Montag, 19. Oktober, 2020

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Die Jugend von heute…Kolumne von Barbara Edelmann

„Die Jugend von heute von heute kannst du vergessen“, hörte ich neulich in meinem Lieblings-Café. „Hat ständig ihre Smartphones am Ohr und bringt nicht mal einen Purzelbaum zustande, weil durch das elektronischen Gerümpel, von dem sie abhängig ist, sämtliche motorischen Fähigkeiten verkümmern.

Keiner von denen will sich die Finger schmutzig machen, laufend stellen sie nur Forderungen.“

Der Jugend die Unbefangenheit lassen

„Jugend ist Unwissenheit in einem schönen Körper“, wie ein Sprichwort sagt. Und diese darf man ihr nicht vorwerfen, genauso wenig wie den Mangel an Lebenserfahrung. Obwohl wir unseren Nachwuchs vor Unheil bewahren möchten, wird er ohnehin irgendwann vom Schicksal gerupft werden. Lassen wir die Jungen doch diese herrliche Unbefangenheit genießen, die ihnen vom Leben leider oft allzu früh genommen wird.

Außerdem war ich selbst mal „die Jugend von heute“ mit dem vermeintlich vollen Durchblick. Meine Eltern checkten nix, waren altmodisch und voll die Spießer mit ihren gruseligen Stickbildern an der Wand, der Grastapete und ihrem heißgeliebten Peter Frankenfeld.

Mir klingeln heute noch die Ohren:

„Das soll Musik sein? Hört sich an wie Baustellenlärm. Kannst du mich durch deine Fransen überhaupt sehen? Sogar mein Mopp ist besser frisiert als du. „Der Hosensaum schleift am Boden, glaubst du, dass DAS schön ist?“

„Du bist mit dem Abwasch dran, Fräulein. Alle wollt ihr nur an dem gedeckten Tisch sitzen, aber nichts dafür tun.“ „Du brauchst schon wieder Taschengeld? Sparen könnt ihr Jungen nicht.“

Alt und Jung und das Nörgeln – ein Naturgesetz?

Und so weiter. Und so fort. Vielleicht ist es ein Naturgesetz, dass die Jungen denken, die Alten verstünden sie nicht, und die Alten an den Jungen herumnörgeln.

Politisch interessiert war von meiner Kleinstadt-Clique keiner. Von der berüchtigten RAF („Rote-Armee-Fraktion“) kannte ich nur Fahndungsplakate mit wenig schmeichelhaften Portraitaufnahmen im Postamt. Denen schenkte man einen flüchtigen Blick, und draußen auf der Straße hatte man die Typen bereits wieder vergessen. Die Wahrscheinlichkeit, einem von denen in der nächsten Eisdiele zu begegnen, war homöopathisch gering.

Politik war was für alle über 30, für mit „Wildrose“-Service gedeckte Kaffeetafeln mit dauergewellten Mittfünfzigerinnen und Buttercremetorte, für verrauchte Stammtische mit riesigem Aschenbecher in der Mitte, für alkoholgeschwängerte Bierzelt-Debatten oder Gartenzaungespräche.

„Die da oben machen ohnehin, was sie wollen“ hörte man ständig. Hätten Sie mich mit 16 nach dem amtierenden Bundeskanzler gefragt, dann hätte ich vermutlich geantwortet: „Äh… Adenauer?“

Bloß nicht wie die Eltern werden!

Information beschränkte sich hauptsächlich auf die verfügbaren drei Fernsehprogramme oder eine regenfeuchte Tageszeitung, die jemand auf einer Parkbank liegengelassen hatte. Illustrierte waren teuer, und wenn man sich eine gönnte, dann die BRAVO wegen Doktor Sommer.

Statt unser Geld für Zeitschriften wie den „Spiegel“ auszugeben, investierten wir es in Schlaghosen, mit denen wir unsere Erzeuger auf die Palme bringen konnten. Rebellion war in diesem Alter Vorschrift und Selbstzweck. Alles – nur nicht so werden wie die Eltern.

