London – die Weltmetropole. Riesig, spannend, interessant. Eine Stadt, bei der man gar nicht weiß, wo man als Tourist anfangen und wo man aufhören soll. Hier ein Erfahrungsbericht, wie unser erster Besuch in London inklusive ABBA Voyage-Konzert ablief. Wir buchten unsere Reise in die britische Hauptstadt im Rahmen eines familiären Jubiläums. In erster Linie ging es um ABBA Voyage und dass diese Show in London läuft, war eher ein angenehmer Nebeneffekt. Man wollte sich diese bekannte Stadt ja sowieso einmal anschauen…Gesagt, getan, gebucht. In Sachen Flug entschieden wir uns dazu, London ab Prag via Stansted anzusteuern, da die Flüge – unserer Ansicht nach – von dort etwas günstiger sind. Blieb die Frage nach dem Parken.
London ab Prag – mit Parken am Flughafen
Im Netz werden unzählige Parkplätze am Flughafen in Prag angeboten von VIP bis Normalo. Als Laie kann man jedoch schlecht einschätzen, wie weit diese Parkplätze – allesamt kostenpflichtig und somit natürlich überwacht – denn tatsächlich vom Flughafen Prag entfernt sind? Kein Mensch will kilometerlange Wege mit Gepäck zurücklegen, ganz klar. Doch es gibt dort zum Beispiel eine Möglichkeit, mit einem Shuttlebus vom Parkgelände zum Flughafen-Eingang zu gelangen. Bequem und wirklich ideal.
Insofern haben wir uns ganz profan für Flexi Parking und dort für die billigste Variante von um 1300 bis 1400 Tschechische Kronen (circa 50 bis 60 Euro für fünf Tage) entschieden. Achtung: Der Preis kann binnen Minuten wechseln – warum, bleibt nebulös. Bei dieser Variante ist der Shuttle-Bus inklusive. Vor Ort muss man ggfs. etwas suchen, bis man die Haltestelle des Busses erspäht (es ist nicht die Haupthaltestelle der Busse, die sich ebenso vor dem Parkgelände befindet), deshalb unbedingt auf die blau-türkisen Flexi-Schilder achten! Außerdem wichtig: Wenn das Auto einmal eingeparkt ist, den markierten Bereich merken – am besten fotografieren!
Der Transport klappt sehr gut, irgendwann, nach nur wenigen Minuten, ist man dann am Flughafen angelangt und das Abenteuer London ab Prag kann starten.
Unser Flug ging am Abend, so dass wir erst kurz vor Mitternacht in London Stansted landeten. Vorher bekamen wir den Tipp, uns dann vor Ort ein Taxi über Uber zu rufen. Die App war längst heruntergeladen, ein Taxi allerdings bekamen wir darüber nicht. Als wir nach draußen gingen und über die App nach einem verfügbaren Uber suchten, wurde einfach kein Fahrzeug angezeigt.
Mit dem Taxi vom Flughafen nach London
Wir entsannen uns, dass wir soeben an einem großen Counter mit der Aufschrift „Taxi“, direkt in der Flughafenhalle, vorbeigegangen sind und kehrten dorthin zurück. Das war die beste Entscheidung, die wir an diesem Abend treffen konnten! Der Mann hinter dem Schalter koordinierte nämlich die nächtlichen Taxiwünsche und nahm unsere Angaben auf. Wir bezahlten (umgerechnet um die 120 Euro) und folgten der Bitte, Platz zu nehmen. Neben uns war lediglich nur eine einzige Frau, die auch wartete, zugegen. Allerdings sollte sich das schnell ändern, denn der kleine Counter füllte sich rasend schnell mit unzähligen Menschen, die alle ein Taxi nach London rein brauchten. Fast alle agierten zuvor wie wir: Sie ließen den Taxi-Counter links liegen und strebten zum Ausgang, um dort ins Taxi zu steigen.
Da aber diese Möglichkeit nicht gegeben war (was für eine Metropole wie London wahrlich verwundert!) landeten sie am besagten Counter. Wir hatten – wie erwähnt – Glück und konnten rasch unser Taxi nehmen und schwebten in einem komfortablen Kleinbus Richtung des Premier Inn-Hotels in London-Stratfort. Dieses Hotel liegt direkt neben dem riesigen Westfield Einkaufszentrum. Da ein Teil vor dem Haus verkehrsberuhigte Zone ist, muss man wenige (wirklich wenige) Meter vom Taxi aus zum Eingang, der auf den ersten Blick super unauffällig ist, zurücklegen. Das ist aber kein Problem. Wir waren weit nach Mitternacht dort und wurden an der Rezeption im 1. Stock freundlich empfangen. Müde sanken wir in die Betten, voller Vorfreude auf den nächsten Tag, an dem wir zu ABBA Voyage wollten. Kurz noch was zum Zimmer in diesem Hotel: Wir hatten die 4. Etage und die Fenster im Raum gingen leider nicht zu öffnen. Muss man wissen. Als Frischluft-Schläfer ist das einfach nicht so das Wahre. Aber nun ja. Für London war das Haus, war das Zimmer, absolut okay.
Irritierendes Chaos beim Frühstück
Was man vom späten Frühstück im Hotel nicht unbedingt behaupten konnte. Es wird bis um elf vormittags angeboten, was ein Pluspunkt ist. Wir waren nach unserer ersten Nacht erst kurz vor 11 Uhr im Frühstücksraum, weil wir schlichtweg ein wenig verschlafen hatten. Die Szenerie im Frühstücksraum war unfassbar: Kaum ein Tisch abgewischt, verklebter Boden, halbe Toastbrotscheiben auf dem Fußboden, die keiner aufhob. Mit Ach und Krach ließ sich ein nicht ganz so angeschmuddelter Tisch finden, doch der Appetit war uns ob dieses Umfeldes vergangen. Da nützte auch der schöne Ausblick nichts (im Bild).
