Dienstag, 18. Juni, 2024

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Weihnachtsmann ja oder nein? Diskussion unter Müttern zu traditionellen Bräuchen

Christkind, Weihnachtsmann, Nikolaus und Adventswichtel: Der Weihnachtsbräuche gibt es viele. Europaweit sowieso, aber auch innerhalb Deutschlands. So zelebriert man das Fest im Norden oftmals ein wenig anders als im Süden oder im Erzgebirge. Allen Traditionen gemein ist jedoch, dass der Weihnachtsmann oder das Christkind die Geschenke bringt. So übermitteln es Millionen Eltern hierzulande ihrem Nachwuchs.

Und lassen deshalb häufig auch den Weihnachtsmann höchstpersönlich am 24. Dezember in ihre Stube. Zwar steckt in den allermeisten Fällen ein Familienmitglied oder der Nachbar unter der Kutte, doch das wissen ja die Kleinen nicht, deren Augen wunderbar leuchten, wenn der weißbärtige Alte die Geschenke aus dem Sack zaubert. Die beschriebene Idylle ist an Beschaulichkeit am Weihnachtsabend nicht zu überbieten. Sollte man meinen…Denn in der Realität scheint dieses Ritual längst nicht alle zu begeistern.

Der Glaube an den Weihnachtsmann: Der Großteil der Familien zelebriert ihn

Das zeigt ein Posting zu dem Thema, das dieser Tage in einem Frauenforum veröffentlicht wurde und unzählige – zum Großteil verständnislose – Reaktionen hervorgerufen hat. Die Erstellerin der Zeilen, “Maxi85”, schrieb unter anderem (Rechtschreibung wie immer im Original):

“Hallo zusammen, mein Mann und ich haben zwei Kinder, drei und sechs Jahre alt. Bei uns gibt es keinen Nikolaus, keinen Weihnachtsmann oder Christkind und schon gar keinen Weihnachtswichtel. Natürlich bekommen die Kinder Geschenke an Nikolaus oder Weihnachten, aber sie wissen, dass die Geschenke von uns kommen.(…)Nun ist vor ein paar Monaten der Bruder meines Mannes in unsere Nähe gezogen und wir werden auch das erste mal Weihnachten zusammen verbringen. Mein Schwager und seinen Frau haben eine fünfjährige Tochter und die bekommt das volle Programm: zuhause wurde ihr jetzt erzählt, dass ein Wichtel eingezogen ist, am 6. Dezember kommt der Nikolaus und außerdem glaubt das Mädchen fest ans Christkind. Wie geht ihr damit innerhalb der Familie um? Unsere Kinder halten nicht hinter dem Berg, dass sie an das alles nicht glauben und haben das auch ihrer Cousine schon gesagt. Mein Schwager und seine Frau sind dann entrüstet, weil wir doch die schöne heile Welt des Kindes nicht zerstören sollen.(…)

Die Antworten auf dieses Posting kamen erwartungsgemäß umgehend. Ohne große Umschweife kommentierte eine Userin mit dem Nicknamen “EatSleepRepeat” das Geschriebene wie folgt:

“Wenn ihr euren eigenen Kindern die Magie der Weihnacht nehmen wollt ist das eure Sache. An stelle eurer Verwandten würde ich mir aber ebenfalls ausdrücklich verbitten, es bei meinem Kind auch zu tun. Bringt euren Kindern bei, dass sie anderen das nicht sagen sollen oder verbringt Weihnachten getrennt.”

Eine klare Meinung zum Thema hat auch Userin “Rapheli”.

Mütter haben klare Meinung

Sie schreibt:

“Ich finde es unmöglich von euch, dass ihr nicht unterbindet das eure Kinder die Cousine “aufklären”! Sie glaubt an Christkind und co und ihre Eltern erhalten ihr diesen Zauber und das ist völlig ok. Ihr habt euch dagegen entschieden – auch ok, aber dann lasst es zumindest dem Mädchen! Redet mit euren Kindern, wenn ihr wirklich zusammen feiert, dass die Cousine daran glaubt und das auch kann und soll und sie sich eben dann mal zurückhalten müssen. Oder verbringt Weihnachten getrennt, wenn ihr das nicht könnt und wollt.(…)”

Ähnlich äußert sich auch “Keksdrache”:

“(…)ihr habt eure Rituale und Vorstellungen, andere die ihren. Es ist nunmal der überwiegende Teil der Gesellschaft, der das seinen Kindern erzählt. Ich hoffe sehr, dass mein Kind in der Schule mal nicht gespoilert wird – bitte bringe das deinen Kindern bei! Ein Kind kann den Weihnachtszauber von vielen Kindern zerstören, obwohl es noch nicht sein müsste.(…)”

Ein weiteres Statement kommt von “Yoyo” und lautet:

“Ich sehe es sehr ähnlich, wie meine Vorschreiberinnen. Ihr findet den Brauch mit Christkind / Weihnachtsmann doof. Ok. Aber ihr entscheidet nicht, wie andere Familien Weihnachten feiern. Also müsst ihr entweder Euren Kindern klar machen, dass sie nicht darüber sprechen sollen, oder ihr seht euch einfach in der Weihnachtszeit nicht – fertig.
Es gibt noch 11 weitere Monate im Jahr, in denen ihr euch treffen könnt.(…)”

Viele weitere Kommentare lauten ähnlich. Zusammengefasst kann zu den Antworten auf das Eingangsposting konstatiert werden, dass in den meisten deutschen Familien der Glaube an den Weihnachtsmann oder das Christkind zelebriert wird, wenn kleinere Kinder mit im Haushalt leben.

Die Fabelwesen der Weihnacht sind fester Bestandteil der Feiertage

Die Ansage an den Nachwuchs, dass diese festlichen Fabelwesen tatsächlich nur in der Märchen- und Sagenwelt existieren, machen wohl die wenigsten Eltern. Damit befinden sie sich in guter Gesellschaft, wie eine Statistik von STATISTA zeigt. Diese ist zwar schon ein wenig älter, aber dass die Zahlen sich sehr stark verändert haben, darf bezweifelt werden. Warum auch? Immerhin sind Weihnachtsmann oder Christkind seit vielen, vielen Jahren ein fester Bestandteil der Weihnachtsbräuche der Deutschen. Und stehen somit an der Spitze der Weihnachtstraditionen, die hierzulande noch unzählige regionale Bräuche umfassen.

So gibt es beispielsweise in Bayern den Krampus – eine furchterregende Gestalt, die in etlichen süddeutschen Dörfern fest zum Advent gehört. Und mit ihrem gruseligen Äußerem jedes Jahr aufs Neue für Diskussionen sorgt.

Furchterregende Krampus-Gestalten haben das Zeug zum Gruseln!

So zum Beispiel aktuell in Leipzig, wo die Krampus-Gestalten auf dem Weihnachtsmarkt auftreten, im Zusammenhang mit dort gastierenden Buden aus Regionen, die den Krampus-Brauch zelebrieren. Nun – hier kann man es vielleicht ein Stück weit noch verstehen, denn diese Gesellen können auf (kleine) Kinder durchaus extrem schockierend wirken.

Weihnachtsmann und Christkind hingegen kommen schon immer gütig und lieblich daher – warum sich also aufregen? Zumal man den Brauch als Familie natürlich jederzeit ablehnen kann und ihn nicht leben muss. Ihn aber anderen Familien und ihren Kindern lassen – das sollte selbstverständlich sein!

Quelle: Forum URBIA, 4. Dezember 2023

Bild: stock.adobe.com / Mystery

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