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Pflegebedürftigkeit in Deutschland – ein Dauerbrenner-Thema, das immer wieder für Schlagzeilen und Aufreger sorgt. Der größte Kritikpunkt am hiesigen Pflegesystem ist vor allem die wenige Zeit, die Pfleger für pflegebedürftige Menschen haben. Waschen, Anziehen, Kämmen – alles läuft nach Stoppuhr. Läuft diese ab, ist auch der Aufenthalt der Pflegekraft beim Pflegebedürftigen zumeist beendet. Ein kleiner Plausch, emotionale Zuwendung, vielleicht noch eine Tasse Tee mit dem pflegebedürftigen Menschen trinken? Fehlanzeige.

Das deutsche Pflegesystem ist auf absurder „Minuten-Reiterei“ aufgebaut, die weder den Pflegekräften noch den zu pflegenden Frauen und Männern gut tut.

Pflege in Niederlanden gestaltet sich komplett anders

Ganz anders geht es dagegen in den Niederlanden zu. Denn dort bestimmen Pflegekräfte selbst, wieviel Zeit sie bei einem Pflegebedürftigen verbringen. Hierzu veröffentlichte das Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL in seiner Ausgabe 52/18 einen umfangreichen Artikel.

Er handelte von einem Pilotprojekt im Münsterland, in dessen Rahmen das niederländische Modell aktuell getestet wird. Porträtiert wird gleich am Anfang des Artikels eine 32jährige Pflegekraft, die sich für den ihr anvertrauten Menschen – eine ältere Dame – Zeit nehmen kann. Zitat:

„Sie weckt die alte Frau, die sie pflegt, behutsam; sie hebt deren Bein an, stülpt den Strumpf über die Ferse und zieht ihn hoch bis zum Knie(…)“ Und sie geht danach nicht einfach, sondern sie bleibt. Wie fast jeden Morgen, denn die Patientin bittet die Pflegerin, noch etwas zu bleiben, weil sie großen Kummer hat(…)“.

Dieses Beispiel dürfte wohl exemplarisch für unzählige pflegebedürftige Menschen in Deutschland stehen. Wie oft sind sie einsam, nicht selten schon verwitwet und haben manchmal gar keine Bezugspersonen im Alltag mehr? Da ist der Wunsch oft groß, mit der Pflegekraft, die täglich kommt, einen Schwatz zu halten.

Was aber eben kaum machbar ist, wenn die Stoppuhr unerbittlich tickt.

Nicht die Rendite zählt – man arbeitet kostendeckend

Und genau das ist beim niederländischen Pflegedienst Buurtzorg nicht der Fall. Gegründet von einem Pfleger, der die Akkordarbeit am Menschen nicht mehr ertragen konnte, ist dieser Pflegedienst laut SPIEGEL in den Niederlanden schon viermal zum besten Arbeitgeber des Jahres gewählt worden. Der besagte Gründer, Jos de Blok, schielte bei seiner Unternehmenseröffnung nicht auf die Rendite, sondern gestaltete die Struktur so, dass kostendeckend gearbeitet wird.

Im SPIEGEL heißt es dazu weiter:

„De Blok schuf auch einen neuen Beruf: den des Pflegesozialarbeiters, der sich nicht nur um die körperlichen Gebrechen kümmert, sondern auch ein soziales Netz um den Patienten aufbaut“

Dieses Konzept imponierte Gunnar Sander, der laut dem Nachrichtenmagazin in Deutschland an verschiedenen Standorten sowohl Pflegedienste, Pflegeheime und Alten-WG`s betreibt. Er holte also den niederländischen Pflegedienst Buurtzorg für ein Pilotprojekt ins Münsterland. Drei Jahre lang hat er nun die Möglichkeit dieses empathische Pflegekonzept zu testen. Die beteiligten Kranken- und Pflegekassen haben sich probehalber auf das Projekt eingelassen – nun muss man die Testphase abwarten.

Nur – warum funktioniert das besagte Konzept eigentlich in den Niederlanden so gut? Dazu der SPIEGEL:

„In den Niederlanden funktioniert das, weil die Pflegekräfte anders als in Deutschland für das Kümmern und Beraten bezahlt werden. Die Kosten werden dort nicht durch strenge Zeitvorgaben gedrückt, sondern dadurch, dass die Pflegekräfte Arbeit abgeben – an Nachbarn, Freunde und Familie, die pflegerische Aufgaben ehrenamtlich übernehmen“

Bleibt die Frage, ob in Deutschland funktionieren könnte, was in den Niederlanden schon zum Alltag gehört? Dem SPIEGEL ist zu entnehmen, dass das lange noch nicht ausgemacht ist.

Könnte die Pflege auf diese Art in Großstädten funktionieren?

Zumal vor dem Hintergrund, dass man bislang nicht weiß, ob ein solches Konzept auch in Großstädten funktionieren könnte. Das Pilotprojekt ist im April 2018 gestartet und hat sich noch mit vielen offenen Fragen zu befassen.

Doch mit diesem Versuch ist definitiv ein Anfang gemacht. Möge das liebevolle Konzept so bald wie möglich auch hierzulande Schule machen! Pflegebedürftige und Angehörige würden es wohl gleichermaßen danken!

Bildnachweis (Symbolbild): picture alliance/imageBroker

Kolumnistin Barbara Edelmann schreibt über das Altern. „Da steht Jonas gerade an meinem Bett im Krankenhaus mit einem riesigen Strauß Blumen, als sich die Tür öffnet, und Ralph hereinkommt. Die beiden Männer haben sich tatsächlich in meinem Zimmer in die Haare gekriegt, weil keiner vom anderen wusste und hätten beinahe eine Rauferei angefangen.“ „Den Werner kenne ich aus der Zeitung, der hat ein Inserat aufgegeben. Er ruft mich die ganze Zeit an und will zum Essen kommen, oder dass wir mal ins Kino gehen, aber der ist mir zu jung.“

Diese beiden Sätze aus 2018 stammen von meiner lieben Nachbarin namens Ilse, die ich seit mehr als 25 Jahren kenne. Ilse ist Ende 70.

Als ich sie kennenlernte, war sie gerade 50 geworden: eine robust gebaute Dame mit nussbraun gefärbter Beton-Dauerwelle, umfangreicher Kittelschürzen-Sammlung, hausfraulichen Qualitäten, wie man sie heute selten findet… und dem brennenden Wunsch nach einem Kerl, mit dem sie den Rest ihres Lebens verbringen konnte, denn Ilse war schon im Alter von 48 Jahren Witwe geworden und wollte nicht allein bleiben.

Seit über einem Vierteljahrhundert lausche ich ungläubig-amüsiert ihren teilweise haarsträubenden Geschichten, denn sie scheute niemals irgendwelche Mühen, um einen Mann aufzutreiben. Die Liste der Fahrzeuge mit fremden Kennzeichen, die vor ihrem Grundstück parkten, ist lang. Unbefangen berichtete sie über ihre Erlebnisse mit den jeweiligen Herrschaften, von denen nur einige wenige vor ihren strengen Augen Bestand hatten. Die meisten verschwanden schnell wieder in der Versenkung.

Ilse war rührig. Sie schrieb auf Kontaktanzeigen in der Zeitung, ging mit gleichaltrigen Freundinnen zu speziellen Tanzveranstaltungen, sprach wildfremde Männer im Supermarkt oder an der Tankstelle an und verbuchte mit dieser Methode teilweise mehr Erfolge als eine attraktive emanzipierte Frau um die 30, obwohl sie in einem anderen Zeitalter großgeworden war, in dem der Mann alles galt und sie als Frau nichts zu sagen hatte.

Im zarten Alter von 76 fand Ilse nun endlich jemanden, der ihren Ansprüchen genügt. Sein Name ist Jonas. Er besitzt genau wie sie ein eigenes Haus, ist fleißig, sparsam und redet nicht viel. Aber er käme ohnehin nicht zu Wort. Jonas erweist sich als unglaublich praktisch, denn Ilse hat eine Menge Aufträge an einen willigen Helfer zu vergeben – und damit meine ich nichts, das in der Horizontalen stattfindet.

Hecken müssen geschnitten werden, der Bio-Abfall zum Wertstoffhof, es muss eingekauft werden, Obst gepflückt, das Ilse einkochen kann, und außerdem trägt Jonas seinen finanziellen Obolus zum Haushalt bei, wenn Ilse kocht. Einmal war sie mit einem Metzger befreundet – diesen Zeiten trauert sie noch gelegentlich hinterher, denn „der brachte jede Woche einen Beutel voller Fleisch.“ Sie ist praktisch veranlagt, müssen Sie wissen.

Ich mag Ilse sehr gerne, sie ist sozusagen mein großes Vorbild. Die never ending Story „Frau sucht Mann“ endet nämlich nicht schlagartig, wenn man einen runden Geburtstag feiert, mag das der 40te, der 50te oder der 60te sein. Im Gegenteil. Nur die Suche gestaltet sich etwas komplizierter.

Immer wieder stellte mir Ilse im Laufe dieser fast drei Jahrzehnte irgendwelche Herren vor, deren Gesichter oder Namen ich mir nicht zu merken brauchte. Sie verschwanden schneller wieder als der köstliche Zwiebelrostbraten bei einer ihrer Essenseinladungen, wenn mich der Hunger plagte. Irgendwas fand sie immer auszusetzen, und darum hielt sich keiner lange. Aber ich nehme an, Jonas werde ich mir merken müssen.

Ilse wurde als Kind armer Leute geboren. Sie heiratete als sehr junge Frau und gebar zwei Kinder, die sie nach dem Tode ihres Mannes weiterhin finanziell unterstützte, bis sie selbständig waren. Als Witwe verdiente sie ihr Geld mit Putzen. Sie bezahlte das Eigenheim nach dem Tode ihres Mannes ab, kümmerte sich um den riesigen Garten, denn ihre Kinder waren weggezogen, und sie schaffte das alles ganz allein.

