Samstag, 25. Mai, 2024

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Start-up SIGNSEEING macht Autobahn-Tafeln lebendig!

Es kennt sie wohl jeder: Die weiß-braunen Tafeln, die an deutschen Autobahnen auf touristische Sehenswürdigkeiten, Denkmäler oder Highlights jener Region, in der sich der  Autobahnabschnitt am Standort der Tafel gerade befindet, hinweisen. Häufig fährt man vorbei, ohne genau zu wissen, was genau hinter der Sehenswürdigkeit auf dem Schild steht. Oder man denkt sich: “Klingt ja interessant”. Doch noch ehe ein Gedanke dazu gefasst ist, ist man als Autofahrer blitzschnell an dem Hinweisschild vorbei gebraust und denkt so manches Mal gar nicht mehr über die Information nach. Das soll sich nun ändern. Einem sächsischen Start-up ist die Kunst gelungen, diese Tafeln “zum Sprechen” zu bringen. SIGNSEEING heißt das junge Unternehmen, das mit dieser genialen Idee den Tourismus beleben und Autofahrern Sehenswürdigkeiten, Kulturstätten und Highlights deutschlandweit nahebringen will.

Wie das gehen soll? Nun – mittels der SIGNSEEING-App erfahren Interessierte alles zu den Sehenswürdigkeiten auf den Infotafeln, an denen sie an der Autobahn vorbeifahren.

SIGNSEEING-App macht touristisch Lust auf mehr

Allerdings werden nicht nur zwei, drei Sätze schnöde heruntergerattert, nein: SIGNSEEING hat seine App so aufgebaut, dass die Infos zu allem, was es zu entdecken gilt, ansprechend, interessant und neugierig machend aufbereitet und angenehm zu hören sind. Wie genau sich das verhält, hat uns Stefanie Eisenreich, Mitgründerin und Leiterin der Presseabteilung des Start-ups (im Bild), im Interview verraten:

Signseeing Mitarbeiterin Stefanie Eisenreich

FB: SIGNSEEING ist eine völlig neue Erfindung in Sachen Tourismus, Kultur und Mobilität. Wie sind Sie auf diese einzigartige Idee gekommen?

Die Idee stammt von unserem CEO Sebastian Michel. Während seiner Arbeit an der TU Dresden hatte er zahlreiche, oft sehr lange Dienstfahrten auf der Autobahn. Schon damals hat er sich für die braunen, touristischen Schilder interessiert und sich gefragt, wie viele es wohl davon geben möge. Ein zentrales Register gab es damals nicht, aber er hat dann relativ schnell gemerkt, dass er im Grunde keine Liste braucht, sondern etwas, was direkt Informationen beim Vorbeifahren liefert und dabei unterhaltsam ist. So ist die Idee der App entstanden.

FB: Gibt es schon Investoren oder ist die Suche nach Partnern und Geldgebern angedacht?

Wir sind ja bereits 2020 ins Abenteuer signseeing gestartet. Unser Wunsch war es damals, ohne Risikokapital auszukommen. So haben wir, die 15 Gründer und Gründerinnen von signseeing, uns zusammengetan und ein Startkapital verschafft. Dazu hat die Idee der App die KSK Bautzen überzeugt, die uns das Vertrauen geschenkt und einen Kredit gewährt hat.

Für Nutzer ist die App kostenlos

Einen echten Hebel gab uns dann nochmal die Förderung des Markteinführungsprogramms innovativer Produkte (MEP) innerhalb des europäischen EFRE-Programms, ohne die wir heute nicht da wären, wo wir sind – weder zeitlich, noch vom Umfang, noch in der Form unseres Auftretens. Auf lange Sicht soll sich SIGNSEEING über die Jahresgebühren unserer Partnerinstitutionen selbst tragen. Für die Nutzerinnen und Nutzer ist die App natürlich kostenlos.

FB: Wie werden die Institutionen Partner bei SIGNSEEING?

Ganz einfach eigentlich. Es gibt verschiedene Tarife, so zum Beispiel den Premiumtarif, der den Institutionen eine ganze Palette an zusätzlichen Inhalten in der App bietet. So können sie dort beispielsweise Informationen zu regionalen Veranstaltungen, über das Hotel- und Gastgewerbe,  und eine ausführliche Beschreibung zur Destination  eingeben. Hier ist noch gut zu wissen: In der Regel erstellen unsere Premiumpartnerinnen und -partner ihre Hör-Geschichte selbst.

