Jeden Monat ist sie da: Die Periode. Während sie für manche Frauen kaum eine Rolle spielt, stellt sie für andere eine echte Herausforderung im Alltag dar. Umso wichtiger ist es, Wege zu finden, diese Zeit bewusster und angenehmer zu gestalten. Durch Routinen, unterstützende Maßnahmen und praktische Hilfestellungen. Sechs Expertinnen, die sich dem Thema Zyklus verschrieben haben, teilen im nachfolgenden Special ihr Wissen – für mehr Wohlbefinden während der Periode.
Den Anfang macht Jana Noel Baumann (Bild links), die ihre Zyklusarbeit mit einem ganzheitlichen Ansatz verfolgt:
Probleme während der Periode: „Repariert“ werden muss nichts!
Als ganzheitliche Hormon- und Zykluscoachin verbinde ich fundiertes Zykluswissen mit Ernährungsberatung und Yoga – nicht als isolierte Maßnahmen, sondern als wirkungsvolles Zusammenspiel. Für mich ist der Zyklus kein Problem, das „repariert“ werden muss, sondern ein kraftvoller Kompass. Ernährung und Yoga nutze ich dabei bewusst als wirkungsvolle Tools, um Frauen wieder in Kontakt mit ihrem Körper zu bringen und ein tieferes Verständnis für ihre hormonellen Rhythmen zu entwickeln. Viele Frauen erleben, dass sie trotz Ernährungsumstellung, Disziplin oder einzelner Maßnahmen keine nachhaltige Veränderung spüren. Genau hier setzt mein Ansatz an: Hormonelle Balance entsteht selten über nur einen Hebel. Neben der körperlichen Ebene, etwa durch Ernährung und Bewegung, spielen auch mentale, emotionale und energetische Aspekte eine entscheidende Rolle, die häufig unterschätzt werden. Zyklusarbeit darf deshalb ganzheitlich gedacht werden: als Prozess, der nicht optimiert, sondern verbindet und zurück zur eigenen Wahrheit führt.
Im Einklang mit dem Zyklus leben – in Verbindung zum eigenen Ich
Ich begleite Frauen sowohl in individuellen 1:1-Coachings als auch in meinem Online-Selbstlernkurs „Hormon Detox“. Eine besondere Herzensangelegenheit sind zudem meine Retreats, in denen Zykluswissen, Yoga, weibliche Verbundenheit und Gemeinschaft zusammenkommen. Den eigenen Zyklus als Geschenk anzunehmen und im Einklang mit ihm zu leben, bedeutet, sich selbst wieder zu vertrauen und der eigenen Wahrheit zu folgen.
Die nächsten Einblicke in fundiertes Zyklus-Know-How gibt Barbara Dopfer (im Bild). Sie ist Expertin für zeitgemäßes Yoga Nidra und verbindet tiefenwirksame Entspannung mit Zyklusbewusstsein – als kraftvolle Grundlage für weibliches Empowerment auch während der Periode:
Ich begleite Frauen dabei, ihren Zyklus als innere Stärke neu zu entdecken. Statt ihn zu kontrollieren oder zu übergehen, geht es darum, die eigene Körperintelligenz ernst zu nehmen. Dauerhafter Stress bringt viele Frauen aus dem Gleichgewicht – hormonell, emotional und körperlich. Yoga Nidra setzt genau hier an: Durch die gezielte Ausbalancierung des Nervensystems sinken Stresshormone, und der Körper findet zurück in seine natürliche Regulationsfähigkeit.
Den Beschwerden der Periode mit Yoga Nidra begegnen
Zyklusbewusstsein bedeutet für mich, die verschiedenen Phasen des Zyklus zu verstehen und sie als wertvolle Orientierung zu nutzen – für Aktivität ebenso wie für Rückzug, für Klarheit ebenso wie für Regeneration. In der tiefen Entspannung von Yoga Nidra entsteht ein Raum, in dem Frauen wieder Zugang zu ihrer Intuition finden. Viele berichten von weniger Beschwerden, mehr innerer Stabilität und einem neuen Vertrauen in die Signale ihres Körpers. Empowerment beginnt dort, wo Frauen aufhören, sich selbst zu übergehen. Mein Ansatz lädt dazu ein, den Zyklus nicht länger als Schwäche oder Störfaktor zu betrachten, sondern als natürliche Kraftquelle. Yoga Nidra unterstützt Frauen dabei, ihren eigenen Rhythmus zu spüren, Grenzen wahrzunehmen und selbstbestimmt in Balance zu leben.