Vor einigen Jahren begleitete sie mich zum Baumarkt, wo wir gemeinsam fünf Säcke Quarz-Sand in meinen Wagen luden, den ich dringend brauchte. „Wir Frauen müssen zusammenhalten“ sagte sie, während wir ächzend die schweren Teile in meinen Kofferraum wuchteten. „Ich habe gelernt, alles selbst zu regeln. Solltest du auch. Dann bist du auf niemanden angewiesen.“

Ilse ist wie erwähnt mein leuchtendes Vorbild – ein Beispiel dafür, dass es nicht mit allem vorbei sein muss, wenn man ein gewisses Alter erreicht. Nur zu gut erinnere ich mich heute noch an meinen 30ten Geburtstag, als ich verloren an einem Tresen in irgend einer Disko stand und hoffte, niemand würde bemerken, wie alt ich von einem Tag auf den anderen geworden war. Himmel, ich war 30. Es kam mir vor wie das Ende von allem, das mir lieb und teuer war. Als hätte ich über Nacht 17 neue Falten gekriegt und graue Haare.

„Gott, bist du dumm“, sagte eine Freundin meiner Mutter damals zu mir. „Da kommt doch erst der Verstand, und es wird richtig gut.“ Sie hatte recht. Aber es dauert eine Weile, bis man das begreift.

Von meinem 40ten Geburtstag existiert nur ein einziges Foto. Ich war damals gerade dunkelhaarig und blicke mürrisch in die Kamera. Meinem Gesichtsausdruck nach hatte ich schlimme Magenbeschwerden oder eine Analfistel, zumindest sieht es so aus. Diese missmutige Miene betrachte ich gelegentlich auf dem Handy und denke mir: „Mädel, warst du blöd.“

40 ist nicht das Ende der Welt. Man denkt es zwar, aber es ist nicht so. Das gilt übrigens für alle anderen Geburtstage auch, meine Damen. Nur zu schade, dass man das erst begreift, wenn man schon länger drüber ist.

Um wenige Dinge wird hierzulande so ein Hype gemacht wie ums Älterwerden. Es ist sogar eine richtige „Verhinderungs-Industrie“ drumherum entstanden. Mit wenig anderen Dingen lässt sich so viel Geld verdienen wie mit Anti-Aging-Produkten. Es sollte nur nicht unbedingt auf der Packung stehen, denn scheinbar liest die geneigte Kundin nicht gerne das Wort „Age“ – also „Alter“ auf einer Cremetube. Das mag wohl einer der Gründe gewesen sein, warum Unilever die von mir favorisierte „Dove pro age“-Linie eingestellt hat. Es verkauft sich einfach nichts gut bei den Damen, das aufs Älterwerden hinweist.

Vor vielen Jahren betreute ich an meinem früheren Arbeitsplatz eine Kundin, nennen wir sie „Frau B.“.
Sie war Ende 60, als ich sie kennenlernte – eine gepflegte, attraktive Erscheinung mit langem, braungefärbten Haar, bis zum Platzen gestraffter Haut, vollen aufgespritzten Lippen… und einem mindestens 20 Jahre jüngeren Liebhaber, der immer in seinem Club-Sakko hereinschneite, die Hände in den Hosentasche, wie eine jüngere Ausgabe von Heinz Rühmann.

Frau B. sprach nie viel, wenn sie uns aufsuchte, vielleicht war es das viele Botox. Sie behandelte uns jüngere Frauen wie etwas, das sie sich am liebsten vom Schuh kratzen würde und verschwand mit rauschendem Nerzmantel wieder in ihrer Luxus-Limousine, sobald sie erledigt hatte, weswegen sie gekommen war. Ich habe vergessen, zu erwähnen, dass Frau B. ausgesprochen wohlhabend war. Genaugenommen war sie stinkreich. Nichts von dem, das sie am Körper trug, hatte weniger als drei meiner Monatslöhne gekostet, sie war mit teurem Schmuck behangen und wurde von allen hofiert.

Irgendwann kam dann der für Frau B. wohl grauenhafteste Tag: Sie wurde 70. Ihre Hausbank, bei der sie ihre Millionen angelegt hatte, schickte ihr ein Blumen-Bukett, einen Fresskorb und eine edle geprägte Karte mit der Aufschrift: „Alles Gute zum 70ten Geburtstag.“

Unmittelbar darauf kündigte Frau B sämtliche Konten und Depots bei dieser Bank und wechselte zu einer anderen. Sie hielt es nämlich für absolut unanständig, eine Dame – zumal eine so reiche – auf ihr Alter hinzuweisen.

Diese Geschichte habe ich nicht erfunden, sie ist wahr. Und sie zeigt recht deutlich auf, wie hierzulande noch mit dem Älterwerden umgegangen wird.

Frau B. konnte sich jede kosmetische Korrektur leisten: Lifting, Micro-Needling, Lasern, Peeling, Falten-Unterspritzung. Es half alles nichts – am Ende stehen immer der Personalausweis und die Geburtsurkunde. Die lügen nicht.

Anti-Aging-Produkte verkaufen sich nach wie vor wie geschnitten Brot. Sekretärinnen lassen sich in der Mittagspause beim Dermatologen um die Ecke Botox spritzen, im Jahresurlaub Fett absaugen und rennen zum Yoga, um die Auslage straff zu halten. Es wird gerannt, trainiert und geschmiert. Jeden einzelnen Tag. Und jede Sekunde, die verrinnt, trägt uns ein wenig weiter in die Richtung von Frau B., die nicht vor der grausamen Tatsache auf ihren Louboitin-Pumpps davonrennen konnte, dass man nun mal älter wird, und dass dies – frei nach Woody Allen – die einzige Möglichkeit ist, zu überleben. Denken Sie da mal drüber nach.

„In anderen Kulturen wird kein solches Gewese ums Älterwerden gemacht, im Gegenteil. Da werden solche Menschen verehrt, weil sie Lebenserfahrung haben“ erzählte mir der Gynäkologe meines Vertrauens vor einigen Jahren. „Das ist hier in Europa wirklich ein zivilisatorisches Problem.“ An diesen Satz muss ich oft denken.

Vor noch nicht allzu langer Zeit durfte man in aller Ruhe und Gelassenheit ergrauen. Schlagzeilen wie „50 ist das neue 40“ mit dazu passender Werbung für Skinny-Jeans und Harley-Davidson-Bikes mit beheizbarem Sitz waren noch nicht erfunden, und die Haare färbte der Friseur nur auf ausdrücklichen Wunsch. Wer beispielsweise über 50 war, ließ sich eine nette Dauerwelle in Eisengrau legen, kaufte sich eine neue Kittelschürze und dazu passende Pantoletten, guckte den „Kommissar“ mit Erik Ode und war fürs erste zufrieden, diesen scheußlichen Weltkrieg überlebt zu haben. In sämtlichen damals gezeigten Filmen gab es ein gerüttelt Aufkommen von Herrschaften über 50. Über Falten zerbrach man sich nicht den Kopf wie heute, denn das waren damals Designer-Sorgen.

Mittlerweile wird Älterwerden als bedrohlicher Zustand stigmatisiert. Es gibt nicht mehr nur Hyaluronsäure-Injektionen, sondern Sie können das Zeug auch als Kapseln kaufen. Die Taxifahrerin neulich empfahl mir Lachsöl-Dragees, andere schwören auf Shea-Butter. Ich selbst warte immer auf die beflissenste Verkäuferin in der Parfümerie, die mir dann was aufschwätzt, weil ich so gerne glaube, was die erzählen. Übrigens habe ich die Erfahrung gemacht, dass der Preis in keinem Zusammenhang mit der Wirkung steht, und dass es ziemlich egal ist, was ich auf meinen etwas patinierten Teint auftrage. Wirklich helfen konnte mir nichts. Ich werd‘s wohl mit Fassung und Sonnenbrille tragen müssen.

„Nehmen Sie doch das hier.“ Die Verkäuferin hielt zwischen zwei unglaublich langen, sehr spitzen Fingernägeln eine Dose mit Augencreme. Es war was „gegen sichtbare Spuren des Älterwerdens“. „Das hilft wirklich“ beteuerte sie und sah mich ungnädig im erbarmungslosen Tageslicht an.

„Ach wissen Sie“ antwortete ich., „diesen Krieg verliere ich. Der Gegner ist einfach besser munitioniert. Aber geben Sie die Platzpatrone her… Ich zahle jeden Preis, wenn Sie mir schwören, dass es hilft.“ Leider bin ich ein leichtes Opfer für die Schönheitsindustrie. Das gilt aber auch für Putzmittel. Schreiben Sie drauf: „noch weißer, noch sauberer“, ist schon gekauft.

Gleichgültig, ob 30, 40, oder 50 – diese Jahreszahlen verschaffen den meisten Frauen ein flaues Gefühl im Magen. Sie befürchten, quasi unsichtbar zu werden. Aus der werberelevanten Zielgruppe der bis 49jähren ist man auf jeden Fall raus. Dafür kommen dann mit der Post Termine von Mammografie-Zentren und Kataloge von Online-Sanitätshäusern. Von einem Tag auf den anderen wird man mit Werbung für Treppenlifte bombardiert, und die Mitarbeiter dort wollen partout nicht glauben, dass man keine Ahnung hat, was ein Pagenschlüpfer ist, wenn man entrüstet anruft und sich beschwert. Es ist, als würde es „Klick“ machen, und jemand legt einen Schalter um. Als hätten sich Hersteller von Gleitsichtbrillen und Inkontinenzeinlagen verabredet dass sie einen von diesem Tag an mit Angeboten zuschütten. Alle Beteuerungen Ihrerseits, dass Sie durchaus noch imstande sind, Ihren BH selbst auf dem Rücken zu schließen, verpuffen wirkungslos.

Wissen Sie was? Ich kenne schon einige Personen, die behaupten: „Zum Lesen brauche ich keine Brille, das geht noch prima ohne“, und dabei dann die Zeitung mit den Zehen halten müssen, um sie studieren zu können.
Aber das sind alles Männer. Die leiden nämlich auch. Jawohl. Über die schreibe ich ein andermal.

