Donnerstag, 30. November, 2023

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Als Familie ein Haus kaufen – Wann und wo lohnt sich das noch?

Inflation und Krise bestimmen in diesen Tagen das Leben der meisten Deutschen. Kein Tag vergeht ohne negative Nachrichten, die ins Haus flattern. Vor allem die Teuerung macht den meisten Leuten zu schaffen. Im Supermarkt kennen die Preise aktuell nur den Weg nach oben, selbst “Jeden-Tag-Gemüse” wie Blumenkohl, dessen Preis “früher” gar nicht ins Gewicht fiel, kostet derzeit richtig Geld.

Parallel zu den Preissteigerungen bei Lebensmitteln, Sprit, Eintrittspreisen & Co. wird jedoch immer wieder das Fallen der Preise bei Immobilien beschworen. Allein man merkt kaum etwas davon.

Immobilien bleiben aktuell teuer – trotzdem ein Haus kaufen?

Klickt man sich durch die Inserate auf den einschlägigen (Klein)Anzeigenportalen sind Häuser teuer wie eh und je, von Entspannung keine Spur. Das ist gerade für Familien belastend, die in die eigenen Wände und somit oft gleich ins Grüne ziehen wollen.

Freistehende Häuser sind vor allem in den Ballungsgebieten nahezu unbezahlbar und selbst Reihenmittelhäuser mit handtuchgroßen Gärten, in denen man gefühlt 24 Stunden am Tag den Blicken der Nachbarn ausgesetzt ist, schlagen in vielen Regionen mit mehreren Hunderttausend Euro zu Buche.

Hinzu kommt, dass die Finanzierungen für Eigentum sehr teuer geworden sind und so manche monatliche Rate nicht mehr bei 1.2000 Euro, sondern bei 2.500 Euro liegt. Und: So manche Zulagen respektive Fördermittel vom Staat halten lange nicht, was sie versprechen.

Umdenken für das Traumzuhause

Wenn die Banken solche Modelle überhaupt freigeben, dann hieße das, nur noch für die Immobilie zu leben. Goodbye Urlaub, Lifestyle, Unternehmungen und regelmäßige Restaurantbesuche…!

Wer also kein dickes Sparkonto oder ein Erbe erhalten hat und mit einem normalen, durchschnittlichen guten Einkommen in die eigenen vier Wände will, muss in diesen Tagen umdenken. Und vielleicht so manchen Wohntraum auch begraben…

So oder so macht es Sinn, sich auf den ländlichen Raum zu konzentrieren, denn Häuser sind in den Ballungsgebieten und Speckgürteln teuer wie eh und je. Deshalb gehört zur Wahrheit auch, dass nach einer Immobilie im Ländlichen nur Ausschau halten kann, wer die Möglichkeit für (temporäres) Homeoffice und/oder eine gute Anbindung zum Arbeitgeber hat (öffentliche Verkehrsmittel, kurze Distanzen mit dem Auto, um die Spritkosten im Zaum zu halten).

Wer sowieso auf dem Land arbeitet oder einen Dienstwagen mit Firmen-Tankkarte hat, dürfte den Jackpot haben.

Nicht überall im Ländlichen finden sich bei Häusern Schnäppchenpreise

Mit diesen Voraussetzungen wird der Weg zum eigenen Haus auf dem Land schon mal mächtig geebnet. Aber Achtung: NUR Schnäppchenpreise gibt es auch in vielen dörflichen Regionen nicht mehr. Dafür wollen seit Corona zu viele Familien aufs Land…

Jedoch sind hier die Möglichkeiten höher, eine preiswerte Bestandsimmobilie zu erwerben, die man sich nach seinem Gusto herrichten kann. Seine Erwartungen sollte man entsprechend justieren, denn:

Ein tip-top hergerichtetes Schmuckstück für (unter) 200 000 € ist auch auf dem Dorf nicht zu haben. Deshalb sollte man sich frühzeitig mit dem Gedanken vertraut machen, dass man wohl eher bei einer sanierungsbedürftigen Immobilie landet.

Auf diesem Level gibt es durchaus noch günstige Häuser, vor allem in etwas abgelegenen Regionen, wie in der thüringischen Provinz, den dünn besiedelten Landstrichen des Saarlands oder in verträumten Orten der Lausitz.