Wenn diese dann um 20:00 Uhr täglich während der Tagesschau ins Wachkoma fielen, stiefelten wir in die Nacht, um jemanden kennenzulernen oder Freunde zu treffen. Irgendwo war immer eine Party, ein Lagerfeuer oder es lief was im Kino. Der Ernst des Lebens hatte uns noch nicht am Kragen.

Noch früher gab es in unserem Mietshaus einen Jungen, der besaß ein Monopoly-Spiel – das analoge Äquivalent einer Playstation. Wann immer das Wetter es zuließ, saßen wir im Gras um ihn herum und spielten. Natürlich gewann er jedes Mal, denn er war selbstverständlich die Bank. Später studierte er BWL, was keinen von uns ernsthaft wunderte. Ich habe ihn nie mehr wiedergesehen, bin aber sicher, er ist zumindest wohlhabend.

Angesagt waren Völkerball und Rollschuhe

War S. mit seiner Spiele-Schachtel nicht in der Nähe, spielten wir Völkerball, Fangen oder „Ochs am Berg“. Mit dem Fahrrad oder unseren Rollschuhen kamen wir überall hin, froren uns im Winter die Zehen auf dem Schlittschuh-Platz ab und vertrieben uns die Sommerferien im Freibad.

Hätte mir aber damals jemand ein Smartphone oder Tablet in die Hand gedrückt, dann wären unzählige Fahrrad/Rollschuh/Schlittschuhkilometer nie gefahren worden und der hölzerne Rodelschlitten wäre am Fuße des örtlichen Idiotenhügels verrottet.

Mit einem Handy wäre ich nie den Pfadfindern oder dem Jugend-Rot-Kreuz beigetreten, hätte nicht im Kirchen-Chor gesungen, viele Unterhaltungen nicht geführt, wäre nicht auf der Iller im Kajak gepaddelt und hätte geile Lagerfeuer-Feten (von denen ich heute froh bin, dass es keine Fotos davon gibt…) versäumt.

Weil ich diesem handlichen elektronischen Rattenfänger genauso auf den Leim gegangen wäre wie alle anderen. Da mache ich mir nichts vor.

Als nach Sendeschluss das Testbild noch flimmerte

Wir hatten aber kein Handy. An verregneten Tagen gab es Bücher für lau in der Stadtbibliothek und abends besagte drei Programme mit Sendeschluss um Mitternacht. Danach kam das Testbild, das ich mir übrigens zurückwünsche.

Wer jemanden mobben wollte, musste Zettel schreiben oder einem Verbündeten Gemeinheiten über eine dritte Person ins Ohr flüstern. Cybermobbing war noch nicht erfunden, wir erledigten das auf Papier.

Es war ein schönes Leben: Niemand überwachte uns, nirgendwo existieren Fotos von uns, wie wir rotzbesoffen, umgeben von einem Bataillon leerer Tequila-Flaschen am Tresen hingen. Wir waren herrlich anonym, und unseren Vollrausch bekamen vielleicht 20 andere Disco-Gäste mit, aber nicht tausende von Instagram-Nutzern.

Gelernt wurde was Bodenständiges

Wir lernten „öde“ Berufe wie Bankkaufmann, Automechaniker, Sekretärin oder Bürokauffrau. Das klappte gut, denn man bekam noch prima Jobs, und zwar ganz ohne digitale Visitenkarte oder Facebook-Account, den übereifrige Personaler checken konnten, um besagte Saufbilder von uns zu finden.

Eine Zeitlang habe ich selbst in sozialen Netzwerken mitgemischt und brachte es auf eine ansehnliche Zahl Follower. Bis heute weiß ich nicht, warum, sie waren auf einmal da.
Der blanke Horror. Ständig musste ich posten oder kommentieren, sonst wären mir meine Follower wieder abgehauen, denn im Netz haben die meisten User die Aufmerksamkeitsspanne von Stubenfliegen.

