„Ich erzähle gerne Geschichten und liebe es, wenn mir Menschen begeistert zuhören“

Blogs für Yachten, Blogs für superedle Herrenkleidung, Blogs für den Mann von Welt – an Angeboten für Männer mangelt es im Netz nicht. Richteten sich zu Beginn des Internetzeitalters die meisten Angebote im Netz eher an Frauen, wird mittlerweile auch die männliche Zielgruppe sehr gut bedient.

Allerdings ähneln sich viele Blogmagazine für Männer sehr und sprechen oft nur die gutsituierten „Herren der Schöpfung“ an.

Nicht so das Magazin EXIMUM.de. Gegründet von Thilo Heffen, der sich als ganz normaler Typ von nebenan sieht, bietet das Online-Magazin für IHN einen Themenmix an, mit dem sich der ganz normale Mann identifizieren kann.

Diese Ausrichtung verfehlt seine Wirkung nicht – das Magazin erfreut sich einer steigenden Leserschar.

Mittlerweile arbeitet  Gründer Heffen, der schon in der Kindheit eine Faszination für das Schreiben hatte, daran, sein Magazin auch offline – als Printausgabe – herauszubringen.

Dem nicht genug, schreibt der umtriebige Blogger, der aus dem anfänglichen Bloggen für sein persönliches Umfeld ein professionelles Business gemacht hat, an seinem ersten Buch. Wir haben mit Thilo Heffen über sein Magazin und die Leidenschaft für`s Schreiben gesprochen. Herausgekommen ist ein spannender Einblick in die digitale Männerwelt.

FB: Herr Heffen, Sie arbeiteten im Hauptberuf in führender Position im Frachtbereich des Frankfurter Flughafens und danach als Niederlassungsleiter eines englischen Industriekonzerns – wie kommt man(n) da aufs bloggen?

TH: Das Bloggen sollte eigentlich einen Ausgleich zu meinem stressigen Berufsleben darstellen. Ich habe schon immer gerne geschrieben. Irgendwo muss es da auch noch eine Schachtel mit angefangenen Kurzgeschichten und so geben, wahrscheinlich bei meinen Eltern im Keller. Höhepunkt meiner recht kurzen literarischen Karriere, wenn man das so nennen will, war 1996 die Veröffentlichung einer Kurzgeschichte in einer Sammlung zeitgenössischer Stücke, Gedichte, Geschichten und so weiter eines Münchner Verlags.

Ich hatte den Aufruf zur Einsendung der eigenen Werke dazu gesehen und innerhalb zwei Nächten die wahrscheinlich schlechteste Kurzgeschichte der Welt produziert (lacht). Also lag es nahe,  dass ich mir die Schreiberei als ruhenden Pol aussuchen würde. Und im 21. Jahrhundert bietet das bloggen dafür noch seinen eigenen, speziellen Anreiz.

FB: Wann haben Sie Ihre Leidenschaft für`s Schreiben entdeckt?

TH: Das war von klein auf schon so. Ich habe immer viel gelesen, ich denke dass es damit zusammenhängt. Ich war einfach fasziniert wie manche Autoren es schafften, nur mit ihren geschrieben Worten bei mir im Kopf diese Bildwelten entstehen zu lassen. Das wollte ich auch einmal können. Ich erzähle auch unheimlich gerne Geschichten und liebe es wenn mir Menschen begeistert zuhören.

FB: Wie vollzog sich der Schritt vom Gedanken, einen eigenen Blog zu starten, bis hin zur realistischen Umsetzung Ihres Magazins EXIMUM.de?

TH: Der Blog sollte am Anfang eigentlich genau das sein: Ein Blog! Nichts weiter. Ein bisschen harmloses Schreiben. Ich hatte erwartet dass ihn vielleicht meine Frau liest, ein paar Freunde und vielleicht meine Mutter. Deshalb war die anfängliche Umsetzung recht einfach.

Allerdings habe ich sehr schnell Geschmack an den ganzen Möglichkeiten eines Blogs gefunden, verschiedene Themes und Plugins ausprobiert, bis dann nach ca. 2 Monaten EXIMUM in seiner jetzigen Form entstand. Die steigenden Besucher- und Zugriffszahlen motivierten mich natürlich auch und haben mir gezeigt, dass ich nicht so falsch lag.

FB: Der Zusatz-Titel Ihres Blogmagazins lautet: „Schokolade fürs Gehirn“. Wie sind Sie darauf gekommen, hat das eine besondere Bewandtnis?

