Gala Christoph Metzelder Stiftung

Seit nunmehr 12 Jahren unterstützt die Christoph Metzelder Stiftung bundesweit Projekte der offenen Kinder- und Jugendarbeit in prekären Stadtteilen, um für junge Menschen vor Ort da zu sein. Wer bis dato glaubte, dass in Deutschland dafür kein wirklich großer Bedarf besteht, irrt sich gewaltig. Denn auch in Deutschland ist die Zahl derer zu hoch, die wirtschaftlich, sozial und gesellschaftlich benachteiligt sind. Kurz gesagt: Die Christoph Metzelder Stiftung widmet sich der Förderung in den Bereichen Bildung, Ausbildung und Integration sowie der Bekämpfung von Kinderarmut.

Christoph Metzelder Stiftung engagiert sich für Kinder und Jugendliche

Ich persönlich bin schon seit vielen Jahren ein Fan der Arbeit und des Engagements des Fußballers. Aus diesem Grund bin ichauch immer gern dabei, wenn es darum geht, diese Stiftung zu unterstützen. Sei es bei Aktionen mitzuwirken, um Geld einzunehmen oder wie kürzlich in Potsdam bei dem Christoph Metzelder Stiftung Galabend dabei zu sein.Wer jetzt überlegt „Wie kann ein Galaabend helfen?“ oder „Ihr macht doch nur Party?“, der irrt. Diese Abende sind dazu da, um zu sehen was bisher schon geleistet wurde. Prominente Persönlichkeiten sind ebenfalls stets geladen und ziehen so gut wie immer die Presse an und sorgen so für mehr Öffentlichkeitsarbeit und einen noch höheren Bekanntheitsgrad der Stiftung.

Gleichzeitig wurden an diesem Abend viele tolle Dinge versteigert. Fotografien von Carsten Sander oder eine Bronze Skulptur von Tina Heuter sind nur einige der hochwertigen Stücke, die auf großzügige Bieter warteten. Zusätzlich gab es eine grossartige Tombola mit hochwertigen Losen, die natürlich auch ihren Preis hatte. Vielen Gästen aber fiel es leicht, für eine so schöne Sache zu spenden. Die Preise hatten insgesamt einen Gesamtwert von über 30.000 €! Darunter auch ein Aufenthalt im The Grand Ahrenshoop.

Tombola mit hochwertigen Preisen

Der Erlös aus Versteigerung und verkauften Tombola-Losen ging zu 100% in die Stiftung und erreichte allein an diesem Abend einen Wert von über € 92.000. Und spätestens jetzt versteht man, warum diese Abende wichtig sind, auch wenn sie auf den ersten Blick anders wirken. Ich habe diesen Abend sehr genossen und finde Christoph Metzelder als Gastgeber immer wieder sehr sympathisch. Zudem wundert es mich auch nicht, dass dieser Mann ein so großes Herz hat und seine ganze Liebe in seine Projekte steckt.

Der Abend in der Schinkelhalle in Potsdam war wundervoll. Das Highlight war unter anderem die Sängerin Ingrid Arthur von den Weather Girls mit einem grandiosen Auftritt, der damit endete, dass wir Frauen am Ende alle auf die Bühne gezogen wurden. So tanzte ich mit Blümchen und Fernanda Brandao zum Erfolgssong It’s Raining Men um die Wette. Ich muss sagen, beide Frauen sehen wirklich unglaublich sportlich aus. Kompliment an dieser Stelle von mir!

Alles in allem ein wirklich schöner Abend mit Herz und großer Zukunft für Jugendliche in Deutschland. Danke Chrsitoph Metzelder für dein Engangement!

Bildnachweis: Jean Bork

Frau im Bett

Freitagabend in der Stadt. Eine schummrige Bar in einer Nebenstraße. Sie lehnen am Tresen, aufgebrezelt und in voller Takelage, bereit für ein Abenteuer, zumindest erwecken Sie diesen Anschein. In Wirklichkeit waren die „Smokey Eyes“ Tipp der Woche in Ihrem Lieblings-Frauenmagazin, da stand nämlich, dass manche Männer auf Verruchtes voll abfahren, und das wollten Sie mal ausprobieren, denn immerhin bewegen Sie sich mit Riesenschritten auf irgendeinen drohenden runden Geburtstag zu und sind nach wie vor auf der Suche nach dem Mann fürs Leben. Bisher haben Sie nämlich nur Ausschuss kennengelernt und sehnen sich nach einer festen Beziehung.

Während Sie verkrampft auf Stilettos balancieren, die man ohne Weiteres jemandem ohne Hammer in die Stirn nageln könnte und sich ärgern, weil Sie in dem engen Kleid die ganze Zeit die Luft anhalten müssen, öffnet sich die Tür, und herein kommt – er. Ja genau, der Eine. Sieht tatsächlich aus, als ob er der Richtige sein könnte. Dreitagebart, grüne Augen, kantiges Kinn, abgewetzte Lederjacke. Je nach Ihrem Beuteschema ein jüngerer George Clooney oder ein älterer Ryan Reynolds – suchen Sie sich was aus.

In Wirklichkeit wollen Sie nämlich gar kein Abenteuer, sondern endlich den Mann fürs Leben finden, darum stehen Sie heute in dem schummrigen Pressluftschuppen und warten, was so an den Tresen gespült wird. Wäre super, wenn dieser Neuankömmling ein wenig Rhett Butler aus „Vom Winde verweht“ ähneln würde, aber man kann ja nicht alles haben, und allmählich würden wir uns mit allem Möglichen anfreunden, denn wir haben es satt, immer allein zum Wertstoffhof zu fahren, um die alten Zeitungen wegzubringen. Aber dieser Typ hier, der gerade mit festem Schritt auf uns zukommt, sieht aus, als wäre die Rallye Paris-Dakar sein Anfahrtsweg zur Arbeit, bei der er täglich brennende Ölquellen löscht und Jungfrauen aus brennenden Häusern rettet.

Der stellt sich tatsächlich neben Sie und grüßt kurz, weshalb Sie endlich auf einen dieser unbequemen Barhocker klettern, um nicht demnächst mitsamt Ihren hohen Hacken umzukippen.
Sie kommen mit ihm ins Gespräch, und im Laufe der nächsten paar Stunden lädt er Sie zu einigen Drinks ein, von denen Sie jeder besoffener macht, aber auch ein bisschen lockerer. Nach dem 14ten Cocktail finden Sie beide sich unheimlich sympathisch.
Ach was, reden wir nicht drumherum: „sympathisch“ trifft es nicht, der Typ ist einfach heiß.

Er heißt Kai, ist drei Jahre älter als Sie (genau richtig!), bisher nie verheiratet gewesen (behauptet er zumindest), im Sternzeichen Löwe (passt super, denn mit Skorpionen wollen Sie nie mehr was zu tun haben!) und in der IT-Branche tätig. Was Ihnen aber wurscht ist, denn Ihre Pheromone tanzen schon seit mindestens zwei Stunden Polka, weil er Sie vorhin absichtlich oder unabsichtlich am Arm berührt hat. Gänsehaut-Alarm!

Als er Sie fragt, ob Sie noch einen Absacker in seiner Wohnung trinken möchten, sagen Sie ja, denn immerhin haben wir 2019 und nicht 1958, Sie können anbandeln, mit wem auch immer Sie möchten. Die Nacht ist jung, Sie sind es nicht mehr so ganz, und wer weiß, wie viele verpasste Gelegenheiten Sie sich noch leisten können, also los geht’s.

