geben?“.

Oder es erreicht Sie der Anruf einer Person, die sich auf eine Frau oder einen Mann, die oder den Sie kürzlich bei einer Veranstaltung kennengelernt haben, bezieht. Und will mit Ihnen ins Geschäft kommen.

Nicht nachlassen im „Kontakte generieren“

So funktioniert ein Offline-Netzwerk. Und nur so! Haben Sie sich erstmal ein beachtliches Netzwerk geschaffen, werden ganz von allein Leute auf Sie zukommen, denen Sie irgendwann einmal Ihre Karte gegeben haben. Oder Bekannte beziehungsweise Freunde von denen.

Das Schöne dabei: durch neue Kontakte erhalten Sie ganz automatisch auch neue Einladungen und damit oft auch Zugang zu Kreisen, die Sie noch nicht kennen oder in denen Sie noch nicht genetzwerkt haben. Hat all das erst einmal Fahrt aufgenommen, wird sich ganz viel von alleine ergeben – das werden Sie feststellen.

Aber: sich dann zurücklehnen und dem Kontakte-Karussell frönen, ist nicht! Denn all das will gepflegt und erhalten werden. Lässt man hier nach und hört irgendwann auf, auf Veranstaltungen und Events zu gehen, wird das aufgebaute Netzwerk nach und nach brüchiger. Es sei denn, Sie veranstalten ein bis zweimal im Jahr eigene Events und laden Ihre vielzähligen Kontakte dazu ein. Geht natürlich auch…!

Als Existenzgründerin Kontakte pflegen

Egal, ob Sie noch Existenzgründerin oder schon eine gestandene Unternehmerinnen-Persönlichkeit sind: pflegen Sie Ihre Kontakte! Auch und vor allem die, die zwar keine Kunden bei Ihnen sind, aber die Sie regelmäßig an andere Leute, die dann Kunden bei Ihnen werden, empfehlen.

So sollte es selbstverständlich sein, solchen Multiplikatoren auch einmal ein Präsent zukommen zu lassen. Im Business bietet sich hier zumeist das alljährliche Weihnachtsfest an. Es ist üblich, zum Jahresende – neben den Geschäftspartnern und Kunden, die ja `eh mit einem Präsent bedacht werden – auch den „Empfehlern“ ein adäquates Präsent zukommen zu lassen.

Sind Sie über besondere geschäftliche Termine oder/und Jubiläen der „Empfehler“ informiert, so ist es eine schöne Geste, hier ebenfalls mit einem kleinen Präsent oder einem stilvollen Glückwunsch-Gruß aufzuwarten.

Wichtig: das gilt auch für Leute, die sie zwar noch nicht an andere Menschen empfohlen haben, aber mit denen Sie auf der einen oder anderen Veranstaltung schon einen netten Plausch geführt und die Visitenkarten ausgetauscht haben. Bringt man sich immer wieder in Erinnerung, ist man bei diesen Leuten nämlich auf dem Schirm, wenn sie einen Auftrag vergeben oder ein Produkt kaufen wollen, wofür Sie die richtige Ansprechpartnerin sind!

Auch privat gekonnt kommunizieren

Gerade als Existenzgründerin ist es außerordentlich wichtig, auch im privaten Umfeld auf die eigene Dienstleistung oder das eigene Produkt aufmerksam zu machen. Gelegenheiten hierfür gibt es meist mehr, als man denkt. Einzig das WIE ist wichtig, denn plumpe Eigenwerbung kommt kaum gut an, klar.

Dezentes Eigenmarketing bei Erledigungen oder Begegnungen im Alltag sind dagegen total okay und entsprechende Gelegenheiten sollten deshalb unbedingt wahrgenommen werden.

