Mittwoch, 17. Juli, 2024

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Xenia von Sachsen: “Handwerkliche Dinge entspannen mich”

Frohnatur, Fernsehgesicht, Kolumnistin, Sängerin, Schriftstellerin und Nachfahrin des letzten Königs von Sachsen: Xenia von Sachsen ist vielseitig. Und nahbar. Mit abgehobenen Adels-Attidüten hat die Mutter eines Sohnes nichts am Hut. Lieber agiert sie im bürgerlichen Hier und Jetzt und lebt ihre kreativen Facetten im Alltag konsequent aus. So ist sie an einem Club an ihrem Lebensmittelpunkt Berlin beteiligt und vielen Zuschauern aus dem TV bekannt.

Auf ihren Namen wird sie dennoch immer wieder angesprochen – eine echte Prinzessin begegnet den Menschen im Alltag nun mal nicht so oft…Wir haben mit der sympathischen Promi-Frau, der handwerkliche Dinge unheimlich liegen, gesprochen.

FB: Liebe Xenia, bevor wir in das Gespräch einsteigen, kurz die Frage, von wieviel mal „Ur“ die Rede ist, wenn es um einen Vorfahren von Dir geht – den letzten sächsischen König?

Ur, ur, ur… ja, dreimal! (Lacht). Trotzdem ich diese Frage gefühlt schon eine Million mal beantwortet habe, muss ich jedesmal wirklich kurz nachdenken.

Auf ihren Titel wird Xenia von Sachsen ständig angesprochen

Das wird sich wahrscheinlich niemals ändern.

FB: Von Prinzessinnen-Gehabe findet sich in Deinem Alltag keine Spur, aber dennoch hast Du manchmal das Gefühl, einigen Zeitgenossen Geschichtsunterricht geben zu müssen. Warum?

Sobald es zum Thema Prinzessin kommt (meistens nach dem ersten Hallo), folgt die Frage: “Wenn du Prinzessin bist, ist deine Mutter dann Königin?”. Dann erinnere ich mich jedesmal daran, wie ich in der vierten Klasse meine eigene Familiengeschichte im Unterricht hatte und muss schmunzeln.

FB: Dein Lebensmittelpunkt ist heute Berlin. Dabei wolltest Du nie in der Hauptstadt leben. Wie kommt das?

Xenia von Sachsen2009 machte ich eine Frage-/Antwort-Tour durch Kindergärten und habe ihnen im Prinzessinnenkleid Fragen beantwortet.

Kinder inspirierten sie zu ihrem ersten Buch

All diese Fragen waren die Inspiration für mein Buch.

Der Verlag befand sich in Berlin und da ich viel Zeit mit der Lektorin verbringen wollte und sowieso einen frischen Anstrich nach der Trennung meines letzen Verlobten brauchte, zog ich spontan in die Hauptstadt, verliebte mich dort in den Vater meines Sohnes und – schwupp! – sind 12 Jahre Berlin passiert.

FB: Aufgewachsen bist Du in Nordrhein-Westfalen, doch schon als junge Erwachsene bist Du nach Mallorca gegangen. Dort hast Du auch für die Mallorca-Zeitung geschrieben. Wie kam all das zustande?

Ich wurde 2006 zu einer Party in Cala Ratjada eingeladen und habe mich schockverliebt. Zwei Tage später habe ich mir eine Finca gemietet und meinen damaligen Freund informiert, dass er die Sachen packen und kommen soll. Eine Woche später war alles geregelt und ich suchte einen Job.

Mit Selbstbewusstsein zum Kolumnisten-Job in Mallorca

Ich fand die Mallorca-Zeitung im Briefkasten, fuhr nach Palma, ging rein und sagte sowas wie: “Hallo, mein Name ist Xenia ich würde wahnsinnig gerne für euch arbeiten.” Und so kam ich zu meiner Kolumne.

FB: Dein erstes Buch hieß „Xenia – Aus dem Leben einer Prinzessin im 21. Jahrhundert“ und erschien 2011. Nun ist das zweite in Arbeit. Kannst Du schon verraten, um was es geht?

Ich habe lange überlegt, ob ich eine Fortsetzung schreibe. Immerhin sind ein paar Jahre vergangen und es sind sehr sehr viele Geschichten dazugekommen. Eventuell kommt da was in den nächsten Jahren.

FB: Was reizt Dich am Schreiben?

Das Schreiben ist für mich schon immer ein guter Katalysator gewesen.

Schreiben für die Seele

Ob es um Gefühle geht, die ich in Songtexten ausdrücke oder auch kleine Notizen die ich an mich selbst schreibe – es befreit den Druck auf meiner Seele.

FB: In Sachen Beziehungen bist Du auch dann und wann gefragt. Eher privat als Ratgeberin im Freundeskreis oder auch öffentlich?

Naja, dass ich so oft verlobt war, spricht ja eigentlich nicht für eine Expertin in Sachen intakte Beziehung…Aber da ich somit beziehungserfahren bin, kann ich hin und wieder gute Ratschläge verteilen.

FB: In Berlin bist Du an einem Club beteiligt. Wie bringst Du das schillernde Nachtleben mit Deiner Rolle als Mutter in Vereinbarung? Und: Was machst Du da genau?

Xenia v. SachsenEs ist nicht einfach, alles unter einen Hut zu bringen. Ich habe das Glück viele gute Freunde zu haben und ein exzellentes Team im Club. So schaffe ich den Spagat im Alltag und auch auf der Bühne. “Remise by Dos Pescados” – kommt gerne vorbei!