Sicherheitshalber bestellen Sie sich aber noch einen Caipirinha bei dem attraktiven Barkeeper, damit Sie nicht der Mut verlässt, denn Ihre Mutter hat Ihnen 20 Jahre lang eingeschärft, dass Sie nicht mit fremden Männern gehen sollten. Und jetzt machen Sie es trotzdem. Kurz überlegen Sie, ob Sie ihrer Mama eine SMS schicken sollten, damit die sich mal so richtig ärgert, lassen es dann aber sein, denn die schläft garantiert schon.

Die Wohnung von Kai ist ganz nett. Typisch männlich-kahler Charme (er nennt es „puristisch“), viel Edelstahl und Chrom, ein bisschen Akazie dazwischen, ein paar Fußball-Pokale und ein monströser Fernseher mit einer Heimkino-Anlage im Gegenwert eines Gebrauchtwagens. Geld scheint nur eine untergeordnete Rolle bei ihm zu spielen, umso besser, denn Ihre letzten drei Freunde mussten Sie ganz allein finanzieren, weil die immer pleite waren.

Auf Ihrer kurzen Stippvisite zum Klo entdecken Sie keine pinkfarbenen Haargummis oder Nachtcreme für reife Haut, nur „AXT“-Deo und „Niveau for Gentlemen“, also alles paletti. Wenn der Typ irgendwelche Mädels abschleppen sollte, hinterlassen die zumindest keine Spuren.

Als sie zurückkommen ins Wohnzimmer, spielt Alexa gerade seine Soul-Playlist mit der „Slip-Runter-Garantie“, alle Lampen sind gedimmt, und wenn man die Augen schließt und nur der Musik und Kais Schmeicheleien lauscht, könnte man sich vorstellen, gerade in einem Penthouse in Manhattan oder dem Strandhaus von Charlie Harper, dem bekanntesten Playboy der Welt aus „Two and a half men“, zu sitzen. Zum Nachdenken kommen Sie aber gar nicht mehr, weil Kai jetzt kommt – zur Sache nämlich, und Ihnen seine Zunge in den Hals steckt. Was Sie ganz gut finden, denn wenn einer gut küssen kann… naja, denken Sie sich den Rest.

Oh – das ging aber schnell. Nun haben wir schon den nächsten Morgen. Die Sonne scheint durch eine Ritze in der Jalousie. Samstag. Sie haben heute frei und könnten liegenbleiben. Wenn Sie sich daran erinnern, wo Sie eigentlich liegen. Das wissen Sie nämlich nicht mehr.

„Oh Mann, ich hätte nicht so viel saufen sollen. Ach ja, der süße Typ. Wie hieß der? Karl, Konstantin, Kevin? Mist. Wo bin ich überhaupt?“
Böse Mädchen kommen ja angeblich überall hin. Nur müssen Sie jetzt noch rausfinden, wohin Sie gekommen sind. Und ob überhaupt.

Nachdem Sie den niedlichen Typen neben sich entdeckt haben, der gerade ausgiebig gähnt, können Sie erst mal aufatmen. Nicht Quasimodo, eher Ryan Reynolds. Alles gut. Und wie war doch gleich sein Name? Ach, Sie werden es schon rausfinden, denn der Kerl ist wirklich saumäßig attraktiv.

Sie: „Äh, guten Morgen.“

Er: (räuspert sich): „Morgen.“ („Wow, die Tussi sieht ja bei Tag genauso gut aus. Hätte schon früher auf Stefan hören sollen und den Dreitagebart wachsen lassen. Das klappt ja wirklich. Ob die mich nochmal ranlässt?“)

Sie: „Ich müsste mal wohin, würdest du …“

Er: „Vorne, links.“ („Ich hoffe, die will jetzt kein Frühstück. Wie hieß sie nochmal? Irgendwas mit B? Oder war’s L? Mist, ich hätte fragen sollen. Oder hab ich gefragt? Ob ich mir wohl von meinem Nachbarn von gegenüber Kaffee borgen kann? Und Filter? Und die Maschine? Vielleicht bleibt sie dann nochmal 30 Minuten. Ach was, 10 reichen mir auch.“)

Sie raffen hastig Ihre Klamotten vom Boden, aus denen Sie sich gestern Nacht innerhalb von Sekundenbruchteilen geschält haben und huschen ins Klo. Papier alle. Natürlich. Aber im Badschrank finden Sie eine Rolle Küchenkrepp. Wenigstens etwas. Und keine zweite Zahnbürste oder Damenhygiene-Artikel. Wobei Ihnen das Wort „Hygiene“ nicht so recht über die Lippen will, wenn Sie die (hochgeklappte) Klobrille ansehen. Da kommt wohl jemand nicht oft zum Putzen. Kein Wunder, wenn man so viel freeclimbt, bungjee-jumpt und brennende Ölquellen löscht wie Kevin. Oder Karl. Oder Konstantin. Sie sollten sich gelegentlich mal durch die Blume erkundigen, wie Ihre Männerbekanntschaft überhaupt heißt. Besser spät als nie.

„Ob es wohl zu früh ist, ihn zu fragen, ob er mich zur Hochzeit meines Cousins nächste Woche begleitet?“, denken Sie, während Sie hastig in Ihre Klamotten schlüpfen und sich mit einem Blatt Küchenkrepp die Reste der Wimperntusche unter den Augen wegwischen. Dann stolpern Sie auf Ihren 10-Zentimeter-Hacken wieder ins Schlafzimmer, wo er im Bett sitzt und Sie erwartungsvoll anfunkelt.

Er: „Oh, du willst schon gehen? Schade.“ („Gottseidank, muss ich mir keinen Kaffee bei der blöden Weizenkeim von gegenüber pumpen. Andererseits – dieses Kleid ist echt rattenscharf. Wann hat die das nur angezogen, die war doch gerade noch nackt? Vielleicht kriege ich sie ja noch mal rum?“)

Sie: „Äh, ich denke, ja, ich sollte nach Hause. Aber ist ja eigentlich Samstag.“ („Er könnte mich wenigstens fragen, ob wir heute noch was zusammen unternehmen möchten. Nie wieder lasse ich mich auf einen One-Night-Stand ein. Der bietet mir ja nicht mal Kaffee an, der Idiot.“)

Er: „Oh, schade.“ („Kacke, die will wirklich schon weg. Ob ich sie noch irgendwie rumkriege, ohne dass sie meint, sie könnte gleich bei mir einziehen?“)

Sie: „Äh, ich sollte dann los.“ („Sag schon endlich, dass ich noch bleiben soll.“)

Er: „Möchtest du vielleicht Kaffee?“ („Scheiße, scheiße, scheiße, dann muss ich mich jetzt anziehen und zum Nachbarn rüber. Hoffentlich will der seine Bohrmaschine nicht zurück, die ich mir vor einem halben Jahr geliehen habe, ich weiß nämlich nicht mehr, wo in meinem Saustall die liegt.“)

Sie: „Nö danke.“ (Eingeschnappt. Warum eigentlich?)

Er: „Na dann, schönen Tag noch, war nett. Ich ruf dich an.“

Sie: „Ja, mach das.“ („Depp, blöder. Du hast ja nicht mal meine Nummer“).

Tja, das wäre Ihr Preis gewesen. Nur weil der Trottel Sie nicht gefragt hat, wie Sie heißen, sind Sie beleidigt. Gestern Nacht haben Namen Sie ja auch nicht interessiert, als Sie aus Ihren Klamotten gehüpft sind, als würden die demnächst Feuer fangen. Was denn nun? Wollen Sie den Burschen haben oder nicht? Und jetzt streichen Sie einfach kampflos die Segel? Wenn Sie von einem Mann etwas möchten, müssen Sie ihm das sagen. Unmissverständlich. Sofort. Ohne Schnörkel.

