Samstag, 25. Mai, 2024

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Lehrermangel: Eltern berichten von Situation an ihren Wohnorten

Der bundesweite Lehrermangel: Er treibt aktuell etlich absurde Blüten. Ein Blick ins Web genügt und man erfährt aus den verschiedensten Regionen Deutschlands, was die Knappheit an Pädagogen so anrichtet. Da wird im Niedersächsischen die Vier-Tage-Woche an einer Grundschule eingeführt und wieder anderswo demonstrieren die Lehrer gegen die politische Maßnahme der Mehrarbeit an Schulen.

Lehrermangel: Die Schlagzeile ist das eine, das wahre Leben das andere!

Eine vertrackte Situation, die die Schlagzeilen schon eine ganze Weile beherrscht. Doch Artikel in den Medien sind das eine und das wahre Leben das andere. Wie sieht er denn eigentlich abseits der Schlagzeilen aus – der Lehrermangel? Wer das wissen möchte, der kann sich im Web umschauen. Hier werden ständig aktuelle Erfahrungsberichte zu diesem Thema veröffentlicht – von den Eltern selbst.

So auch dieser Tage in einem Frauenforum, wo etliche User aus den verschiedensten Regionen des Landes von der Lage an den Schulen ihrer Kinder berichteten. Ausgangspunkt war die Frage einer Frau in die digitale Runde, wie es bei den anderen rund um dieses Thema aussieht.

Die Bildungsmisere fräst sich durch das ganze Land

Schon die ersten Antworten offenbaren, wie schlimm die Bildungsmisere in Deutschland wirklich ist.

Eine Userin namens “rittmeisters” berichtet folgendes (Rechtschreibung immer im Original):

“Im Gymnasium meiner Tochter ist es derzeit ein riesen Thema.
Sie steckt mitten im Abi und hat kaum regulären Unterricht, die Klausuren wurden grad so geschafft, nun stehen im März die Abi-Klausuren an und es wurd bisher seit den Weihnachtsferien noch nicht eine Woche komplett durchgezogen.
Selbst die Fachlehrer haben im ersten Halbjahr laufend gewechselt in einigen Fächern.
Es ist definitiv eine Katastrophe.”

Aus dem Süden des Landes schreibt eine Frau mit dem Nickname “tr357”:

“meine 2 Gym-Kids in BW haben im Schnitt 1-2 Std PRO TAG Ausfall oder Vertretung – aber die Vertretung macht dann Spiele oder beaufsichtigt 2 Klassen gleichzeitig, -also nix mit Stoff weiter machen. Zum Teil fällt 2 Monate was wegen Elternzeit aus und kann nicht ersetzt werden. Meine Tochter merkt das arg -die braucht hier und da bissi länger und da die Folge von ausgefallenen STunden ja nicht weniger Stoff ist, sondern schnell-schnell, tut sie sich wirklich schwer.”

Eine Mutter namens “Butterstulle” schreibt:

“Als meine Tochter vor 4 Jahren eingeschult wurde, war davon an ihrer Grundschule nichts zu merken…im Gegenteil. Mittlerweile hat es auch ihre Schule volle Breitseite getroffen.
Das Problem selber ist seit vielen Jahren bekannt, hat aber niemanden interessiert. Meiner Meinung nach wird es viele Jahre brauchen, diesen Karren wieder aus dem Dreck zu ziehen….noch hat aber keiner angefangen überhaupt mal was zu unternehmen.(…)”

Positive Stimmen zum Thema gibt es in dem besagten Beitrag kaum, aber sie gibt es. Hier ist eine davon – allerdings betrifft es eine Privatschule, so dass dieser Kommentar von “kati543” kaum repräsentativ sein dürfte:

“Bei uns an der Schule gibt es keinen Lehrermangel. Allerdings ist das eine Privatschule 1. Klasse bis Abitur… Die Klassen haben grundsätzlich 2-3 Lehrer in jeder Unterrichtsstunde. Da der Unterricht im geschlossenen Ganztag abgehalten wird, gibt es hier auch keine Betreuung durch sonstige Personen. Das decken wirklich alles Lehrer ab.
Ist ein Lehrer krank, findet der Unterricht ganz normal statt. Da gibt es weder Vertretung, noch Ausfall.(…)”

Diese realen Erfahrungsberichte abseits der oftmals surreal wirkenden Schlagzeilen zeigen: Die Bildungsmisere ist da und mitnichten ein abseitiges Nachrichten-Thema, das man nach wenigen Sekunden wieder vergisst.

Der Lehrermangel dürfte noch länger anhalten

Ältere Menschen und junge Singles mögen es ausblenden können, doch für Familien oder welche, die es noch werden möchten, ist es ein katastrophales Problem.

Das – dies gehört auch zur Wahrheit – kaum in den nächsten Jahren beseitigt sein dürfte. Lehrer wachsen bekanntlich nicht auf Bäumen und ob Quereinsteiger in der Masse eine gute Lösung sind, bleibt abzuwarten (oder von manchem auch zu bezweifeln…).

So oder so: Das bittere Fazit ist, dass aktuell wohl nur an privaten Schulen ein hohes Bildungsniveau durchweg gewährleistet werden kann. Für die meisten Familien mit Schulkindern dürfte dieser Weg verschlossen sein, denn wer hat im Monat schon Hunderte Euro übrig, zumal vor dem Hintergrund der aktuellen Krise und Inflation, wo in vielen Haushalten gespart werden muss? Und bei vielen selbst das Sparkonto schon leer ist…?

Eben!

Quelle: Forum urbia.de vom 13. Februar 2023

Bild (Symbolfoto): pexels.com / ThisIsEngineering

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