Freitag, 3. Juli, 2020

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Lasst gut sein mit Gutscheinen! Wenn die Rabattkarten nie zur Hand sind, wenn man sie braucht

„Punktesammel-Bon mitnehmen?“ fragt freundlich die Frau an der Tankstelle und ich verneine. Erstens ist mir das zu viel Papierkram in Geldbörse oder Handtasche und zweitens werde ich diese Zusatzpunkte sowieso nie einlösen. Sie werden oft zur Payback-Karte mit ausgereicht, die aufzuschwatzen mir einst meiner Mutter gelang. Es ist die einzige Rabattkarte, die ich benutze und auch noch nie verloren habe. Alles andere aber, was mit Gutscheinen und Rabatten zusammenhängt, kann mir gestohlen bleiben.

Liegen Sie aber doch irgendwann auf meinem Schreibtisch oder tummeln sich in der Handtasche, dann ist Frust und Ärger zumeist vorprogrammiert. Und zwar über mich selbst.

Wertvolle Rabattkarten – bei mir verfallen sie

So erst kürzlich wieder, als ich mich verfluchte, dass ich einen Gutschein, den mir mein Energieversorger Anfang des Jahres schickte, nicht einlöste. Er galt dem Besuch einer teuren Therme, der ich ab und an mal einen Besuch abstatte. Ich hatte ihn, als er in der Post lag, an meine Schreibtischlampe gelehnt. Direkt in mein Blickfeld am Schreibtisch. Immerhin garantierte er einen saftigen Rabatt und ich nahm mir vor, ihn unbedingt einzulösen, wenn ich das nächste Mal in die Therme fahre.

Nun – der Tag kam. Allerdings fuhr ich nicht alleine zum Spa-Spaß, sondern mit der ganzen Familie. Ein nicht ganz preiswertes Vergnügen, wenn man sich dort eine ganze Weile aufhält. Unser Besuch fiel auf den 31. Oktober.

Als ich am nächsten Tag am Schreibtisch saß, fiel mein Blick auf den besagten Gutschein. Ich nahm ihn zur Hand und war auf der Stelle stinksauer. Auf mich. Denn dort stand in großen Lettern geschrieben: „Gültig bis 31. Oktober 2019“.

Sowas passiert mir am laufenden Band. Kürzlich wieder beim Penny. Aus irgendeinem Grund gab mir die Kassiererin einen 5,00-Euro-Gutschein, den ich beim nächsten Einkauf ab 40,00 € einlösen konnte. Diesen Mindestbetrag bekommt man als Familie locker hin, weshalb ich vor dem nächsten Wochenendeinkauf den 5,00-Euro-Gutschein mitnehmen wollte. Allein er war nicht mehr aufzufinden.

Verfallsdatum erreicht…!

Wo ich auch suchte, in Handtasche, Geldbeutel und der Schublade für Kassenzettel: Das Ding blieb verschwunden! Wochen später entdeckte ich den Zettel dann im Auto, sogar noch eine Weile gültig. Ich steckte ihn mir sorgsam in meine Geldbörse, fest entschlossen, ihn bei einem meiner nächsten Einkäufe zu zücken.

Das tat ich dann auch. Einige Zeit später, als mir an der Kasse bei Penny der Rabatt-Wisch in den Sinn kam. Ich zog ihn heraus, um ihn parat zu haben, wenn ich an der Kasse dran bin. Im Überfliegen stellte ich fest, dass er wenige Tage zuvor abgelaufen war.

Und so geht es mir immer wieder. Immer und immer wieder. Es ist zu Mäusemelken!

Vor zwei (!) Jahren bekam ich einen Gutschein für eine Massage geschenkt, 60 Minuten immerhin. Ich legte ihn ins Wohnzimmer und dort blieb er auch liegen. Unangetastet zwischen Büchern auf dem Bücherbord. Ich wurde jedesmal beim Putzen an ihn erinnert und nahm mir dann immer vor, die Massage endlich einmal einzulösen. Irgendwann war allerdings auch dieser Gutschein abgelaufen.

Morgen zur Massage, aber dann bitte nie wieder was mit Gutscheinen!

Mein Glück war hier nur, dass der Mann der Masseurin ein guter Bekannter von mir ist. Ich rief ihn an und schilderte die Situation. Er lachte und versprach, mir einen neuen auszustellen. Da es kurz vor Weihnachten war und ich zudem ein schlechtes Gewissen hatte, orderte ich noch einen weiteren Gutschein, als Geschenk für meinen Partner.

Beide Gutscheine kamen. Zeitlich ist das nun schon wieder über ein Jahr her.

Die Gutscheine stecken in einer Zettelbox auf – wie sollte es anders sein – meinem Schreibtisch. Als dieser Tage mein Blick darauf fiel, überlegte ich nicht lange und buchte für mich und meinen Partner einen Termin. Zur Massage. Per Gutschein-Einlösung. Der Termin ist morgen.

Ansonsten sind dann aber erst mal keine Gutscheine mehr im Haus. Ich will auch keine mehr. Die nächsten, die aus irgendwelchen Gründen eintrudeln oder mir aufgeschwatzt werden, werde ich verschenken. Und mir welche ausstellen lassen, werde ich auch nicht mehr!

Aus und Basta!

Bildnachweis: stock.adobe.com / puhhha

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