Erstens kann der Ihnen ruhig einen Kaffee machen, auch wenn er den aus Kolumbien holen muss. Der nächste Flieger geht bestimmt demnächst, und wer sich einen Fernseher im Format einer Kinoleinwand leisten kann, hat auch die Kohle für ein Flugticket nach Bogota. Bis er von der Kaffeeplantage zurückkommt, haben Sie genügend Zeit, wieder einen Menschen aus sich zu machen und seine Kontoauszüge durchzusehen. Man möchte ja wissen, mit wem man sich eingelassen hat.

Scherz beiseite – Stolz ist eine tolle Sache, vor allem, wenn man nicht weiß, wo man seine Unterwäsche ein paar Stunden zuvor hingeworfen hat, aber manchmal sollte man ihn herunterschlucken und eine einsame Entscheidung treffen, denn zu mindestens 80 % möchte der Herr der Schöpfung auch, dass Sie bleiben, weiß nur nicht, wie er es anfangen soll. Was haben Sie zu verlieren?

Diese Beklommenheit nach einem glückseligen verschwitzten Durcheinander in einer lauen Sommernacht ist ganz normal, und wenn Sie sich dazu entschließen, jetzt nicht gleich abzuhauen, könnte aus Ihnen und „irgendwas mit K“ durchaus was werden. Manche Männer brauchen ein wenig Nachhilfe. Die Betonung liegt auf „manche“.

1993 war ich zu einer wirklich prachtvollen Hochzeit eingeladen. Den Bräutigam kannte ich schon mein ganzes Leben lang, seine frischgebackene Ehefrau war „neu“ in unserer Clique.
„Weißt du, wir haben uns in einer Pilsbar kennengelernt, und ich nahm sie nur für eine Nacht mit zu mir“, erklärte mir Klaus damals etwas verlegen. „Und als sie am nächsten Morgen verschwand, entdeckte ich ihre Haarbürste im Badezimmer. Ich habe nichts gesagt. Als sie zwei Tage darauf wieder kam, fand ich, kurz nachdem sie gegangen war, zwei blütenweiße Slips in meinem Schlafzimmer, die sie dort zwischen meinen Socken deponiert hatte. Und jedes Mal, wenn sie kam, brachte sie wieder was mit. Nach nur sechs Wochen wohnte sie quasi bei mir.“

Die beiden sind mittlerweile seit über 25 Jahren verheiratet und haben vier prächtige Kinder großgezogen, und das nur, weil Stefanie nach dieser – als One-Night-Stand gedachten Nacht – beschloss, dass Klaus gutes Ehemann-Material abgäbe und ihn sich einfach krallte. Er hat es nie bereut, wäre aber selbst nicht entschlusskräftig genug gewesen, sich dazu durchzuringen, geschweige denn eine Andeutung Stefanie gegenüber zu machen.

Also bitten Sie ruhig um Kaffee. Nein, verlangen Sie ihn. Und dann fragen Sie nach seinem Namen und erinnern ihn daran, dass heute Wochenende ist und Sie eine Menge freie Zeit haben. An seinem Gesichtsausdruck werden Sie schnell erkennen, ob er das klasse findet oder am liebsten im Erdboden versinken möchte.

Aber auf Kaffee bestehen Sie auf jeden Fall. Sollte „irgendwas mit K“ nämlich nicht begeistert von Ihrem Vorschlag sein, noch ein bisschen Zeit miteinander zu verbringen, dann brauchen Sie den für Ihren Walk of Shame nach Hause, auf 10 Zentimeter hohen Hacken, und mit Augenringen, als hätten Sie zehn Runden mit Vitali Klitschko hinter sich.

Und – um Himmels Willen schämen Sie sich nicht. Wie gesagt – wir haben 2019 und nicht 1958. Man kann sich auch mal irren. Oder zu viel trinken. Oder mit jemandem schlafen, der wirklich nur auf ein Abenteuer aus war.

Es wäre jedenfalls schade, sollten Sie – falls der Typ Ihnen wirklich gefällt – zu schnell das Handtuch werfen. Und wenn er wirklich keine Anstalten macht, Sie wiedersehen zu wollen: Kopf hoch, Krönchen richten und weitermachen. Pah, den haben Sie doch nicht nötig. Garantiert schwemmt Ihnen das Schicksal heute Abend in einer düsteren Bar noch einen wirklich tollen Mann vor die Füße. Gibt doch genug von denen.

Meine Freundin Susi nimmt die Männer, wie sie kommen. Sie ist allerdings eine der ganz wenigen mir bekannten Frauen, die problemlos am nächsten Morgen „Tschüssi!“ rufen und von selbst verschwinden, denn sie legt keinen Wert auf eine feste Beziehung.

Noch nie habe ich erlebt, dass sie einem Kerl hinterher trauerte oder wegen einem betrübt war, denn ihrer Meinung nach gibt es ja Männer wie Sand am Meer. Damit hat sie irgendwie recht.

Man muss es allerdings leben können, dieses „Von Blüte zu Blüte torkeln“ – die meisten Frauen tun das nicht. Und darum wäre es ratsam, vor dem 14. Caipirinha in der schummrigen Bar darüber nachzudenken, wie Sie sich eventuell am nächsten Morgen fühlen, wenn Sie in einem fremden Bett aufwachen mit jemandem, den Sie nicht kennen. Zumindest nicht von Namen her.

Was ich damit sagen wollte? Nun – gelegentlich täuscht man sich oder fällt auf einen umwerfenden Typen herein, mit dem man eigentlich allerhöchstens den Boden aufwischen kann, weil er es nicht ernst mit einem meint und einen nur ausnützen möchte.

Dann trinkt man vielleicht ein klitzekleines Bisschen zu viel und landet im vielbenützten Bett eines ewigen Junggesellen. Sobald Sie das merken, verschwinden Sie mit den Worten „Bye bye, ich trete heute eine achtmonatige Misdion im Weltall an und meld‘ mich, sobald wir auf unserer Raumstation endlich DSL haben. Meine mobilen Daten sind nämlich leider aufgebraucht. Solltest du mir in nächster Zeit bei Starbucks oder H&M begegnen – das bin nicht ich, sondern mein böser Zwilling. Also nicht ansprechen.“

Wer so blöd ist, eine Frau wie Sie einfach sausen zu lassen, glaubt so einen Scheiß ohne weiteres.

Aber: Gelegentlich sind es nur ein, zwei Worte, die aus einem kurzen angeschickerten Vergnügen eine lange und meistens angenehme Partnerschaft entstehen lassen können. Ihren Verstand haben Sie ja nicht auf der Fußmatte vor der fremden Wohnung samt Ihren Wünschen und Hoffnungen abgelegt. Ein bisschen Glück ist immer dabei.

Und wenn Sie „irgendwas mit K“ eine Chance geben, finden Sie es heraus.

Bildnachweis: pexels.com

Können Sie sich vorstellen Brad Pitt beim Abendessen oder gechillt auf einer Rooftop Bar zu begegnen? Sie halten dies für unmöglich?

Täuschen Sie sich nicht, denn im HOTEL ZOO BERLIN ist so gut wie alles möglich. Dieses Hotel ist ein absoluter Hot Spot geworden und Stars und Sternchen geben sich hier gerne mal die Klinke in die Hand…Und das gern aus mehreren Gründen. Zum einen ist dieses Hotel von der Ausstattung ein stylischer Hochgenuss und zum anderen gibt es hier das Restaurant GRACE in dem selbst Brad Pitt schon zu Abend aß.

Season Opening im HOTEL ZOO BERLIN

Dieser Tage ging es für mich zum Exklusiven Season Opening der wunderschönen Dachterasse des HOTEL ZOO BERLIN.

