Hochsensibilität ist mehr als ein Schlagwort – sie beschreibt die Fähigkeit, die Umwelt und zwischenmenschliche Nuancen besonders intensiv wahrzunehmen. Vor allem Frauen spüren Stimmungen, Geräusche oder kleine Veränderungen in ihrem Umfeld stärker als andere. Diese feine Wahrnehmung geht häufig mit einer tiefen Gedankenwelt, großem Einfühlungsvermögen und einem ausgeprägten Harmoniebedürfnis einher. Doch diese Gabe hat auch ihre Herausforderungen.
Hochsensibilität als Herzensthema: Gastautorin Sonja Klein
Hochsensible Menschen verarbeiten Eindrücke besonders intensiv, brauchen mehr Ruhephasen und können durch Reizüberflutung oder das lange Nachhallen von Erlebnissen schneller erschöpft sein. Viele hochsensible Frauen fühlen sich deshalb oft „anders“ oder überfordert, obwohl in ihrer Feinfühligkeit ein großes Potenzial steckt.
Hier kommt Sonja Klein ins Spiel (im Bild): Sie ist selbst hochsensibel und hat sich als Expertin für Hochsensibilität im gesamten deutschsprachigen Raum einen Namen gemacht. In ihrem Gastbeitrag teilt sie wertvolle Einblicke und praktische Tipps, wie hochsensible Frauen ihre Balance im Alltag bewahren und auf ihre Bedürfnisse achten können:
Persönlichkeitsmerkmal nicht als Schwäche verstehen
Ich heiße Sonja Klein und bin selbst hochsensibel. Genau aus diesem Grund arbeite ich seit vielen Jahren mit meinem Herzensthema Hochsensibilität und begleite hochsensible Frauen dabei, ihre besondere Wahrnehmung zu verstehen, anzunehmen und als Stärke zu leben. Als Coach für Hochsensibilität und Heilpraktikerin für Psychotherapie ist es mir besonders wichtig, dass Frauen ihre Hochsensibilität nicht als Schwäche oder Belastung sehen. Hochsensibilität (nach Elaine N. Aron) ist ein Persönlichkeitsmerkmal, das etwa 15 bis 20 % der Menschen betrifft.
Hochsensible nehmen Stimmungen und feine Unstimmigkeiten sehr schnell wahr, verarbeiten Eindrücke besonders tief und reagieren emotional intensiver. Sie sind sehr empathisch, gewissenhaft und leben sehr werteorientiert.
Alltagstipps für hochsensible Frauen
Durch die schnelle Reizüberflutung und das lange Nachhallen von Worten oder Gesprächen benötigen sie mehr Ruhe und Rückzug, um all das Erlebte gut verarbeiten zu können.
Meine drei Tipps für hochsensible Frauen:
1. Achten Sie auf Ihr Umfeld
Umgeben Sie sich möglichst oft mit Menschen, bei denen Sie sich wohlfühlen und nicht verstellen müssen. Hochsensible reagieren stark auf Energien – deshalb ist es so wichtig zu erkennen, welche Menschen Ihnen Kraft schenken und welche Verbindungen Sie eher erschöpfen.
2. Planen Sie bewusste Pausen ein
Ruhe und Rückzug sind keine Schwäche, sondern notwendige Selbstfürsorge. Prüfen Sie regelmäßig Ihren Kalender: Welche Termine tun Ihnen gut, welche kosten viel Energie, welche können gestrichen werden und wo dürfen Sie Ihre Grenzen deutlicher setzen?
3. Nehmen Sie Ihre Bedürfnisse ernst
Spüren Sie einmal bewusst in sich hinein: Was gibt Ihnen Energie? Schreiben Sie eine Liste mit Dingen, die Ihnen guttun, und integrieren Sie diese Schritt für Schritt in Ihren Alltag.
Mehr über das Thema Hochsensibilität und meine Arbeit finden Sie auf Instagram unter @praxissonjaklein und auch auf meiner Homepage.
Bild: Sonja Klein