Freitag, 9. Dezember, 2022

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Überpflegte Haut: Wenn sie das “Zuviel” an falscher Pflege überfordert

Ungepflegte Haut – darunter kann sich wohl jeder etwas vorstellen. Doch was hat es mit einer überpflegten Haut auf sich? Was zunächst vielleicht befremdlich klingt, ist doch ein Phänomen, das gar nicht mal so selten auftritt. Vor allem Frauen haben oftmals mit den Begleiterscheinungen von einem “Zuviel” an Pflege zu kämpfen und somit eine überpflegte Haut.

Über dieses Thema haben wir mit Eva Silvana Kruck (im Bild) gesprochen. Sie betreibt mit ihrem Mann in Bergisch Gladbach das Institut für Naturkosmetik Prof. Kruck, in dem die Pflegelinie myrto Naturkosmetik hergestellt wird – eine innovative Naturkosmetik im Premiumsegment.

FB: Frau Kruck, wie nennt man ein „Zuviel“ an Gesichtspflege – die überpflegte Haut – wissenschaftlich? 

Die medizinische Bezeichnung dafür ist „periorale Dermatitis“. Der lateinische Begriff weist darauf hin, dass der Hautausschlag vor allem rund um den Mund und im Kinnbereich auftritt. Diese sogenannte „Mundrose“ ähnelt teilweise dem Erscheinungsbild einer Rosacea, Neurodermitis oder Akne. Wichtig ist eine Abgrenzung gegen diese Hautkrankheiten. 

Überpflegte Haut: Keine Mitesser, aber Hautausschlag rund um Mund und Kinn

Eine Rosacea ist meistens großflächiger als die nur lokal auftretende periorale Dermatitis. Im Unterschied zur Akne treten keine Mitesser (Blackheads) auf. Falls man sich nicht sicher ist, sollte man einen Dermatologen für die genaue Diagnose zu Rate ziehen.

FB: Was steckt dahinter? 

Eine überpflegte Haut liegt vor, wenn zu viele, vor allem ungeeignete Pflegeprodukte und Makeup verwendet werden. Die Haut wehrt sich gegen das „Zuviel“ an falscher Pflege, sie ist schlichtweg überfordert. Dabei liegt keine klassische Allergie gegen einzelne Inhaltsstoffe vor, sondern eine vorübergehende Überempfindlichkeit gegen jegliche Hautpflegeprodukte an sich.

FB: Woran erkennt man, dass man seiner Haut zu viel des Guten getan hat? 

Eine überpflegte Haut erkennt man an Rötungen, schuppiger oder gereizter Haut um den Mund- und Kinnbereich. Bei der perioralen Dermatitis bleibt ein schmaler Rand um die Lippen ohne Symptome. Dazu kommen eitrige rote Bläschen, Pickel oder Papeln. In einem fortgeschrittenen Stadium kann das Spannungsgefühl der Haut mit Brennen und Jucken auch den Augenbereich, die Nasenflügel oder die Stirn betreffen. 

FB: Ist dieses Phänomen ein Resultat des unübersichtlichen Angebotes an Pflegeprodukten, die es offline und online im Überfluss gibt?

Der Phänomen der „überpflegten“ Haut ist sicherlich eine Folge des unübersichtlichen Angebotes an Kosmetik mit einer Vielzahl an fragwürdigen Inhaltsstoffen. Der ständige Wechsel in der Anwendung unterschiedlicher Pflegeprodukte, vor allem aber die unnötigen Zusätze darin schädigen die Haut. Dies sind vor allem hautreizende Duft- oder Konservierungsstoffe, aggressive Tenside, austrocknender Alkohol und Emulgatoren, die die Hautbarriere schwächen. 

Eine überpflegte Haut entsteht meist durch Pflegefehler

Bei einer richtigen, sinnvoll konzipierten Gesichtspflege mit konsequent hautverträglichen Inhaltsstoffen, angepasst auf den individuellen Hauttyp und die aktuelle Hautsituation gibt es kein „Zuviel“. 

Dennoch reagiert eine sensible Haut bei Unverträglichkeiten selbstverständlich mit Irritationen. Neben den hautschädigenden Zusätzen sind es meist Pflegefehler, die einer „überpflegten Haut“ zugrunde liegen. Dies betrifft beispielsweise komedogene Inhaltsstoffe bei einer zu Unreinheiten neigenden Haut, zu hohe Wirkstoff-Dosierungen, aggressive Peelings oder den täglichen Einsatz von chemischen Lichtschutzfiltern.   

FB: Nun werben ja die meisten (Natur)Kosmetikhersteller damit, dass GENAU ihr Produkt das richtige für die Haut der Verbraucherin ist. Doch wie stelle ich wirklich fest, welche Pflege passt, ohne in diesen „Zuviel“-Kreislauf hinein zu geraten? 

Ein passendes Produkt sollte selbstverständlich nur qualitativ hochwertige Inhaltsstoffe haben und frei von unnötigen Füll- oder kritische Zusatzstoffen sein. Daher lohnt sich ein sehr genauer Blick auf die INCI-Liste auf dem Etikett. Dort müssen alle Ingredients in mengenmäßig absteigender Reihenfolge aufgelistet werden. Informationen und Bewertungen zu kosmetischen Inhaltsstoffen mit ihren Fachbegriffen findet man auf verschiedenen Bewertungsportalen oder auch mit Hilfe der Codecheck-App. 