„Ich mache mir nichts daraus, wenn mir an Baustellen die Arbeiter hinterherpfeifen“ sagte meine Freundin Lena mal. „Ich fürchte mich eher vor dem Tag, an dem sie es nicht mehr tun.“

Sehen Sie – solche Sorgen hat meine liebe Bekannte Ilse mit ihren Ende 70 nicht. Die weiß, dass in jedem Alter, für jeden Topf, ein Deckelchen existiert. Nur sind diese eben gleichfalls ein wenig älter geworden sind und genauso verbogen wie sie selbst.

Letztes Jahr flog Ilse übrigens mit ihrem Lebensgefährten nach Neuseeland, um ihre Tochter zu besuchen, die dort zusammen mit ihrem Mann eine Farm betreibt. Ilse räumte erst mal das ganze Wohnzimmer aus und wischte unter dem Sofa, fütterte das Vieh, half im Stall, jätete Unkraut im Gemüsegarten, nörgelte, wie es ihre liebe Gewohnheit ist, an allem herum, kochte 4 Wochen lang für die versammelte Mannschaft und flog dann wieder nach Hause, um mir zu berichten.

Selbstverständlich hatte sie mittels einer monströsen Digitalkamera eine Million Fotos geschossen. Die Abzüge durfte ich samt und sonders angucken, obwohl ich einen Arzttermin vorzuschieben versuchte. Wie bei Ilse üblich, fehlte auf jeder Aufnahme da ein Kopf und dort die Beine, und manchmal war nur ein Erdhaufen auf dem Bild zu erkennen, aber ich wühlte mich pflichtschuldigst durch das ganze Programm.
Da ist sie knallhart.

Was ich aber wirklich bewundere, ist ihre ganz besondere Lebensfreude, ihr Pragmatismus, dieses „Nicht an morgen denken“, das es ihr ermöglicht, auch im Alter ein erfülltes, zufriedenes Leben zu führen.

Ilse hat sich noch nie mit Gedanken über Falten geplagt. Sie wütet durch ihren Garten mit einem schweren Benzinmäher, setzt sich anschließend fluchend auf meine Couch, wo sie einen Cappuccino genießt, und schimpft dann über den unfähigen Arzt, der ihr immer noch kein neues Knie verschreiben möchte, weil es in letzter Zeit etwas zwickt, weil er (mit Mitte 50) zu jung ist, um echte Schnerzen nachempfinden zu können. Hätte sie einen Internetanschluss, dann hätte sie sich vermutlich schon selbst eine Ersatz-Kniescheibe besorgt und sich diese in ihrer Garage eingebaut.

Sie jammert nie. Das liegt nicht in ihrer Natur, und ich vermute, mit Wehklagen wäre sie nie so alt geworden, sondern hätte längst aufgegeben. Den einzigen Hinweis auf eventuelle Beschwerden erhielt ich, als sie eines Tages bei mir klingelte und mir an ihrem Grinsen etwas merkwürdig vorkam.

„Hascht du einen Schekundenkleber?“ fragte sie hektisch. Da sah ich es: An ihrer Prothese fehlte ein Schneidezahn. Sie hatte beim Morgenmüsli eine Nuss-Schale erwischt. „Dasch schieht blöd ausch“ nuschelte sie. „Ich musch dasch reinkleben, schnell.“

Auf mein Anraten versuchte sie es dann doch beim Dentisten, denn ich wollte nicht, dass sie sich eventuell vergiftet. Irgendwie bin ich sicher – sie hätte das weggesteckt, so wie sie es mit allen Widrigkeiten in ihrem Leben getan hat.

Aber mit einer immer wiederkehrenden Retrospektive über die Schicksalsschläge in ihrer Vergangenheit hätte Ilse garantiert niemals ein Haus abbezahlt, einen jüngeren Lebensgefährten gefunden oder sich beim Tanzen in der Disko für Herrschaften fortgeschrittenen Alters den Fuß verstaucht.

Ich mag sie, weil ich mir oft ins Gedächtnis rufe, wie sie wohl reagieren würde, wenn sie, wie ich, wieder mal prüfend vor dem Spiegel stünde und das missmutige Gesicht mustern würde, das ihr entgegenblickt.

„Siehst gut aus, du altes Luder“ würde Ilse vermutlich zu sich selbst sagen und sich anlächeln, eine heile Prothese vorausgesetzt.

Ilse hatte einfach niemals Zeit für Falten, keine Muße für Kummer und keinen Nerv für allzu viele Sorgen, die ihr das Leben schwermachen könnten, denn sie musste dieses Leben nonstop leben und als Alleinverdienerin ÜBERleben, ob sie wollte oder nicht. Vielleicht dachte sie gelegentlich: „Ich beschäftige mich später damit.“ Wobei „später“ bei Ilse Definitionssache ist.

Und darum denke ich heute, wenn ich wieder mal lese: „Nach nur vier Wochen faltenfrei“:„Ilse ist so was egal. Sie ist glücklich und zufrieden, freut sich, dass sie morgens aus dem Bett kommt und beschwert sich mit 75 Jahren immer noch darüber, dass Männer alle das Gleiche wollen. Herz, was willst du mehr?“ Ilse würde daraufhin antworten: „Keinen Infarkt.“ Sie ist sehr bodenständig.

Es ist gleichgültig, ob Sie gerade 40 werden, 50 oder 60, und damit kreuzunglücklich sind, denn es liegt an Ihnen, was Sie mit der verbleibenden Zeit anstellen.

Nutzen Sie diese sinnvoll, oder wollen Sie Nebenkriegs-Schauplätze eröffnen wie zum Beispiel den verzweifelten (und auch sinnlosen) Kampf gegen Falten?

Achtung, Spoileralarm: Keine Chance. Möglich, dass Sie aus einigen Schlachten als Siegerin hervorgehen werden, wenn der Dermatologe es schafft, 10 Jahre aus Ihren Mundwinkeln mittels der doppelten Dosis Hyaluron zu entfernen, aber gewöhnen Sie sich nicht daran. Das wird nicht ewig funktionieren. Und nur für den Fall, dass Sie mir nicht glauben: Googeln Sie einfach mal: „Mutter von Sylvester Stallone.“

Ganz ehrlich? Nein. Danke. Ich verzichte.

Sicher besitzen auch sie eine Fotosammlung Ihres bisherigen Lebens, oder? Halten Sie es wirklich für zielführend, diese Bilder gelegentlich versonnen zu betrachten und tief zu seufzen?

„Wo ist nur die Zeit hingekommen?“ fragen sie dann. Ich kann es Ihnen nicht sagen – das ist eines der großen Mysterien. Aber das Alter spielt nur in dem Ausmaß eine Rolle, in dem Sie ihm selbst Gewicht zuweisen. Einer Frau, die sich wegen ihres 40ten Geburtstags grämt, kann ich versichern: Freuen Sie sich. Erstens gibt es – leider – viele Menschen, die dieses Datum gar nicht erreichen. Zweitens liegt noch einiges vor Ihnen. Und sie entscheiden, ob es schön wird oder nicht. Von unten, vom Boden der Niedergeschlagenheit aus, ist die Perspektive auf jeden Fall erdrückend. Darum richten Sie sich auf, erheben Ihr Haupt (ist auch gut für die Kinnlinie) und sehen der Realität ins blutunterlaufene Auge.

Es gibt viele Dinge im Leben, die wir selbst ändern können. Altern gehört nicht dazu, dem sind wir ausgeliefert. Es gibt aber auch verdammt viele Gründe, sich darüber zu freuen, wie viele Erfahrungen man schon machen durfte, und auch (denken Sie an Ilse, die tatsächlich existiert), wie viele dieser schönen Erfahrungen noch vor Ihnen liegen.

Kaufen Sie sich einfach kurzärmelige Shirts statt ärmelloser, wenn Sie partout nicht mit sich zufrieden sind. Und statt dem Bikini in Size Zero tut’s auch ein hübscher Einteiler mit französischem Beinschnitt. Schuhe müssen nicht 10 Zentimeter hohe Absätze haben, auch 5 Zentimeter können sexy wirken.

Am anziehendsten ist ohnehin in jedem Alter ein gesundes Selbstwertgefühl und eine Menge Charisma. Wenn ich Ilse ansehe, geht’s sogar ganz ohne Charisma.

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„Hurra, ich bin noch da“ wäre vielleicht ein Motto für Ihren nächsten runden Geburtstag. Erinnern Sie sich an die Lieben, die Sie nicht mehr in diesen neuen Lebensabschnitt begleiten können. Freuen Sie sich einfach, dass Sie am Leben sind. Das geht auch mit 30, 40, 50 oder älter. Das geht eigentlich immer.

Ich wünsche Ihnen eine schöne Woche. Alles Gute zum nächsten Geburtstag. Sie haben ihn sich verdient.

Herzlichst,

Ihre Barbara Edelmann

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Altersvorsorge – gerade für Frauen ein Riesenthema! Allerdings eines, dass gar nicht einfach zu händeln ist, denn die entsprechenden Angebote präsentieren sich als ein undurchdringlicher Dschungel. Da ist es nicht verwunderlich, wenn viele schwarze Schafe mitmischen.

Über einen speziellen Fall in diesem Zusammenhang berichtete vor wenigen Wochen der SPIEGEL, in seiner 52. Ausgabe. Interessant dabei: in der Reportage wurde eine Frau vorgestellt, die übel durch Anlagebetrüger um ihr Geld gebracht wurde.

Nach Anlagebetrug bangen mehr als 50 000 Sparer um ihr Geld

Worum gings? Nun –  in erster Linie stand das Unternehmen P & R im Focus, nach deren Pleite mehr als 50 000 Sparer um ihr Geld bangen müssen. Das Modell der Finanzfirma war über Jahrzehnte der Verkauf von Frachtcontainern an Kleinanleger, seit 2007 sollen die besagten Container nur noch auf dem Papier bestanden haben.

Mit dramatischen Folgen!

