Sonntag, 14. Juli, 2024

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“Er ist wieder online” – Der Denkfehler beim Parallel-Dating

Wunderschöne Abende, erste Planungen, tolle Gespräche und süße Nachrichten: Keine Frage, die ersten Treffen nach einem virtuellen Kennenlernen beim Online-Dating können die reinste Wonne sein, wenn es gefunkt hat. Man hat Schmetterlinge im Bauch, plant gemeinsame Unternehmungen, es prickelt…Allerdings gibt es eine klitzekleine technische Einrichtung, die all diese schönen Gefühle zunichte machen kann. Nämlich der fiese Online-Button in der Single- oder Partnerbörse. Ein solcher Button zeigt eingeloggten Usern an, dass man(n) online ist. Diese Funktion hat nicht nur schon unzählige Kennenlernphasen gecrahst, nein: Auch Parallel-Dating wird durch diese Funktion rasch durchschaut.

Parallel-Dating wird oft in intensiven Kennenlernphasen betrieben

Zumindest von erfahrenen Online-Datern. Doch es gibt auch ziemlich viele Singles, die sich den Online-Button, der bei jemandem erscheint, mit dem sie in einer fortgeschrittenen Kennenlernphase sind, schönreden.

Ein aktuelles Beispiel hierfür findet sich in einer Partnerschaftsbörse, in der eine Userin in die digitale Runde fragt, was das wohl zu bedeuten hat. Sie schildert ihre Erfahrung mit dem betreffenden Mann (online kennengelernt, schöne Dates, intensive Kennenlernphase und auf einmal ist er wieder online) und kann sich nicht vorstellen, dass ihr Dating-Kandidat, der 25 Jahre lang verheiratet war und seit neun Monaten Single ist, jetzt auf einmal Parallel-Dating betreibt. Die Thread-Erstellerin beschreibt ihn als “kein Aufreißertyp”.

Auch schüchterne Typen daten parallel!

Ein ganz klassischer Denkfehler! Denn natürlich muss keiner heute mehr der klassische Aufreißertyp sein, um parallel zu daten. Das GENAU ist ja gerade der Kick für viele männliche Singles: Dass sie ungestört surfen und digital Kontakte zu Frauen knüpfen können, ohne dass sofort was Peinliches passiert. Bekommen sie im echten Leben vielleicht einen Korb oder trauen sich erst gar nicht, eine Frau anzusprechen, läuft es digital in der Singlebörse viel gemütlicher ab. Man(n) kann verschiedene Damen erst einmal ganz relaxed anschreiben – entweder bekommt man eine Antwort oder eben nicht. Wenn Letzteres angesagt ist, ist es okay und kein Drama. Bekommt er eine Antwort, kann das der Auftakt zu einem aufregenden Kontakt sein.

Und zwar – und das ist der Knackpunkt! – unabhängig davon, ob er sich mit einer anderen Frau längst in einer intensiven Kennenlernphase befindet.

Vielen Männertypen gefällt das schier endlose “Single-Angebot” im Web

Viele Männer – darunter eben gerade vermeintlich Schüchterne und “Nicht-Aufreißer-Typen” – schätzen die gefühlte Unendlichkeit der dargebotenen Single-Kontakte in entsprechenden Partnerbörsen sehr. Unzählige dieser männlichen Singles fühlen sich davon auch dann noch magisch angezogen, wenn sie eigentlich schon eine nette Frau, mit der sie sich mehr vorstellen können, kennengelernt haben.

So auch in dem hier geschilderten Fall, der dieser Tage in dem Web-Forum veröffentlicht wurde. Die betreffende Frau, die die Zeilen veröffentlichte, kann sich nur schwer vorstellen, dass er, der mit ihr schon für die nächsten Wochen Unternehmungen plante, nun in der Singlebörse weiter nach Frauen Ausschau hält und ist ziemlich fassungslos. Und genau diese Denkweise ist falsch.

Gerade wenn man (FRAU) einen Mann via Online-Dating kennenlernt, lauert immer die “Gefahr”, dass er weiter datet und Parallel-Dating eben auch dann noch betreibt, wenn man vielleicht schon Nächte zusammen verbracht und erste Planungen für einen Urlaub gemacht hat.

Aber dennoch ist es leider so. Viele, viele Männer zelebrieren mit Lust eine intensive Kennenlernphase und surfen parallel weiter in der Singlebörse. Da kann die Frau dreimal denken, dass das doch kein Aufreißertyp und man zusammen in einer wunderbaren Kennenlernphase ist.

Sie hat sich verliebt – er datet weiter: Beim Online-Dating ein ganz normales Szenario

Der betreffende Mann muss das noch lange nicht so sehen. Oder er sieht es genauso, was ihn aber trotzdem nicht davon abhält, sich weiter durch die Profile anderer Singlefrauen zu klicken (was ja in einem ganz frühen Kennenlern-Stadium noch okay wäre!). Das Internet als eine Art riesiger “Einkaufskorb” für Singleladies: Diese absurde Metapher trifft auf etliche Kandidaten, die das Web entsprechend nutzen, total zu.

Und auch wenn die Männer dreimal schüchtern, lieb, total anständig und keineswegs wie Casanovas rüberkommen: Es machen so viele! Ganz unabhängig davon, ob sie der Typ Brad Pitt oder eher ein männliches Mauerblümchen sind.

Wie Frauen, die online daten, sich vor solchen Situationen schützen können? Nun – gar nicht! Hier ist es wie mit so vielem im Leben: Glück hat, wer sich via Online-Dating in einen Mann verliebt hat, der das gleiche fühlt. Und in keinster Weise mehr Lust auf Bekanntschaften mit anderen Frauen aus der Singlebörse hat.

Ein solcher Mann wird das rasch kommunizieren, sich nicht distanzieren und auch nicht mit dem “Er-ist-online”-Button von sich reden machen. Er ist einfach da. Im Moment und in der Zukunft!

Bild (Symbolfoto): stock.adobe.com / Look!
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