Wir gingen rüber in das riesige Westfield-Einkaufscenter, in dem man nicht nur bis zum Umfallen shoppen, sondern auch essen kann. Allerdings: Am nächsten Tag waren wir im Hotel gegen 7.30 Uhr im Frühstücksraum und es war alles okay und auch sauber. Offenbar kommt man mit dem Ansturm der Frühstücksgäste mit fortschreitender Vormittagszeit nicht mehr hinterher. Wie auch immer.
Für uns ging es an diesem ersten Tag erst einmal darum, die Gegend zu erkunden. Da wir erst spät in den Tag aufbrachen und noch viel Zeit im Westfield-Einkaufscenter verbrachten, war schon die Zeit gekommen, sich für ABBA Voyage fertig zu machen. Auch hier nahmen wir ein Taxi, obwohl wir auch hätten die U-Bahn nehmen können (aber das haben wir alles erst am nächsten Tag ausgekundschaftet). Die Taxifahrt klappte diesmal mit Uber und lag für die Hinfahrt bei 14 Pfund.
ABBA Voyage – unser Grund, London ab Prag anzusteuern!
Das Event war sehr, sehr schön und auch ausverkauft. Man hat tatsächlich das Gefühl, in einem 70er-Jahre-ABBA-Konzert zu sein, obgleich ein Hauch Künstlichkeit bleibt. Fotografieren oder gar filmen darf man während der Show nicht, es wird sehr streng gehandhabt. Nach dem wunderbaren Act nahmen wir uns von der ABBA-Location ein stilechtes London-Taxi, von denen etliche draußen warteten. Auch die Rückfahrt war mit 13,80 Pfund recht moderat, Trinkgeld natürlich exklusive.
Die nächsten verbleibenden Tage waren wir damit beschäftigt, London zu erkunden. Und zwar per U-Bahn. Hier geht alles so gut wie nur noch digital, man zahlt mit Kreditkarte oder via Handy. Auf den U-Bahnhöfen und in den Zügen geht es sehr gesittet zu, die Umgebung rund um dieses Fortbewegungsmittel ist zudem sehr gepflegt, was man so von einer Mega-Metropole wie London nicht wirklich erwartet hätte.
Vor allem im Hinblick auf Deutschland, wo diese Art der Fortbewegung zunehmend mit Kriminalität verbunden ist. Zum Zeitpunkt unserer Reise, im Herbst 2026, war dies nicht im Ansatz so. U-Bahn-Fahren fühlte sich zu keinem Zeitpunkt unsicher oder die Umgebung als Angstraum an. Obendrein war das U-Bahn-Fahren eine sehr, sehr preisgünstige Angelegenheit. Für manche Fahrten zahlten wir nicht mehr als 1,18 Pfund.
Beim ersten Besuch gerne mal treiben lassen!
In London selbst waren wir unter anderem im Wissenschaftsmuseum (im Bild), am Buckhingham-Palace, am Big Ben, an der Tower Bridge und haben uns einfach durch so bekannte Orte wie die Oxford-Street oder Camden treiben lassen.
Viele Geschäfte sind einfach schon von der Gestaltung und der Aufmachung im Inneren her der Hammer, weswegen man häufig in tollen Läden verweilt und einfach nur staunt. Kaufen kommt dort eher weniger in Frage, da es sich meist um sehr teure Läden handelt. Viele, viele davon sind eine Augenweide und es macht Spaß, dort einfach nur zu schauen und zu bummeln.
Ein großer Anziehungspunkt ist auch Camden mit seinem bekannten Markt. Das Viertel hat auch eine riesige Ladenstraße, die auf der es aber eher nur Kitsch und Touri-Kram zu kaufen gibt. Zudem erinnert sie leicht – ganz leicht – an die Reeperbahn in Hamburg. Keine Empfehlung! Auch der Markt war für uns nichts Besonderes, da auch dort mehr oder weniger Touri-Tand verkauft wurde. Ab und an kann man ein Schnäppchen machen, so zum Beispiel schöne gemalte Bilder von London. Wenige Läden lohnen sich, aber das meiste ist nicht der Rede wert.
Alles in allem haben wir bei unserem Trip London ab Prag im Vorab – außer in Sachen ABBA – keine großartigen Pläne gemacht und das war auch gut so. Wer erstmals in dieser Stadt ist, tut gut daran, sich zunächst treiben zu lassen. Eine detailliertere Planung kann man immer noch bei einem nächsten Trip vornehmen.
Allein die tollen Museen und Ausstellungen wären einen weiteren Besuch wert, ganz zu schweigen von den Shopping-Möglichkeiten, die einen einfach erschlagen und die man erst nach und nach mitbekommt und sondieren muss. Auch Flohmärkte gibt es in Hülle und Fülle, wieder ein separates London-Thema…
Uns persönlich hat es gefallen und wir kommen ganz sicher wieder. Garantiert auch über die entspannte Route London ab Prag – jetzt wissen wir ja, wie der Hase läuft. Allerdings lohnt sich dieser Flughafen nur, wenn man regional in der Nähe zum tschechischen Grenzgebiet zuhause ist, so zu Beispiel im Vogtland.
Von da aus hat man definitiv die Gelegenheit, nach London ab Prag zu sehr moderaten Preisen zu fliegen. Und das lohn sich!
Bildnachweis Startbild:
picture alliance / Geisler-Fotopress | Ulrich Stamm/Geisler-Fotopress