Porträtiert wird unter anderem Deike Wilhelm, eine 40jährige Künstlerin aus München, die bei besagter Firma investiert hat und glaubte, ihr Geld in guten Händen zu wissen. Dem war nicht so, das Geld der Anlegerin ist futsch! Doppelt bitter: die Frau hatte sich im Vorfeld an eine Finanzberatung gewandt, die auf Frauen spezialisiert ist und damit warb, unabhängig von Banken und Versicherungen zu arbeiten. Schon als die Geschäfte des Containeranbieters nicht mehr liefen – so ist dem SPIEGEL zu entnehmen –  wurde Fau Wilhelm seitens einer Finanzberaterin erklärt, dass diese Firma absolut verlässlich sei.

Heute weiß sie es anders, musste sie doch der Tatsache ins Auge sehen, dass sie bei dieser Anlage einen totalen Verlust erlitten hat.

Laut dem SPIEGEL war die Firma P & R offenbar schon 2010 insolvent, machte aber bis 2018 weiter. Ein gigantisches Schneeballsystem soll dahinter stehen, in denen Altanleger mit dem Geld von Neukunden bezahlt wurden.

Altersvorsorge dürfte weg sein

Die ersten P & R-Gesellschaften gingen im Frühjahr 2018 pleite – circa 54.000 Anleger sollen betroffen und ihr Geld wohl weg sein. Menschen, die mit diesem Anlagemodell ihre Altersvorsorge sichern wollten. So wie auch Deike Wilhelm.

Laut dem Nachrichtenmagazin glaubt sie in dieser Sache überhaupt niemandem mehr. Trotz dem sich nun Insolvenzverwalter mit der Pleite beschäftigen und mancher Anleger hofft, zumindest einen Teil seines Gelds wiederzukommen.

Es dürfte nicht sehr aussichtsreich sein!

Gegenüber dem SPIEGEL sagt Frau Wilhelm:

„Die beste Investition ist die in einen selbst, in die eigene Gesundheit, in Bildung, Reisen und gutes Essen“

Nun – da ist was dran, nur: was für Möglichkeiten hat FRAU denn nun noch, um seriös für das Alter vorsorgen zu können?

Diese Frage ist eigentlich überhaupt nicht zu beantworten. Weil man heutzutage keinesfalls eine bestimmte Anlageform empfehlen kann. Und schon gar nicht bestimmte Banken oder Versicherungen.

Spezialisiert auf Altersvorsorge für Frauen – kein Garant für Seriosität!

Ebenso scheint Misstrauen durchaus angebracht zu sein, bei den vielen weiblichen Finanzberaterinnen, die sich auf die Beratung zur Altersvorsorge von Frauen spezialisiert haben. Wie der Fall aus dem SPIEGEL zeigt, schützt auch das nicht davor, sein Geld bei irgendeiner dubiosen Anlage zu verlieren. Man ist ja fast wieder geneigt, den guten alten Sparstrumpf unters Kopfkissen zu legen….!

Vor diesem Hintergrund sollte man vielleicht zwei althergebrachte Möglichkeiten in Sachen Altersvorsorge nicht außer Acht lassen.

Zum Einen:

die Investition in eine Immobilie (gerade im ländlichen Bereich gibt es noch Regionen, wo Häuser bezahlbar sind). Am besten mit der Möglichkeit, einen Teil davon – oder eine separate Wohneinheit – (später) zu vermieten. Stichwort: airbnb & Co.

Und zum Anderen:

Man tut gut daran, sich eine stabile Partnerschaft zu erhalten (oder aufzubauen) und nicht gleich bei Kleinigkeiten zum Scheidungsanwalt zu laufen.

Als Paar gemeinsam um Altersvorsorge kümmern und im Alter den Alltag stemmen

Wer mit seinem Partner dem Lebensabschnitt des Alters entgegen geht, muss schon mal nicht alleine – nur von seinem Geld – die ganzen Lebenshaltungskosten stemmen. Zu zweit geht vieles besser, so auch die Wahrung eines adäquaten Lebensstandards im Alter. Idealerweise haben beide gemeinsam eine solide Altersvorsorge betrieben und können den Lebensabend sorgenfrei genießen.

Natürlich ist ein Ehemann keine Lebensversicherung, aber ganz so links liegen lassen sollte man diese Variante eben auch nicht. Es dürfte sich im Nachgang schon so mancher geärgert haben, eine Scheidung wegen (im Rückblick gesehen) Lappalien eingereicht zu haben. Zumal mit einem neuen Partner – männlich wie weiblich – auch rasch der Alltagstrott eintritt und die Welt nicht rosarot ist.

Aber das nur am Rande.

Es gibt nicht DEN ultimativen Tipp für die Altersvorsorge

Zurück zum Thema Altersvorsorge für Frauen: es gibt (leider) nicht DEN ultimativen Tipp. Wer in Anlagemodelle investieren will, sollte schauen, welche seriösen Experten hierzu Beratungen anbieten und vor allem auch gute Freunde oder Familienmitglieder ins Vertrauen ziehen. Nicht selten erhält man hier noch den einen oder anderen guten Ratschlag oder heißen Tipp.

Wichtig ist auch, sich vor dem Anlegen des eigenen Gelds im Internet über die jeweilige Anlageform bzw. den Anbieter schlau zu machen. Sind Firmen unseriös, gibt es dazu meist schon Einträge im Web, insofern diese Möglichkeit unbedingt nutzen!

Und ansonsten: die beiden „B`s“ in Betracht ziehen – Bauchgefühl und Betongold.

Letzteres sollte allerdings nicht gerade in einer No Go Area stehen – ist klar! Für mich persönlich steht fest: die Zukunft (von Familien) liegt auf dem Land.

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Wer je mit einem demenzkranken Menschen zu tun hatte, der weiß: diese Menschen blühen oft auf, wenn sie von der Vergangenheit erzählen, erzählt bekommen oder mittels Fotoalbum & Co. eine gedankliche Reise dorthin unternehmen. Zumindest ist das der Fall, wenn Demenzkranke noch nicht im Endstadium der Krankheit angekommen sind.

Am Anfang und zumeist bis hin zum Stadium der mittelschweren Demenz sind Angehörige, Ärzte und Betreuer deshalb auch bemüht, das Wohlbefinden der Erkrankten durch Erlebnisse und Situationen, auf die diese Menschen positiv reagieren, zu erhöhen.

Neben klassischen Maßnahmen, wie Spaziergänge, Musik aus alten Zeiten vorspielen und den Demenzkranken an familiären Situationen teilhaben zu lassen, machen auch immer wieder etwas aufseherregendere Aktionen im Zusammenhang mit Demenzkranken von sich reden.

Falsche Bushaltestellen erinnern Demenzkranke an früheren Alltag

So gab es vor einiger Zeit Berichte über falsche Bushaltestellen, die in manchen Pflegeeinrichtungen für Senioren installiert worden sind.

Dem Vernehmen nach sollen zwar manche schon wieder abgebaut sein, aber viele der Haltestellen-Attrappen tun sicher noch heute ihren Dienst, der da heißt: Demenzkranke an normale Alltagssituationen erinnern und zu einem ruhigen und entspannten Tun motivieren. Im Falle der unechten Bushaltestellen animieren diese die Patienten dazu, einfach entspannt an Ort und Stelle zu verweilen, zu warten.

Mittlerweile aber gibt es neue Konzepte. Eines davon ist die Idee, demenzkranke Menschen einige Stunden auf Bauernhöfen verbringen zu lassen.

Schleswig-Holstein führend in Sachen Bauernhöfe für Demenzkranke

Dazu macht derzeit das Bundesland Schleswig-Holstein positiv von sich reden. Laut einem SPIEGEL-Bericht vom Dezember 2018 gehören in dem Bundesland schon 12 Höfe zu einem Projekt für Demenzkranke. Laut dem Magazin wurde das Modellprojekt 2015 von der Schleswig-Holsteinischen Landwirtschaftskammer und dem Kompetenzzentrum für Demenz gestartet.

Deutschlandweit ist das Projekt einmalig und hat deshalb, so der SPIEGEL, schon mehrere Pflegepreise gewonnen. Andere Bundesländer überlegen, ein solches Modell einzuführen.

Das Gute an dieser außergewöhnlichen Maßnahme: alle Beteiligten haben etwas davon. Zunächst natürlich die Kranken, die mit Ausflügen dieser Art an ihr früheres Leben und somit höchstwahrscheinlich auch an viele glückliche Momente erinnert werden. Gleichzeitig stellt diese Form der Demenzbetreuung eine Entlastung für Angehörige und Pflegeeinrichtungen / Seniorenheime dar. Und nicht zuletzt haben die jeweiligen Bauern, die ihre Höfe für das Modellprojekt zur Verfügung stellen, eine kleine, zusätzliche Einnahmequelle. Doch wie gestaltet sich so ein Bauernhofbesuch demenzkranker Personen konkret?

Reportage zeigt auf, was Patienten auf Bauernhof geboten wird

Hierzu gibt es eine Reportage des NDR, in der ein auf Demenzkranke spezialisierter Hof porträtiert wird – „Bauernhöfe gegen Demenz“. Obgleich die Überschrift etwas irreführend ist, denn bekanntlich gibt es noch kein wirkliches Heilmittel gegen Demenz, ist der Beitrag sehr aufschlußreich.

„Die bäuerliche Umgebung kann bei Menschen mit Demenz Erinnerungen an früher wecken. Der Einsatz von Tieren in der Altenhilfe ist verbreitet: Das Streicheln und Füttern von Tieren kann das Wohlbefinden von Menschen mit Demenz steigern. Ihre Gefühle und Sinne werden angesprochen, Gespräche angeregt.
(…)
Die Landwirtin Urte Meves lädt seit Anfang 2018 Menschen mit Demenz auf ihren Bauernhof in Eddelak ein. Auf dem Hof von Urte Meves und ihrem Mann im Kreis Dithmarschen leben eine Herde Angus-Rinder, Ziegen, Schafe, Kaninchen, Hühner und Katzen. Der Vater von Urte Meves erkrankte vor einigen Jahren an Parkinson-Demenz, seitdem beschäftigt sie sich intensiv mit der Erkrankung. Die Landwirtin hat außerdem eine spezielle Fortbildung durchlaufen, um Demenzkranke bei sich empfangen zu können. „Die Tiere fragen nicht, ob ein Mensch gesund ist oder ob er Demenz hat, mit den Tieren kann jeder Mensch kommunizieren – auch wenn die Kommunikation vielleicht nicht mehr so gut läuft“, sagt Meves.“
Eine tolle Idee, die Schule machen und sich auch in den restlichen Bundesländern etablieren sollte! Die Chancen darauf dürften gut stehen, denn wie schon erwähnt, strahlt das Beispiel aus Schleswig-Holstein positiv auf andere Regionen aus.