Dazu zwei Beispiele:

Stellen Sie sich vor, Sie kommen mit Ihrem Elektriker oder der neuen Mieterin einen Eingang weiter ins Gespräch. Flechten Sie hier ruhig – wenn es passt – ein, was Sie beruflich machen. Ist eine Grundsympathie zwischen Ihnen und den Gesprächspartnern vorhanden, können Sie davon ausgehen, dass sich diese Leute erinnern, wenn sie einmal Bedarf haben, Ihre Leistungen in Anspruch zu nehmen oder auf der Suche nach einem Produkt sind, das Sie anbieten.

Ebenso müssen Sie keine Scheu davor haben, Ihre Visitenkarte einem netten Gesprächspartner zu überreichen, den Sie im Privatleben treffen. Auch dieser ist ein potentieller Kunde und somit wichtig.

Wenn Sie all diese Tipps beherzigen, werden Sie rasch erkennen, dass der Aufbau eines beruflichen Netzwerkes keine besondere Kunst ist. Gerade als Existenzgründerin sollte es Ihnen ein Anliegen sein, ein solches Netzwerk aufzubauen.

Natürlich ist das Investment „Zeit“ nicht zu unterschätzen, aber sowohl eine Existenzgründerin als eine gestandene Unternehmerinnen-Persönlichkeit wird wohl kaum bei der Kontaktpflege mit der eigenen Zeit geizen.

Denn auch hier – und vor allem hier! –  gilt der knarzige Spruch: „Zeit ist Geld“.

Viel Erfolg!

Bildnachweis: pexels.com

Spielzeug, das erst heiß ersehnt und nach kurzer Zeit langweilig geworden ist –  davon können wohl die meisten Eltern oder Großeltern berichten. In vielen Kinderzimmern wimmelt es heute von Figuren, Bausteinen oder Stecksystemen namhafter Marken, aber oftmals fehlt diesen Dingen der Langzeiteffekt.

Das heißt, dass nicht selten das Spielzeug schon nach kurzer Zeit unbeachtet in der Ecke oder im Regal im Kinderzimmer verstaubt. Hinzu kommt: während diese Teile das Interesse der Kinder nicht mehr wirklich wecken können, werden parallel dazu schon wieder neue Begehrlichkeiten geweckt – sei es beim Einkaufen, durch Freunde oder durch die Werbung.

Es gibt ja für Eltern kaum mehr ein Bereich des öffentlichen Lebens, in dem sie nicht mit Einhörnern oder Elsa und Anna konfrontiert werden! Der „Haben-wollen“-Modus wird von der Spielzeugindustrie mehr als geschickt bei den Kleinen aktiviert – das Resultat ist zumeist Überfluss, Unnützigkeit und eben auch Abfall. Selbst wenn benutztes Spielzeug von engagierten Eltern an Vereine oder finanziell benachteiligte Familien gespendet wird – irgendwann hat jedes Spielzeug ausgedient und der Nachschub läuft ununterbrochen auf Hochtouren. Da muss man nur eins und eins zusammenzählen, um zu erahnen, was das auf Dauer mit der Umwelt macht, zumal vor dem Hintergrund, dass eine Menge Spielzeug mit fragwürdigen Inhaltsstoffen aufwartet.

Um diesem Wahnsinn zu begegnen, haben drei Frauen, allesamt Mütter, auf diese Situation reagiert und sich ihre eigenen Gedanken zum Überfluss im Kinderzimmer gemacht. Herausgekommen ist eine einzigartige und innovative Idee, die bald schon – als fertiges Produkt – in viele neugierige Kinderhände gelangen soll: Pappka, die faltbare Spielewelt, die auch in Sachen Nachhaltigkeit von sich reden macht.  Martina Musek, Cordula Hundrieser und Antje Stumpe (im Bild von links nach rechts) sind die kreativen Köpfe hinter dem Start-up Pappka.de aus Leipzig.

Im Interview erklärt Antje, wie es zu der Idee kam und wie die ausgefallene Spielewelt schon bald bei interessierten Familien Einzug halten soll. 

FB: Antje – das Team hinter pappka.de besteht komplett aus Müttern. Wie kam es dazu, dass ihr drei Mamas ein Start-up für kreative und umweltschonende Spielwelten gegründet habt?

