Im Bikini, im Badeanzug, am Pool, am Strand, beim Shoppen und manchmal auch mit dem Partner oder der besten Freundin: viele Frauen inszenieren sich im Web mit Selfies jeglicher Art.

Vor allem viele junge weibliche Zeitgenossinnen – oft auch „Generation Instagram“ genannt – haben kein Problem damit, private Momente aller Welt preiszugeben.

Obwohl: so ganz privat sind diese Momente gar nicht, denn sie werden oft minutiös durchkonzipiert. Das perfekte Selfie ist für viele junge Frauen mittlerweile von hoher Bedeutung.

Aber warum? Immerhin schickt man Aufnahmen von sich ins Web, die so gut wie gar nicht – oder nur schwer – rückgängig zu machen sind, Stichwort: „Das Netz vergisst nichts!“.

Klar, für manche Frauen die als sogenannte Influencerinnen oder Bloggerinnen arbeiten, haben Selfies eine hohe Bedeutung, denn sie gehören meist zur Inszenierung dazu. Zum Beispiel, wenn für Kleidung, Schmuck oder teure Uhren geworben wird, die dann auf den Selfies zu sehen sind.

Längst inszenieren sich nicht nur bekannte Frauen im Web mit Selfies

Aber längst nicht alle weiblichen Web-Userinnen, die sich so privat in der digitalen Öffentlichkeit inszenieren, sind Bloggerinnen oder Influencerinnen und verdienen ihr Geld mit Selfies & Co.

Warum also der Trend zum privaten Seelenstriptease in den Weiten des World Wide Web? Dieser Frage gingen nun auch Wissenschaftler nach und fanden Erstaunliches heraus.

Auf der Website der Saarbrücker Zeitung ist hierzu am 04. November 2018 folgendes zu lesen:

„Provokante Fotos im Bikini, Selfies mit Schmollmund – viele Frauen stellen sich in den sozialen Medien mit aufreizenden Posen zur Schau. Sie tun das jedoch nicht, wie man vermuten könnte, um dem anderen Geschlecht zu gefallen. Forscher der University of New South Wales (UNSW) im australischen Sydney haben herausgefunden, dass Frauen sexy Selfies veröffentlichen, um miteinander zu konkurrieren und ihren sozialen Aufstieg zu beschleunigen.„

Und weiter heißt es:

„Dr. Khandis Blake und ihr Team von der UNSW haben in einer Studie fast 70 000 Beiträge in sozialen Medien aus 113 Ländern untersucht, in deren Beschreibung Wörter wie „sexy“ oder „heiß“ vorkamen. Um die Beweggründe für solche Fotos zu verstehen, wollten die Forscher unter anderem herausfinden, wo die meisten dieser Fotos geschossen werden.

Die Ergebnisse seien eine Überraschung gewesen, erklärt Blake. Nicht dort, wo sie von Männern unterdrückt werden, sondern vor allem in den Ländern, in denen die Gehaltsungleichheit zwischen den Geschlechtern wächst oder bereits besonders hoch ist, veröffentlichen Frauen aufreizende Fotos von sich selbst im Internet.„Frauen tendieren eher dazu, Zeit und Aufwand in sexy Selfies zu investieren, wenn die wirtschaftliche Ungleichheit steigt und nicht in Gesellschaften, in denen Männer mehr Macht besitzen oder die grundsätzliche Ungleichheit der Geschlechter weit verbreitet ist“, sagt Blake. Die Ergebnisse der Forscher seien unabhängig von Faktoren wie Bevölkerungsgröße oder Entwicklungsstand und bestätigten sich in verschiedenen Ländern der Welt. Vielen Menschen werde erst durch wirtschaftliche Unterschiede bewusst, wo sie auf der sozialen Leiter stehen, erklären die australischen Forscher. Verdiene ein anderer mehr als sie, wecke das bei vielen Statusängste und den Wunsch nach mehr Anerkennung, sowohl finanziell als auch sozial. Um mehr Aufmerksamkeit zu erlangen und sich von Konkurrentinnen abzusetzen, würden Frauen dann häufiger aufreizende Selfies auf Instagram, Twitter und Co. veröffentlichen.“

Aha – die wirtschaftlichen Umstände beziehungsweise der eigene Stand auf der sogenannten sozialen Leiter sollen Gründe dafür sein.

Nun, das könnte tatsächlich auf einige Frauen zutreffen.

Viele Frauen mit hohem Status präsentieren Selfies im Netz

Allerdings inszenieren sich auch gern Promi-Frauen im Netz in Form von Selfies. Von der A-Prominenten über die Fußballfrau bis hin zum weiblichen Z-Promi sind viele Zeitgenossinnen dabei, die sich auf diese Art in Szene setzen. Der gesellschaftliche oder/und finanzielle Status ist hier oftmals mehr als gut aufgestellt, so dass eigentlich die Sehnsucht nach derartiger Anerkennung nicht vorhanden sein dürfte.

Aber vielleicht gibt es ja auch jenseits der Forschungen der Wissenschaftler eine ganz einfache Erklärung für das inflationäre Aufkommen von Selfies?

Dazu reicht dann auch ein Wort aus: Geltungsbedürfnis.

Das muss nicht mal NUR negativ besetzt sein, aber fakt ist, dass, wer sich per Selfie der (Online)Welt präsentiert, definitiv ein gewisses Bedürfnis nach Geltung, einen Drang zur Öffentlichkeit, haben muss.

Ob das gut oder schlecht ist, muss jeder für sich selbst entscheiden und solange das Posing für`s ultimative Selfie nicht an irgendeiner Klippe stattfindet, so wie hier,  kann man`s mit dem lässigen Spruch von Friedrich II., dem Großen halten, der da sagte, dass „Jeder nach seiner Facon selig werden solle“.

Dem ist nichts hinzuzufügen.

Bildnachweis: pexels.com

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