Die Wiederannäherung an den eigenen Körper ist ein Ansatz, den Katharina Graff-Haberbosch von Youniverses (im Bild) verfolgt, die sich und ihre Arbeit folgendermaßen vorstellt:
Ich begleite Frauen dabei, ihren Zyklus und ihre Menstruation wieder als etwas Natürliches, Kraftvolles und Wegweisendes zu erleben – als Ausdruck ihrer Weiblichkeit, nicht als etwas, das kontrolliert oder „repariert“ werden muss. In meiner Arbeit verbinde ich fundiertes Wissen rund um Hormone, Zyklusphasen und weibliche Physiologie mit einer tiefen Rückverbindung zum Körper und zur eigenen inneren Stimme. Viele meiner Klientinnen kommen mit Menstruationsbeschwerden, PMS, Erschöpfung oder dem Gefühl, sich selbst verloren zu haben.
Zyklusarbeit in Verbindung mit dem Erleben von Weiblichkeit
Mein Ansatz setzt genau dort an: bei der Wiederannäherung an den eigenen Körper statt beim reinen Funktionieren.
Im Zentrum meiner Begleitung steht die Überzeugung, dass der weibliche Körper ein intelligentes, fühlendes System ist, das Orientierung geben kann, wenn wir lernen, ihm zuzuhören. Zyklusarbeit verstehe ich nicht isoliert, sondern eingebettet in das Erleben von Weiblichkeit, Selbstwahrnehmung und innerer Sicherheit. Neben Ernährung und hormonellem Wissen beziehe ich daher auch das Nervensystem, Stressmuster und emotionale Prozesse mit ein. So entsteht ein Raum, in dem Frauen sich nicht optimieren müssen, sondern sich erinnern dürfen, wer sie sind.
Mein Angebot richtet sich an Frauen, die sich eine tiefe, respektvolle Verbindung zu ihrem Körper und ihrer Weiblichkeit wünschen und ihren Zyklus als inneren Kompass nutzen möchten. Mit YOUNIVERSES habe ich 2019 einen Raum für Frauen und Rückverbindung geschaffen. Dort verbinde ich Zykluswissen, hormonelles Verständnis und verkörperte Weiblichkeit zu einer Begleitung, die Frauen dabei unterstützt, sich selbst wieder zu führen – im Körper wie im Leben. Ziel ist es, Zyklus und Menstruation nicht länger als Belastung zu erleben, sondern als Quelle von Stabilität, Selbstvertrauen und gelebter weiblicher Kraft.
Eine Ausbildung zur Zyklusmentorin, studierte Ernährungsberaterin und Autorin: Nicole Heinze (im Bild) hat sich in mehreren Belangen auf Hormongesundheit fokussiert und kommuniziert ihre Ansätze wie folgt:
Als studierte Ernährungsberaterin und Zykluscoach habe ich mich in meiner Forschungs- und Beratungsarbeit auf Menschen mit Endometriose und Adenomyose fokussiert und dazu bereits Bücher herausbringen dürfen. Durch diesen Fokus kamen schnell zahlreiche Fortbildungen zum Thema Hormongesundheit dazu. So auch die Ausbildung zur Zyklusmentorin. Es wird immer noch behauptet PMS, Regelschmerzen und hormonell bedingte Hautunreinheiten seien Symptome, die zum Frausein dazu gehören.
Schmerzen während der Periode ernst nehmen!
Vollkommen zu Unrecht. Gerade starke Regelschmerzen können Symptome von Erkrankungen wie Endometriose oder Adenomyose sein und sollten unbedingt ärztlich abgeklärt werden. Als junge Frau kämpfte ich mit Symptomen eines unausgeglichenen Hormonhaushalts, ohne von Ärztinnen und Ärzten richtig ernst genommen zu werden. Dadurch entstand oft – wie auch bei vielen meiner Klientinnen – Frust auf den eigenen Körper. Genau diese Themen anzusprechen, Wissen zu vermitteln, Raum zum Zuhören zu geben und die Hintergründe zu erklären, warum wir uns manchmal fühlen wie wir uns fühlen, ist wesentlicher Bestandteil meiner Arbeit. Dadurch biete ich genau die Unterstützung, die ich selbst als junge Frau gebraucht hätte, um eine Verbindung zu meinem Körper zu bekommen.
Den zyklischen Körper verstehen – unterschiedliche Wege führen dorthin
In meinen Coachings zeige ich unterschiedliche Wege auf, wie meine Klientinnen ihren zyklischen Körper verstehen und ins Gleichgewicht bringen können. Für mehr Verbindung zu sich selbst und der eigenen Weiblichkeit.
In Sachen Zyklus und Periode auch auf Spiritualität zu setzen – das ist Ann-Kathrin Hippler (im Bild) in ihrer Arbeit mit Frauen wichtig. Wie das aussieht, beschreibt sie hier:
Ich bin Coachin und Therapeutin und begleite Frauen in Entwicklungs- und Umbruchphasen, mit einem Schwerpunkt auf Zyklus, weiblicher Gesundheit, Endometriose und Adenomyose. In meiner Arbeit verbinde ich therapeutische Tiefe mit Körperwahrnehmung, Spiritualität und kreativen Zugängen – achtsam, klar und auf Augenhöhe.