Vor drei Jahren bin ich auf Martina Musek über die Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle gestoßen. Wir haben dort studiert. Ich studierte dort Kommunikationsdesign und Martina studiert dort Lern- und Spieldesign – ja, so einen Studienzweig gibt es wirklich.

Sie suchte eine visuelle Gestalterin für ihre faltbaren Spielwelten, die aus einem Semesterprojekt heraus entstanden sind. So kamen wir zusammen. Seither kümmere ich mich um den ganzen Markenaufbau der Spielwelten, jeder Buchstabe, jedes Zeichen, jede Farbe, jedes Foto und jede Videosequenz wird von mir genaustens überlegt und wie ein Puzzle zu einem großen und ganzen Erscheinungsbild zusammengefügt.

Am Ende ist ja nicht nur die Idee entscheidend, sondern auch, ob PAPPKA® als Marke stark genug ist. Beides muss stimmen.

Martina entwickelt also das Produkt, angefangen von den ausgeklügelten Falttechniken, bis hin zur Materialwahl, über Laser-und Plottertests der Ideen und ich gebe dem Ganzen dann eine visuelle Erscheinung. Und dann ist Cordula Hundrieser zu uns ins Team gekommen, eigentlich im passendsten Moment, den man sich vorstellen kann, denn der Bauernhof der Spielwelten war soweit fertig, um in die Welt hinausgetragen werden zu können. Da wir beiden Designerinnen aber eher scheue Rehe sind, ist Cordula die perfekte Ergänzung.

Cordula ist unser heißer Draht nach außen. Sie erstellt das Vertriebskonzept, kümmert sich um die Kalkulationen, bereitet die Wege vor, damit PAPPKA® in den Handel kommen kann. Marketing und Sales ist ihr Schwerpunkt. Wir drei zusammen sind ein starkes Team. Jede bringt sich voller Liebe, Leidenschaft und mit viel Herzblut ein. Jede tickt ein wenig anders, aber am Ende sind es die Synergien, die uns voranbringen. Zu dritt haben wir dreimal mehr Energie, als wenn wir allein wären. Das ist großartig. Es macht wirklich Spaß, als Frauenpowerteam die Idee der faltbaren Spielwelten gemeinsam voranzutreiben.

FB: Was genau steckt hinter dem Konzept von Pappka.de?

PAPPKA® hat mehrere konzeptionelle Ansätze. Zum einen das ausgetüftelte Spielkonzept: unsere Spielwelten sind Gestaltungs,- Rollen,- und Konstruktionspiel in einem. Außerdem vereint es Pop-up und Papercraft miteinander, also die Idee, etwas wird geöffnet und klappt sich dann auf, kombiniert mit der Idee des Modelbastelbogens. Hier ist für die Entstehung eines dreidimensonalen Objektes stabileres Material im Einsatz als aus Karton. Man kennt ja Pop-up Bücher, die sind so filigran, dass die Kinder sie nicht betätigen dürfen, aus Angst, dass die feinen Schieber und Klappen einreißen und kaputt gehen. Mit unseren Spielwelten aber sollen die Kinder auch spielen können. Bis zu 1.000 mal können die Klappen unbeschadet auf,- und zugeklappt werden.

Dann ist ein großer Schwerpunkt das Umweltkonzept: Wir haben uns überlegt, dass die Umverpackung gleich Teil des Spieles sein kann, um auch hier Rücksicht auf die Umwelt nehmen zu können. Das ganze Produkt besteht aus Materialien, die in ihre technischen und biologischen Kreisläufe zurückgeführt werden können. Außerdem lassen sich die Buchdecken entnehmen, so dass man, wenn man möchte, die nächste Spielwelt einsetzen kann, in dem Fall z.B., dass das Bauernhofhäuschen nicht mehr interessant ist und das Kind jetzt lieber mit der Ritterburg spielen möchte. Das schont nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel. Die Buchdecken können also immer wieder verwendet werden. Und das ganz Besondere und innovative an unserer Erfindung ist, dass sich die Spielfläche auf 2 cm zusammenklappen lässt und einfach wie ein Buch im Bücherregal verstaut werden kann. So kann man in Sekundenschnelle im Kinderzimmer aufräumen und Platz schaffen. Genauso schnell kann man aber auch wieder in das Spiel einsteigen. Wir wissen aus eigener Erfahrung unserer Kinder, dass die Spielzeuge, die offensichtlich im Kinderzimmer stehen, wie Puppenstuben, Parkhäuser, Ritterburegn ect., am Ende nur einstauben und schnell zu langweilig werden. Was aber immer wieder neu aus dem Schrank geholt werden kann, bleibt interessant.