Kassen beteiligen sich an Kosten – wichtig für Angehörige von Demenzkranken

Wer als Angehöriger in Schleswig-Holstein Interesse an dem Projekt hat und sich fragt, welche Kosten da womöglich anfallen, sollte sich bei der zuständigen Krankenkasse erkundigen. Laut der besagten NDR-Reportage wird ein großer Teil der Kosten für den Bauernhofbesuch von den Kassen übernommen.

(Erste) Anlaufstellen für Angehörige mit Demenzkranken sind weiterhin professionelle Zentren, deren Mitarbeiter konsultiert werden sollten. In Schleswig-Holstein beispielsweise das für Demenz zuständige Kompetenzzentrum.

Dieses schöne Beispiel zeigt einmal mehr, dass es unglaublich gute, kreative Ideen gibt, erkrankten Menschen im Verlauf ihrer Krankheit schöne Momente zu schenken. Mögen viele Patienten in den Genuss vorhandener Möglichkeiten kommen.

Und: auch die Hoffnung auf baldige medizinische Durchbrüche in Sachen Heilung von Demenz stirbt natürlich zuletzt!

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Schlagerqueen Michelle ist wieder solo – so melden es seit einigen Tagen viele Medien und verweisen auf die Trennung der Sängerin von ihrem Freund, Karsten Walter, der ebenfalls in der Schlagerbranche zuhause ist.

Besonders prägnant wird bei den Meldungen der Altersunterschied des getrennten Paares hervorgehoben: Michelle ist 46 und ihr jetziger Ex 25 Jahre jung. Ob es daran wohl gelegen hat? Und: kann eine Beziehung zu einem so immens jüngeren Mann überhaupt funktionieren? Eine gute Frage, die wohl ein Großteil der über 45jährigen Frauen mit „Nein“ beantworten wird.

Zumindest ergab das eine kleine Blitzumfrage unter unseren Freundinnen und Kolleginnen, die „Ü-40“ sind. Als Hauptgrund wurden die ungleichen Interessen genannt, die bei diesem Thema eine ziemlich große Rolle zu spielen scheinen.

Beispiel Urlaub: Altersunterschied macht sich bemerkbar

Viele Frauen mit Mitte / Ende Vierzig würden nicht im Traum daran denken, ihre kostbare Ferienzeit an einem lauten Ort zu verbringen, an dem womöglich noch 24 Stunden lang Partytreiben herrscht. Genau das aber suchen viele junge Männer, die Anfang bis Ende Zwanzig sind. Bei den Frauen, die diese Alterskategorie längst hinter sich gelassen haben, sind indes eher gediegene Ziele gefragt: das solide Wellnesshotel oder das niedliche Airbnb-Appartment fernab des touristischen Trubels.

Beispiel Wochenendgestaltung: Viele Interessen sind altersabhängig

Während sich Leute, die alterstechnisch zwischen Zwanzig und Mitte Dreißig sind, an den zwei arbeitsfreien Tagen der Woche auf Events und Veranstaltungen freuen, zieht es viele Ü-40-Frauen eher zu einem guten Buch, einem Ausflug zu einem Schloss oder einer Burg oder einfach nur zum schönen Ausflugslokal inmitten der Natur.

Das mag jetzt ein wenig spießig und langweilig klingen, aber wer von den Frauen in dieser Alterskategorie schlägt sich die Abende und Nächte am Wochenende denn in Clubs oder Discotheken um die Ohren? Zumal viele dieser weiblichen Zeitgenossinnen schon Kinder groß gezogen und diese aus dem Haus oder im Teenie-Alter um sich haben. Jede Frau, die Mutter ist, weiß, was es bedeutet, über Jahrzehnte für einen kleinen bzw. wachsenden Menschen (oder auch für mehrere Kinder) da zu sein.

Das kostet auch Energie und Kraft und je älter die Kinder werden, desto mehr können sich Frauen auch mal wieder um eigene Interessen kümmern.

Und diese sind nunmal in den seltensten Fällen auf Spaß, Action oder Party ausgerichtet.

Das dürfte zudem auch auf kinderlose Singlefrauen in dem Alter zutreffen, die oftmals beruflich sehr eingespannt sind und sich in ihren freien Stunden zumeist keinen Aktivitäten widmen, die hochanstrengend oder/und energie- und kräftezehrend sind.

Beispiel Sexualität: Der Sex ändert sich im Alter

Natürlich steht eine Frau mit Mitte Vierzig in der Blüte ihres Lebens. Das heißt aber erotisch gesehen nicht, dass sie nun alltäglich die Nacht zum Tag und jedes Wochenende zum ultimativen Sexspektakel macht.

Im Gegenteil: nicht wenige Frauen erleben in dieser Altersspanne auch Phasen der Unlust und sind hormonell eher das Gegenteil eines jungen Mannes, der mit Mitte Zwanzig voll und ganz in der sogenannten „Sturm- und Drangzeit“ lebt.

Natürlich weiß kein Mensch, ob eines der aufgeführten Beispiele in die Trennung von Michelle und ihrem jungen Freund rein spielte, aber sie sollen aufzeigen, dass es durchaus Probleme in einer Partnerschaft geben kann, wenn der Mann um so vieles jünger ist als die Frau.

Parallel dazu gibt es aber natürlich genügend Paare, die trotz eines solchen Altersunterschiedes sehr glücklich sind – gar keine Frage!

Altersunterschied – oft funktioniert die Beziehung trotzdem

Ist es an dem, dann umso besser, wenn der Altersunterschied keine Rolle spielt.

Jede Frau, die vor der Situation steht, eine Beziehung mit einem sehr viel jüngeren Partner eingehen zu wollen, sollte deshalb einfach in sich hineinhorchen, was IHR wichtig ist. Und diese Bedürfnisse mit dem Charakter und den Vorlieben ihres Angebeteten vergleichen.

Manchmal kann schon genau DAS vor späteren bösen Überraschungen bewahren. Oder aber – noch besser – die jeweilige Frau in den Liebeshimmel katapultieren. Altersunterschied hin oder her!

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Wer die aktuellen Bilder von Karl Lagerfeld anschaut (siehe links), sieht, dass der große Modezar doch etwas älter geworden ist. Wie alt – das wissen wohl nur engste Vertraute von ihm oder gar nur er selbst.

Nach einem Bericht des Online-Magazins madonna.oe.24.at soll der bekannte Modemacher dieses Jahr im September bereits seinen 85. Geburtstag gefeiert haben. Wäre das so, würde Lagerfeld auf die 90 zugehen. Das Magazin schreibt:

„Seit Jahren ist das wahre Alter von Karl Lagerfeld ein streng gehütetes Geheimnis, welches der Designer mit sagenhaften Geschichten selbst zu verschleiern gelingt. Sein Mutter soll ihn schon in der Kindheit auf Dokumenten jünger geschummelt haben. 2007 durfte man ihm zum 70. Geburtstag gratulieren, doch mittlerweile vermutet man, dass diese Angaben von ihm nach unten korrigiert wurden. In der Personendatenbank Munzinger heißt es nämlich, dass er am 10. September 1933 geboren wurde – und somit dieses Jahr seinen 85. Geburtstag feierte.
Obwohl Lagerfeld schon vor zwei Jahrzehnten die Pension hätte antreten können, ließ er keine Altersmüdigkeit aufkommen. Neben seiner Arbeit für Chanel – seit 1983 hält er dort die Zügel in der Hand – designt er auch für Fendi und sein eigenes Label. Mindestens 14 Kollektionen bringt er so im Jahr heraus – wie der Designer dieses Arbeitspensum halten kann, ist vielen ein Rätsel. Dass den Workaholic nun doch das Alter einholt, zeigen aktuelle Bilder aus Paris. Nach der Kollektionspräsentation von Chanel zeigte sich Karl Lagerfeld müder und fragiler als sonst. Mit unsicherem Gang nahm er den Schlussapplaus der Gäste entgegen.“

Nun – ganz gleich, ob der Modeguru erst 79 oder doch vielleicht schon bald 90 ist: Karl Lagerfeld wird wahrscheinlich solange arbeiten, wie er kann. Aus Interviews weiß man, dass die Arbeit für ihn eine Passion ist, die ihn immer wieder neu inspiriert und dass das Konzipieren neuer Ideen alles und Stillstand ganz und gar nicht sein Ding ist.

Das ist auch gut so, denn der Mann ist nunmal einer der größten Modemacher weltweit und dass er in einem Alter, in dem andere sich längst aufs Altenteil zurückgezogen haben, noch so kreativ und aktiv für seine Sache – die Mode – brennt, davor kann man nur den Hut ziehen.

Insofern: jemandem wie Lagerfeld traut man zu, dass er auch noch mit 100 Lenzen bei den Fashion-Shows dabei ist und sich huldvoll zwischen Models und Modebegeisterten präsentiert.

Warten wir`s mal ab!

Wer sich im Chanel-Look kleiden mag – hier mehr dazu.

Bildnachweis: picture alliance / abaca

Die berufliche Vereinbarkeit von Familie und Job ist seit vielen Jahren ein Thema. Sowohl gesellschaftlich als auch politisch. Eigentlich müsste es ja „Nicht-Vereinbarkeit“ heißen, aber das klingt dann wohl doch allen Beteiligten zu sperrig….!