Dieses Event ausschliesslich nur mit geladenen Gästen statt, und wir von Frauenboulevard waren natürlich mit vor Ort. Auch André Schürle mit Frau Anna waren geladen und gaben fleissig Interviews. Großes Thema war natürlich der “After Baby Body“ von Anna. Aber auch andere Gäste genossen sichtlich den Abend. Jana Palleske bespasste die Fotografen mit ihrem im Wind wehenden Kimono. Gitta Saxx war durchgestylt mit den schönsten Sommerfarben dieser Saison und der attraktive ehemalige Kunstturner Sportler Philipp Boy genoss den lauen Sommerabend ebenfalls.

Berliner Sommer zeigt sich von seiner besten Seite

Alle hatten sichtlich viel Spaß an diesem Abend, der mit einem schönen Sonnuntergang, erfrischenden Cocktails und köstlichen Austern seinen Abschied einläutete.

Aber eines kann ich sagen: Es ist kein Abschied für lange Zeit, denn der Berliner Sommer zeigt sich von seiner besten Seite und Dank dieser Top Location ist mein Traum mit Brad Pitt in dieser Rooftop Bar einen Martini Bianco zu trinken zum Greifen nah!

Jean Bork

Thorsten Havener

Thorsten Havener ist live mit seinem brandneuen Programm „Feuerproben“ in Deutschland unterwegs. Er ist hierzulande der bekannteste Gedankenleser und Bestseller-Autor und zurück auf der Bühne. Sein neues Programm führt direkt in die Köpfe der staunenden Zuschauer. In unterhaltsamen und beeindruckenden Live-Experimenten erlebte ich, welchen ungeheuren Einfluss unsere Gedanken auf unsere Emotionen und damit auch auf unser Handeln haben – und wie wir das aktiv steuern und für uns nutzen können.

Kann man den Code der eigenen Gedankenwelt neu schreiben? Thorsten Havener inspiriert dazu!

Thorsten Havener weiß, wie unsere Wahrnehmung den Code unserer Gedankenwelten immer wieder neu schreibt und damit unser kollektives Bewusstsein verändert.

Jena Bork vor Plakat

Jean Bork vor Plakat Thorsten Havener

Der Entertainer, Speaker und Bestseller-Autor hat ein Abendprogramm erarbeitet, das nicht nur Spaß macht und verblüfft, sondern auch inspiriert und informiert. Er zeigt, wie man mit den „Feuerproben“ im Alltag umgeht und bietet einen Abend voller Unterhaltung mit überraschenden Erkenntnissen über die menschliche Psyche.

Gleichzeitig muss ich sagen, dass er äusserst sympathisch auf der Bühne des Berliner Kabarett-Theaters „Die Wühlmäuse“ erscheint und, dass müssen wir an dieser Stelle auch mal erwähnen, ein wirklich gut aussehender Mann ist.

(Weibliches) Publikum von „Feuerproben“ begeistert

Somit war das weibliche Publikum durchaus ein wenig schüchtern und entzückend „verstrahlt“ auf der Bühne. Aber meine Damen – dies sollte natürlich nicht der Grund sein eine Show von Thorsten Havener zu besuchen.

Denn seine Kunst, wenn man es überhaupt Kunst nennen kann, verzaubert einen mit all seinen Facetten und lässt einen noch auf dem Nachhauseweg staunen und träumen.

Jean Bork

Frau am Laptop

Kennen Sie Ebay und seinen Ableger „Kleinanzeigen“? Die meisten von Ihnen ganz sicher.

Aber obwohl ich mich seit 1999 (!) im Internet bewege und denke, alles schon gesehen und erlebt zu haben, lerne ich immer wieder dazu, wie in den letzten paar Tagen.

Es ist lange her, dass man sich im guten alten AOL-Chatroom „Wir um die 30“ die Finger wundschrieb und nette Leute kennenlernte. Längere Mails verfasste man offline, anschließend loggte man sich ein, versendete sie und meldete sich sofort wieder ab, denn jede Minute kostete Geld, und Flatrates waren noch nicht erfunden. Mit dem 56-K-Modem, das quietschte und pfiff, war die Einwahl ins WWW eine abenteuerliche Angelegenheit, denn es klappte bei weitem nicht immer.

„Geh aus der Leitung, ich will endlich telefonieren“, hörte man zu Vor-ISDN-Zeiten öfter, und nicht immer in höflichem Tonfall, denn entweder surfte man im Internet oder rief Oma Gertrud in Buxtehude an – beides gleichzeitig war nicht möglich.

Wollte man eine Website aufrufen, konnte man, ehe die sich aufbaute, nebenher einen Pullover stricken und mit der Nachbarin Kaffee trinken. Alles verlief gemütlicher, und das Internet war nur etwas für nebenbei. Mittlerweile hat es sich in so gut wie jeden Haushalt eingeschlichen und ist nicht mehr wegzudenken. Ich erledige meine Bankgeschäfte online, bestelle mein Tierfutter im Internet und bekam neulich von Ebay die goldene Nahkampfspange verliehen. Ohne DSL wäre ich aufgeschmissen, das gebe ich als Landei in meinem winzigen Dorf ohne jegliche Infrastruktur gerne zu.

Vieles hat sich geändert, seitdem man mit banger Miene am Rechner (Windows 3.1) saß und darauf wartete, dass die blecherne Frauenstimme verkündete: „Sie haben Post.“ Websites bauen sich mittlerweile auf wie der Blitz – zumindest die meisten, sogar Verkehrs-Ampeln werden übers Netz geschaltet, sämtliche Nachrichten gibt es auf Facebook, und ich könnte sogar online beichten, was aber nicht nötig ist, denn ich bin immer brav. Kleiner Scherz am Rande.

In Deutschland existierten bis zum 31.12.2018 insgesamt 34 Millionen Breitbandanschlüsse, und das Verzeichnis meiner Internet-Accounts von „A“ wie „Amazon“ bis „Z“ wie Zalando ist länger als das Telefonbuch von Hamburg. Wie ich allerdings zu XING oder Instagram wieder reinkomme, habe ich vergessen, weil ich mir die 579.247 Passwörter von meinen diversen Onlinekonten nie irgendwo aufgeschrieben habe. Jedenfalls kann ich mit Fug und Recht behaupten: Ich war von Anfang an dabei und bewege mich im Internet wie ein Fisch im Wasser.

Aber eines ist gleichgeblieben über die Jahrzehnte: Männer und ihre Anmachen. Oder ihre Verzweiflung und die befremdliche Marotte, an den unmöglichsten Stellen zwischen Bits und Bytes nach einer Frau zu suchen. Aber lesen Sie selbst:

Neulich zum Beispiel dachte ich mir: „Barbara, du bist doch auf der Suche nach ein paar Leuten, die deine Vorliebe für Filme und Serien teilen, und mit denen du dich regelmäßig treffen und vielleicht sogar einen Stammtisch gründen könntest. Also setz‘ einfach eine Anzeige bei Ebay-Kleinanzeigen rein, vielleicht meldet sich ja jemand aus deiner Gegend.“

Sie müssen wissen, ich bin Film- und Serienfan, seit ich im zarten Alter von 17 Jahren „Wiegenlied für eine Leiche“ mit der göttlichen Bette Davis gesehen habe. Und wenn ich ehrlich bin, würde ich mich wirklich gern gelegentlich mit ein paar sympathischen Menschen darüber unterhalten.

