Freitag, 9. Dezember, 2022

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Die Natur hören: Warum ein Wattführer schweigende Wanderungen anbietet

Bucht man im Urlaub oder auf einem Wochenendtrip eine geführte Wanderung, so ist eigentlich immer klar, dass man vom Wanderführer Infos, Tipps oder Geschichtliches  übermittelt bekommen möchte. Genau aus diesem Grund buchen die meisten Leute eine Führung – ganz klar! Nicht so bei der Tour “Sound of Silence”, die im hohen Norden – in Eckwaderhörne – angeboten wird. Denn hier wird während der gesamten 90-Minuten Tour über geschwiegen, inklusive dem Wattführer.

Wattführer setzt bewusst auf die Geräusche der Natur

Und das bewusst. Wattführer Thomas Büsing will seine Gäste auf der Halbinsel Butjadingen, die am Wattenmeer liegt, mit seiner Führung für die einzigartige Faszination des Gewässers und die raue Natur sensibilisieren.

n-tv.de berichtet über diese ungewöhnliche Offerte am 21. Juni 2022 unter anderem so:

“(…)Der Wind weht frisch, die Temperatur ist für die Jahreszeit zu kalt, Regenschauer sind angekündigt. Dennoch hat sich eine kleine Gruppe zusammengefunden für eine ungewöhnliche Wattwanderung vor Eckwarderhörne (Landkreis Wesermarsch) auf der Halbinsel Butjadingen: Während der 90-minütigen Tour im Watt werden alle schweigen. Einfach mal nichts sagen, nur auf die Geräusche in der Natur achten – so kündigt es Wattführer Thomas Büsing an. “Wenn wir am Priel sind, bleiben wir fünf Minuten stehen. Hört einfach mal hin, was ihr da mitkriegt”, sagt Büsing (…)”

Über die Gründe, eine Führung anzubieten, bei der einfach nichts gesagt wird, sagt der erfahrene Wattführer folgendes:

“(…)”Irgendwann habe ich gedacht, es wäre auch mal schön, einfach die Klappe zu halten”, sagt er auf seine direkte Art. Büsing musste seinen Chef Matthias Schulz nicht lange überreden, schweigende Wattwanderungen anzubieten: “Sound of Silence”, nennt er sie. “Es gibt immer mehr gestresste Menschen, für die eine solche Auszeit gut ist”, sagt Schulz.(…)”

Und wie läuft so ein Erlebnis nun ab?

Die Handys sind natürlich ausgeschaltet

Zitat:

“(…)Endlich geht es auf ein Zeichen von Thomas Büsing los. Die Handys sind ausgeschaltet, keiner sagt mehr etwas. Schweigend zeigen einige auf Dinge oder Lebewesen, die sie im Watt entdecken, ab und zu bleibt jemand stehen, um eine pazifische Auster oder eine Muschel aufzuheben. “Nehmt die Sachen, die ihr seht, im Kopf mit. Wir werden sie dann anschließend besprechen”, hatte Wattführer Thomas Büsing vor dem Start gesagt.(…)”

Mal eine ganz andere Möglichkeit, eine Führung zu gestalten. Wattführer Thomas Büsing setzt vor allem darauf, dass die (Großstadt)Menschen mit seiner Spezialtour zur Ruhe kommen und einfach mal nicht reden. Die Stille dürfte laut und die Faszination des Watts groß genug sein.

Ein Gegenpol zur überreizten Freizeit-Gesellschaft

Auf jeden Fall ist das mal ein ganz spezielles Pendant zur überreizten Freizeitgestaltung und für den einen oder anderen bestimmt interessant. Reden kann man danach immer noch zur Genüge…!

Mehr zu dem entschleunigten Angebot erfährt man auch in diesem Erfahrungsbericht.

Bild: pexels.com / Maria Camila Castaño

 

 

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