Freitag, 18. September, 2020

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Schon wieder: Internet-Liebesbetrüger nehmen Frauen aus!

„Romance-Scamming“, „Scamming“, „Love-Scamming, „Liebesschufte“ – es gibt viele Namen für die Männer, die per Internet auf große Liebe machen und Frauen am Ende auf`s Übelste abzocken. Obwohl das Phänomen eigentlich schon viele Jahre bekannt ist und im Internet ständig vor diesen Typen gewarnt wird, hat es nun wieder Frauen getroffen: Sie wurden bitter abgezockt. Dabei wurde ihnen – wie das bei Liebesbetrügern üblich ist – die große Liebe vorgegaukelt.

Liebesbetrüger bitten rasch um Geld

Dass es die bei virtuell angebahnten Bekanntschaften, wo schnell die Bitte nach Geld laut wird, nicht gibt, versteht sich an und für sich von selbst.

Doch neben so manchen jungen Frauen gehen auch viele ältere Damen, die vielleicht nicht ganz so vertraut mit dem Internet sind und die perfiden Betrugsmaschen der Kriminellen, die auf Liebe machen nicht kennen, solchen Typen wieder und wieder ins Netz.

Aktuell wurden einmal mehr solche Fälle bekannt – diesmal aus Bayern.

merkur.de berichtet in seiner Online-Ausgabe am 25. Mai 2020 wie folgt

„Zwei Frauen, eine davon aus dem Landkreis Starnberg, wurden Opfer des sogenannten Romance-Scammings. Betrüger gaukelten ihnen die große Liebe vor und brachten sie dazu, ihnen enorm viel Geld zu überweisen.

(…)Ein Jahr und vier Monate lang wurde einer 75-jährigen Frau aus dem Landkreis Starnberg die große Liebe vorgegaukelt. Ihr wurden erfundene Geschichten aufgetischt, die sie dazu veranlassten, mehrfach Geld an Betrüger zu zahlen – per Überweisung, aber auch mithilfe der digitalen Währung Bitcoin. D

as berichtete das Polizeipräsidium Oberbayern Nord am Montag. Sie bezieht sich dabei auch auf eine 55-jährigen Ingolstädterin, die mit der gleichen Masche finanziell ausgebeutet wurde. Insgesamt hätten die Liebesbetrüger einen sechsstelligen Betrag erhalten – „durch geschickte Gesprächsführung und zahlreiche Lügen“, schreiben die Beamten.

Die Kriminalpolizei warnt vor der immer wieder auftretenden Betrugsmasche, die sie als „Romance Scamming“ bezeichnet. Die Vorgehensweise: Über Internet-Plattformen nehmen die Täter Kontakt auf und gaukeln in gemeinsamen Chats die große Liebe vor. D

ie beiden Frauen ließen sich von den falschen Romantikern überzeugen – und sich zu finanzieller Hilfe überreden.

Die Polizei spricht vom „Geschäft mit der Liebe“ und erklärt im Pressebericht: „Sie flirten und umgarnen die ahnungslosen User teils über Monate, gewinnen ihr Vertrauen und bringen sie dazu, sich in ihr virtuelles Gegenüber zu verlieben.

Irgendwann bitten sie ihre Opfer schließlich um Geld, da eine dringende Operation ansteht oder eine andere angebliche Notlage vorliegt. Und viele gehen tatsächlich auf die Forderung ein, da sie zu diesem Zeitpunkt bereits emotional von ihrer Internet-Bekanntschaft abhängig sind.“

Die Polizei gibt Tipps, woran man die sogenannten Love-Scammer erkennt: Frauen locken bevorzugt mit schönen, oft leicht bekleideten Fotos. Männer präsentieren oft Fotos in Uniform.

Oft überschütten die Scammer ihre Opfer schnell mit überbordenden Liebesschwüren. In den Nachrichten werden durch Geschäftsreisen oder familiäre Probleme Verbindungen zu Westafrika, Osteuropa, Südamerika oder Südostasien hergestellt. In allen Fällen bitten die Betrüger ihre Opfer um Geld, eine Heirat, ein Visum, Päckchen- oder Briefversand, ein gemeinsames Konto oder auch um Kopien von Ausweisen.(…)“

Fälle dieser Art kommen wohl hierzulande tagtäglich vor, doch längst nicht alle Frauen offenbaren sich jemandem oder zeigen die Betrüger an. Die Dunkelziffer dürfte extrem hoch sein.

Wichtig, um solchen Leuten nicht auf den Leim zu gehen, ist zum Einen das eigene Bauchgefühl und zum Anderen die Vorsicht, wenn im Internet auf einmal obskure Freundschaftsanfragen von extrem gutaussehenden Männern, die zumeist auf englisch kommunizieren, herein schneien. Ereilen einen als Frau solche Anfragen und es ist nicht der Kumpel aus dem letzten Urlaub, muss man (FRAU) eigentlich schon misstrauisch sein!

Romance-Scammer gaukeln oft vor, in hohen Positionen zu sein

Behaupten diese Männer dann auch noch, in einer extrem hohen, außergewöhnlichen Position zu sein und kommen dann nach einigen E-Mails oder Telefonaten (auch das gibt`s!) mit einer Geldforderung um die Ecke, sollte man sich vergegenwärtigen, dass man es mit Abzocke zu tun hat.

Auch wenn die dazwischen digital gewisperten Liebesbekundungen noch so gut klingen: Finger weg und den Kontakt SOFORT abbrechen. Ist man solchen Romance-Scammern bereits auf den Leim gegangen, sollte man Anzeige erstatten.

Obgleich die Aussichten auf eine Strafverfolgung dieser Betrüger nicht immer rosig sind. Zu viele davon gibt es und unzählige Scammer machen sich tagtäglich, rund um die Uhr neu ans Werk, um in den sozialen Netzwerken weibliche Opfer zu suchen.

Ominöse Freundschaftsanfragen gar nicht erst annehmen!

Das Beste ist deshalb, ominöse und unbekannte Freundschaftsanfragen von fremden Männern, zu denen man gar keinen Bezug hat (zum Beispiel keine gemeinsamen Freunde auf Facebook) und auf deren Kontaktaufnahme man sich keinen Reim machen kann, sofort zu löschen!

Hängt man schon in einer solchen Geschichte drin und ist misstrauisch, gibt es verschiedene Internetadressen, die Tipps und Hilfestellung in Sachen Romance-Scamming geben. Hier zum Beispiel seitens der Polizei oder hier, in einem eigens für das Thema  Lügen und Untreue geschaffenen Portal. 

Wichtig ist, überhaupt aktiv zu werden – sowohl wenn man Opfer geworden ist, als auch dann, wenn man erst in der „Kennenlernenphase“ ist und ein ungutes Bauchgefühl hat. Und definitiv dann, wenn die erste Forderung nach Geld kommt!

Belesen Sie sich dann unbedingt im Netz, kontaktieren Sie entsprechende Beratungsstellen und schütten Sie Ihr Herz auf jeden Fall erstmal der (besten) Freundin aus. Oftmals kommen schon hier Impulse, wie weiter verfahren werden kann.

Das kann nunmal jemand, der außenstehend ist und die Sache objektiv betrachten kann, am besten.

Und niemals vergessen: Jemand der ebenso die große Liebe oder/und eine vertrauensvolle Partnerschaft sucht, wird niemals im Kennlernen-Modus nach Geld bitten.

Die meisten Männer tun das auch zu einem späteren Zeitpunkt nicht.

Insofern: Vorsicht ist besser als Nachsicht. Immer!

Recherche-Nachweis: merkur.de

Bildnachweis: pexels.com / bongkarn

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