Als ich bemerkte, dass mir für meine Hobbies keine Zeit mehr blieb, ließ ich es wieder bleiben.

Unsere Jugend hat es nicht mehr so gut, denn der permanente Präsenzdruck im Internet ist ein einziger digitaler Marathon.

Heute ist die digitale Bestätigung wichtig

Sie dürfen nichts verpassen in ihren jeweiligen Blasen, den „Bubbles“. Mit Instagram, Tik Tok, Twitter, Snapchat, und wie sie alle heißen ist man rund um die Uhr beschäftigt und existiert nur noch für ein gutes Selfie. Man lebt sein Leben als Showrunner, um es beinahe simultan online zu stellen und dann auf Beifall zu warten.

Sogar wenn man beim Radeln auf die Schnauze fliegt, denken einige darüber nach, welcher Filter für Nasenbluten am besten kommt. Sie warten auf Likes, um damit die eigene Existenzberechtigung für ihre von gruppendynamischen Mechanismen abhängigen Seelen abzuleiten. Man ist unsicher, braucht die Bestätigung der „Blase“ und exponiert sich bis zur Lächerlichkeit.

Sie kann einem leid tun, diese Jugend von heute. Nachhaltig soll sie leben, aber gleichzeitig den Konsum stärken und an die Wirtschaft denken. Gesellschaftliche Befindlichkeiten soll sie ausloten und nirgends anecken, aber individuell sein.

Widersetzt sich so ein armer Tropf der angesagten gesellschaftlichen oder kulturellen Strömung, folgt der unvermeidliche Shitstorm, der einen sich in der Adoleszenz befindlichen, unsicheren Teenager bis hin zum Selbstmord treiben kann. Gnadenlos ist diese digitale Welt, und sie frisst ihre Kinder, vor allem die schwachen.

Ein für andere möglichst interessantes Dasein sollen sie führen, die Jungen, den Ansprüchen von Freunden, Gesellschaft und Eltern gerecht werden, gute Noten kriegen, studieren und möglichst viel von der Welt sehen. Ihre Träume sollen sie leben, denn man hat ihnen versprochen, jeder Mensch hätte einen Anspruch darauf.

Einige träumen vom schnellen Geld im Internet, doch nicht jeder kann sein eigenes Leben gewinnbringend vermarkten, denn irgendjemand muss die ganzen Selbstdarsteller ja anhimmeln und finanzieren. Das sind übrigens die mit einem normalen Job, also quasi die „uninteressanten“…

Klicks sind die neue Währung im Netz

Die können nicht täglich die Welt an gestellten, hundertfach nachbearbeiteten Selfies von sich an von exotischen Plätzen teilhaben lassen. Die neue Währung ist nicht Euro oder Bitcoin, es sind Klicks in sozialen Netzwerken, mit denen hartes Echtgeld verdient werden kann – von einigen wenigen. Bezahlt von vielen.

Wer heute allerdings noch ein sogenannter Star ist, nach dem kräht vielleicht morgen schon kein Hahn mehr, wie eine berühmte asiatische Bloggerin am eigenen Leib erfahren musste, nachdem sie versehentlich ein Video von sich ohne beschönigende Filter online gestellt hatte. Man sah sie plötzlich, wie sie wirklich war: eine normale junge Frau mit gewöhnlichen Gesichtszügen. „Normal“ und „gewöhnlich“ sind aber nicht gefragt in der durchsichtigen virtuellen Glitzerwelt des WWW, wo der Schein alles und die Realität etwas ist, dass man fürchtet wie der Teufel das Weihwasser.

Und doch wirken sie alle trotz Filtern und Photoshop irgendwie uniform, diese bildschönen jungen Frauen in ihren winzigen Bikinis. Alle haben sie dieselben Augenbrauen, Schmollmünder, Lidstriche, Extensions und Sixpacks, als hätte sie irgendwer auf einer einsamen Insel geklont und dann freigelassen.

