Mittwoch, 17. April, 2024

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Weltgästeführertag: Gästeführer aus Hamburg & Leipzig erzählen

Am 21. Februar wird alljährlich der Weltgästeführertag begangen – eine Gelegenheit, diejenigen zu würdigen, die interessierten Fremden aus allen Ecken dieser Erde alltäglich ihre Heimat zeigen.

Diese besonderen Menschen sind mehr als nur Gästeführer; sie sind Geschichtenerzähler, Kulturvermittler und Botschafter für ihre jeweilige Region. Gästeführerinnen und Gästeführer öffnen Türen zu historischen Stätten, enthüllen verborgene Geschichten hinter berühmten Denkmälern und führen uns zu den versteckten Juwelen abseits ausgetretener Pfade.

Sie bringen uns nicht nur die Geschichte und Kultur ihrer Stadt näher, sondern schaffen auch unvergessliche Erlebnisse und Verbindungen, die weit über die Dauer der Tour hinausreichen.

Zwei Gästeführer geben am Weltgästeführertag Einblick in ihre Arbeit

Der Weltgästeführertag ist eine Chance, diesen engagierten Menschen Anerkennung zu zollen und ihre Bedeutung für den Tourismus und den kulturellen Austausch zu würdigen. Anlässlich dieses besonderen Datums haben wir zwei Gästeführer aus Deutschland interviewt. Melanie Meyer aus Hamburg und Henner Kotte aus Leipzig.

Beide stellen sich und ihre interessante Arbeit im Kurz-Interview vor. Los geht es mit Frau Meyer aus dem hohen Norden (im Bild):

FB: Warum sollte man Hamburg unbedingt gesehen haben?

Ein herzliches „Moin“ aus der schönen Großstadt im Norden! „Moin“ sagen wir hier übrigens zu jeder Tages- und Nachtzeit. Hamburg sollte man unbedingt besuchen, denn die Vielfalt, der Mix der Gegensätze, macht Hamburg besonders und sehenswert.Wir haben große Pötte und Strand, die verruchte Reeperbahn, schicke Villen an Alster und Elbe und viele kulturelle sowie architektonische Highlights. Hamburg kann Schick aber auch Leger und hat für jedes Alter etwas zu bieten.

FB: Welche Plätze der Hansestadt kommen bei Ihren Gästen besonders gut an?

Das ist ganz unterschiedlich, wie auch die Gäste unterschiedlich sind. Wer Hamburg das erste Mal besucht, ist begeistert von Elbphilharmonie, Rathaus, Altem Elbtunnel, Miniatur Wunderland und unserem Michel.

Auch abseits bekannter Pfade lockt Hamburg mit sehenswerten Stadtteilen

Wiederkehrende Gäste mögen besonders auch den tieferen Blick auf/in die Sehenswürdigkeiten; z.B. in die Kontorhäuser oder verlieben sich in einen innenstadt-fernen Stadtteil.

FB: Ihre Lieblingsplätze in der Stadt?

Meine Hamburger Lieblingsplätze haben eines gemeinsam: sie liegen am Wasser. Ich mache mit der Familie gern einen Spaziergang an der Hafenkante; von den Landungsbrücken bis zu den Elbbrücken geht es immer am Wasser lang. Besonders schön ist es bei niedrigstehender Sonne, dann funkeln Wasser und unsere Elbphilharmonie um die Wette.

Ich mag es auch, durch das Treppenviertel in Blankenese zu schlendern. Dort hat man immer wieder tolle Ausblicke auf die Elbe, welche ich, zum Leidwesen meiner Familie, ständig mit einem zufriedenen Seufzer „Hach, ist das schön“ kommentiere. Da nimmt auch die Gästeführerin das Handy zur Hand für eine Foto-Session. Ebenfalls zum Leidwesen der Familie.

FB: Was war Ihr schönstes oder verrücktestes Erlebnis als Gästeführerin?

Das Schönste für mich als Gästeführerin ist, dass ich bei meinen Touren direktes Feedback bekomme. Zum Beispiel wenn Besucher staunen und Plätze sehen, die sie sonst nie besucht hätten. Oder auch die Begeisterung, wenn Hamburger ihre Stadt neu entdecken.
Bei Rundgängen mit Kindern sind die kleinen Gäste zu Beginn oft schüchtern.

Rührende Kinderführung bescherte Herzensmomente

Da ist es toll, wenn die Kleinen nach einer halben Stunde aufgetaut sind und an meiner Hand fröhlich nebenher hüpfen. Letztes Jahr hat ein Kind beim Abschied geweint. Es wollte noch weiter mit mir Hamburg entdecken und Aufgaben der Piratenprüfung lösen. Das hat mich sehr berührt und gleichzeitig war es das schönste Kompliment.

Unser nächster Interviewpartner ist Henner Kotte (im Bild).

Henner Kotte

Der Leipziger ist ein echtes Universalgenie und als Autor, Stadtführer, Moderator und Theaterkritiker aus dem kulturellen und gesellschaftlichen Leben in “Klein-Paris” nicht mehr wegzudenken.

Leipzig hat Weltgeschichte zu bieten

Auch ihn, der zudem regelmäßig den “Mordcast – Tod in Sachsen” veröffentlicht und damit auch Hörern über den Freistaat hinaus Gänsehaut-Momente bereitet, haben wir zu seinen Gästeführungen in Leipzig interviewt:

FB: Warum sollte man Leipzig unbedingt gesehen haben?

Leipzig ist eine Messestadt, die ihre Historie in Kultur und Kneipen zeigt, und die Stadt besitzt die meisten denkmalgeschützten Häuser Deutschlands. Sie schrieb Weltgeschichte mit Reformation, Völkerschlacht und friedlicher Revolution. Ihre Bewohner sind weltoffen (schon qua Messe, WGT und Universität), meist freundlich (kommt auf die Tagesform an) und gehen gern in Kneipen und ins Kabarett.

FB: Welche Plätze der Pleiße-Metropole kommen bei Ihren Gästen besonders gut an?

180 km Paddelboot-befahrbare Wasserläufe, City-Hochhaus mit Blick über die Leipziger Tieflandsbucht, das Stadtwappen auf dem Markt (nur angucken, nicht drauflatschen – bringt Unglück!).

FB: Ihre Lieblingsplätze in der Stadt?

Innenhof der Reichsstraßenbebauung als Ruhepol, Altes Rathaus als Treff für die Stadtführungen, Ritterstraße mit den Antiquariaten als Fundgrube für alte Krimis, die „Pleißenburg“ fürs abendliche Bier.

FB: Was war Ihr schönstes oder verrücktestes Erlebnis als Gästeführer?

Ich stelle auch bei den Stadtführungen immer Fragen, die ich oft auch bei Schullesungen beantwortet haben möchte.

Wissensvermittlung durch Gästeführung

Zum Beispiel: “Wer ist Deutschlands meistverkaufter Schriftsteller?”.

Ich fragte das auch vor 120 Siebtklässlern in Markkleeberg, und ein Knabe kannte alle richtigen Antworten! Er war bei einer Führung in der dritten Klasse mit mir durch die Stadt gegangen. Mehr Kompliment geht nicht, und er wusste gar nicht, welch ein großes er mir macht.

Interessante Veranstaltungen rund um den Weltgästeführertag finden Sie hier.

Bildnachweise / Copyrights:

Melanie Meyer, Bert Hähne

 

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