FB: So locker-fröhlich wie Du rüberkommst, kann man sich nicht vorstellen, dass Du als Kind einmal mit einem schweren gesundheitlichen Problem konfrontiert warst. Wie ist Deine Erinnerung daran? 

Ich bekam die Diagnose Fibröse Displasie im Alter von 10 Jahren. Damals war es inoperabel und somit lebte ich damit, bis es 2007 operiert werden konnte.

Die positive Seite des Lebens sehen

Ich habe das alles verarbeitet, indem ich versuche, nur positive Dinge an mich ran zu lassen und meine Zeit viel mehr schätze.

FB: Aktuell gehst Du eine Yoga-Ausbildung an, was reizt Dich daran?  

Yoga war in meiner Jugend immer ein Teil von mir. Einfach den Kopf abschalten und den eigenen Körper spüren. Herrlich! 2014 plante ich eine Yogalehrerinnen-Ausbildung zu beginnen. Alles war geplant, dann fand ich heraus, dass ich schwanger war und somit stellte ich meine Pläne zurück und konzentrierte mich voll und ganz auf mein neues Glück als Mama.

Yoga als Konstante im Alltag

Heute ist mein wundervoller Sohn 8 Jahre alt und ich verwirkliche meinen Traum. Yoga ist meine Konstante.

FB: Aufgrund Deines Namens wird Du sicher auch Leute anziehen, die sich lediglich in Deinem Promi-Status sonnen wollen. Wie gehst Du damit um, wenn Dir sowas auffällt oder man Dir womöglich noch missgünstig entgegen tritt?

In all den Jahren im TV habe ich zahllose Menschen getroffen, die mir etwas vorspielten um einen Vorteil durch mich zu haben. Mittlerweile kann ich das sehr gut und vor allem auch sehr schnell durchschauen.

Das eigene Bauchgefühl trügt kaum

Schön ist es nicht, aber das passiert auch Menschen ohne Prinzessin im Ausweis.

Mein Bauchgefühl ist „On Fleck“…!

FB: Einer Deiner guten Freunde ist der Modedesigner Harald Glööckler, der für das Zelebrieren pompöser Stile bekannt ist. Wäre das Ausladende auch Dein Ding, wenn wir noch in Zeiten von Prinzen und Prinzessinnen wie aus dem Märchen leben würden? Und: Hast Du Dir je in einer stillen Stunde vorgestellt, wie Dein Leben aussähe, wenn Adel und Monarchie hierzulande noch die Hauptrolle spielen würden? Immerhin schweifen selbst Bürgerliche zu solchen Gedankengängen ab, wenn sie imposante Schlösser besichtigen….

Ich liebe Schlösser und Burgen, Geschichten und Tagträume. Oft stelle ich mir vor, wie es gewesen wäre, in einer anderen Zeit Prinzessin gewesen zu sein.

Als Prinzessin das Leben auch in einer anderen Epoche gerockt

Dann bin ich mir aber immer schnell sicher, dass ich exakt das Gleiche machen würde wie heute. Wahrscheinlich hätte ich einen Underground-Club im Verließ des Schlosskellers eröffnet.

FB: Gibt es in Sachsen einen besonderen Ort oder eine Besonderheit, den/die Du magst? Bist Du ab und an einmal im Freistaat?

Ja. Viel zu selten, aber ich plane in den nächsten Jahren, meinem Sohn unsere Geschichte und Gebäude bei einer Tour durch Sachsen näher zu bringen. Ich liebe die Mätressenschlösser. Generell die Aura der alten Burgen.

Sachsen steht bald wieder auf dem Programm

Ich muss viel öfter nach Sachsen!

FB: Als Multitalent singst Du ja auch und hast in Japan einen Mega-Hit gelandet: Die japanische Version des Titels „Atemlos“ von Helene Fischer. Wie kam es denn dazu? 

XeniaIch lernte auf einer Party von Modekönig und Lieblingsmensch Harald Glööckler die Produzentin Kristina Bach kennen.

Ich war ein Jahr zuvor als Werbegesicht in Japan auf Plakaten und hatte meinen ersten Pressebesuch in Tokio gerade absolviert.

Nun lernte ich Japanisch und fand auf der Party heraus, dass Kristina den Mega-Hit „Atemlos“ geschrieben hatte und habe sie spontan gefragt ob sie mir die Rechte auf Japanisch geben würde. Und sie sagte “ja”.

FB: Handwerklich bist Du sehr geschickt. Woran werkelst Du am liebsten herum?

Aktuell arbeite ich an Kostümen für meine Shows im Club. Da wir jetzt jeden Monat zwei Show-Abende haben, läuft die Nähmaschine heiss. Und ich liebe es!

Handwerkliche Tätigkeiten als Entspannungs-Treatment

Handwerkliche Dinge entspannen mich ungemein. Dabei schaue ich gerne Serien und schalte mein Gehirn aus. Und am Ende hat man sogar noch etwas Produktives erschaffen, was gibt es Besseres?

FB: Wie sehen Deine Pläne für die nächste Zeit aus, kannst Du schon etwas verraten?  

Jeden ersten Samstag im Monat gibt es bei uns die legendäre „Saloon on Fire“ Party mit Feuer & Live Musik und jeden letzten Samstag die „Ladys Night“ mit vielen Goodies & Champagner. Kommt vorbei!

Copyright: Xenia von Sachsen

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