Sie können aber zum Premiumtarif auch einen Service dazu buchen, über den wir die Audiostory gleich für sie mit erstellen – natürlich immer in Absprache mit ihnen.  Wie sich dieseTarife en détail zusammensetzen, erfährt man aber auch auf unserer Webseite.

FB: Wie funktioniert die App?

Unsere App bringt quasi den touristischen Unterrichtungstafeln das Sprechen bei. Das funktioniert mithilfe des Kernfeatures unserer App: der Hör-Geschichte. Diese wird automatisch abgespielt, sobald man an einem Schild vorbeifährt. Die ein bis zwei Minuten langen und professionell produzierten Hör-Geschichten, die mit Musik und O-Tönen Hörspielcharakter haben, erzählen spannende, unterhaltsame und auch lustige Geschichten zu den touristischen Zielen.

Infos zu Gastronomie und Unterkünften komplettieren die App

Außerdem gibt es in der App selber, zum späteren Nachlesen, Infos zu Gastronomie, Veranstaltungen, Hotels, Öffnungszeiten – also alles, was man braucht, um sich für einen Ausflug zu entscheiden. 

FB: Wo und wie kann SIGNSEEING genutzt werden?

Nutzen kann man die App natürlich auf der Autobahn. Momentan bringen wir alle Schilder in Sachsen zum Sprechen – auch die der Kommunen und Institutionen, die noch keine Partner:innen sind. Für diese produzieren wir dann kurze Basisstories, damit kein Schild ohne Hör-Geschichte bleibt. Die App funktioniert aber natürlich auch, wenn ich auf dem Sofa sitze und Lust habe zu stöbern oder mir schöne Reiseziele in Deutschland raussuchen möchte. Ab Anfang Juli – pünktlich zu den Sommerferien – gehen wir dann nämlich auch aus Sachsen raus. Dann gibt es entlang aller Hauptverkehrsachsen deutschlandweit Hör-Geschichten von uns auf die Ohren!

FB: Wie groß ist das Team aktuell?

Wir sind 24 Gesellschafterinnen und Gesellschafter, 15 davon haben mit gegründet. Größtenteils arbeiten wir remote an dem Projekt – neben unseren regulären Jobs. Wir bekommen aber auch jede Menge Unterstützung von extern, sei es jetzt für die Akquise, im Marketing oder bei der Redaktion der Hör-Geschichten.

FB: Wer spricht die Audios ein?

Wir arbeiten mit einem ganzen Team von professionellen Sprecherinnen und Sprechern zusammen. Damit wollen wir möglichst viel Diversität und Varietät schaffen. 

FB: Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit den Locations / Kulturstätten?

Wir haben ein ganz tolles Akquiseteam, das den ersten Kontakt zu den Destinationen herstellt und dann mit den Partnerinnen und Partnern in einem steten Austausch steht.

Die Hör-Geschichten entstehen in Teamarbeit

Bei der Erstellung der Hör-Geschichten zum Beispiel arbeiten wir ganz viel miteinander: Die Texte durchlaufen mehrere Schleifen, damit alle zufrieden sind und sie auch unseren Qualitätsstandards entsprechen. Natürlich kommen hier unterschiedliche Interessen zusammen, die wir unter einen Hut bringen müssen. Das läuft aber in der Regel sehr gut.

FB: Wie sehen die Zukunftspläne von SIGNSEEING aus, was ist angedacht? 

Noch in diesem Jahr wollen wir deutschlandweit alles abdecken. Bis zum Ende des Jahres ist unser Ziel, dass jedes Schild eine Hör-Geschichte hat und die App flächendeckend genutzt werden kann. Was danach kommt? Das werden wir sehen! Langfristig wär es auf jeden Fall toll, die App auch mehrsprachig und über die deutschen Grenzen hinaus anzubieten.

Geschichten über fabelhalte Frauen, gerettete Bären oder Fontanes Birnengedicht: All das und noch viel mehr gibt’s in der App zu hören. Wer sich selbst ein Bild davon machen möchte, wie kurzweilig und interessant die Fahrt auf der Autobahn gestaltet werden kann, der kann auf der Webseite von SIGNSEEING schon mal reinhören.

 

Bilder (Bildmontage): SIGNSEEING, picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Klaus-Dietmar Gabbert

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