Weil Wohl für Haustiere boomt: Schoko-Gigant Mars kauft Tierarztpraxen

Frau mit Hund am Fenster Vierbeinige Freunde – sie waren von  jeher beliebt und sind es nach wie vor. Ob Hund, Katze, Schildkröte oder Meerschweinchen: Millionen Deutsche wollen auf ein tierisches Familienmitglied nicht mehr verzichten.

Hinzu kommt, dass in unserer Gesellschaft, in der es viele ältere alleinstehende Menschen und eine Menge junger Singles gibt, Haustiere für diese Leute manchmal fast wie ein Kinderersatz sind. Oder zumindest als eine Art zusätzliches Familienmitglied fungieren.

Das wiederum führt dazu, dass viele Haustier-Besitzer heutzutage bereit sind, viel Geld in ihre treuen Gesellen zu stecken. Manchmal sogar ein kleines Vermögen.

Tierbesitzer geben oft viel Geld für felligen Freund aus

Angefangen von drolligen Tierartikeln, deren Umfang in den letzten Jahren immens zugenommen hat, über die Pflege des Haustieres und hochwertigem Futter, bis hin zum Tierarzt lassen viele ihrem Tier nur das Beste angedeihen. Das gilt besonders für Letzteren: den Tierarzt.

Diesbezüglich erschien im Nachrichtenmagazin SPIEGEL, Ausgabe 51/18 ein sehr interessanter Bericht, der aufzeigt, was Tierhalter heutzutage bereit sind, in das Wohl ihrer lieben Freunde zu investieren. Vielen Besitzerin ist nämlich keine Therapie für ihr Tier zu teuer. Auch für sehr alte und kranke Tiere veranlassen nicht wenige Halter kostspielige Therapien und Anwendungen.

Der SPIEGEL schreibt dazu folgendes:

„(…)Tiere sind das, denen bei Krebserkrankungen heute mit Chemotherapie und Bestrahlung in Spezialkliniken geholfen werden kann, die Kunststofflinsen, Beinprothesen oder Rollstühle bekommen oder gar Spendernieren(…)“

Und weil das so ist, ist sogar der Schoko-Gigant Mars auf den Geschmack gekommen und ist heute bereits Besitzer mehrerer Tierarztpraxen in verschiedenen Ländern. Im SPIEGEL wird eine Frau porträtiert, die eine Praxis in Hamburg leitet. Der Name dieser Praxis lässt zunächst einmal nicht auf den Schokohersteller schließen, denn sie heißt „AniCura Tierärztliche Spezialisten“. Doch der Arbeitgeber der Tierärztin ist tatsächlich Mars. Besagte Praxis war – laut SPIEGEL – vor drei Jahren die erste deutschlandweit, die von der schwedischen Unternehmensgruppe AntiCura gekauft wurde. Im Herbst 2018 schluckte Mars diese Firma.

Umsatz Süßwaren lässt nach – Haustiere und deren Wohl boomen!

Dass das Unternehmen sich nunmehr auf Tiere konzentriert, hat nach Aussage des Nachrichtenmagazins damit zu tun, dass die Umsätze in der Süßwarenbranche zurück gehen, aber – wie eingangs erwähnt – in Sachen Tiere & Co. steigen.

Mars Petcare ist zudem schon der weltgrößte Hersteller von Tierfutter, der aber auch Gentests und GPS-Akitvitätstracker für Hunde entwickelt.

In welchem Stil der Süßwarenhersteller Mars tatsächlich schon im Tierbusiness mitmischt, zeigt der SPIEGEL auf interessante Weise auf, Zitat:

„(…)Und Mars kauft Tierarztpraxen: In den USA und Kanada hat der Schokokonzern Hunderte Standorte der Klinikketten Banfield, Bluepearl und VCA erworben, in Deutschland die inzwischen 32 AniCura-Praxen. Europaweit sind in AniCura-Häusern etwa 1500 Veterinäre tätig, an 225 Standorten in sieben Ländern. Neben Mars/AniCura ist auch die schwedische Gruppe Evidensia in den deutschen Markt eingestiegen(…)“

Im Magazin werden zwei Entwicklungen beschrieben, die den Siegeszug dieser großen Ketten ermöglichen. Zum Einen der bereits erwähnte Umtand, dass fellige Gesellen immer mehr zum Familienmitglied aufgestiegen sind und die Besitzer somit bereit sind, für den tierischen Angehörigen die Geldbörse zu öffnen.

Ältere Praxisinhaber verkaufen an Investoren

Und zum Anderen ist da noch die Tatsache, dass viele ältere Tierärzte ihre Praxen nicht loswerden, wenn sie in den Ruhestand gehen. Jüngere Ärtzinnen und Ärzte wollen sich nämlich mit so einem Praxis-Kauf meist nicht verschulden – und lassen es. Für die alt eingesessenen Tierärzte jedoch ist der Praxisverkauf zumeist in die Altersvorsorge eingepreist.

Was kommt da besser gelegen, als ein finanziell potenter Investor? Und die wiederum profitieren von der Tierliebe der deutschen und europäischen Halter.

Über mangelnde Kunden braucht sich also Mars in seiner neuen Funktion als Betreiber von Tierarztpraxen keine Gedanken zu machen! Aktuell nicht und in der Zukunft wohl auch nicht!

Bildnachweis: pexels.com

Autor: Anja

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