Ein Gastbeitrag von Katharina Krenn (im Bild). In Zeiten hoher Belastung oder persönlicher Krisen fällt es meist schwer, Entscheidungen zu treffen. Professionelles Coaching kann hier unterstützen. Wenn aber Stress den Blick verengt, braucht es mehr als gute Fragen. Hier setzt Coaching in der Natur an. Warum die Natur der ideale Raum dafür ist und wie sie den Coachingprozess positiv beeinflusst, erklärt ich Ihnen in meiner Funktion als systemischer Naturcoach und Achtsamkeitstrainerin.
Viele kennen den Effekt: Wenn einem alles zu viel wird und man keinen klaren Gedanken fassen kann, dann raus in die Natur. Nach einer Runde im Park hat sich das Nervensystem beruhigt, man sieht klarer und hat vielleicht sogar eine zündende Idee. Da liegt es nahe, dass Coaching in der Natur von diesem Effekt profitiert. Zahlreiche Studien aus der Gesundheitspsychologie zeigen, dass bereits kurze Aufenthalte in der Natur den Stresspegel messbar senken und das Nervensystem beruhigen. Für Coaching ist das entscheidend, denn bei hoher Anspannung bleibt der Mensch im Problemfokus und innerhalb festgefahrener Denkmuster stecken.
Coaching in der Natur versus Beratung im Büro
Menschen fällt es draußen oft leichter, sich zu öffnen. Büros und Praxisräume sind für viele Menschen mit Leistung, Bewertung und Erwartungen verknüpft – die Natur dagegen bewertet nicht. In Naturräumen kommen wir schneller in Kontakt mit unserem inneren Erleben und authentischen Selbst. Darüber hinaus zeigen Studien, dass Gehen – im Gegensatz zum Sitzen – die kreative Ideenfindung, das sogenannte divergente Denken, fördert. Durch Bewegung im Außen kommt auch innerlich etwas in Bewegung. Aus diesen und vielen anderen Gründen arbeite ich als Coach in und mit der Natur.
Naturphänomene spiegeln innere Prozesse
Coaching in der Natur ist jedoch nicht nur Lebensberatung im Freien. Die Natur ist Erfahrungsraum und Prozesshelfer zugleich. Wenn ich mit Klientinnen unterwegs bin, integriere ich häufig Naturphänomene in das Coaching. Sie dienen als Projektionsfläche, Spiegel und Ideengeber für das eigene Leben.
So blieb einmal eine Klientin an einer Weggabelung stehen, weil es ihre aktuelle Situation widerspiegelte. Für welchen Weg sollte sie sich entscheiden? Wir hielten inne und spürten, wie es sich anfühlt, keinen Weg zu wählen. Dann gingen wir zuerst den einen, dann den anderen Weg – mit offenen Sinnen und im Kontakt mit ihren Gefühlen. Diese Erfahrung verschaffte ihr mehr Klarheit und einen Perspektivwechsel, den ein Gespräch im Sitzen allein nicht erreicht hätte.
Naturcoaching ermöglicht Reframing
Die Natur macht systemische Zusammenhänge erfahrbar: Kreisläufe, Wachstum, Veränderung, Verbundenheit. Naturphänomene wirken als lebendige Metaphern.
So fühlte sich eine Klientin vom Anblick einer Rose angesprochen, die nach einem frühen Wintereinbruch unter Schnee lag. Das machte sie traurig. Ich fragte sie, wofür diese Rose steht.
„Für Freude, Kraft und Weiblichkeit, aber sie ist erstarrt durch den Schnee. Sie wird sterben.“ – „Und ist es damit vorbei?“, fragte ich. „Nein, die Rose wird wieder blühen, wenn der Frühling kommt. Sie speichert ihre Kraft in den Wurzeln, bis die Wärme sie wieder austreiben lässt.“ „Möchtest du etwas tun, was braucht es jetzt?“ „Eigentlich wollte ich den Schnee abschütteln, aber es ist gut, wie es ist. Alles geht seinen Lauf. Ich kann darauf vertrauen, dass der Frühling kommt.“
Sie machte ein Foto von der Rose. Wichtiger jedoch war das innere Bild. Sie sah nicht nur die Rose, sondern auch ihre belastende Lebenssituation mit anderen Augen. In der Psychologie nennt man diesen Vorgang Reframing:
Ein Problem erhält durch einen anderen Zusammenhang eine neue Bedeutung. Dadurch zeigen sich neue Handlungsmöglichkeiten.
Für wen Coaching in der Natur geeignet ist
In der Praxis zeigt sich immer wieder, dass Coaching in der Natur Erkenntnisprozesse erleichtert, indem es Abstand schafft – Abstand vom Alltag, von eingefahrenen Denkmustern und Erwartungen. Gerade für Menschen unter Stress und im Umbruch kann dies den entscheidenden Unterschied machen.
Deshalb kombiniere ich Fragetechniken und Methoden des klassischen systemischen Coachings (z. B. das Innere-Team-Modell) mit Arbeitsweisen aus dem Naturcoaching und dem Achtsamkeitstraining. Im Mittelpunkt steht immer der Mensch als Ganzes – mit seinen Bedürfnissen und seinem Anliegen. Die Natur ist dabei nicht nur Arbeitsraum, sondern Mentorin und Co-Coach.
Hier erfahren Sie mehr über mich und meine Arbeit: Naturpfad Coaching.
Copyrights:
Sandra Eckhardt, Katharina Krenn
Dieser Artikel ist eine bezahlte Kooperation

