Preise steigen, Packungen schrumpfen – und nun kommt ein weiterer Trend hinzu: Qualitätsdumping. Immer häufiger ersetzen Hersteller die teure Kakaobutter durch billigere Pflanzenfette und verkaufen Produkte, die zwar aussehen wie Schokolade, aber keine echte Schokolade mehr sind. Für Verbraucher sind diese Schoko-Imitate kaum zu erkennen. Geschmack, Wertigkeit und Genuss leiden jedoch deutlich.
Skimpflation: Warum einige Schoko-Produkte als Schoko-Imitate daherkommen
Diese Entwicklung nennt man Skimpflation: Eine versteckte Qualitätsverschlechterung, die gleichzeitig mit Preiserhöhungen einhergeht. Genau das passiert derzeit bei vielen Süßwarenherstellern.
Fall 1: Rosinen mit „Milchschokoladengeschmack“ statt echtem Schokoladenüberzug
Ein deutliches Beispiel zeigt die Handelskette Action. Rosinen, die früher mit echter Milchschokolade überzogen waren, tragen jetzt die Bezeichnung „Rosinen mit Milchschokoladengeschmack“. Der Hersteller hat die Kakaobutter vollständig durch Palm- und Sheafett ersetzt, deutlich günstigere Rohstoffe. Trotz dieser abgespeckten Rezeptur ist der Preis gestiegen: von 1,66 Euro auf 2,09 Euro.
Gestiegene Kosten lassen Hersteller Schoko-Imitate produzieren
Der Hersteller beschreibt dies als notwendige Anpassung wegen gestiegener Kosten. Rechtlich ist diese Änderung erlaubt, solange die Kennzeichnung korrekt ist. Für Verbraucher ist es dennoch enttäuschend, denn sie erwarten bei solchen Produkten einen echten Schokoladenüberzug und keinen minderwertigen Ersatz.
Fall 2: Granola mit Schoko-Imitat statt Zartbitterschokolade
Auch im Müsli-Regal müssen Sie inzwischen genauer hinsehen. Beim „Wholey Granola Choc Sea Salt“ von Green Grizzly wurde echte Zartbitterschokolade durch Kakaotropfen ersetzt, die mit Reisextraktpulver gestreckt sind. Der Hersteller begründet die Anpassung mit den stark gestiegenen Kakaopreisen.
Für Sie als Kunde, der vielleicht immer mal vom „Schoko-Jiieper“ befallen wird, bedeutet das jedoch: Der Preis bleibt hoch, aber die Qualität sinkt. Verbraucherzentralen kritisieren diese heimliche Verschlechterung deutlich.
Fall 3: Kitkat Chunky White nur noch mit Fettglasur
Der Trend betrifft auch internationale Markenhersteller. Beim Kitkat Chunky White verwendet Nestlé inzwischen eine weiße Fettglasur, die überwiegend aus Palm- und Sheafett besteht. Echte weiße Schokolade enthielt zuvor nahezu ausschließlich Kakaobutter. Wann die Umstellung erfolgte, ist unklar, doch das Ergebnis spricht für sich: Ein Produkt, das nicht mehr die Qualität echter Schokolade bietet.
Warum diese Entwicklung problematisch ist
Auch wenn die Hersteller die Etiketten formal korrekt anpassen, wirkt dies für viele Verbraucher wie eine gezielte Täuschung. Produkte sehen aus wie Schokolade, schmecken ähnlich, erfüllen aber nicht mehr die Voraussetzungen für echte Schokolade, weil die entscheidende Zutat fehlt: Kakaobutter.
Die Folgen für Konsumenten sind klar. Sie zahlen mehr für Produkte, deren Qualität deutlich gesunken ist. Der Genuss bleibt auf der Strecke und sie müssen Zutatenlisten zunehmend genauer prüfen, um keine Schoko-Imitate zu erwischen.
Woran Sie echte Schokolade erkennen
Echte Schokolade enthält immer Kakaobutter. Werden Palmfett, Sheafett oder andere Pflanzenfette aufgeführt, handelt es sich nicht mehr um ein Schokoladenprodukt. Auch Formulierungen wie „mit Schokoladengeschmack“ oder „Kakaotropfen“ sind Hinweise auf Ersatzprodukte. Wichtig ist zudem: „Weiße Fettglasur“ ist keine weiße Schokolade.
Ob Rosinen, Müslis oder Schokoriegel – immer mehr Hersteller setzen auf billigere Zutaten und hoffen, dass Kunden den Unterschied nicht bemerken. Skimpflation ist ein Trend, der nicht nur den Geldbeutel belastet, sondern auch die Produktqualität erheblich schmälert. Wer echten Schokoladengenuss möchte, sollte im Supermarkt ganz genau hinsehen. Denn leider gilt inzwischen immer häufiger: Was aussieht wie Schokolade, ist oft keine!
Quelle: vzhh.de vom 21. November 2025
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