TH (lacht): Ja, das ist eine gute Frage. Ich war auf der Suche nach einem Slogan der kurz und knackig daher kommt und vielleicht ein bisschen ungewöhnlich ist.

“Schokolade fürs Gehirn” kam mir letztendlich in den Kopf weil Schokolade lecker ist, ich sie liebe und sie beim Essen Spaß macht. Mein Ziel mit EXIMUM ist es, Inhalte zu produzieren, die beim Lesen für das Gehirn genauso lecker sind wie Schokolade für die Geschmacksnerven, wenn Sie verstehen was ich meine.

FB: Im Gegensatz zu anderen Bloggern können Sie mit einem kleinen Team aufwarten. Wie haben Sie dieses zusammengestellt und wer bringt sich wie ein?

TH: Thomas Wester und Jannik Jauer von www.trekkinglife.de habe ich über Facebook kennen gelernt. Der Schreibstil der Beiden auf ihrem eigenen Blog hat mir sehr gut gefallen, also habe ich sie einfach gefragt ob sie EXIMUM gerne unterstützen wollen. Die Beiden kümmern sich jetzt neben ihren eigenen Projekten um den Bereich Outdoor/Abenteuer.

Bei Christian Allner von www.schrift-architekt.de habe ich eine Weiterbildung belegt. Wir kamen ins Gespräch und er fand EXIMUM klasse. Jetzt unterstützt er durch Artikel und seine Expertise im technischen sowie im Marketingbereich.

Ich hoffe natürlich noch weitere talentierte Leute zu finden die von EXIMUM genauso begeistert sind wie wir, und die Lust haben, die Webseite und die anderen geplanten Projekte voran zu treiben.

FB: Die Themen Ihres Blogs richten sich an männliche Leser. Für diese Zielgruppe gibt es mehr und mehr  Angebote im Netz – womit hebt sich Ihr Magazin von anderen Blogformaten im Internet ab?

TH: Der überwiegende Teil der Männerblogs ist thematisch in Nischen angesiedelt: Papablogs, Gentlemenblogs, Blogs für Autoliebhaber, Blogs für dieses und jenes, Blogs für sibirische Hamsterzucht von April bis Juni in ungeraden Jahren.

EXIMUM hingegen ist weit weg von irgendwelchen Nischen.

Wir schreiben über alle möglichen Themen. Sie müssen nur interessant sein und uns auch selbst gefallen. Das können Sie schon anhand der Headlines erkennen. Hier nur mal drei Beispiele: “Die härtesten Sportarten: Calcio Storico”, “So steigen Sie ins Darknet ein” und “Hat Wasser ein Gedächtnis?” Wie gesagt, wir sind nicht unbedingt in engmaschige Kategorien einzuordnen.

Wir unterscheiden uns auch dahingehend, dass wir nicht über Dinge berichten und Produkte vorstellen, die außerhalb der Möglichkeiten unserer Leser liegen. Die Sachen, Veranstaltungen und Produkte, die Sie auf EXIMUM finden, sind für den Leser erleb- und bezahlbar.

EXIMUM richtet sich nicht an den Gentleman, den Playboy oder Männer, die maßgeschneiderte Schuhe und Anzüge tragen. EXIMUM richtet sich an den Durchschnittsmann, den „so-wie-ich“-Typen.

Wenn Sie Berichte über millionenschwere Yachten, Golfclubs oder super teure Autos suchen, dann müssen Sie sich auf anderen Blogs umschauen!

FB: Wie gehen Sie an die Themenfindung heran?

TH: Ich halte Augen und Ohren offen! Natürlich surfe ich viel im Internet, auf den verschiedenen Plattformen, und da fallen mir oft Dinge ins Auge die ich interessant finde.

Mittlerweile werde ich aber auch schon von Lesern angeschrieben, die mich auf bestimmte Themen hinweisen.

Aber es reicht auch schon ein Espresso in einem Café, um etwas aufzuschnappen oder zu sehen von dem man weiß, dass es als Artikel interessant sein könnte.

Wichtig ist, finde ich, dass man sehenden Auges durch die Welt läuft und dabei mal die eigene Klappe hält. Dann wird man auf genügend interessante Geschichten stoßen.

FB: Was hat sich in Ihrem Leben verändert, seit Sie ein eigenes Online-Magazin betreiben?

TH: Ich lerne jetzt viel mehr aus den verschiedensten Bereichen des Lebens. Während ich früher im Arbeitsleben spezialisiert war und überwiegend mit Menschen zu tun hatte, die genauso spezialisiert waren wie ich, habe ich heute mit den verschiedensten Leuten aus den unterschiedlichsten Branchen zu tun. Dabei lerne ich ständig neue Dinge kennen.

