Mittwoch, 29. Mai, 2024

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Geschirr, Licht & Zahnpasta: Können Macken die Beziehung sprengen?

Kann Geschirr der Anlass für ein Beziehungsende sein? Ja, das kann es sehr wohl! Den Beweis dafür liefert ein von seiner Frau verlassener Mann, der jetzt als Beziehungscoach arbeitet. Auf welt.de hat er dieser Tage berichtet, wie ausgerechnet profanes Geschirr zum Ende seiner Partnerschaft führte. Die offenen Worte haben – wie es zu erwarten war – eine heftige Debatte in der Kommentarspalte ausgelöst.

Doch zunächst soll ein Blick auf jene profane Angelegenheit gerichtet werden, die eine Frau dazu veranlasste, sich von ihrem Mann scheiden zu lassen.

Schmutziges Geschirr führte zum Ende der Beziehung

So liest man auf welt.de zu dem Fall folgendes:

“(…)Der ewige Streit über schmutziges Geschirr führte zum Ende seiner Ehe. Heute will der geschiedene Autor Matthew Fray als Beziehungscoach Paare vor ähnlichen Fehlern bewahren.(…)”

Wie genau der Konflikt ausging, wird von Matthew Fray so beschrieben:

“(…)Ein Ding wie ein benutzter Teller ist für sich genommen kein Problem. Doch daraus wurde ein Kampf, ein Machtspiel, denn meiner Frau war es wichtig, dass man ihn wegräumt. Mal ehrlich, ein benutztes Glas bedeutet eine Ersparnis von wenigen Sekunden, in denen man eben kein neues aus dem Schrank holen oder sich bücken muss, um es in die Spülmaschine zu räumen. Reine Bequemlichkeit, ohne Hintergedanken. Darin bestand die Gefahr für unsere Ehe.(…)”

Und weiter führt der Mann aus:

“(…)Ich begriff lange nicht, was meine Frau am Geschirr störte und warum mein Verhalten sie permanent verletzte. Mit meinem „Ist doch nur ein Glas!“ habe ich ausgestrahlt, dass mir meine Bedürfnisse wichtiger waren – eine klare Herabsetzung ihrer Gefühle, das erkenne ich heute. Wenn ich in die Küche kam und sah, dass sie mein Glas weggeräumt hatte, löste das nichts in mir aus, bloß den Gedanken: „Dann nehme ich mir halt ein neues.“(…)Der Konflikt schaukelte sich hoch(…)”

Das Ende vom Lied war, dass sich die Frau trennte. Der Verlassene – Matthew Fray – schrieb damals in sein Internet-Blog:

“Sie ließ sich von mir scheiden, weil ich das Geschirr in die Spüle stellte“.

Wie eingangs erwähnt, ist der 44jährige Fray heute Beziehungscoach und gibt auch in der WELT umfangreiche Einblicke in seine Analysen hinsichtlich des alltäglichen Miteinanders von Mann und Frau.

Auf Kritik reagieren Männer in Beziehungen oft mit Vorwürfen

Zum Beispiel diesen hier:

“(…)Viele Männer empfinden die Kritik daran schnell als Nörgelei oder Jammern. Schildert die Partnerin zum Beispiel eine Situation, in der etwas nicht gut gelaufen ist, wäre es fair, zu sagen: „Danke, ich bringe das in Ordnung.“ Viele Männer reagieren stattdessen mit Vorwürfen wie: „Du reagierst überempfindlich“, und stellen die Emotionen ihres Gegenübers damit infrage.(…)”

Unter dem Artikel teilen sich die Kommentatoren in Pro und Contra zu Frays Ansichten auf. Teilweise sind die Reaktionen ziemlich heftig. So schreibt ein User namens G.R. folgendes:

“Beruf verfehlt. Nur Verweichlichte folgen irgendwelchen Mythen wie happy wife, happy life. Der wichtigste Mensch in meinem Leben bin ich, ich muss schließlich 24/7 mit mir zusammen sein. Wie kommt dieser Mensch auf die Idee, die eigenen Bedürfnisse kriecherisch hintenan zu stellen? Setzen, sechs.”

Einen pragmatischen Ratschlag, damit derlei Reibereien im Paar-Alltag gar nicht erst aufkommen hat Kommentator Thorsten R. Er schreibt:

“Zusammen wohnen ist häufig k(r)ampf. Getrennte Wohnungen bewirken Wunder: mein Reich, dein Reich – unser Leben. Besonders ab 50.”

Andere Leser berichten von eigenen Erfahrungen mit aufreibenden Nervereien. So schreibt eine Frau von dem Licht, das ihr Partner ständig brennen lasse, was sie total nervt. Und von den Türen, die er nie schließt.

Der Mythos von der Zahnpasta-Tube lebt…!

Den Eiertanz um solche Kleinigkeiten kennt wahrscheinlich jeder, der in einer (langjährigen) Beziehung ist. Da fehlt nur noch der Verweis auf die nicht zugeschraubte Zahnpasta-Tube im Bad – eine Problematik, die es tatsächlich häufiger gibt und die nicht selten von männlichen Zeitgenossen verursacht wird.

Keine Frage: Tauchen nervige Gewohnheiten beim Partner immer und immer wieder auf, kann das den anderen fast in den Wahnsinn treiben. Wenn aber das große Ganze stimmt, soll dann wirklich eine Petitesse der Anlass für eine Trennung sein? Eine gute Frage, die sich viele schon gestellt haben. Denn es ist ja nicht so, dass ein Partner, der seine Socken allabendlich auf der Couch von sich wirft und seine “besser Hälfte” damit irre macht, nicht ansonsten ein toller (Ehe)Mann sein kann. Da gibt es viel gravierendere Dinge, die bei so manchen zur Trennung führen…

Rücksichtnahme und das Quentchen Toleranz sind in einer Beziehung unabdingbar

Ob so etwas wie das benutzte Glas oder die stets offen gelassenen Türen tatsächlich ein Grund sind, die Beziehung zu beenden, hängt natürlich von der Geduld oder/und Leidensfähigkeit des Partners ab.

Dazu passen die Worte von Julia B., die den besagten Beitrag auf welt.de folgendermaßen kommentierte:

“Mein Mann räumt oft meine Gläser in die Spülmaschine, weil es ihn stört und ich hänge seine Jacke in den Schrank, weil es mich stört. Manchmal schafft aber jeder sein Zeug wegzuräumen. Seit etwa 25 Jahren. Wichtig ist, dass sich beide zumindest bemühen, den anderen zufriedenzustellen, auch wenn es nicht immer klappt und dass das bei dem Gegenüber ankommt. Eine übermäßige Strenge und Rigidität kann zum Verhängnis werden”

Diese Einstellung dürfte wohl die einzige sein, die am Ende funktioniert – Macken hin oder her!

Bild: stock.adobe.com / aleksandr

Quelle: welt.de vom 22.04.23

 

 

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