Die Ansprüche der Jugend haben sich erhöht

Aber der Kampf um Äußerlichkeiten ist nur ein Nebenkriegsschauplatz der Neuzeit. Es geht um so viel mehr: Die Ansprüche an unsere Jugend haben sich im Vergleich zu früher nämlich signifikant erhöht.

Wir selbst sollten damals was „Gescheites“ lernen, arbeiten und irgendwann Kinder kriegen. Das alles konnte man prima auf die Reihe bekommen, ohne sich sonderlich anzustrengen. Die heutigen Jungen aber sollen in einer auf Anglizismen aufgebauten Medienlandschaft vielseitig interessiert, flexibel und vorurteilsfrei – und durchgehend öffentlich sein.

Die Jungen sollen Missstände anprangern, an Politik und Umwelt gleichermaßen interessiert und engagiert sein, angesagte Sportarten („no risk, no fun“) ausüben, sich möglichst auf der ganzen Welt zuhause fühlen und weder im Freundeskreis noch in der Öffentlichkeit die falsche Meinung äußern. Die momentan angesagte wird monatlich im Tenor von unseren Medien stromlinienförmig geschliffen, poliert, und als Parole ausgegeben.

Irrlichternde Jugendliche

Ich würde verrückt werden, wenn ich nochmal jung sein müsste. Ehrlich. Die Jugend irrlichtert klickend durch ein wahnwitziges Angebot an Konsumgütern mit bestenfalls fragwürdigem Nutzwert. Sie trudelt zwischen ökonomischen Notwendigkeiten und ideologischen Bedürfnissen hart an der Grenze zur Realität durchs Leben… und findet den Ausgang nicht mehr.

Zwar ist sie mit allem Nötigen versorgt und in Frieden und Freizeit aufgewachsen, gleichzeitig aber existierten noch nie so viele Erwartungen an eine Generation wie heute. Wir nennen sie „Schneeflöckchen“, und dabei sind sie auf ihre Art und Weise wirklich unschuldig. Und überfordert.

Im Gegensatz zu uns wurden unsere Kinder und Enkel in eine digitale, der Realität aufgepfropfte Welt hineingeboren, durch die sie wie überzuckerte Feuerfliegen im Zickzack irren, immer auf der Suche nach dem Kick, denn irgendwas ist garantiert noch spannender, aufregender oder interessanter als das, dem man eben noch seine kurzlebige Aufmerksamkeit widmete.

Das Handy immer im Anschlag

Sie essen, arbeiten, schlafen, feiern zwar im „Real life“, aber mit dem Handy im Anschlag, um ja nichts zu verpassen, das sie umgehend digitalisieren können. Sie halten inflationär sämtliche Augenblicke ihrer jungen Leben mit 12-Megapixel-Smartphonekameras fest, kapieren aber nicht, dass diese Augenblicke tatsächlich unwiederbringlich sind. Und sie haben jeden einzelnen davon nur durch ein Display wahrgenommen. Das ist so verdammt traurig, diese Aufnahmen von Konzerten mit tausenden leuchtenden, über tausende Köpfe gestreckten Handy-Displays.

Trotzdem sie sich ständig auf Twitter oder Instagram in ihrer eigenen Blase unter Gleichgesinnten befinden, finden Essen, Schlafen, Feiern in Farbe, 3D und völlig real statt. Zum Anfassen, mit Wahnsinns-Haptik. Man muss sich die Anstrengung, die dieses Doppeldenken verursacht, vor Augen führen, denn einerseits sind sie anwesend, andererseits aber doch wieder nicht.

Die Jugend läuft auf Sand

Unsere Jugend läuft auf Sand. Alte Versprechungen und Paradigmen werden regelmäßig von heute auf morgen ungültig oder nach einem Jahr wieder aus der Mottenkiste gekramt.

