Frau im Gras mit Laptop

Wenn die Badelatschen wochenlang am Bildschirm auftauchen – dann kann was nicht stimmen mit der viel gepriesenen Online-Werbung. Aber der Reihe nach. Denn es geht hier auch um die KI – die Künstliche Intelligenz. Und das Können der Algorithmen. Überall wird ja davon geschwärmt. Vorzugsweise im Netz. Die Dinger – so heißt es – ahnen voraus, was der geneigte Online-Shopper als nächstes gern kaufen möchte oder machen Vorschläge für Leute, die man im sozialen Netzwerk vielleicht kennen könnte. Oder kennenlernen möchte. So mancher redet schon davon, dass Algorithmen mittelfristig die Arbeit derer übernehmen, die heute noch für verschiedenste Tätigkeiten auf ihrer Arbeitsstelle erscheinen.

Online-Werbung ist oft noch nicht „künstlich intelligent“

Klar, da ist was dran und die Arbeitswelt, wie wir sie heute kennen, wird sich so rasant verändern, dass wir sie vielleicht schon in zehn Jahren nicht mehr wieder erkennen.

Ob dann allerdings auch so Jobs wie meiner in der Versenkung verschwindet, bleibt abzuwarten. Ein Freund von mir sieht das schon kommen. Er ist überzeugt davon, dass in nicht allzu ferner Zukunft Texte – auch aktuelle Nachrichten – von Algorithmen gefertigt werden. Ich teile seine Meinung aber nicht ganz. Sicher – es mag vielleicht sein, dass irgendeine seelenlose Nachricht von einem Internet-Bot getextet und erstellt werden kann. Aber individuelle Texte? Die ein ganz spezielles Thema zum Inhalt haben, eine Sichtweise abgeben oder eine Situation kommentieren? In die denen die Verfasser ihre ganz persönliche Note reinbringen? Ich kann mir zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorstellen, dass das so kommt.

Zumal ich feststellen muss, dass die Algorithmen so intelligent noch nicht programmiert und „gefüttert“ sein können. Dazu ein absurdes Beispiel: ich habe mir vor einiger Zeit bei dem Versender mit dem großen „A“ Badelatschen bestellt. Meine alten waren zerschlissen und da ich gern schwimmen gehe, musste für die Schwimmhalle neue her. Diese bestellte ich also.

In nicht mal drei Tagen hatte ich sie. Alles erledigt. Nun ja. Nicht ganz, denn: Im Internet verfolgten mich die Badelatschen noch auf Schritt und Tritt. Wochenlang! Egal, ob ich eine Nachrichtenseite anklickte oder mich in den sozialen Netzwerken herumtrieb – die Schlappen waren schon da.

Warum werden wieder die Badelatschen eingeblendet – und keine Handtücher?

Offenbar haben die viel gepriesenen Algorithmen hier total versagt. Und wenn sie so schlau wären, wie immer behauptet, dann würde man mir doch einen Bademantel einblenden oder Handtücher….! Was macht es für einen Sinn, dem Verbraucher Artikel einzublenden, die er bereits gekauft hat.

Dass ich hier kein Einzelfall bin, zeigt eine Studie, die Anfang Mai 2019 herauskam und unter anderem auf dem Portal Pressetext.com erschien. Zitat:

(…)Das größte Ärgernis beim Online-Kauf ist für die Kunden unerwünschte Werbung, wie eine neue Umfrage des Berliner Digitalverbands Bitkom https://www.bitkom.org zeigt. „Nach einem Online-Kauf kann es sein, dass man noch monatelang Werbung vom Anbieter bekommt. Das ist besonders lästig, wenn man ein Produkt nur zu einem bestimmten, einmaligen Anlass, etwa der anstehenden Hochzeit, gekauft hat oder wenn die Anzeigen nicht über das anfangs Gesuchte hinausgehen“, so Bitkom-Handelsexpertin Julia Miosga gegenüber pressetext.

Wenn ein Produkt wie ein Bettgestell einmal gekauft sei, brauchen Kunden keine Werbung mehr für andere Bettgestelle. Hilfreicher seien Anzeigen für Produkte wie Bettwäsche oder Matratzen.(…)

Tja, da ist tatsächlich noch viel Luft nach oben in der Welt der Algorithmen!

Und was meinen oben erwähnten Freund betrifft, der von der Künstlichen Intelligenz so überzeugt ist: er bekommt ständig Hochzeitskleider als Werbung eingeblendet, wenn er online ein wenig herum surft. Er ist Jäger und seit langem Dauersingle…!

Recherchenachweis: www.pressetext.com

Bildnachweis: pexels.com

 

 

 

 

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