Manchmal meldet sich der Körper leise: mit Unruhe, Schmerzen oder dem Gefühl, aus dem eigenen Rhythmus gefallen zu sein. Und manchmal entsteht daraus die Frage: Wie will ich eigentlich weitergehen? In solchen Übergängen begleite ich Frauen – wenn das Alte nicht mehr trägt und das Neue noch keine klare Form hat. Es geht nicht um schnelle Lösungen oder Selbstoptimierung, sondern um einen ehrlichen Weg zurück in die eigene Kraft. Meine Begleitung ist kein starres Konzept, sondern eine zugewandte, klare Unterstützung.
Periode und Zyklus: Veränderungen dürfen sanft UND kraftvoll sein!
Veränderung darf sanft sein und zugleich kraftvoll. Ein besonderer Fokus liegt auf der Zyklusbegleitung. In persönlichen 1:1-Online-Terminen lernen Frauen, ihren Zyklus besser zu verstehen, hormonelles Wissen alltagstauglich zu nutzen und Vertrauen in den eigenen Körper zu entwickeln. Kreative Impulse und Reflexionsfragen helfen, Scham und Tabus abzubauen und den eigenen Rhythmus als Ressource zu erleben.
Auch transgenerationale Prägungen und familiäre Muster finden dabei Raum. Meine Arbeit ist geprägt von eigener Erfahrung. Jahrelange starke Regelschmerzen und Ohnmachtsgefühle führten schließlich zur Diagnose Adenomyose. Diese Erfahrung fließt mit Feinfühligkeit, Respekt und Verständnis in meine Begleitung ein. Mein Anliegen ist es, Frauen wieder in Kontakt zu bringen mit ihrer inneren Stimme, ihrer Würde und Gestaltungsfreiheit. Wenn du dich hier wiederfindest, darf das ein Anfang sein. Manchmal beginnt Veränderung dort, wo wir uns selbst wieder zuhören.
Wer Wissen ignoriert, arbeitet gegen die eigene Biologie
Den Zyklus als Ressource für Energie, Beruf und Gesundheit zu nutzen – darauf setzt Marieke Zonneveld (im Bild). Wie Frauen von diesem Ansatz profitieren können, erklärt die Expertin nachfolgend:
Ich bin Mieke Zonneveld, Expertin für ganzheitliche Frauengesundheit sowie Breathwork- und Embodiment-Coachin, und begleite Frauen dabei, ihren Zyklus als Ressource für Gesundheit, Energie und beruflichen Erfolg zu nutzen.
Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Heißhunger oder das Gefühl, ständig hinter den eigenen To-do-Listen herzurennen – viele Frauen kennen diese Zustände nur zu gut. I
n meiner Arbeit erlebe ich täglich, wie sehr Frauen versuchen, dauerhaft leistungsfähig zu sein, obwohl Arbeitsrhythmen einem linearen System folgen und der weibliche Körper nicht. Der Zyklus beeinflusst Energie, Fokus, Kreativität und Stressverarbeitung kontinuierlich. Wird dieses Wissen ignoriert, arbeiten wir langfristig gegen unsere eigene Biologie – mit Folgen für Gesundheit, Nervensystem und Leistungsfähigkeit.
Zyklusbewusst statt erschöpft arbeiten
Genau hier setzt zyklusbewusstes Arbeiten an. Die verschiedenen Zyklusphasen bringen unterschiedliche Stärken mit sich: Phasen mit hoher mentaler Klarheit und Kommunikationsfähigkeit wechseln sich mit Zeiten ab, in denen Rückzug, Reflexion und Regeneration essenziell sind. Wenn wir Aufgaben, Entscheidungen und Arbeitsbelastung daran ausrichten, arbeiten wir nicht weniger, sondern nachhaltiger. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die Nervensystemarbeit: Durch Breathwork, Embodiment und körperorientierte Stressregulation unterstütze ich Frauen dabei, aus dem dauerhaften Funktionsmodus auszusteigen und innere Stabilität aufzubauen – als Grundlage für gesunde Selbstführung im Business.
Ernährung, Nährstoffe und Gesundheit als Business-Basis – während und nach der Periode
Neben Arbeitsstruktur und Stressmanagement ist auch die Ernährung entscheidend für hormonelle Balance und Energielevel. Zyklusbedingte Beschwerden lassen sich häufig durch eine gezielte Nährstoffversorgung positiv beeinflussen. Eisen, Magnesium, Omega-3-Fettsäuren oder B-Vitamine unterstützen Konzentration, Stressresilienz und Regeneration. Ganzheitliche Frauengesundheit ist für mich kein „Nice-to-have“, sondern die Basis für langfristigen beruflichen Erfolg und eine gesunde Balance zwischen Leistung und Regeneration.
Mehr zum Thema Zyklus und Periode finden Sie im Magazin unter anderem hier.
Copyrights:
picture alliance / Westend61 | Natalia Deriabina, Jana Baumann, Susanne Hartl, Nikolas Winkel, Tim Zonneveld / Marieke K. Zonneveld, Ann-Kathrin Hippler