Ich netzwerke auch in Bereiche hinein, mit denen ich vorher logischerweise überhaupt keine Berührungspunkte hatte.

Dadurch lerne ich noch mehr, knüpfe weitere Kontakte und eröffne mir noch mehr Themenfelder. Man kann schon sagen dass mein Leben beruflich um einiges bunter geworden ist.

Privat bin ich viel ausgeglichener. Ich mache jetzt etwas das mir sehr viel Spaß macht und das mir liegt. Die Entscheidung mich Vollzeit auf EXIMUM zu konzentrieren und meine eigenen Pläne und Projekte voranzutreiben habe ich bisher noch nicht bereut.

FB: Wie sieht ein normaler Blog-Arbeitstag bei Ihnen aus?

TH: Im Regelfall sitze ich zwischen 04:30 und 05:00 Uhr schon am PC. Ganz nebenbei: Das frühe Aufstehen habe ich mir bei der Recherche zu genau diesem Thema angewöhnt.

Ich habe meine Woche in Themenblöcke unterteilt: An zwei Tagen schreibe ich nur für die Webseite, ein Tag ist für Projekte reserviert, ein Tag für die ganze technische Arbeit, einen Tag nehme ich mir zum schreiben meines Buches und einen Tag für Social Media Arbeit.

Je nachdem was anliegt sitze ich also am Rechner und schreibe, recherchiere, kommuniziere oder befasse mich – wenn möglich- mit einem Thema sogar vor Ort.

Das geht dann bis ca. 13.00 Uhr. Dann kommen meine Frau und unsere Tochter aus dem Kindergarten nach Hause und die Familienzeit, mit allem was dazu gehört, beginnt.

Es ist mir wichtig, dass ich diese Trennung vollziehe, denn nur so kann ich mich voll auf meine Arbeit und auch auf meine Familie konzentrieren.

FB: Sie haben Familie, schreiben gerade ein Buch und führen das Magazin – bleibt Zeit für Hobbys? Und  wie gestaltet sich das Familienleben?

TH: Durch die oben erwähnte Trennung von Beruf und Familie läuft es bei uns ziemlich harmonisch ab.

Natürlich hat meine Frau Verständnis wenn ich mal etwas fertig machen muss, weil die Zeit rennt. Das kommt aber selten vor. Im Regelfall bleibt genug Zeit für sie und unsere Tochter. Das ist mir auch unheimlich wichtig, denn schließlich war einer der Gründe, warum ich mich aus dem Managementbereich zurückgezogen habe, der Wunsch nach mehr Zeit mit der Familie. Und weil ich nie der Typ Mensch war, der Hobbys hatte, vermisse ich die auch nicht.

Wenn überhaupt kann man sagen, dass das Schreiben meines Buches so etwas wie ein Hobby ist. Thema des Buches ist die entspannte Selbstoptimierung bei Menschen ab den Vierzigern, die nicht mehr jedem Hype hinterher hecheln müssen. Und genauso handhabe ich das auch: Entspannt und locker. Es klingt seltsam, aber jetzt ist das Schreiben der Ausgleich zum Schreiben geworden! (Lacht)

FB: Welche Pläne schmieden Sie derzeit in Bezug auf Ihr Magazin? Können Sie schon Ausblicke geben?

TH: Momentan arbeiten wir an einer Printausgabe von EXIMUM. Das wird kein weiteres Herrenmagazin in einem Meer von Herrenmagazinen, sondern geht eher in die Richtung Corporate Publishing, das heißt, wir erstellen ein thematisch hochwertiges Magazin mit Artikeln aus den verschiedensten Bereichen.

Mit enthalten sind auch Artikel, die sich um den einen speziellen Hersteller sowie seine Produkte oder Dienstleistungen drehen, dessen Vertriebswege wir für die Distribution benutzen. Da wird momentan viel Gehirnschmalz eingesetzt!

Zeitgleich setzen wir den ersten von – hoffentlich vielen – Podcasts um, die sich in Interviews um Männerthemen, die wirklich interessieren, drehen werden.

Geplant sind zudem ein Webshop mit bezahlbaren und coolen Artikeln die man(n) so haben muss/möchte und, eventuell ein YouTube-Channel später dieses Jahr, diverse Kooperationen und, und… Ich habe eine ganze Schublade voller Ideen und fast täglich kommen neue dazu. Was sich aber letztendlich davon realistisch umsetzen lässt ist eine andere Frage.

Ich bin aber guter Dinge.

Zum Magazin Eximum geht es hier.

 

Autor: Anja

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