FB: Habt ihr eure Idee im Vorfeld durch kleine Erdenbürger testen lassen? Wenn ja, auf welche Art und wie haben die Kinder diese außergewöhnliche Idee für`s Kinderzimmer angenommen?

Ja, wir haben den Proof of Concept durchgeführt, indem wir eine Nullserie von 200 Exemplaren hergestellt haben und sie in sieben Kindergärten in Leipzig mit 365 Kindern getestet haben. Wir haben Kurzzeittests durchgeführt und Langzeittests. Bei den Kurzzeittests haben wir die Kinder beobachtet, wie sie mit den Spielzeugen umgegangen sind, wie sie den Aufbau bewältigt haben, ihre Eindrücke und Ideen haben wir notiert. Ganz oft waren die Kinder freudig überrascht, dass aus einem Buchobjekt plötzlich ein Spielhaus entstehen kann. Einige wollten auch wissen, warum wir es auch Pappe herstellen und nicht aus Plastik. Und die meisten haben sich total gefreut, dass sie es nun auch noch gestalten dürfen. Mit Schere, Leim und Farben sind sie beherzt umgegangen. Nach 4 Wochen haben wir die Häuser wieder eingesammelt. Die waren schön bunt und alle verschieden. Das war der Härtetest: alle Spielwelten waren noch ganz. Außerdem haben wir eine deutschlandweite Verlosung stattfinden lassen und die Spielwelten an 60 Familien gesendet, um wertvolles Feedback zu erhalten. Daraufhin konnten wir die Spielwelten noch optimieren und kleine Details verbessern.

FB: Was in Sachen Kreativität und Spiel in Kinderhände gelangen soll, muss stabil sein. Wie habt ihr das mit dem Material, dem Karton, gelöst?  

Wir haben ein nachhaltiges Material gesucht, was sich 1. gut falzen lassen muss, 2. reißfest sein sollte und 3. nicht schadstoffbelastet sein darf. Für 3. fielen dann schon mal alle Recyclingkartonagen weg, weil man nie zu 100% sagen kann, dass sie frei von Schwermetallen sind. Das war sehr schade, da wir hierfür eigentlich ganz tolle, farbige Kartonagen aus Recyclingprozessen vorgesehen hatten. Für 1. eignen sich auch keine Recyclingfasern, da diese zu kurz sind und daher an den Falzen zu schnell brechen. Deshalb eignen sich nur Materialien, die lange, frische Fasern haben. Und um 2. bedienen zu können, kommen nur sog. Kraftliner in Frage. Da haben wir uns ein schwed. Unternehmen als Partner gesucht, die in erster Linie Waldbauern sind und ihre Wälder nachhaltig nach FSC-Standards bewirtschaften und ihr Unternehmen nach ISO-Standards führen. Sie nutzen zu fast 100% Biokraftstoffe und versorgen mehrere 10.000 Haushalte mit Abwärme. Man kennt das Material übrigens von Biersixpacks, die werden mit Kraftkarton als tragbare Banderole zusammengehalten. Und durch unsere ausgetüftelten Stabilisierungsmechanismen werden die Spielwelten wirklich  stabil.

FB: Welche Vorteile bietet Pappka denjenigen, die die von euch entworfenen Spielwelten zukünftig kaufen sollen, den Mamas und Papas?      

