Dienstag, 31. Januar, 2023

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Freundin versteht Singleleben nicht (mehr)? Frauen diskutieren

Die eine führt ein Singleleben, die andere lebt in einer Partnerschaft oder Ehe – diese Konstellation trifft auf viele Freundinnen zu. Dass eine solche Situation auch emotionalen Stress mit sich bringen kann, ist klar.

Viele Erfahrungsberichte im Web zeugen von den unterschiedlichen Sichtweisen von Singlefrauen und gebundenen Frauen als Freundinnen. Dieser Tage wurde im Internet – in einem Forum – erneut ein Posting zu diesem Thema veröffentlicht.

Frau versteht das Singleleben der Freundin offenbar überhaupt nicht

Allerdings sorgten die Zeilen bei den weiblichen Userinnen, an die der Threadt gerichtet war, für nicht wenige Irritationen…

Unter der Überschrift

“Single-Freundin ist nur am jammern”

postet eine Userin in dem Forum unter anderem folgendes:

“(…)Sie ist seit dem Sommer Single und wahnsinnig unglücklich darüber. Deshalb datet sie einen Mann nach dem anderen, wobei die allesamt gänzlich unpassend für sie sind und es deshalb nichts wird. Das ist aber absolut hausgemacht.(…)Alleine möchte sie nichts unternehmen, daher fragt sie mich immer, ob ich mit ihr einen Kurs belegen kann etc. Ich bin aber mit Partnerschaft und Bonuskind sehr ausgelastet und habe das Gefühl, dass ich ihre Einsamkeit vertreiben soll. Ihre andere Freundin hat ihr wohl geschrieben, auch erstmal keine Zeit mehr zu haben. Vermutlich zieht sie sich auch von ihr zurück, weil sie wirklich sehr bedürftig ist. Gestern Morgen kam wieder einen sieben Minuten lange Jammernachricht, ihr Date hätte sich nur kurz gemeldet, er wäre unterwegs und sie säße immer alleine zu Hause. Sie würde nur noch die Decke über den Kopf ziehen und ihre Kollegin ist auch so schlimm.(…) Ich schrieb ihr dann eine lange Mail, dass sie ihr Glück nicht von einem Mann abhängig machen soll, dass sie alle Möglichkeiten hat und es ihr doch gut geht. Aber auch, dass ich irritiert bin, denn als ich neulich ein Problem hatte, bezeichnete sie es als “Kindergarten”, tat es recht schnell ab und diese Woche kam gar keine Nachfrage von ihrer Seite dazu! Ich habe ihr gestern auch eine Leseprobe geschickt aus einem sehr guten Buch – da erhielt ich keinerlei Rückmeldung zu, was mich auch irritierte. Sie schrieb dann, ich würde “gegen sie schießen” (ich schrieb sehr respektvoll und höflich) und sie sei sehr verletzt und irritiert, wolle aber reden. Ich rief sie an, sie ging nicht dran, weil ihre Eltern am Telefon seien. ja gut dann eben nicht.(…)”

Die Erstellerin des Beitrages bekam viel Zuspruch. Viele Frauen im Forum rieten ihr, den Kontakt zu der Freundin zu cutten, bezeichneten diese als “Energieräuberin” und schossen verbal gegen sie, als würden sie die Frau im richtigen Leben kennen.

Ist die Singlefreundin wirklich gleich “bedürftig”?

Das war die eine Seite der Meinungen. Die andere indes sah total gegenteilig aus. Etliche Frauen, die der Verfasserin antworteten, stießen sich an den Begriffen wie “bedürftig” und “jammern” und zeigten Verständnis für die Singlefrau und ihr Singleleben. Auch diese fast schadenfroh wirkenden Worte hier:

“(…)Ihre andere Freundin hat ihr wohl geschrieben, auch erstmal keine Zeit mehr zu haben. Vermutlich zieht sie sich auch von ihr zurück, weil sie wirklich sehr bedürftig ist.(…)”

der Posting-Erstellerin kamen nicht gut an.

“Soviel zu Frauenfreundschaft”

schreibt zum Beispiel eine Userin.

Auch wird nachgefragt, warum die Verfasserin es als “Jammern” empfindet, wenn die Singlefreundin sich in Sachen ihres Solo-Daseins Luft macht? Immerhin – so empfinden es einige Userinnen in dem Forum – sind doch Freundinnen auch mal dazu da, ihre traurigen Singlefreundinnen zu trösten.

Und dass es nun absolut “bedürftig” wirkt, wenn eine Singlefrau etwas mit der Freundin unternehmen will, um der Einsamkeitsfalle zu entrinnen – das sehen längst nicht alle Mitforistinnen so.

Die Verfasserin wirkt ein Stück weit überheblich

Die Verfasserin wird auch gefragt, ob sie vielleicht Bestätigung für ihre etwas abgehobene Meinung im Forum sucht. Und tatsächlich: Das Posting wirkt, liest man es mehrmals durch, schon ein wenig abfällig und arrogant gegenüber der Singlefreundin.

Natürlich muss sich eine gebundene Frau nicht Tag und Nacht von der Freundin, die solo ist, in Beschlag nehmen lassen. Und auch eine Standleitung bei Liebeskummer ist nach einigen Tagen Dauertrost kaum mehr aufrecht zu erhalten. ABER: Sind nicht Freundinnen dazu da, die andere mental zu unterstützen, wenn es ihr gerade (mit dem Singleleben) nicht so gut geht? Oder auch mal mit Trost und gemeinsamem Bashing auf die Männernwelt zur Stelle zu sein? Letzteres muss ja nicht ausarten…

Eine Freundin ohne Partner aber gleich als “bedürftig” und als “Jammerlappen” hinzustellen, nur weil sie emotional in einer schwierigen Situation ist, ist keinesfalls das Verhalten einer echten Freundin. Dass die andere deshalb das Gefühl hat, dass die Posting-Erstellerin gegen sie basht, ist deshalb absolut nachvollziehbar. Vielleicht sollte ja eher die Singlefrau, um die es geht, die Freundschaft beenden?

In einer echten Frauenfreundschaft spielt sowas keine Rolle

Denn das von der Verfasserin der Zeilen noch Verständnis für die Situation dieser weiblichen Solo-Zeitgenossin kommt, ist nicht sehr wahrscheinlich. Obgleich es in einer echten Frauenfreundschaft so gar keine Rolle spielt, ob die eine gebunden ist und die andere nicht, so zeigt dieser Fall, dass Frauen in diesen verschiedenen Lebenswelten sich durchaus auseinanderleben können. Wahrscheinlich ist das nicht einmal ein Einzelfall.

Da aber die Beitrags-Erstellerin in einem Forum (und auch noch auf recht bissige Art) Bestätigung für ihre Sichtweise sucht, liegt der Fall hier klar auf der Hand: Eine echte Freundin ist sie nicht!

Quelle: community.elitepartner.de vom 11.12.22

Bild (Symbolfoto): MART PRODUCTION

 

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