Gesagt – getan. Ich verfasste also eine eloquentes, nett formuliertes Inserat, teilte mein Alter und meine Vorlieben mit (Musik, Lagerfeuer, Lesen usw.) und fragte höflich an, ob jemand im Umkreis von 30 Kilometern jemand Lust hätte, gelegentlich mal etwas gemeinsam zu unternehmen oder einen Stammtisch zu gründen. Insgeheim träumte ich von einer fröhlichen Runde, mit der man ins Kino gehen, einen Biergarten besuchen, vielleicht einen Spiele-Nachmittag veranstalten oder grillen könnte.

„Auf dieser Plattform müssen doch welche zu finden sein?“, überlegte ich. Immerhin bietet Ebay-Kleinanzeigen die Rubrik „Freundschaften“ (zu verschenken!) an. „Kostet nix“ ist ein super Argument. Darum riskierte ich es.

Als sich einen halben Tag nach dem Schalten meines Inserats ein junges Paar aus der nahegelegenen Kreisstadt meldete, freute ich mich wie Bolle. Die beiden beschrieben sich als große Serienfans und hofften laut eigener Aussage, sie wären nicht zu jung für mich. Wir mailten hin und her. Als ich anbot, sie anzurufen, wurden sie vage in ihren Aussagen, denn „sie wollten ihre Telefonnummer geheim halten“, wie sie betonten. Weil ihnen ihr Privatleben sehr wichtig sei. (Mittlerweile verstehe ich auch, warum).

Zwar überlegte ich, dass es ein wenig schwierig sein könnte, sich in einem Biergarten zu treffen, wenn sie doch so viel Wert auf ihre Anonymität legten, akzeptierte aber dann den Wunsch nach Privatsphäre, und wir einigten uns darauf, über Instagram zu kommunizieren. Des Menschen Wille ist sein Himmelreich.

Wir schrieben uns also weiter nichtssagende Nachrichten. Das ist nervig, und kostet Zeit. Mit einem Telefongespräch wäre alles längst erledigt gewesen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Nach ungefähr einer Stunde rückten sie endlich mit der Wahrheit heraus. Um Filme oder Serien ging es den beiden nicht, nur um ein paar zwar gesetzlich legitimierte, aber für mich nicht in Frage kommende Schweinigeleien zu dritt oder zu viert. Oder mit wie vielen auch immer. Mehr möchte ich hier nicht preisgeben. Sie wissen auch so, was ich meine.

Abgesehen davon, dass mir dieses Angebot schmeichelte – immerhin bin ich nicht mehr die Frischeste – war ich doch enttäuscht, denn ich suche wirklich nur Gesellschaft. Ganz harmlose Gesellschaft sogar. Also blockierte ich die beiden und verbuchte es unter „Reinfall im Internet“. War ja nicht mein erster.

Weiterhin trudelten auf meine Anzeige Nachrichten ein. Etliche Herren wollten mich unbedingt kennenlernen und teilten mir dies auf mehr oder weniger anzügliche Weise mit. Zwar hatte ich kein Foto von mir eingestellt, aber die Bezeichnung „weiblich“ war scheinbar völlig ausreichend.

„Darf ich dein Freund sein?“, fragte einer. Dagegen wäre überhaupt nichts einzuwenden, würde es sich nicht ums Internet handeln – diese digitale Kloake – handeln, in der sich jeder als das ausgeben kann, was er möchte und sich auch ohne Weiteres als Axtmörder oder frei herumlaufender Psychopath entpuppen kann.

„Ich will dich unbedingt mal treffen!“, schrieb der nächste. Dem hätte ich auch meine Mutter schicken können, denn niemand weiß ja, wie ich wirklich aussehe. Scheint aber auch nicht wichtig zu sein.

Der Dritte kam gleich zur Sache: „Kann ich dich angerufen?“, bat er in holprigem Deutsch. Sonst nichts. „Nein“, schrieb ich.

Ich verrate besser an dieser Stelle nicht, was ich kurz darauf zur Antwort bekam, nur so viel: Der offensichtlich eingesetzte Google -Translator kennt sich mit Schimpfworten nicht wirklich gut aus. Es hatte aber was mit Damen aus dem horizontalen Gewerbe zu tun…

Vielleicht war meine Anzeige einfach nur falsch formuliert gewesen, dachte ich frustriert, löschte mein Inserat und stellte es einen Tag später unverdrossen in der Rubrik „Freundschaften“ nochmal mit neuem Text ein. Er lautete wie folgt:

„Suche Leute in … und Umgebung, die wie ich (w,), auf Filme und Serien stehen. Vielleicht gibt‘s ja irgendwo dort draußen nette Personen mit meinen Interessen.
Eventuell kann man einen Stammtisch gründen oder zusammen mal ins Kino gehen. Lust?
 Alle Kommunikationskanäle offen. Meldet euch.“

Es stellte sich heraus, dass auch dieser Text, bis auf das Kürzel „w“ (weiblich) nicht gelesen worden war.

„Muss dich kennenlernen. Gruß“, verlangte einer anonym. „Wann treffen wir uns?“, schrieb der nächste. Andere waren noch deutlicher, einige drastisch, und die meisten musste ich löschen und anschließend blockieren.

Wer bei Ebay-Kleinanzeigen schon mal was verkauft hat, kennt sicher die Anfragen mit dem Inhalt „Was letzte Preis?“. Und da ich unter „zu verschenken“ stand, schien ich billig geworden zu sein, so kam es mir vor. Genügt tatsächlich das „w“ für „weiblich“ schon als Eingeständnis, dass ich Ausschussware bin, die dringend einen Abnehmer braucht? Was treibt die Herren der Schöpfung an, eine Gebrauchtwaren-Plattform mit einer Single-Börse zu verwechseln? Ist denn nichts harmlos genug, um nicht falsch interpretiert zu werden? Wie könnte ich mein Inserat abfassen, um nicht dreist angemacht zu werden?

Ich bin Autorin und kenne mich mit Worten aus. Aber hier versagt meine Kreativität.

Nach zwei Tagen und dem Beantworten unzähliger dummer Anmachsprüche war ich mittlerweile bereit, entnervt das Handtuch zu werfen, denn ich wollte doch nur ein paar Leute – Alter egal – kennenlernen, mit denen man vielleicht einen Stammtisch gründen könnte, mehr nicht. Aber alle Aspiranten schienen notdürftig bis verzweifelt zu sein und nicht auf Feinheiten wie Alter, Aussehen oder den Zweck meines Inserats zu achten. Hauptsache „w“. Wie meine Mama immer so schön sagte: „In der Not frisst der Teufel Fliegen.“
Und die Fliege war ich.

Mal ganz ehrlich, liebe Männer: Wie kommt ihr auf das schmale Brett, dass ich als gestandene Frau ausgerechnet in einem Online-Portal, auf dem verscheuert wird, was man bei Oma Else im Nachlass gefunden hat, nach einem Mann suche? Haltet ihr mich für einen Dachbodenfund mit kleinen Mängeln, der froh sein muss, dass ihn noch einer nimmt? Ich bin doch kein Kaffeeservice mit angeschlagenem Kännchen oder ein zerfledderter Steiff-Teddy mit nur einem Auge!

Mittlerweile habe ich meinen Inserat-Text um den Satz: „Bitte keine Anmach-Mails, das nervt“, ergänzt. Seitdem ist Funkstille. Kein Schwein ruft… äh schreibt mich an. Ins Kino will auch niemand mit mir, geschweige denn ein Pils mit mir trinken. Hätte ich mir denken können.

Ladies, wenn Sie dringend einen Mann suchen, kann ich Ihnen o.g. Online-Portal nur empfehlen. Finden tun Sie da garantiert was. Rechnen Sie aber sicherheitshalber mit dem Schlimmsten und legen Sie sich ein dickes Fell zu.