Also man muss sich jetzt zum Beispiel keinen Schleich-Plastik-Pferdehof mehr ins Kinderzimmer stellen, wenn die Pferde der Kinder ein Dach über den Kopf brauchen. Oder wenn die Brioeisenbahn einen Lokschuppen benötigt. Oder wenn die ganzen Fillypferde und Einhörner zur Schule gehen sollen.

Unser Bauernhof ist ein vielfältig einsetzbares Objekt, was die Kinder so nutzen können, wie sie es möchten. Und wenn fertig gespielt ist, klappt man ihn zusammen und schwups ist Ordnung im Kinderzimmer. Die PAPPKA-Spielwelten lassen sich gestalten.

Viele Kinder freuen sich darüber, dass aus einem Haus ihr eigenes, persönliches Haus wird, so wie sie es wollen. Manche malen es stundenlang an und haben viele Ergänzungsideen: z.B. mit getrockneten Blumen bekleben, Stroh im Dachstuhl einfüllen, aus Ahornnasen Dachschindeln werden lassen, eigene Dinge entwerfen, die noch fehlen. Zum Beispiel das Mobiliar für Innen oder ein Bauer. Der wird dann gemalt, auf feste Pappe geklebt und nun muss man sich noch Gedanken machen, wie der eigentlich stehen kann.

Der Vorteil also ist, das Kind kommt in die kreative Beschäftigung. Erlebt, wie aus einer Fläche ein Objekt wird. Ergänzt, hat Ideen, die Feinmotorik wird gefördert, die Fantasie wird angeregt. Letztendlich auch das Rollenspiel. Die Kinder nutzen alles, was es gibt in ihrem Kinderzimmer. Und sie spielen Situationen nach, die sie beschäftigen. Der Bauernhof kann auch dazu einladen, die Kinder auf Themen zu sensibilisieren, z.B. Nutztierhaltung, Lebenshof für gerettete Tiere… man kann auch schwierige Themen besprechen, bespielen, warum hält er Mensch Schweine? Was bedeutet das für die Tiere. Sie sind ja nicht alle nur zum Streicheln da. Diese sensiblen Themen können die Eltern durchaus mit ihren Kindern gemeinsam angehen.

Und natürlich, ein Vorteil liegt auf der Hand: PAPPKA passt in jeden Rucksack und in jedes noch so vollgestopfte Auto. Es kann auf Reisen mitgenommen werden. An Orte, wo es Wartesituationen gibt: zum Arzt, ins Restaurant. Ein schöner Zeitvertreib.

FB: Nachhaltigkeit und Recycling – das sind Themen, die euch wichtig sind, auch und gerade im Zusammenhang mit eurer Geschäftsidee. Nun ist aber nicht jedes Material, das recycelt werden kann, gut für Kinder. Erzähl doch hierüber bitte einmal mehr und berichte gern auch, wie ihr diesen Anspruch in Einklang mit eurem Produkt gebracht habt.

Nachhaltig heißt für uns, dass das Hauptmaterial, also der Karton aus einem nachwachsenden Rohstoff besteht. Für einen gefällten Baum, werden drei neue gepflanzt. Die Ressource ist also nicht endlich und irgendwann aufgebraucht. Außerdem kann unser Produkt in seine Einzelteile zerlegt werden, die Materialien können in ihre technischen und biologischen Kreisläufe zurückgeführt werden.

Heißt konkret: ist PAPPKA ausgespielt, legt man es ins Altpapier. Zuvor schraubt man die Buchschrauben ab, aus denen lässt sich wieder was machen, z.B. eine selbstgebaute Uhr zum Üben der Uhrzeit. Auch die beiden Rundgummis können weiterhin genutzt werden. Dadurch, dass wir dem Papierrecycling neue, frische Fasern zuführen, bleibt der Wiederverwertungsprozess bestehen, denn der funktioniert nur, wenn immer wieder frische Fasern hinzukommen, sonst verkürzen sich die Fasern im Fasernbrei so sehr, dass sich kein Papier mehr herstellen lässt. Recycling aus Recyclingfasern ist nur endlich möglich. Dass aus Recyclingmaterialien Schwermetalle migrieren können, hatte ich ja schon gesagt. Kein Mensch möchte, dass sein Kind mit belasteten Materialien spielt.