Die Pflege auf das aktuelle Hautbedürfnis abstimmen

Selbstverständlich sollte die richtige Pflege auf das aktuelle Hautbedürfnis und den jeweiligen Hauttyp angepasst sein. Das Produkt sollte also speziell für die normale, sensible, trockene, fettige oder Mischhaut geeignet sein. Die meisten Kosmetik-Hersteller bieten Informationen zur Bestimmung des Hauttyps oder eine telefonische Unterstützung bei allen Fragen rund um das passende Produkt an. 

FB: Haben Sie häufiger mit Kundinnen zu tun, deren Haut überpflegt ist? 

Ja, wir werden häufig von Kundinnen kontaktiert, die die Symptome einer überpflegten Haut haben. Oftmals haben diese Kundinnen eine lange Odyssee negativer Hautpflege-Erfahrungen hinter sich, waren vorher bereits in dermatologischer Behandlung und haben Erfahrungen mit Apotheken-Kosmetik hinter sich.

FB: Was raten Sie diesen Frauen? 

Zunächst empfehlen wir die Nulltherapie – den kompletten Verzicht auf Gesichtscremes, Seren und weitere Pflegeprodukte, damit sich die Haut regenerieren kann. In den ersten 2 Wochen kann es zu einer Erstverschlimmerung kommen,  während die aufgequollene Hornschicht austrocknet und den Pickel-verursachenden Bakterien der Nährboden entzogen wird.

Bei der Nulltherapie sind Geduld und Selbstdisziplin gefragt

In dieser Zeit ist viel Geduld und Selbstdisziplin erforderlich, bis nach etwa 6 Wochen die Beschwerden abklingen. Unterstützend zur Nulltherapie empfehlen wir Kompressen mit grünem oder schwarzem Tee, frisch angerührte Heilerde-Masken, um die Entgiftung der Haut zu unterstützen, außerdem eine entzündungshemmende Ernährung.

Bei der Umstellung auf die myrto Naturkosmetik raten wir unseren neuen Kundinnen, zunächst mit nur einem einzigen Produkt zu beginnen, z. B. mit dem Calming Serum. Dieses sollte ausgiebig etwa eine Woche lang getestet werden, um danach die Pflege-Routine wieder langsam zu erweitern. 

FB: Ihre Manufaktur myrto Naturkosmetik stellt innovative Naturkosmetik im Premiumsegment her. Worin unterscheiden sich Ihre Kosmetikerzeugnisse von anderen Produkten dieser Art auf dem Markt? 

Wir entwickeln und fertigen alle unserer mittlerweile über 70 Produkte zur Gesichts-, Körper- und Haarpflege in eigener Manufaktur. Unsere Biokosmetik besteht aus besten natürlichen Inhaltsstoffen, die beispielweise auf CodeCheck für jedes einzelne myrto Produkt mit 100% Top Rating bewertet werden.

Die myrto Naturkosmetik ist rein vegan, ohne Alkohol, ohne Emulgatoren, ohne Palmöl und ohne übliche Konservierungsstoffe. Die gesamte Gesichtspflege ist zudem frei von Duftstoffen.  

Die natürliche Hautschutzbarriere ist das A und O

Unser Qualitätsanspruch ist die logische Konsequenz unserer Philosophie, bei der nicht allein die maximale Wirkstoffkonzentration zählt, die ein Produkt ausmacht. Uns geht es vor allem darum, mit den myrto Produkten eine optimierte Hautverträglichkeit auch für empfindliche und problematische Haut zu erreichen, die der Haut das Allerwichtigste zurückgibt und bewahrt: ihre natürliche Hautschutzbarriere. 

FB: Als abschließendes Fazit: Ist weniger in der Gesichtspflege mehr oder sollte FRAU von der Reinigungsmilch über Tag- und Nachtcremes bis hin zu Tonic oder Serum sämtliche Erzeugnisse einer Kosmetikmarke verwenden, um die Haut rundum zu pflegen? 

„Weniger ist mehr“ gilt sicherlich für die Inhaltsstoffe. Die Produkte sollten eine überschaubare Anzahl von ausnahmslos hochwertigen, hautverträglichen Inhaltsstoffen ohne unnötige Zusätze haben. Auch empfiehlt es sich, alle Produkte von einer Kosmetikmarke zu wählen. So ist sichergestellt, dass alle Produkte mit ihren Rezepturen aufeinander abgestimmt sind und sich optimal ergänzen. 

„Weniger ist mehr“ gilt allerdings nicht bei der Anzahl der Gesichtspflege-Produkte. Hier gibt es kein „Richtig“ oder „Falsch“. Während die eine Anwenderin lediglich eine Gesichtsreinigung mit anschließender Tagescreme braucht,  folgt die andere eher dem Layering-Trend. Bei diesem vielschichtigen Pflegeritual aus Japan werden am Morgen und am Abend mehrere Produkte in einer bestimmten Abfolge und in „Schichten“ aufgetragen.

Die Pflege-Strategie ist immer individuell

Bei der Entscheidung der bevorzugten Pflege-Strategie spielt es eine Rolle, wie unkompliziert die eigene Haut ist und wieviel Zeit die Pflege in Anspruch nehmen darf. Aber es stellt sich auch die Frage: Lohnt sich der Aufwand mit den hochwirksamen Spezialprodukten?

Den schönen ebenmäßigen Porzellanteint der Japanerinnen können wir nicht versprechen, aber zumindest eine sichtbare Verbesserung des Hautbildes mit festeren, gestrafften Konturen, verfeinerten Poren und einem gesunden Glow.

Bild: Eva Silvana Kruck

 

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