Donnerstag, 19. März, 2026

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Künstlerin Bianca Graf: „Für die Liebe muss man immer was tun“

Skandalfrei, bodenständig und authentisch: das ist Bianca Graf, die Musikerin, die auch als „Gräfin des deutschen Pop-Schlagers“ bekannt ist. Doch sind es nicht nur die schnellen Rhythmen, denen sich die Sängerin widmet – verträumte Balladen hat die sympathische Künstlerin ebenso im Programm.

Bianca Graf: Immer noch heimatverbunden

Ihre Lieder präsentiert die Bitterfelderin sowohl in TV-Sendungen als auch in eigens konzipierten Shows. Mit ihrem aktuellen Hit „Wärst Du die Sonne“ hat Bianca Graf gerade in Holland den Platz 1 gestürmt. Trotz des Erfolges ist die quirlige Frau, die demnächst auch eine Show für Howard Carpendale moderiert, immer heimatverbunden geblieben. Ihrem Lebensmittelpunkt – Bitterfeld-Wolfen – hat sie sogar einen eigenen Song gewidmet.

Wir haben mit der erfolgreichen Künstlerin gesprochen

FB: Frau Graf, Ihr neues Album „Wunderland“ ist bei einem der größten Plattenlabel Deutschlands erschienen. Das wievielte Album ist das und was erwartet die Fans (oder die, die es noch werden wollen)?

Es ist das 8. Album. Es erwarten den Hörer anspruchsvolle, tanzbare  Pop-Schlager, aber auch Balladen mit tiefgründigen Texten, zum Teil von mir selber. Alles ist authentisch und beschreibt auch zum Teil mein Leben, aber auch Geschichten, mit denen sich viele Menschen identifizieren können.

Mit Song aktuell in den Charts vertreten

Die erste Single-Auskopplung daraus „Wärst Du die Sonne“ bewegt sich gerade in den Deutschen Charts und ist diese Woche in Holland auf Platz 1 gestürmt.

FB: Sie sind sehr vielseitig. Sie singen, konzipieren eigene Shows, moderieren auch und sind dadurch unheimlich viel unterwegs. Wer unterstützt Sie hierbei, sowohl privat als auch beruflich?

Natürlich habe ich eine ganzes Team um mich herum, aber immer dabei ist mein Mann und Manager Edgar Plepp, der mir immer mit Rat und Tat, mit neuen Ideen, usw. zur Seite steht und natürlich mein kleiner Silberpudel Axel, der uns beiden sehr viel Freude bereitet. Mit meinen Produzenten Felice Pedulla’ und Christoph Seipel verbindet uns seit 8 Jahren eine enge Zusammenarbeit. Sie sorgen immer wieder für moderne anspruchsvolle Songs und alle zusammen bilden wir, einschließlich meiner Plattenfirma Solis Music, ein kreatives Team.

FB: Sie stammen aus einer Gegend, die vor Jahrzehnten noch als die dreckigste Europas galt – Bitterfeld-Wolfen. Mittlerweile sind dort aus Tagebaulandschaften Seen entstanden, die tagtäglich Erholungssuchende anziehen. Dennoch hallt hier und da der schlechte Ruf, den die Gegend so lange hatte, nach. Sie aber halten dagegen – vor allem musikalisch. Erzählen Sie doch mal darüber!

Mit meinem ganzen Schaffen versuche ich immer auch Werbung für meine Region, meine Heimat zu machen. Ich habe zum Beispiel auch nie meinen Heimatort Wolfen verheimlicht, sondern bin auch irgendwie stolz, hier zu leben.

Charity und Bodenständigkeit – das schließt sich nicht aus

Es gibt mir immer wieder Bodenständigkeit, wenn ich die Menschen um mich herum sehe. Viele Benefiz-Konzerte habe ich auch hier bereits ins Leben gerufen, z.B. für die Deutsche Herzstiftung, für die Aktion Sorgenkind des ZDF, für die Flutkatastrophe in unserer Region. Der UNICEF habe ich das Lied „Hier sind Deine Freunde“ geschenkt, um nur einige zu nennen. In diesem Jahr durfte ich an der traditionellen Aids-Gala in der Lutherstadt Wittenberg teilnehmen, die unter der Schirmherrschaft von Rita Süßmuth steht und schon viele Jahre von den Chefs des Klack-Theaters organisiert wird.

Die Menschen kommen immer gern zu meinen eher seltenen Konzerten hier in meinem Heimatort. So freue ich mich schon jetzt auf den 23. Juni 2018, wo ich seit langer Zeit einmal wieder das Bitterfelder Hafenfest musikalisch eröffnen darf und natürlich mein aktuelles Album „WUNDERLAND“ präsentieren werde. Und natürlich steht auch das für meine Heimatstadt eigens geschriebene Lied „Seh’n wir uns nicht in dieser Welt, dann seh’n wir uns in Bitterfeld (Video auf YouTube) auf meiner Titel-Liste.

FB: In Ihren Songs geht es oftmals um Gefühle, um die Beziehung zwischen Mann und Frau. Sie selbst leben schon 30 Jahre mit Ihrem Mann zusammen, Skandale und Stoff für billigen Klatsch sucht man bei Ihnen vergebens. Was ist Ihr persönliches Erfolgsrezept in Sachen Partnerschaft?  