FB: Wie eingangs erwähnt, habt ihr alle Nachwuchs. Wie gestaltet ihr die Herausforderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf – gerade in Anbetracht der Tatsache, dass man (Frau) ja gerade beim Geschäftsaufbau unglaublich powern muss?

Wir haben alle Männer, die nicht arbeiten und sich zu 100% um die Kinder kümmern. Ha,ha. Das war ein Witz! Nein, wir sind ganz normale Familien: jedes Elternteil bringt sich ein. Wir Frauen schaffen Haushalt, Kinder und Business per Spagat und kreativen Arbeitszeiten. Heißt: Kernarbeitszeit.

Wenn alle Kinder im Kindergarten und in der Schule gut angekommen sind und bevor man sie alle wieder einsammelt. Also von 9.00 Uhr bis 15.00 Uhr. Dann sind wir erst einmal hauptberuflich Mama und verbringen unsere Freizeit mit den Kindern. Abends, wenn alle schlafen und träumen, geht’s weiter. Oft bis weit nach Mitternacht. Also mir geht das so, da ist endlich Ruhe eingekehrt, in der Stille der Nacht kann ich besonders gut denken und mich konzentrieren. Ich habe den Vorteil, nicht viel Schlafbedarf zu haben. Ein weiterer Vorteil ist, wir wissen alle, wie das ist: heute hat das eine Kind Fieber, morgen hat der Kindergarten zu, weil pädagogischer Tag ist, übermorgen hat man noch den einzigen Zahnarzttermin ergattert, den es kurzfristig vormittags noch gab, weil plötzlich Karies im Milchzahn hockt… ständig ist irgendwas Ungeplantes los. Wir haben alle Verständnis für diese Situationen „Mütter“ zu sein und keine nimmt es der anderen krumm, weil sie los muss, um ihr Kind zu versorgen.

Diese Flexibilität und dieses Verständnis sind Gold wert. Denn so können wir es schaffen, auch ohne, dass unsere Kinder uns irgendwann einmal siezen. Wenn wir es nicht übertreiben mit schlaflosen Nächten, dann ist das ein guter Weg: da sein für die Kinder und genügend Zeit für das Business zu haben. Wirklich, nicht selten haben wir Skype-Termine nachts halb 10.

FB: Bislang hat es sich gelohnt, dass ihr euer ganzes Herzblut in Pappka.de steckt – ihr seid ausgezeichnet und auch prämiert worden. Welche Ehre genau wurde euch zuteil?

Wir sind letztes Jahr von der Innovationsplattform futureSAX für den Innovationspreis nominiert wurden: unter die 10 besten innovativsten Gründungsideen hat es PAPPKA® geschafft.  Das war eine Ehre, neben Ideen der Automobilbranche und neben Kunststoffideen nominiert zu sein. Außerdem hat uns die Stadt Leipzig ausgezeichnet mit einer Prämie für innovative Gründer. Das war ein gut angelegtes Startgeld.

FB: Was steht aktuell bei euch an und kannst Du auch schon von euren Plänen in Sachen Pappka.de berichten? 

Jetzt haben wir ganz erfolgreich unsere Crowdfunding-Kampagne mit 104% des angestrebten Fundingziels erreicht. Juchhu! Das ist ein gutes Gefühl. Und nun müssen wir natürlich in die Produktion einsteigen: Das Material muss angefertigt und bestellt werden, die Stanzen werden gebaut. Drucken, stanzen, konfektionieren… das wird eine straffe Zeit.