Nicht ohne einen Plan an den Immobilienkauf herangehen

Um eine Finanzierung kommt man bei einem Hauskauf meist kaum herum. Wichtig ist dabei, auf seriöse Angebote zu achten. So ist Immobilien kaufen bei der Sparkasse möglicherweise der bessere Weg, als den Verkauf direkt oder durch einen windigen Makler abzuwickeln. Ratsam ist auch, vor der Unterzeichnung eines Kaufvertrages immer mit einem Gutachter das Haus anzusehen. Der Fachmann entdeckt mögliche Mängel, auch bauliche, die man als Laie nicht ausmachen kann.

Das erspart viel Geld und Leid. In der heutigen Zeit ist auch eine energetische Betrachtung wichtig, da das Ergebnis aussagt, ob noch viel Geld für eine energetische Sanierung eingeplant werden muss. Bei den Verbraucherzentralen kann man sich zu diesen Themen eine unabhängige Beratung einholen. Sind alle Fragen geklärt und hat man DIE Immobilie für die Familie gefunden, kann die detaillierte Um- und Ausbauplanung beginnen.

Augen auf beim Schnäppchenkauf!

Noch mal zum Schnäppchenkauf: Die absoluten Super-Schnäppchenhäuser gibt es wohl fast immer auf dem Markt. Ein Haus günstig zu erstehen, ist denn auch der Plan vieler Familien. Doch weil Schnäppchen nicht gleich Schnäppchen ist, sollte man beim Hauskauf kühlen Kopf bewahren und einen fundierten Plan haben.

Es ist immerhin ein Unterschied, ob man für 80.000 Euro eine Komplettruine kauft, die nur mit vielen Hunderttausenden Euronen wieder fit gemacht werden kann (was einem Neubau gleichkommt und sich deshalb verbietet) oder ein solides Häusel für 150.000 €, in das man “nur” noch 100.000 € reinstecken muss und dann am Ende für unter 300.000 € ein Familienzuhause (geschaffen) hat. Ganz klar.

Wer sich für diese Art Immobilie entscheidet, sollte schauen, dass die Räumlichkeiten in dem Objekt so geschnitten sind, dass man am Anfang entspannt alle Zimmer hat, die man zum Leben braucht und nicht sofort das ganze Anwesen sanieren muss. Soll heißen: Bietet das ausgewählte Haus im Erdgeschoss Küche, Bad und zwei, drei Räumlichkeiten und oben noch ein weiteres Bad und zusätzliche Räume kann man vor dem Einzug erst einmal unten alles herrichten und mit der 1. Etage später anfangen.

Überhaupt sollten sich Familien, die aktuell eine Bestandsimmobilie kaufen möchten, soviel Druck gar nicht machen. Vieles geht auch “nach und nach”. Wer – wie aufgezeigt – die ersten Räume, die alles zum Leben notwendige bieten, fit macht und das Obergeschoss oder andere Trakte im Haus zunächst warten lässt, kann zumindest schon mal einen Teil der Immobilie und in der warmen Jahreszeit den Garten genießen.

Die Seele des Hauses erspüren

Allein diese Faktoren machen den Umstand, dass man ein Sanierungsobjekt erworben hat, allemal wett – vor allem, wenn Kinder zur Familie gehören.

Desweiteren erspürt man die Seele eines Hauses erst dann, wenn man eine Weile darin lebt, auch wenn das vielleicht esoterisch klingt. Aber es stimmt: Lernt man das gekaufte Haus mit der Zeit erst einmal kennen, ergeben sich häufig tolle Ideen zu Grundriss, Einrichtung und Gestaltung, die man vielleicht gar nicht berücksichtigt hätte, hätte man in einem Ritt saniert.

Und auch wenn das Make Over für das Traumzuhause einige Zeit in Anspruch nimmt: Mit dem soliden Schnäppchenhaus, das man im persönlichen Tempo wieder herrichtet, hat man letztlich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

Die da wären: Finanzielle Überschaubarkeit und die Umsetzung eigener Wohnideen. Im Idealfall genießt man an heißen Tagen das grüne Wohnzimmer ohne neugierige Blicke der Nachbarn, denn häufig sind Gärten von Bestandsimmobilien von außen schön blickdicht eingewachsen.

Was will man mehr?!

Bild: pexels.com / MART PRODUCTION

 

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