Frau mit Smoothie

Es ist wohl das erfolgreichste Abnehmkonzept schlechthin – das Punktesystem von Weight Watchers. Irgendwie kennt diese Truppe jeder, selbst wenn er in seinem Leben noch keine Abnehmerfahrungen gemacht hat.

Lange brachte man Weight Watchers mit Gruppentreffen und dem Wiegen der Teilnehmer in Verbindung. Unzählige  Menschen haben so auch ihr persönliche Wunschgewicht erreicht.

Wie lange sie es hielten, sei mal dahingestellt, aber unter den tausenden Abnehmkonzepten, die es gibt, dürfte Weight Watchers wohl mit Abstand das ziemlich erfolgreichste sein.

Weight Watchers streift sich neues Image über

Jetzt aber will sich das Unternehmen neu erfinden und definiert sein bisheriges Image als etwas zu altbacken.

Die noch ziemlich neue Chefin von Weight Watchers – Mindy Grossman – möchte der Abnehm-Firma neuen, lifestyligen Schwung verpassen.

Was auch daran liegen dürfte, dass inzwischen ziemlich viel Konkurrenz herangewachsen ist – das Internet macht es möglich. Plötzlich sind Leute auf Facebook, Youtube oder Instagram Abnehm-Gurus, scharen Millionen von Fans um sich und kassieren mit eigenen Diät-Konzepten kräftig ab.

Dagegen – das muss man so sagen – haftet Weight Watchers eher ein etwas verstaubtes Image an, man stellt sich als die typische Teilnehmerin eine unscheinbare Frau mittleren Alters vor. Kein Vergleich zu den Fitness-Girls im Internet, die teilweise optisch wie Models daherkommen und durch gewieftes Marketing die Abnehmwilligen mit einer ganz neuen PR-Schiene umgarnen.

Logisch, dass sich das Unternehmen Weight Watchers, das lange Zeit ohne ernsthafte Konkurrenz international agierte, hier nicht die Butter vom Brot nehmen lassen und mitmischen will!

Das ist auch deshalb dringend geboten, weil Weight Watchers – nach Angaben des Magazins SPIEGEL 13 / 2018 – seit 2012 fast in jedem Quartal eine Menge an Kunden verloren hat. Laut dem Nachrichtenmagazin war der Januar 2015 am schlimmsten – kaum jemand meldete sich nach den ausgiebigen Feiertags-Gelagen für das bekannte Abnehmprogramm an!

Die Weight Watchers wollen nicht wirklich mit „Diät“ in Verbindung gebracht werden

Für Chefin Grossman ist der Fall offenbar glasklar – es stört das Wort „Diät“. Damit – das weiß wohl ein jeder, der sich je mit dem Abnehmen beschäftigt hat – verbindet man einen Anfang und ein Ende und dazwischen freudloses Essen kalorienarmer Gerichte.

Geht es nach der Weight-Watchers-Chefin, soll dieses Wort ganz aus dem Vokabular des Konzerns gestrichen und das Ganze eher in Richtung Wellness respektive Wohlfühlen ausgebaut werden.

Im SPIEGEL ist dazu zu lesen:

„Aus dem „Kampf“ gegen die Kilos soll eine „Reise“ werden, die „Freude“ macht.“

Deshalb gibt es nun sogar Kreuzfahrten, die der Abnehmriese organisiert. Zitat SPIEGEL zu einer solchen Reise, die im vergangenen Mai erstmalig stattfand:

„4000 Passagiere fuhren an Bord der „MSC Divinia“ eine Woche lang übers Meer. Es gab Yogakurse und Coachingsessions. Am Büffett konnten die Gäste zwischen Diätkost und normalem Essen wählen. Die erste Weight-Watchers-Kreuzfahrt war so wie das neue Programm: gesundheitsbewusst, aber kein Spielverderber. Weight Watchers, das ist die Idee hinter der Kreuzfahrt, soll zu einem Wellnesskonzern werden und so auch Menschen erreichen, die gar nicht unbedingt abnehmen wollen“

Na dann…! Es bleibt abzuwarten, wie das Konzept auf Dauer ankommt.

Mit Wellness nimmt allerdings keiner ab…!

Denn: im Gegensatz zu den strengen Punktelisten, für die Weight Watchers bekannt ist, nimmt durch Wellness eher keiner großartig ab.

Gewichtsreduktion und Wellness sind schließlich zweierlei Angelegenheiten. Und wer tatsächlich ein paar Kilos verlieren möchte, dem ist ja nun kaum mit Sauna, Massagen und Pilates geholfen. Zum Beispiel.

Insofern – wie erwähnt – kann man als Interessierter diesen Wandel nur beobachten. Und: im Wellnessmarkt ist Weight Watchers ja eigentlich nur ein Spieler von vielen. Die Wiegetage und die ellenlangen Punkteblättter mögen verknöchert anmuten, aber sie haben anderen Abnehmkonzepten etwas Entscheidendes voraus: sie wirken.

Es wäre schade, wenn der Abnehm-Konzern zukünftig gänzlich darauf verzichtet!

Mehr zum Thema Ernährung finden Sie bei uns übrigens auch hier.

Bildnachweis: pexels.com

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