Fakt ist, dass seit langer Zeit sowohl bei Politikern als auch – und vor allem – bei Familien um eine  Vereinbarkeit von Familie und Beruf gerungen wird. Auch wenn sich freilich in den letzten Jahren viel getan hat, ist der Alltag für Leute, die arbeiten gehen und ein Kind oder mehrere Kinder haben zum Großteil noch immer ein organisatorischer Balanceakt zwischen Haushalt, Job, Kinderbetreuung, Einkauf, Freizeit und manchmal auch noch ehrenamtlichen Verpflichtungen.

Deshalb verwundert es nicht, dass Familien nach Alternativen suchen und sie immer häufiger im Mehrgenerationenwohnen finden. Meist dann, wenn die eingangs erwähnte „Nicht-Vereinbarkeit“ auf den Mietwahnsinn in den (größeren) Städten trifft.

Nicht wenige Familien haben das alles hinter sich gelassen und zusammen mit den Eltern oder Schwiegereltern eine Immobilie bezogen, die alle – alt und jung – unter einem Dach beherbergt.

Wie das in der Praxis funktionieren kann und ob es sich lohnt, das Abenteuer „Mehrgenerationenhaus“ anzugehen, hat eine Frau, die genau dieses Wohnmodell lebt, in einem ausführlichen Artikel geschildert.

Sie finden ihn hier.

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„Ich habe es nicht mehr ausgehalten.“ Meine Freundin Maria wirkte irgendwie erleichtert, als sie mir von den neuesten Entwicklungen ihrer Beziehung mit Sascha, dem attraktiven Versicherungsmakler, erzählte. Ich hatte ihn kennengelernt, war aber von seinem vielbesungenen Charme eher unterwältigt gewesen, denn auf mich hatte er nur aufgekratzt, kindisch und vorlaut gewirkt.

Maria ist Ende 40, Diplom-Betriebswirtin, sehr pragmatisch und bodenständig und hatte ihn mir damals stolz vorgeführt wie einen adoptierten Husky. Beinahe hätte ich erwartet, dass sie ihn Kunststückchen vorführen lassen würde.

Nun aber saß sie an meinem Tisch und nahm noch einen Schluck Kaffee. Ohne Sascha.

„Wenn das so weiter gegangen wäre, hätte ich ihn die Treppe runterwerfen müssen. Am Schluss hat er mich nur noch genervt. Von wegen Verjüngungskur. Ich war total am Ende.“

Sie meinen, Maria übertreibt? Lesen Sie selbst:

Die paar Jahre machen doch keinen Unterschied.“ Sascha blinkerte Maria mit seinen braunen Augen treuherzig an. Sie hatten sich ein paar Tage zuvor zufällig an der Tankstelle kennengelernt und Sascha hatte Maria zu einem Ausflug in eine mittelalterliche Stadt eingeladen.

Beide saßen also im Hochsommer in einem malerischen Biergarten inmitten einer Touristenhochburg. Der Tisch bestand aus einem Felsbrocken, auf den der findige Restaurantbesitzer eine zerschrammte Glasplatte gelegt hatte. Das Gartenlokal befand sich innerhalb eines alten Schlossgartens voller blühender Bäume und Sträucher. Ständig fiel Maria irgendwas bröselig Gelbes in den Kaffee, darum bestellte sie sich Mineralwasser.

Außerdem war sie die meiste Zeit damit beschäftigt, 1. jünger auszusehen, als sie war, was bei Tageslicht keine einfache Sache ist, und 2. aus ihrem Glas kleine gelbe Würstchen zu fischen, mit denen sie der Baum, unter dem sie saß, reich beschenkte.

Es gibt hunderttausend Dinge, auf die man achtet, wenn man älter wird. Vielleicht geht das nicht allen Frauen so, aber vielen. Wir, die ehemals heißen Feger (jetzt nicht mehr ganz so heiß…) wissen um Halsfalten, Flecken auf den Händen oder verräterische Krähenfüße. 20 Jahre Altersunterschied sind 20 Jahre.

Und Sascha war genau 20 Jahre jünger als Maria.

Es ist ungerecht, dass laut weitverbreiteter Meinung ein Mann mit Mitte 40 erst so richtig attraktiv wird (angeblich), während es sich (angeblich) bei uns Frauen proportional umgekehrt verhält (ebenfalls angeblich).

Manche von uns werden aufgrund dieser Dauerberieselung in den Medien, Schlankheitstipps, Botox-Partys und scheinbar nie alternden Models so verunsichert, dass sie am liebsten nur noch gesenkten Hauptes durch die Straßen laufen oder ins Kloster gehen würden. Aber – hey – das liegt an uns selbst, wie wir damit umgehen!

Sascha war also 20 Jahre jünger als Maria. Seit Wochen tat er nichts anderes, als ihr zu versichern, dass der Altersunterschied überhaupt keine Rolle spiele, denn er könne „mit jungen Frauen nichts anfangen, weil die nicht genug im Kopf haben.“

Haben sie schon, Sascha. Haben sie schon, nur können sie damit noch nicht umgehen. Das kommt erst noch. Ich sage ja: ungerecht. Beim Älterwerden gescheiter zu werden ist, als hätte man endlich seine Traumfigur nach vielen Jahren wieder und dann kein Geld, um sich ein rattenscharfes Kleid zu kaufen.

Was nützt einem die ganze Lebenserfahrung, wenn man für die Männer quasi unsichtbar wird? Nix.

Egal. Die beiden saßen also in diesem herrlichen Schlossgarten, und Maria konnte nur denken:  „Kopf hoch, sonst gibt es Falten am Hals. Verdammt, ich hab da dieses Muttermal auf dem Handrücken, hoffentlich denkt der nicht, das ist ein Altersfleck.“

Ihr selbst wäre ein düsteres Burgverlies, Fackelschein und eine Augenbinde für den süßen Sascha am liebsten gewesen, aber man kann es sich nicht immer aussuchen.

Dabei war der Typ viel zu beschäftigt damit, ihr in den Ausschnitt zu starren. Brüste waren an diesem Tag im Sonderangebot, denn es war heiß, und die Stadt strotzte nur so vor Dekolletés.

Sascha beteuerte weiterhin beharrlich, dass das Alter gar keine Rolle spiele, sie klasse aussähe und er sie ohnehin für 20 Jahre jünger gehalten hatte. Was nicht stimmte, aber Maria wollte das glauben, und darum ließ sie sich mit ihm ein.

„Das war so anstrengend“ erzählte Maria ein Vierteljahr später, als wir zusammen Kaffee tranken.

„Es war so anstrengend, dass ich ihn nach einigen Monaten rauswarf, denn für Sascha hätte ich ein Kindergärtnerinnendiplom gebraucht und/oder eine psychotherapeutische Ausbildung, zwei Zentner Tranquilizer und ein Laufgeschirr.“ Ich schmunzelte. Sascha suchte Halt, denn er war haltlos. Er suchte ein Zuhause, denn er war unstet. Er suchte Anerkennung, denn er hatte kein Selbstbewusstsein. Außerdem ließ Maria das ungute Gefühl nicht los, dass er sich ausrechnete, ältere Frauen seien „dankbarer“, wenn man sich mit ihnen einlässt, so dass  er sich ein paar Gemeinheiten oder Gedankenlosigkeiten erlauben könne, die ihm sonst keine Frau durchgehen ließ.

„Er übernachtete oft bei mir“ berichtete Maria.

„Das war einerseits schön. Aber andererseits auch sehr anstrengend, denn Sascha konnte nicht einschlafen, wenn er nicht müde war. Und Sex machte ihn nicht schläfrig. Wir lagen dann noch stundenlang im Dunkeln, während er mir Witze erzählte. Ich lachte oft, dachte aber gleichzeitig an meinen anstrengenden Job am nächsten Tag,  und dass jede Stunde versäumter Schlaf den Grad meiner Krähenfüße um den Faktor 10 erhöhen würde.

Morgens schlich ich mich eine Stunde vor ihm aus dem Bett. Ich trank in Ruhe Kaffee, badete und schminkte mich dann mit aller Sorgfalt, derer ich um diese grauenhafte Uhrzeit fähig war, denn er sollte nie das Gefühl haben, seine eigene Mutter weckte ihn auf. Dass es ihm aber genau darum ging, merkte ich erst später.“

Mit einem jüngeren Mann zusammen zu sein, kann sehr anstrengend werden.

Männer besitzen von Natur aus mehr Muskelmasse, stärkeres Bindegewebe und einen niedrigeren Fettanteil als wir. Während einige bedauernswerte Freundinnen von mir anfangen, zu zerfließen wie weicher Kuchenteig, bleiben Männer länger stramm und straff. Die Bindegewebsfasern bei Männern sind verschränkt, die bei Frauen liegen nebeneinander, was uns anfälliger für zum Beispiel Zellulite macht.

„Ich mache Yoga, jeden Tag“ erzählte Maria mürrisch.  „Außerdem laufe ich unter der Woche etliche Kilometer, ernähre mich gesund und schwimme viel. Trotzdem merke ich, wie ich mich anstrengen muss, um in Form zu bleiben. Sascha war da nur noch eins drauf. Eine Anstrengung mehr in meinem Leben.“

Männer, die jünger sind, haben jüngere Freunde. Sie unternehmen meist „jüngere Sachen“. Wenn Ihre eigene Vorstellung von einem schönen Abend ein Glas Rotwein vor dem Fernseher ist, möchte er am Watzmann freeclimben oder mit Inlinern am Mittelmeer entlangrollen.

Ständig fallen Sie über sein Mountainbike, das er achtlos im Flur liegengelassen hat, und spätestens, wenn Sie das erste Mal auf dem Rücksitz seiner 1000er Kawasaki um Haaresbreite einem Unfall entgehen, weil Sascha einfach nicht glauben will, dass der Kleinwagen tatsächlich hinter dem Traktor ausscheren wird, während er mit Ihnen auf dem Rücksitz mit satten 250 Stundenkilometern angebrettert kommt, werden Sie anfangen, über alles nachzudenken. Während Sie sich der aus Angst vollgepinkelten geliehenen Motorrad-Kombi entledigen.

