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Entlastungs-Wirrwarr im Teuer-Schock: Welche Heizkosten übernimmt das Jobcenter?

Teuer-Schock und kein Ende! Die Preise in Deutschland steigen und steigen – ein Ende ist nicht absehbar. Die höchsten Sprünge dürften wohl – neben der Spritpreis-Explosion – die Heizkosten machen. Ganz gleich, ob Gas, Öl oder Strom: Teuer ist derzeit alles. Und mit den Preisen steigt die Verunsicherung, was denn nun wie und von wem bezuschusst oder entlastet wird.

Bekanntlich sitzt die Bundesregierung seit Wochen über diversen Entlastungspaketen, um Haushalte mit kleinen und mittleren Budgets Finanzspritzen zukommen zu lassen.

Doch die Unsicherheit ist groß. Viele Bürger wissen nicht genau, was kommt, was Ihnen zusteht und welche Maßnahmen in Sachen Entlastung es überhaupt gibt. Kein Wunder: Ist doch gefühlt stündlich etwas Neues im Gespräch.

Fixiert wurde bislang die Energiepauschale, die Millionen Menschen bundesweit jetzt im September 2022 überwiesen bekommen (eine Aufstellung darüber, wer anspruchsberechtigt ist, lesen Sie hier). Diese Pauschale ist einmalig und wird für die meisten Leute wohl doch nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein.

Übernimmt das Jobcenter die Heizkosten komplett?

Umso mehr fragen sich jene, die jetzt schon nur eine schmale Haushaltskasse haben und deshalb Leistungen vom Jobcenter beziehen (wollen) oder damit ihr kleines Einkommen aufstocken (wollen), wie es mit den Heizkosten und deren Übernahme durch das Jobcenter ausschaut?

In diesem Zusammenhang kursieren viele Falschinformationen, wie der Fall einer Frau aus Delitzsch in Sachsen zeigt, über den lvz.de in einem Beitrag vom 1. September 2022 berichtet.

Auszug:

„(…)Es ist so ein Satz, aber er bringt Birgit Posewitz in Rage. Neulich musste sie ihn auch in der LVZ lesen, als es um die explodierenden Erdgas-Preise, um die Eilenburger Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft und um Einsparungen ging: Hartz-IV-Empfänger „bekommen nach derzeitiger Gesetzeslage die Heizungskosten komplett finanziert. Dies sorgt schon jetzt für viel Unzufriedenheit und Frust unter den selbst zahlenden Mietern“, war da unter anderem zu lesen. Das mit dem Frust bei allen Selbstzahlenden kann Birgit Posewitz bestätigen. Aber sie kennt auch die Lage der Hartz-IV-Empfänger.(…)“

Und weiter heißt es:

„(…)Es entspreche nicht der Realität, dass die „Heizkosten komplett finanziert werden“.(…)“

Wie genau das mit den Heizkosten und der Übernahme durch das Jobcenter aussieht, wird im besagten Beitrag ebenfalls dargestellt:

„(…)„Im Hartz IV-Bezug werden die Kosten für die Beheizung der Unterkunft vom Jobcenter übernommen. Allerdings zahlt das Jobcenter lediglich die angemessenen Heizkosten. Heizt der Hilfebedürftige mehr als der örtliche Durchschnitt, muss er mit einer Kostensenkungsaufforderung rechnen“, informiert auch die Website Hartz-IV.org. Wenn die Heizkosten nicht innerhalb einer gesetzten Frist gesenkt werden, werden nur die „angemessenen Kosten“ übernommen. Die fehlende Differenz muss vom Betroffenen bezahlt werden.(…)“

Nun kommt es darauf an, welche Heizung und was für eine Wohnraumgröße Bezieher von Hartz-IV haben. Es macht schon einen Unterschied, ob man in einer überschaubaren Zwei-Zimmer-Wohnung lebt – die womöglich durch die Heizungen in benachbarten Wohnungen nie ganz auskühlt – oder in einem Haus, indem eine größere Fläche zu beheizen ist.

Im Vorfeld beim Amt oder im Web kundig machen, ist wichtig!

Der Ausspruch „Die Heizkosten übernimmt das Jobcenter“, der tatsächlich viel zu hören ist, sollte deshalb mit Vorsicht genossen werden.

Für den einen wird der Zuschuss reichen, für den anderen nicht. Wer betroffen ist oder die Beantragung von Leistungen beim Jobcenter plant, kann sich – neben einem persönlichen Beratungsgespräch beim Amt – auch im Web kundig machen.

Wichtig für Besitzer von eigenen Immobilien, die Geld vom Jobcenter beziehen (wollen): Kosten für das Heizen – beispielsweise für Öl – werden nur nach Vorlage von einem oder mehreren Angeboten von Brennstoffhändlern übernommen. Hier im Vorab unbedingt mit dem Amt kommunizieren!

Sich über Entlastungspakete zu informieren, macht Sinn

Wer neben den Heizkosten auch Schwierigkeiten hat, die anderen Zahlungen für das tägliche Leben zu stemmen, sollte es nicht versäumen, täglich in den News im Internet nachzuschauen, welche Maßnahmen denn nun konkret beschlossen worden oder in Kürze per Gesetz auf den Weg gebracht werden.

Parallel dazu wird wohl jeder mit einem kleinen oder mittlerem Einkommen aktuell dazu gezwungen sein, seine persönlichen Einsparpotentiale im Alltag auszuloten. Es bleibt die Hoffnung auf bessere Zeiten!

Quelle: lvz.de vom 1. September 2022

Bild (Symbolbild): pexels.com / cottonbro

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