Das Verhalten einiger paarungswilliger Männer im Internet ist zum Teil ohnehin grenzwertig, wie ich zu meinem Leidwesen schon Jahre zuvor feststellen musste, als ich zu Recherchezwecken für ein Buch einen Account bei einer großen kostenlosen Internet-Singlebörse anlegte.

Ich gab mir den Namen meiner Lieblings-Figur aus einer bekannten Frauenserie, stellte ein halbwegs akzeptables (aber nicht ZU schönes!) Profilbild ein und beschrieb mich exakt und gnadenlos als das, was ich war, ohne mich zu schonen. Außerdem gab ich explizit an, was ich nicht wollte: Männer, die saufen, Tierquäler, selbstgerechte Besserwisser und Extremsportler (zu anstrengend, meine Damen…).

Als wichtigste Präferenzen für den Mann, den ich suchte, trug ich „Intelligenz“ und „Toleranz“ ein. Aussehen zweitrangig.

Das hätte ich mir alles sparen können. Die lesen nur „weiblich“ und vielleicht noch das Alter, dann geht’s auch schon los, und sie fangen an zu tippen. Keiner von denen, die mich mit beeindruckender Eloquenz („Hallo, wie geht’s?“) anschrieb, hatte mein Profil gelesen. „Weiblich“ genügt. Immer. Zu jeder Zeit.

Einer bettelte: „Bitte, ruf mich an, ich bin so allein.“ Der tat mir leid, aber nicht so sehr, dass ich zum Telefon gegriffen hätte. Ein anderer wies mich darauf hin, ich hätte bei meiner Personenbeschreibung drei Sätze mit dem Wort „Ich“ begonnen, was auf eine gestörte Persönlichkeit hinweise. Leider habe ich nie mehr was von ihm gehört, wo ich doch ansonsten so an Küchen-Psychologie und kostenlosen Analysen meiner Seele interessiert bin.

Der dritte beschrieb detailliert sein einsames Leben mit Hartz IV auf einem stillgelegten Bauernhof und die abgrundtiefe Gemeinheit und Oberflächlichkeit der Frauen, die er bisher kennengelernt hatte, denn die bestanden tatsächlich alle auf fließend warmem Wasser und einer Heizung. Der war eigentlich ganz nett, trotzdem bin ich nicht die Caritas. Wie es dem wohl heute geht? Ich wette, der ist immer noch online.

Am besten fand ich allerdings einen Herrn, den ich um der Anonymität willen einfach mal „Wolpertinger78“ nenne – ein rüstiger Rentner mit boshaften Augen und sieben Haaren in elf Reihen, der verschmitzt in die Kamera lächelte. Bei der „78“ handelte es sich übrigens um sein Alter. Wolpertinger bot mir sofort unanständige Bilder von sich und seinem Penis an, wollte mich innerhalb der nächsten 10 Minuten anrufen, damit wir ein bisschen Telefonsex betreiben können und war erotisch gesehen so ausgehungert, als käme er gerade von einem zehnjährigen Aufenthalt in einem Kloster mit Schweigegelübde zurück.

Als ich ihn entnervt blockierte, war er nach 10 Minuten mit einem neuen Namen (und zwar „Wolpertinger79“) wieder online und ging mir auf den Senkel. Findiger Bursche. Der wird’s noch weit bringen. Den Account bei besagter Single-Börse löschte ich nach Abschluss meiner Recherche, aber gelegentlich juckt es mich in den Fingern, nachzusehen, ob „Wolpertinger78“, der jetzt mindestens „Wolpertinger84“ heißen müsste, noch existiert und immer noch so heiß auf Telefonsex ist.

Diese Erlebnisse beweisen eigentlich zwei Dinge: erstens, dass der männliche Trieb bei vielen niemals endet, und zweitens, dass die Herren online nicht sonderlich wählerisch sind. Niemand von denen, die mir zweideutige Angebote machten, interessierte es, dass ich gerne lese, Tiere liebe oder Filmklassiker und Erdbeeren mag. Denen blieb allein meine Haarfarbe in Erinnerung. Und meine scheinbare Verfügbarkeit.

Es ist wie mit den Wühlkörben beim Discounter. „Oh, eine aufblasbare Kaffeemaschine – brauch‘ ich zwar gerade gar nicht, aber sie ist billig, das nehmen wir mal mit.“

Meine Anzeige unter „Freundschaft“ bei Ebay-Kleinanzeigen läuft übrigens weiter. Ich habe immerhin acht Euro bezahlt, um sie eine Woche lang ganz vorn zu platzieren.
Leider bin ich ziemlich sicher, dass sich niemand melden wird, der Lust auf nette Gesellschaft unter Gleichgesinnten hat (klingt das eigentlich auch schon anzüglich?).

Vielleicht kann mir mal jemand erklären, warum sich Männer mit sexuellen Defiziten bei Ebay auf der Suche nach der Frau für die nächsten zwei Stunden herumtreiben und nicht einschlägige Partnerbörsen oder ein Bordell bevorzugen? Was hoffen sie in den Kleinanzeigen zu finden? Was geht in so einem Männergehirn vor, wie heißt das Hormon, das sie zwingt, in die Tasten zu hauen ohne Rücksicht auf Verluste?

Es ist einerseits zum Schmunzeln. Und andererseits irgendwie traurig, finde ich.

Drücken Sie mir einfach die Daumen bitte. Irgendwo dort draußen sitzen nämlich garantiert ein paar sympathische Couch-Potatoes, mit denen ich mich ganz sicher bestens unterhalten könnte, wenn sie nur mal die Fernbedienung aus der Hand legen und bei Ebay unter „Zu verschenken“ stöbern.

Ich nehme mittlerweile beinahe alles…

Mit geknickten Grüßen

Ihre Barbara Edelmann

90 Jahre alt und noch immer in der Mode- und Modelszene aktiv: Daphne Selfe denkt noch lange nicht ans aufhören! Im Gegenteil: Die stilvolle Britin ist nach wie vor ein gefragtes Supermodel und hat auch ihr eigenes Business am Laufen. Auf ihrer Homepage bietet sie Onlinekurse für potentielle Models an und veröffentlicht zudem regelmäßig News aus der Welt der Laufstege.

Dass sie lange schon in dieser Szene arbeitet, merkt man auch in Sachen der Ratschläge, die sie Frauen von heute gibt. Zum einen fordert sie – so schreibt es der SPIEGEL in seiner Ausgabe vom 18. Mai 2019 – dass sich ein jeder um Stil und Schönheit kümmern möge. Und zum anderen bemängelt sie, dass weibliche Zeitgenossinnen von heute nicht mehr in den Spiegel schauen. Ihr Rat laut SPIEGEL: „Man müsse eben wissen, was einem steht.“

Nachlässige Kleidung im Theater für betagtes Supermodel „respektlos“

Nun – ganz so nachlässig, dass der Blick in den heimischen Spiegel unterbleibt, dürfte wohl das Gros der Frauen von heute nicht handeln, aber Daphne Selfe wird aufgrund ihrer Erfahrungen wissen, wovon sie spricht. Und nicht selten gibt ihr ja ein Blick in die Fußgängerzonen unserer Städte recht. Oder auch nur der Gang ins Theater! Den allzu viele Leute heutzutage tatsächlich nicht mehr in stilvoller Kleidung absolvieren.

Das betagte Model sagte hierzu folgendes, Zitat SPIEGEL:

„Wenn ich ins Theater gehe, mache ich mich schick“.

All jene, die auf dieses schick machen verzichten, findet Selfe den Schauspielern gegenüber respektlos. Ja, da ist was dran! Das gilt auch für die Sache mit dem Altern. Hier scheint das 90jährige Model mit sich im reinen zu sein und das Ganze mit Humor zu nehmen.