Während Sascha sagt „Was ziehst  du denn für ein Gesicht, ist doch nix passiert!“ werden Sie merken, dass es feine Unterschiede gibt zwischen Ihnen beiden, was Lebenserfahrung betrifft. Denn für ihn ist der Tod etwas Abstraktes. Sie selbst haben vielleicht schon Freunde oder Verwandte an böse Krankheiten oder andere tragische Unfälle verloren. Die Saschas dieser Welt glauben immer noch, ewig zu leben und dass der Tod etwas ist, das nur anderen passiert. Jeder lernt nur durch Schmerz.

Ein jüngerer Mann erfordert ein gerüttelt Maß an Engagement, Make-Up und – Geduld.

Außerdem brauchen Sie eine gehörige Portion Optimismus, eine Menge Toleranz und alle Souveränität, derer Sie fähig sind, denn viele „Kinderkrankheiten“ hat bei Ihnen das Leben schon ausgebügelt. Mitte/Ende 40 ist man vom Universum mindestens einmal kräftig in die Mangel genommen und gerupft worden, hat Federn gelassen und die kahlen Stellen mit Galgenhumor überdeckt. Die Saschas dieser Welt müssen das alles erst noch erfahren und lernen.

Während die Bücher des Lebens bei so jungen Leuten noch vorwiegend aus unbeschriebenen Blättern bestehen, haben wir unsere schon sogar an den Rändern vollgekritzelt.

„Ich war überaus beschäftigt in der Zeit mit Sascha.“ Maria nahm noch einen Schluck Kaffee. Sie wirkte übrigens nicht traurig, sondern ausgesprochen befreit.

„Ständig musste ich so tun, als wäre ich nicht müde und aufgeregte Euphorie vortäuschen bei allem, was er vorschlug. Es war wirklich, als hätte man ein Kind mit ADHS. Betrat Sascha mein Wohnzimmer, zog er als erstes sein I-Pad aus der Tasche, suchte „Youtube“ und zeigte mir dann sinnentleerte Filmchen mit gekneteten Figuren oder Zeichentricksketche, die ich klasse finden sollte. Eine Unterhaltung kam so gut wie nie zustande, und ich musste ihm am Tisch tatsächlich sein Mobiltelefon verbieten, weil er sogar beim Sonntagsbraten Zombies abknallte und die Hälfte der Nudeln auf das Tischtuch fallen ließ.

Beim Autofahren in seinem Cabrio wurde mir schlecht, denn ab 250 km/h hält meine Frisur nicht mehr richtig, und ich hätte nach jedem Ausflug eigentlich neue Haare gebraucht. Die alten ließen sich nicht mehr kämmen und sahen aus wie etwas, in dem Krähen sich ihre Nester bauen.

Täglich badete er mindestens einmal und hinterließ vom Ankleidezimmer bis zum Bad eine Spur trockener und feuchter Klamotten, Fußabdrücke und Seifenflecken.

„Da hätte ich leichter eine Waise adoptiert“, dachte ich mehr als einmal seufzend.

Er hörte auf mich, wie er auch auf seine Mutter gehört hätte. Er war still, wenn ich ihm befahl, zu schweigen und tat, was ihm angeordnet wurde, aber dafür hatte ich ihn ja nicht „genommen“. Ich wollte einen Erwachsenen, der sich erwachsen benahm. Und mit „erwachsen“ meine ich nicht alt, spießig und konventionell sondern einfach nur weniger anstrengend. Das wäre schön gewesen.

Sascha hielt sich grundsätzlich nicht an Verabredungen. Immer geriet ihm was Spannenderes dazwischen. Zum zweiten Date kam er einen Tag zu spät, zum dritten drei Tage, und als wir uns ungefähr drei Monate kannten, betrug seine Verspätung zwischen dem Versprechen, mich zu besuchen und seiner tatsächlichen Ankunft eine Woche.“

„Eine Woche?“ wiederholte ich ungläubig.

Maria nickte lächelnd. „Aber ich gebe zu: Seine Ausreden waren mal was anderes, sehr kreativ.“

Jüngere Männer wie Sascha sind oft nicht imstande, Termine einzuhalten, sie sind immer viel zu beschäftigt, und darum suchen sie sich eine ältere Frau, die etwas Ruhe in ihr Leben bringt. Eine moderne Variante von „Hotel Mama“, aber mit Sex. Da Ruhe aber normalerweise genau das ist, das sie absolut nicht ertragen können (da könnten sie die kleine Stimme in ihrem Kopf hören), tun sie alles Mögliche, um Verabredungen auszuweichen.

„Nach einigen Monaten war ich müde.“ Jetzt schmunzelt Maria nicht mehr.

„Müde all der Ausreden, müde der Aktivitäten, bei denen ich wahlweise stürzte, mich verletzte oder mir vor Angst beinahe in die Hosen machte. Nach drei Monaten hatte ich keine Lust mehr, auf ihn zu warten und so zu tun, als würde ich seine Lügen glauben. Also warf ich ihn raus.“

Er glaubte es nicht und schrieb mir lange Zeit noch SMS oder Emails, in denen er tat, als wäre nie was gewesen. Seiner Meinung nach war es das vermutlich auch nicht.

Ach Sascha. Er hat übrigens wieder eine Frau aufgetan. Neulich hat sie bei mir angerufen und gefragt, ob er vielleicht bei mir wäre, weil sie ihn schon mehrere Tage nicht mehr gesehen hat und ihn über das Telefon nicht erreichen kann. Sie ist übrigens ein Jahr älter als ich.“

„Ich sehe da schon ein Muster“ murmelte ich, musste mir aber das Grinsen verkneifen.

„Weißt du was?“ Maria zwinkerte mich an.  „Es war lustig. Es war anstrengend, aber ich glaube, ich sehe mich jetzt nach jemandem in meinem Alter um.“

Als Maria sich von mir verabschiedete, lachte sie schon wieder. Sie ist eine gestandene Frau, nicht zu groß, schlank, mit herrlicher blonder Mähne und einem wachen Verstand.  Sie wird das hinbekommen. Ich drücke ihr die Daumen.

Selbstverständlich gibt es Ausnahmen, Beziehungen, die prima funktionieren, auch wenn ein Altersunterschied vorliegt. Alle über einen Kamm scheren kann man sicher nicht. Nichts ist schwieriger, als eine ausgewogene, zufriedenstellende Partnerschaft zu führen. 50 % aller Ehen werden mittlerweile wieder geschieden. Da sollte man vielleicht schon beim Kennenlernen eine Risiko-Analyse durchführen und darüber nachdenken, wohin das führen könnte.

Die nächste Notaufnahme sollte es aber definitiv nicht sein. Denken Sie daran.

Herzlichst,

Ihre Barbara Edelmann

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Die eine Frau erlebt sie früher, die andere später: die Wechseljahre. Aber jede Frau erlebt sie irgendwann und nicht selten ist, sobald dieser Lebensabschnitt anbricht, die Verunsicherung über das was nun kommt, groß. Auch Angela Löhr aus Hamburg (im Bild) wurde in Sachen Wechseljahre kalt erwischt, war damals sogar geschockt.

Allerdings machte sie irgendwann aus der Not eine Tugend und gründete das Online-Portal Lemondays.de. Die Plattform dürfte im digitalen Kosmos das Einzigartigste im Hinblick auf Informationen für Frauen rund um die Wechseljahre sein. Artikel, Interviews, Angebote zum Mitmachen, Kurse, und, und, und….Die Palette, die Angela Löhr ihrer Zielgruppe online bietet, ist außerordentlich vielfältig und versorgt interessierte Frauen nicht nur mit wirklich guten Informationen zu den Wechseljahren, sondern lädt in ansprechendem Design zum Stöbern und Mitmachen ein.

Wir haben mit der engagierten Unternehmerin über die Wechseljahre und ihr Internetportal gesprochen.

FB: Angela, Du betreibst das Online-Magazin Lemondays.de – eine Plattform für Frauen in den Wechseljahren. Zunächst einmal: wie bist Du auf den Namen gekommen?

Die Zitrone ist eine fabelhafte Frucht, finde ich. Im ersten Moment sauer, gibt sie vielen Gerichten das ganz besondere Aroma, das gewisse Etwas.

Genauso ist es mit den Wechseljahren. Die Tage, an denen die Wechseljahre besonders spürbar sind, sind nicht immer angenehm, aber bei näherer Betrachtung und dem Sich-Darauf-Einlassen ist diese Lebensphase ein großes Geschenk. Daher habe ich das Magazin LEMONDAYS getauft.

Denn was machst Du, wenn Dir das Leben Zitronen schenkt? Genau: Du machst Dir eine köstliche Limonade. Oder holst Dir Salz und Tequila, wenn es mal heftiger ist. (lacht)

FB: Was ist Frauen in den Wechseljahren wichtig – welche Informationen suchen sie?

Wenn Frauen feststellen, dass sie in die Wechseljahre kommen, sind sie sehr verunsichert. Sie wünschen sich Aufklärung, denn sie wissen so gut wie nichts. Horrorgeschichten über Hitzewallungen, heftige Schlafstörungen und Depressionen machen die Runde. Daher suchen sie Tipps, wie sie sich bei den bekannten Symptomen helfen können, was sie ohne „Chemiekeule“ für sich tun können.

Auch Angst vor dem plötzlichen Altsein überkommt viele Frauen. Sie freuen sich über eine positive Ansprache, wenn Mut gemacht und das Ganze auch mal mit einem Augenzwinkern betrachtet wird. Und Frauen in den Wechseljahren suchen Gleichgesinnte.

FB: Nicht alle Frauen in den Wechseljahren haben körperliche Probleme, aber doch sehr viele. Kannst Du hier Angaben machen, welche Zahlen im Spiel sind?

Kürzlich bin ich gefragt worden, ob wirklich jede Frau in die Wechseljahre kommt. Dazu ganz klar: Ja, jede Frau geht durch die Wechseljahre.

Es heißt, ein Drittel der europäischen Frauen hat überhaupt keine Beschwerden, die Hormonumstellung läuft im Hintergrund quasi unbemerkt ab, bis die Regel irgendwann ausbleibt. Das zweite Drittel hat leichte Beschwerden, auf die mit etwas KnowHow gut reagiert werden kann und die verbleibenden 33 Prozent haben leider richtig zu kämpfen. Mit unterschiedlichsten körperlichen und seelischen Symptomen.