Die Deutungshoheit liegt bei den Medien. Talkmaster sind die neuen Scharfrichter, der Shitstorm die virtuelle Hinrichtung. Und so trudeln sie innerhalb ihrer Blasen, bemüht, nicht an den Rand zu geraten, weil diese sonst zerplatzen. Die Realität könnte grausam sein: Als hätte man sie auf einem fremden Planeten in unwirklicher Atmosphäre ausgesetzt.

Noch nie in der Geschichte der Menschheit hatte eine Generation gleichzeitig so viel Auswahl und gleichzeitig so wenig Möglichkeiten, denn Ausweichen und dem Netz fernbleiben geht nicht. Nicht heutzutage.

Nicht in einem auf Konsum aufgebauten Wirtschaftssystem, in einer globalisierten Welt, in der man rund um die Uhr bombardiert wird mit Werbung und Paradigmen, denen man sich durch Flucht in die digitale Welt zu entziehen versucht. Für die Jugend ist existent, was sie bei Snapchat oder Tik Tok vorfindet, und die Realität um sie herum betrachtet sie als eine Art Freilichtmuseum mit Dinosauriern – nämlich uns.

Digitale Eingeborene

Sie sind „digital natives“, digitale Eingeborene. Sie sind anders. Aber garantiert nicht schlechter, fauler oder dümmer. Hätten wir uns damals nicht, genau sie sie, korrumpieren lassen von Air-Pods, Smartphones, Tablets, sozialen Medien und vergänglichem Ruhm? Wären wir nicht auch dem süßen Lockruf des schnellen Geldes erlegen? Hätten wir nicht auch alles getan für ein wenig flüchtigem Fame?

Ich fürchte schon. Darum sollten wir nicht päpstlicher sein als der Papst und ein wenig Milde walten lassen, ehe wir die Jugend vorverurteilen. Alt werden die nämlich von ganz allein, und dann sind sie, was sie verzweifelt zu verhindern versuchen: Wir.

Irgendwann wird jeder 40…!

Irgendwann werden sie 30 sein. Oder 40. Irgendwann wird der Drang nach exzessiver Party, Bungeejumping oder Flatrate-Saufen dem Bedürfnis weichen, am Samstagabend zuhause zu bleiben oder auf dem Sofa einfach nur eine Pizza zu essen und sich darüber zu freuen, nichts vorzuhaben.

Aber bis dahin suchen sie nach einem Partner (im Netz), erkunden ihre sexuellen Präferenzen (im Netz), bleachen die Zähne (nach einer Anleitung im Netz), waxen sich die Brust (YouTube-Video), malen sich Augenbrauen wie Van Gogh und vermeiden alle Klamottenmarken, die ihre spießigen Eltern tragen.

Irgendwann sind sie erwachsen. Und bis dahin muss man sie einfach machen lassen. Es wächst sich aus. Beinahe alles.

Ich kenne so viele intelligente, fleißige, liebenswerte und anständige junge Menschen, von denen ich sicher bin, dass sie ihren Weg machen werden. Alle sind sie auf die eine oder andere Art großartig. Man muss ihnen nur eine Chance geben, muss verstehen, dass sie am Reifen und Wachsen sind, dass sich ihre Talente und Fähigkeiten erst herauskristallisieren, dass sich ihre Meinungen und Vorlieben ändern werden, genau wie bei uns damals.

Sie werden die Probleme schon meistern

Sie trudeln auf diesem löcherigen Seelenverkäufer, der sich „Leben“ nennt, in eine ungewisse Zukunft mit schwindenden Ressourcen und Arbeitsplätzen, aber sie haben das Zeug dazu, all diese Probleme zu meistern.

Auch aus dieser Jugend von heute wird sich eine ansehnliche Reihe von Erfindern und Ingenieuren herauskristallisieren, die uns weiterbringen wird, wirtschaftlich, technisch, medizinisch oder ethisch.

Bis dahin werde ich weiterhin gelegentlich kopfschüttelnd dem Treiben zusehen und mir einen abgrinsen.

Ich war genau so. Und ich hab’s nicht vergessen.

Bildnachweis: Buro Millennial

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