Betagtes Supermodel trägt Älter werden mit Fassung

Sie sagt:

„Die Sache ist, du schrumpfst, die Taille befindet sich heute am falschen Platz“.

Nun – wohl dem, der das Älterwerden mit Fassung trägt! Was bei Daphne Selfe definitiv der Fall ist!

Recherchenachweis / Zitate: SPIEGEL, Ausgabe 18.5.19,

Bildnachweis: picture alliance / empics

FRANZ LISZT-DUO

Gewinnen Sie mit Frauenboulevard 3×2 Karten für das FRANZ LISZT-DUO in Berlin. Die Teilnahmebedingungen für das Gewinnspiel finden Sie unterhalb des Artikels.

+++ Achtung, das Preisausschreiben für die Karten zur Veranstaltung läuft bis zum 5. Juni 2019 +++

„CAPRICE VIENNOIS“ – amüsant und launig

Die gespannte Saite durch Zupfen, durch Anschlagen oder mit dem Bogen zum Klingen zu bringen und ihrem Ton zu lauschen, ist wohl eine menschliche Urerfahrung wie die Betrachtung des flackernd lohenden Feuers oder des sich ewig wandelnden Spieles der Meereswellen. Aus dieser Inspirationsquelle nährt sich die Musik der großen schöpferischen Komponisten und begeisternden Konzertvirtuosen der letzten drei Jahrhunderte. Mit künstlerischer Meisterschaft präsentiert das Duo seinem Publikum diese Musik in ihrer ganzen faszinierenden Vielfalt und Brillanz. Aus dem Klang der kostbaren Violine und des grandiosen Konzertflügels heraus lassen die beiden Virtuosen Michael Maciaszczyk und Friedrich Höricke die musikalischen Werke immer wieder neu entstehen und erzeugen dabei mit Spielfreude, Humor und rhythmischem Puls farben- und facettenreiche Bilder von Emotionen und Leidenschaft.

Das Programm

„CAPRICE VIENNOIS“ – amüsant und launig

  • Joseph Haydn – Sonate G-dur
  • Fritz Kreisler – Präludium und Allegro
  • Arcangelo Corelli – La Folia
  • Henryk Wieniawski – Obertas
  • Ludwig van Beethoven – Romanze
  • Fritz Kreisler – Marche Miniature Viennoise
  • Franz Liszt – Grand Duo Concertant

Update: Das Gewinnspiel ist beendet. Die Gewinner wurden benachrichtigt.

Frau gewinnt bei Lotto-Show

Einmal im Lotto gewinnen –  wer träumt nicht davon?! Von einem Tag auf den anderen mit vielen Millionen Euro gesegnet zu sein ist ein Wunschtraum unzähliger Menschen. Der leider nur allzu selten in Erfüllung geht. Ganz ausgeschlossen, vom Normalo zum Millionär zu avancieren ist es allerdings nicht. Das zeigen die Beispiele derer, die tatsächlich ein Geldregen ereilte.

So zum Beispiel Petra Hunger, die 2004 in einer SKL-Show fünf Millionen Euro gewann und in der Frauenzeitschrift MEINS, Ausgabe 15. Mai 2019 porträtiert wurde. Die Reportage beleuchtete das Danach – also das Tun nach dem großen Gewinn.

Frau aus dem Erzgebirge hatte mit Glückspaten Glück

Zu dem vielen Geld kam die sympathische, damals alleinerziehende Frau aus dem Erzgebirge übrigens ausgerechnet mit einer Frage, bei der es um Fußball ging. Die Show, die er den Gewinn bescherte ist so aufgebaut, dass prominente Glückspaten beim Beantworten der Fragen helfen. Und einer der Glückspaten beantwortete eben diese Frau goldrichtig. Petra Hunger saß seinerzeit – vor 15 Jahren – mit ihrer damals 16 Jahre alten Tochter in der Show.

Wie sie dem Magazin MEINS sagte, war an diesem Abend „an Schlaf nicht zu denken“. Glaubt man sofort. Und staunt ein wenig, wenn man dann liest, wofür die sympathische Frau zuallererst Geld ausgegeben hat. Für einen profanen Staubsauger nämlich. Selbstredend einen guten. Und sie tat Gutes – ganze 200 000 Euro steuerte sie für die Renovierung der Dorfkirche in ihrer Heimat bei!

Irgendwann hielt sie auch nichts mehr in ihrem Job – denn Petra Hunger träumte den Traum von einer eigenen Modemarke. Irgendwann war es dann soweit und sie gründete ihr eigenes Modelabel. „Cillic“ lautet der Name ihrer Linie und die Teile für die Linie entstehen direkt im Haus der Erzgebirglerin. Von den Entwürfen bis hin zum Verkauf managt die Gewinnerin den Vertrieb ihrer weiblich-verspielten Mode selbst. Verkauft wird via Amazon und erschwinglich sind die Teile ebenso.

Jetzt das Modelabel – später will Petra Hunger reisen

Dennoch möchte Petra Hunger nicht bis ans Ende ihrer Tage ein Modelabel führen. Längst hat sie Zukunftspläne, die sich mit ihrem gewonnen Geld auch spielend leicht umsetzen lassen. Gegenüber der Zeitschrift MEINS gab sie an, mit spätestens 67 Jahren das Geschäft schließen zu wollen.

Was sie danach vorhat, verriet sie dem Magazin auch, nämlich: Nach Australien reisen.

Zitat:

„Das habe ich bisher nicht geschafft.“

Da die Glückspilz-Frau vor einigen Jahren ihren jetzigen Partner im Internet kennengelernt hat und mit dem auch die weite Welt entdecken will, lässt zudem einen Schluss zu. Und zwar diesen: Es gibt noch einen weiteren Glückspilz!

Schön, wenn (Lotto)Glück so sympathisch rüber kommt!

Bildnachweis: (c) dpa

Zwei Anwältinnen

Sich als Frau in einer männerdominierten Branche zu behaupten – das ist den beiden Frauen Thirza Höfer und Katja Haug gelungen. Die beiden engagierten Juristinnen führen eine Steuerberatungs- und Rechtsanwaltsgesellschaft mbH in Leipzig. Spannend sind die verschiedenen Lebensläufe der beiden. Hat doch die eine noch die DDR erlebt, während die andere im Raum Stuttgart aufwuchs. Das Unternehmen, das sie heute führen, gibt es schon eine ganze Weile und hier lernten sich die beiden Frauen auch kennen. Neben den beruflichen Gemeinsamkeiten verbindet sie auch die Rolle als Mutter. Denn sowohl Thirza Höfer als auch Katja Haug haben eine Familie gegründet.

Im Gespräch erzählen sie, wie sie Familie und Beruf unter einen Hut gebracht haben und berichten aus ihrem Alltag, den vor allem männliche Zeitgenossen prägen.

FB: Frau Haug, Frau Höfer, Sie sind beide Anfang vierzig, studierte Juristinnen, und Sie führen seit fünf Jahren miteinander ein Unternehmen in Leipzig. Was machen Sie da genau?

TH: Wir sind Dienstleister für mittelständische Unternehmerinnen und Unternehmer. Unsere Idee ist eine Paketlösung, die einfach alles enthält, was irgendwie mit Geld, Recht, Verwaltung und Steuern zu tun hat. Unsere Klienten sparen dadurch enorm Zeit und Kosten. Sie müssen nicht mehr, je nach Situation und Anliegen, immer neue Berater suchen, die sich dann erst mit viel Aufwand in ihre Verhältnisse hineinfragen müssen. Diese Hintergründe kennen wir alle schon. Das macht alles wesentlich effektiver.