So soll es auch bleiben! Ich konzentriere mich lieber auf meine Musik!

Als erstes möchte ich die Liebe nennen, die uns immer noch verbindet, auch der gleiche Beruf ist in meinen Augen ein wichtiger Baustein. Ich finde es ganz hervorragend, wenn man sich über  musikalische Sichtweisen gemeinsam austauschen kann. Man hat das gleiche Fachwissen. Aber auch über Politik, Wirtschaft, Gesundheit, usw. wird geredet und diskutiert. Beiderseitige Kompromissbereitschaft ist ganz wichtig, denn nicht immer sind wir einer Meinung.

Gegenseitige Achtung ist das Fundament in Beziehungen

Dann halte ich die gegenseitige Achtung für ganz wichtig, den Respekt gegenüber dem Partner. Für die Liebe muss man natürlich auch immer etwas tun, sich nicht gehen lassen und gemeinsame Ziele haben, sich gegenseitig überraschen und den Humor nicht verlieren, jeden Tag genießen.

Ich finde es z.B. schrecklich, wenn ältere Menschen sich kaum noch unterhalten und wenn, dann nur noch über Krankheiten. Sicher werden wir alle nicht jünger, aber dennoch sollte man immer optimistisch nach vorn blicken. Das Leben hält so viele positive Überraschungen bereit und wenn es manchmal nur die kleinen Dinge sind. Besonders die sollte man erkennen und sich daran erfreuen !

FB: Als eine Musikerin mit DDR-Biographie haben Sie die Künstlerszene auch zu Zeiten der Teilung Deutschlands erlebt. Wie war es damals, Musik zu machen und welche Voraussetzungen musste man mitbringen, um überhaupt als Künstler vom damaligen Staat anerkannt zu werden?

In der DDR gab es eine Amateur- und eine Profi-Szene. Ich habe beides kennen gelernt. Als Profi musste man ein Musik-Studium nachweisen. Mein Mann und ich hatten dies absolviert. Es entstand die Formation „BIANCA & INTENSION“. Wir waren viel in den „Sozialistischen Bruderstaaten“, Russland, damals noch UdSSR, Tschechei, Polen , Ungarn auf Tournee, natürlich auch in der DDR mit unserem Show-Programm „Musik Party“.

Solo-Karriere startete kurz vor dem Mauerfall

Meine Solo-Karriere habe ich erst kurz vor der Wende gestartet. Mein erster DDR-Hit „Träume habe Flügel“ kam 1988. Mit meinen damaligen Produzenten sollten wir bei „AMIGA“ eine LP heraus bringen. Wir brauchten dafür 12 Titel und haben wie die Blöden fast Tag und Nacht gearbeitet. Aufgenommen wurden die Songs damals im einzigen Pop-Studio der DDR in Berlin. Das war ein großes Privileg. Aber dann kam uns die Wende dazwischen und ich musste bei Punkt 0 beginnen! Mit viel Engagement und Glück gelang mir dies auch. Heute habe ich 8 Alben, ca. 85 Singles und Songs auf über 300 Samplern europaweit !

FB: Zu DDR-Zeiten hatten Sie zu vielen anderen bekannten Künstlern Kontakt, haben später auch mit dem kürzlich verstorbenen Michael Barakowski, – einst Frontmann der Gruppe „Perl“ – ein Duett gesungen („Zwei Träumer auf der Flucht“). Bestehen Ihrerseits noch Verbindungen zu Künstlern von damals – tauscht man sich untereinander aus?

Leider ist man heutzutage fast immer allein auf der Bühne und absolviert sein Konzert. Der „Austausch“ hat sich in einen harten Konkurrenzkampf oder Existenzkampf gewandelt, da nur noch ganz bestimmte, wenige Künstler – unterstützt von großen Major Companys  das „Spitzenfeld“ anführen – egal ob sie gut oder schlecht sind. Hinzu kommt, dass nur noch ganz wenige Sender deutsche Schlager- und Pop-Musik spielen.

Solange es geht, im „Haifischbecken“ bleiben

Aber so lange ich noch in diesem „Haifischbecken“ herumschwimmen kann, will ich mich nicht beklagen. Es wäre nur schön, wenn die Sender mehr auf das Publikum bzw. die Hörer und Zuschauer eingehen würden, denn die erkennen schon den richtigen Trend, auch was gute oder schlechte Musik ist, selbst wenn es mehr im Unterbewusstsein ist. Ich merke dies immer in meinen Live-Shows.

Und ehemalige „DDR-Kollegen“ treffe ich eher selten, da meine Karriere als Künstlerin ja erst begann, als es die DDR schon nicht mehr gab.

FB: Was machen Sie gerne, wenn Sie Zeit für sich haben?

Ich lese gern mal ein gutes Buch und das am liebsten in meinem Garten.

FB: Wie halten Sie sich fit?

Ich mache jeden Tag Sport und zwar hier vor Ort – bei mir daheim. Das ist unheimlich wichtig, nicht zuletzt, da ich für die Bühne fit sein muss.

Wer die Künstlerin auf ihrer Homepage besuchen möchte, kann das hier tun, das aktuelle Album von Bianca Graf ist hier erhältlich.

Bildnachweis: Gamze Ay

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