Bis Oktober und dann wollen wir lieferfähig sein. Nebenbei wird Martina an der neuen Welt schneiden, falten und kleben, bis wir Markttests durchführen können. Cordula wird die Messen planen, ich werde die Aufbauanleitung gestalten, die Bogenreiter finalisieren, der Handel muss von uns erfahren… es wird nicht langweilig. Wir schaffen alles… in unserem Rhythmus und Tempo. Und das macht Spaß. Es ist unser Traumjob.

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Bildnachweis: Fotocredt: (c)MuseKind

Alle brennen sie für ihre Idee, alle sind tierisch aufgeregt und alle wollen nur das eine: die Million von Finanzmogul Maschmeyer.

Die SAT-1-Gründer-Show „Start Up!“ wartete gestern – in der ersten Folge am Mittwochabend – mit einer Menge spannender Frauen auf, die jeweils ihre innovative Idee vorstellten. Das neue Format, bei dem Carsten Maschmeyer als Hauptfigur (weil Geldgeber) agiert, zeigte einmal mehr, dass auch viele Frauen in Deutschlands Gründerszene mitmischen. Den ewigen Meldungen zum Trotz, dass auf dem Start-up-Markt eher Männer dominieren, führten die unterschiedlichsten Frauen in der Show ihre Gründungs-Idee vor und diese Präsentationen konnten sich sehen lassen!

Vom neuartigen Büro-Utensil über ein innovatives Sonnensegel bis hin zu einer Art Strumpfhose für die Arme war alles dabei. Dass nur 14 der anwesenden Frauen und Männer die erste Hürde nehmen und mit Maschmeyer in ein stylisches Gründercamp am Berliner Ku`damm ziehen werden, ist die Tücke und natürlich der Sinn der Show.

Am Ende, nach acht Wochen, wartet eine Million auf die beste Gründerin oder den besten Gründer – wohlgemerkt auf einen einzigen! Bis dahin gilt es, sich als Start-upler zu gewähren und die von der Jury aufgestellten Hürden zu nehmen.

Viele Gründer der gestrigen Show konnten schon die erste nicht nehmen – was aber nicht unbedingt an ihrer Idee, sondern am NO oder GO der Jury lag. Diese entscheidet am Ende über Hopp oder Top und so schieden die ersten schon mal aus. Darunter zwei Frauen, deren Ideen es definitiv verdient hätten, in Maschmayers Gründungs-Zirkel zu gelangen – allein es wurde nichts draus.

So hat eine der Gründerinnen eine eigene Erfahrung als Mutter in einen Start-up-Gedanken umgesetzt, der nicht nur Charme hat, sondern bei einem Test der Frau in den sozialen Netzwerken auch super ankam: Essen für Kleinkinder, die ihre Mahlzeiten in Breiform ablehnen, in Form von kleinen Bällchen.

Eine tolle Alternative für kleine Essensverweigerer – aber leider nicht für Maschmeyer, der selbst Vater ist. Er äußerte die Befürchtung, dass die Kinder diese Bällchen vielleicht ja durch die ganze Wohnung werfen und konnte sich hier kein Engagement vorstellen – die Kandidatin war raus. Schade!

Ebenso die Frau, die eine Allround-Pflegeschürze für den Alltag pflegebedürftiger Menschen erfunden hat. Auch diese innovative Idee blieb gestern Abend chancenlos – keine zweite Runde für diese Bewerberin.

Dafür haben es andere Gründer-Ladies geschafft, gemeinsam mit den männlichen Kandidaten, die die erste Hürde genommen haben, in Maschmeyers Team zu gelangen. Darunter eine Gründerin, die neuartige BH`s entwickelt hat. Gemeinsam mit anderen Kandidatinnen, die – unter anderem – von der recycelten Socke über das Superfoodgetränk bis hin zum smarten Schulranzen allesamt mit coolen Ideen am Start sind, gilt es nun, die Aufgaben und Herausforderungen des Teams um Maschmayer zu lösen und zu bestehen und ihr ein Stück näher zu kommen:

der ersehnten Million, die Maschmeyer schon mal per Scheck ausgestellt hat. Was noch fehlt: die Unterschrift.

Infos / Sendezeiten Show: über SAT1

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