Montag, 26. Februar, 2024

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“Mental Load” ein Modebegriff? Web-Community diskutiert

“Zu viel Mental Load!”, “Wie handhaben Frauen im Alltag den Mental Load?” oder “”Mental Load” in der Mutterschaft”. Diese und ähnliche Schlagzeilen sind seit etlichen Monaten im Netz zu lesen. Dabei ist der Begriff “Mental Load” für viele Leute neu, manche haben ihn nie zuvor gehört und können auch gar nichts mit ihm anfangen.

Wieder andere agieren wie selbstverständlich mit dieser Bezeichnung und auch viele Medien haben Formate und Sendungen zum Thema “Mental Load” veröffentlicht. Oder sie diskutieren darüber mit ihren Fans oder Zuschauern in den sozialen Netzwerken.

Community diskutiert über “Mental Load”

Da verwundert es nicht, dass in einem Familienforum die Frage auftauchte, ob “Mental Load” (der Begriff steht übrigens für die Organisation / die Belastungen im Alltag) womöglich ein Modewort ist.

Interessant sind in diesem Zusammenhang vor allem die Antworten. Und zwar auf dieses Posting hier, das eine Person namens “Mrsferrars” bei urbia.de verfasst hat. Zitat (Rechtschreibung immer im Original):

“(…)Ich finde dieses Thema Mental Load sehr schwierig. Ich verstehe nicht warum man da so ein Gewese drum machen muss. Jeder hat doch eine gewisse Verantwortung und denkt über viele Dinge nach, warum wird es momentan in den Medien so viel diskutiert. Und warum wird es so dargestellt als hätten hauptsächlich Mütter damit zu tun? Weiß jemand wie viel die Väter im Kopf haben und woran sie alles denken müssen? Ja, man muss an viele Dinge denken, aber das ist doch schon immer so und wird auch nie anders sein.
Und vor allem warum wird es ständig als Krankmacher gesehen? Sind wir heutzutage weniger belastbar als früher? Oder sind es wirklich mehr Dinge, die auf uns einprasseln?
Wie seht ihr das?(…)”

Dass “Mental Load” vielleicht “nur” ein anderes Wort für “Stress” ist, wird klar vermutet.

Vielleicht nur ein anderes Wort für Stress?

Und so liest man unter der Frage unter anderem folgende Antwort:

“Es wird einfach viel zuviel zerredet, das schafft Stress wo eigentlich keiner ist.
Wenn mensch plötzlich mitbekommt oh, das ist ja mental load, das ist Stress, sagen sie…. ja, dann empfindet man das auch als Stress.”

Zustimmung für die Vermutung, dass “Mental Load” ein Modewort ist, gibt es auf ganzer Linie. Hier zum Beispiel:

“Bin total bei dir….nennt sich : normales Leben ! Und dass es aktuell scheinbar so viele belastet ?!?! Geb dem Kind ein Name…lass die Leute sich darüber den Kopf zerbrechen,schon ist es ein Problem. Wenn ich aber soviel Zeit habe,mich darüber aufzuregen…ist es ja auch wieder verschenkte kostbare Zeit(…)Wenige aufregen und mehr machen sag ich immer(…)”

Dass der Begriff einfach nur alter Wein in neuen Schläuchen ist, wird ebenso klar kommuniziert:

“Meiner Meinung nach ist es kein Modebegriff, sondern einfach die Definition eines alten Problems. Wir leben in einer sehr lauten Zeit, in der auf Missstände aufmerksam gemacht wird.(…)”

“Mental Load” in Bezug auf Männer ist für manchen ebenfalls wichtig.

Und die Männer?

Das zeigt dieses interessante Posting:

“Für mich ist Mental load der neue Trend. Nachdem wir Frauen es großteils endlich geschafft haben, dass sich Männer 50:50 um den Haushalt kümmern, muss einfach ein neuer Aufreger her. Darum neuer Begriff und man kann sich wieder über die faulen Männer aufregen.(…)”

Diese und weitere Kommentare zum Thema im Forum des Familienportals urbia.de zeigen, dass es eigentlich ganz egal ist, wie man das Organisieren des Alltags einer Familie nennt.

Frauen meist noch immer diejenigen, die den Alltag wuppen

Fest steht, dass etliches an den Frauen hängen bleibt. Und letztlich oftmals (nur) sie es sind, die daran denken müssen, die Oma noch anzurufen, zu schauen, ob Geschenkpapier da ist, die Karte zur Konfirmation für den Neffen zu besorgen und die verschiedenen Kontrolltermine beim Arzt anzumelden.

Zwar bringen sich heutzutage ganz viele Männer mit in den Familienhaushalt ein, aber vieles, was an “Klein-klein” zu erledigen ist, haben männliche Zeitgenossen oftmals nicht auf dem Schirm. WIE die Frauen letztlich damit umgehen, ist unterschiedlich. Manche äußern dem Partner gegenüber ganz klar, dass er mitzuziehen hat und decken ihn mit Aufgaben ein.

Manche Frau erledigt die Dinge gleich selbst

Andere wiederum winken ab und erledigen alles still und fleißig selbst. Weil sie wissen, dass sie es dreimal schon gemacht haben, ehe sie es dem Mann erklärt haben…Manche Paare indes haben das alles so gut im Griff, dass die Alltagsaufgaben zu je fünfzig Prozent fair verteilt sind. Allerdings dürften das die wenigsten Frauen und Männer sein.

Weshalb man am Ende dann doch wieder bei der Doppel- und Dreifach-Belastung vieler Frauen im Familien-/Alltags- und Berufsleben landet. Die Sache ist, dass DAS eher das Problem ist, als die Etikettierung des Ganzen. Ob nun “Mental Load”, “Überforderung” oder “Stress” – ideal ist alles nicht. Logisch!

Organisation und Struktur sind die halbe Miete

Und siehe da: In diesem Punkt sind sich dann alle wieder einig! Das allein reicht jedoch nicht. Soll sich im Alltag jedes Familienmitglied wohl fühlen, müssen alle mit einbezogen werden. Vom Schulkind bis zum gestandenen Macho-Mann. Organisation und Struktur sind hier das A und O. Klappt das, bleibt schlussendlich für den “Mental Load” nur noch ein Lächeln übrig. Und nicht einmal ein müdes…!

Quellen: urbia.de / Forum – Mai 2023, Beiträge von “Skala-Rachoni”, “3Kids87”, “inaktiv”, “Trendmode”

Bild (Symbolbild): pexels.com / SHVETS production

 

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