Wir sind übrigens ganz schon viele – rund 10 Millionen Frauen in Deutschland sind zurzeit im Wechseljahresalter. Krass, oder?

FB: Gibt es ein ganz spezielles körperliches Signal, woran man merkt, dass die Wechseljahre definitiv da sind?

Die Wechseljahre machen sich sehr unterschiedlich bemerkbar, viele Frauen registrieren sie in den ersten Jahren überhaupt nicht. Typische Erscheinungen der ersten Phase, der sogenannten Prämenopause, sind beispielsweise ein unregelmäßig werdender Zyklus, teils mit sehr starken Blutungen und eine große innere Unruhe, manchmal mit ersten Schlafstörungen verbunden. Aber es gibt noch viele andere mögliche Anzeichen. In diesem Artikel sind die häufigsten Symptome der Prämenopause zusammengefasst.

FB: Was tun Frauen, die sich unsicher sind, ob körperliche Erscheinungen schon die Wechseljahre sind? Sich erst mal belesen oder gleich zum Arzt? Ist letzterer überhaupt nötig? Immerhin ist dieser Lebensabschnitt ja keine Krankheit!

Das hängt sehr stark von den Beschwerden ab. Im Zweifelsfall unbedingt zum Arzt gehen, keine Frage! Wichtig ist dabei, dass die Frauen ihre Vermutungen klar ansprechen, denn manchmal kommen auch Ärzte nicht auf die Idee, dass es sich gerade „nur“ um Erscheinungen der Wechseljahre handeln könnte.

Lesen hilft natürlich immer, wenn man gute Lektüre findet. Ich kenne da ein gutes Online-Magazin… (lacht)

FB: Auf Lemondays.de gibt es eine Menge Ratschläge, wie man gut durch die Wechseljahre kommt. Kannst Du ein, zwei Kriterien nennen, die in dieser Lebensphase wichtig sind?

Das Allerwichtigste ist meiner Meinung nach zu akzeptieren und loszulassen. Wenn Du Dich intensiv mit dem neuen Thema beschäftigst und positiv herangehst, verschwindet auch die Angst und Du kannst Deinen eigenen Körper wieder erspüren. Wie geht es ihm und was braucht er jetzt? Und dann gibst Du ihm genau das.

FB: Kann FRAU sich auf diese Hormonumstellung des Körpers eigentlich vorbereiten? Oder gilt hier das Motto: „Einfach auf einen zukommen lassen“?

Wir haben ja einige Themen im Leben, die wir gern verdrängen und die Wechseljahre gehören leider dazu. Ich finde immer, eine offene Herangehensweise ist die beste Basis. Wenn die Umstellung kommt, kommt sie sowieso. Also lass sie auf Dich zukommen und lausche in Deinen Körper hinein. Er braucht nun mehr Aufmerksamkeit und liebevolles Kümmern. So viele Jahren hat er zumeist problemlos funktioniert und alles mitgemacht, ohne zu Murren. Also die beste Vorbereitung ist, sich ab sofort wirklich gut um sich selbst zu kümmern! Egal, wie alt Du bist, wenn Du das hier liest.

FB: Auf Deiner Plattform gibt es diverse Angebote für Frauen in diesem Lebensabschnitt – vom Workshop bis zum Online-Kurs. Erzähle doch mal etwas darüber.

In einem Magazin-Artikel kann natürlich schon etwas Wissen vermittelt und es können auch gute, alltagstaugliche Tipps gegeben werden, aber die Möglichkeiten sind beschränkt.

Wer tiefer einsteigen möchte, kann deshalb in der LEMONDAYS Academy Onlineworkshops oder Onlinekurse buchen. Sie sind ganz bewusst als anonyme Selbstlernkurse gestaltet und laden ein, sich genau mit dem Thema zu beschäftigen, was einem gerade besonders am Herzen liegt. Ob es um natürliche Hilfe bei typischen Symptomen der Wechseljahre, um gute Entspannungsmethoden oder auch um das große Thema Selbstliebe geht, denn in diesem Lebensabschnitt „Wechseljahre“ wollen sich viele Frauen selbst (wieder) entdecken, lange Verborgenes endlich herauslassen und ihr Leben nun selbst in die Hand nehmen.

Dabei unterstützen die Angebote in der LEMONDAYS Academy, die ich von verschiedenen Experten habe erstellen lassen. Sie sind genau passend auf Frauen wie uns zugeschnitten.

FB: Wie gehst Du persönlich mit diesem speziellen Lebensabschnitt um?

Als ich mit Anfang 40 recht uncharmant durch eine Gynäkologin mit den Wechseljahren konfrontiert wurde, war ich ehrlich gesagt ziemlich geschockt. Ich fühlte mich viel zu jung dafür und hatte überhaupt keine Ahnung, was auf mich zukommt. Das hat mich – immer fröhlichen und positiven Menschen – ganz schön nach unten gezogen. Getan habe ich dann, was ich immer tue, wenn ich etwas nicht verstehe: Ich habe gelesen. Fachbücher und Erfahrungsberichte so viel ich finden konnte. Damit habe ich mir das Wissen angelesen, was ich brauchte, um erstens beruhigt zu sein und zweitens zu wissen, was ich ändern muss.

Und dann habe ich LEMONDAYS gegründet, damit Frauen, denen es ähnlich geht wie mir damals, schnell Aufmunterung, Wissenswertes und gute Tipps finden.

FB: Als beruflich selbständige Frau bist Du zeitlich sehr eingespannt. Was tust Du, wenn Du dennoch etwas Zeit für Dich hast? Gibt es Hobbies?

Mir Zeit für mich zu nehmen, ist mir inzwischen sehr wichtig. Ich merke, dass ich Auszeiten zum Auftanken brauche und Ortswechsel zur Inspiration. Daher bin ich immer draußen und unterwegs, wenn es sich einrichten lässt, sehr gern am Meer und neuerdings auch mit meinem SUP auf den norddeutschen Gewässern zu finden. Außerdem bin ich süchtig nach Büchern und ja, ich liebe das Schreiben…

Mehr Informationen gibt es auf Lemondays.de.

Copyright: Angela Löhr

Ein Faible für Sport muss man (FRAU) haben. Wer es nicht hat, wird sich wohl nie für Dauerlauf, Kniebeugen und Gymnastik begeistern können. Dumm nur, dass aber genau diese Art von Bewegung Kilos purzeln und die Gesundheit stabiler werden lässt. Wer ein richtiger Sportmuffel ist, der kann davon sicher ein Lied singen. Und hat wahrscheinlich – der Abneigung zum Trotz – schon einiges in Sachen Ausprobieren verschiedener Sportarten durch! Denn mal ehrlich: wohl jede Frau, die dem Sport so gar nichts abgewinnen kann, hat`s aber dennoch schon mal durch.

Meist in Form „leichterer“ Betätigungen, wie Bauch-Beine-Po, Pilates oder Walken.

Doch leider bringt all das – neben der Abneigung, die man eigentlich hegt – auch ziemlich viel an Zeitinvestitionen mit sich. Vor allem dann, wenn man sich für die vermeintliche Quälerei noch zu einem Fitness-Studio oder einer Sportgruppe begeben muss.

Das Ende vom Lied bei solchen Sachen kennt wohl jeder: man lässt das schnell wieder sein (Oder auch nicht, siehe hier)

Und genau so schnell rostet dann man wieder ein, alles bekannt…

Aber es gibt dennoch Alternativen für Leute, die mit Sport nun so gar nichts am Hut haben. Rad fahren nämlich. Das allein ist natürlich keine neue Erkenntnis, jedem ist klar, dass die gleichbleibende Bewegung der Beine beim Radeln positive Effekte auf Herz/Kreislauf haben.

Allerdings kann diese Art der Fortbewegung unter Sportmuffeln dann doch irgendwo auch unter „Natur entdecken“ oder „neue Eindrücke gewinnen“ laufen. Sich mit dem Fahrrad fortzubewegen wird nicht jeder gleich als Sport deklarieren. Gesund ist es aber allemal und seit Neuestem kommen zudem interessanten Fakten in Sachen Radeln hinzu.

So meldet das Magazin wohlAUF in seiner Ausgabe 2 / 2018 folgendes:

„Rad fahren stoppt den Alterungsprozess. (Fast) so spektakulär liest sich das Ergebnis einer Mitte März 2018 veröffentlichten Studie der Universität Birmingham. Wissenschaftler ließen 125 Amateurradfahrer im Alter von 55 bis 79 Jahren eine vorgegebene Strecke fahren. Die 84 Männer schafften 100 Kilometer in unter sechseinhalb Stunden. Die Probanden in der Vergleichsgruppe trieben keinen Sport. Die Radfahrer „gewannen“ auf der ganzen Linie: Muskelmasse, Muskelkraft und Testosteronwerte waren bei ihnen bis ins hohe Alter anhaltend hoch, Cholesterinwerte und Körperfett bleiben auf gesunden Niveaus. Darüber hinaus zeigte das Immunsystem der sportlichen Damen und Herren so gut wie keine Anzeichen von Alterungsprozessen.“

Wer jetzt angesichts des mehrfach aufgeführten Wortes mit „Muskel…“ schon wieder den mega-intensiven Sport vor Augen hat, dem sei gesagt: muss alles nicht sein.

Denn nicht die Höchstleistung zählt, sondern die Kontinuität. Im besagten Magazin wohlAUF wird deshalb empfohlen, jede Woche (für immer!) aufs Rad zu steigen und an der frischen Luft in die Pedale zu treten. Das soll sogar ein Garant für anhaltende Gesundheit sein.

Allerdings sollte man es nicht übertreiben. Dr. Riepenhauf dazu in wohlAUF:

„In den ersten Tagen nicht länger als drei Stunden Rad fahren“.

Nun – das muss man wohl Sportmuffeln nicht zweimal sagen, oder?!

Ein Gastbeitrag von Josefine.

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