Hohes Beratungspotenzial muss vorgehalten werden

Allerdings müssen wir eine Menge Beratungspotential vorhalten, um auf ganz verschiedenen Gebieten glaubwürdig kompetent zu sein. Finanzbuchhaltung zum Beispiel ist ein völlig anderes Thema als Forderungseinzug. Und Personalmanagement oder Geldbeschaffung stehen ebenfalls auf ganz anderen Blättern. Unternehmerinnen und Unternehmer müssen dieser Themenvielfalt aber gewachsen sein, auch wenn sie keine eigene Rechtsabteilung oder sonstige Kompetenzpools ihrer Betriebe hinter sich stehen haben.

FB: Sie beide sind ursprünglich gelernte Rechtsanwältinnen. Damit hören die Gemeinsamkeiten aber auch schon auf.

KH: Stimmt. Ich stamme aus Neubrandenburg, bin später in der Nähe von Jena aufgewachsen und habe damit noch einige, vielleicht prägende Erinnerungen an die DDR. Thirza kommt dagegen aus dem Stuttgarter Raum und damit aus einer ganz anderen Himmelsrichtung. Thirza hat ihre ersten Berufserfahrungen in einer Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüferkanzlei gesammelt. Meine eigene Entwicklung verlief nicht so gradlinig. Ich war erst Rechtsanwältin, und dann eine Zeitlang Geschäftsführerin von Fondsgesellschaften. Dadurch kenne ich mich auf dem Kapitalmarkt gut aus. Als sich unsere gemeinsame Geschäftsidee abzeichnete, war ich noch im Vorstand einer Aktiengesellschaft, die Popmusik produziert.

Von der Welt des Glamours in eine bodenständige Branche

Die Welt der Stars und der Prominenz, der Galas und der Preisverleihungen war zugegeben aufregend, und ich bin heute noch meinem großen Mentor aus dieser Szene dankbar, dass er mich damals diesen Job hat machen lassen. Dann aber wurde ich Mutter, und damit verstärkte sich das Bedürfnis nach Bodenständigerem. Daraus wurde die Haug & Höfer Steuerberatungs- und Rechtsanwaltsgesellschaft mbH. Das klingt nüchtern und bodenständig, und das soll es auch sein.

FB: Ein paar Jahre fehlen aber in Ihrer Schilderung.

TH: Wir sind kein Start Up. Gegründet wurde unser Unternehmen schon 1991, damals natürlich nicht von uns. Katja und ich gingen 1991 schließlich noch in die Schule. Wir haben uns erst 2008 dort kennengelernt. Ich selbst stand damals gerade vor meinem Steuerberaterexamen, und die Kanzlei durchlief in dieser Zeit einige Veränderungsprozesse. Es waren neue Ideen und Begriffe aufgetaucht, von denen Katja und ich bis dahin eigentlich noch gar nichts gehört hatten. Beispielsweise Mediation oder systemische Unternehmensberatung. Darüber gab es damals sehr gespaltene Meinungen. Etliche Kollegen hielten dies für neumodisches Affentheater und gingen. Dies waren hauptsächlich Männer. Dabei ging es eigentlich nur um eine einzige Frage, die sich jedes Dienstleistungsunternehmen unablässig stellen muss: Wie kann ich meinen Kundinnen und Kunden noch nützlicher sein? Vor dieser Frage drückt man sich gern, weil sich für die Antwort immerzu etwas verändern muss.

Richtige Entscheidungen führten zu Umsatzplus

Katja und ich haben darin den richtigen Weg gesehen, und im Ergebnis spülte es uns nach vorn. Wir haben noch andere Unternehmen dazugekauft, um unser Beratungsportfolio abzurunden und neue Gruppen von Klienten dazuzugewinnen. Seit 2015 führen wir die Geschäfte und halten auch die Mehrheit der Anteile. Die Umsätze haben sich seitdem verdreifacht. Falsch war es offenbar nicht.

FB: Das hört sich nach Frauenpower an. 

KH: Auf den ersten Blick mag es danach aussehen. Hinter allen Zimmertüren unseres Büros sitzt tatsächlich nur noch ein einziger Mann. Forciert haben wir das aber keineswegs. Dass es so gekommen ist, war eher Zufall.

TH: Vielleicht ist es einfach so, dass sich Männer unter einer weiblichen Geschäftsführung unwohl fühlen. Dies ist aber nur eine Vermutung, ich weiß es nicht, und ich habe bislang auch über diese Frage überhaupt nicht nachgedacht. Von unserer Seite hätten wir nichts dagegen, wenn mehr Männer bei uns mitmachen würden.

FB: Sie sind beide Mütter. Deshalb kommt jetzt die unvermeidliche Frage, wie Sie Ihren Beruf mit dieser Rolle in Einklang gebracht haben.

KH: Mittlerweile habe ich zwei Kinder, und ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass dies immer reibungslos geklappt hätte. Organisationstalent ist in dieser Hinsicht schon gefragt. Wenn die Kinder allmählich größer werden, löst sich diese Doppelbelastung nach und nach auf. Es gab bis dahin aber viele Situationen, in denen ich mich gefragt habe, wie es Frauen in normalen Anstellungsverhältnissen gelingt, Beruf und Kinder unter einen Hut zu bringen. 

TH: Genau. Unser Vorteil ist, dass wir im wahrsten Sinn des Wortes zu den freien Berufen zählen. Darunter fällt auch die Freiheit, eine Lösung zu gestalten, wie wir es für richtig halten. Als meine Tochter im Säuglingsalter war, habe ich sie einfach ins Büro mitgenommen, schon wenige Tage nach der Geburt.

Das Kinderbett stand im Arbeitszimmer

Mich hat es nicht gestört, dass in meinem Arbeitszimmer ein Kinderbett stand, und etwa für Besprechungen mit Klienten haben wir eigene Räume, bis zu denen die unvermeidlichen Kindergeräusche nicht vordringen können. Ein Patentrezept für andere Frauen kann dies natürlich nicht sein, aber es wäre wünschenswert, wenn sich Arbeitgeber durchringen könnten, Frauen ähnliche Freiheiten zuzugestehen, wie ich sie in dieser Situation hatte: einfach improvisieren und ausprobieren lassen.

KH: Ach, das wird nicht gehen! Das Arbeitsrecht ist für legere Lösungen viel zu starr. Arbeitsschutz und Mutterschutz sind gut gemeinte rechtliche Anliegen, verhindern aber Improvisation und Einfallsreichtum. Die meisten Arbeitgeber befürchten viel zu sehr, womöglich ein Dutzend Rechtsverstöße zu begehen, wenn sie solche Freiheiten von Fall zu Fall zugestehen würden, und dies nicht ohne Grund. Mir fallen gleich ein paar Gesetze ein, mit denen man hierdurch in Konflikt kommen könnte. 

TH (nickt zustimmend): Sehr wahrscheinlich. Aber genau das ist unser Produkt: Wir lassen uns dazu eine Lösung einfallen, die funktioniert. Und das ist auch das Reizvolle an unserem Beruf, kreativ sein, gestalten, sich etwas ausdenken und Starres überwinden. Dies mag vielleicht nach typisch weiblicher Herangehensweise klingen, aber mir macht das jeden Tag aufs Neue Spaß.

FB: Sind Ihre Klienten eigentlich überwiegend Frauen oder Männer?

TH: Männer natürlich. Die Mehrzahl der Unternehmer ist männlich. Nach wie vor.

FB: Würden Sie sich mehr Frauen wünschen?

KH: Als Klienten? Darüber habe ich mir, ehrlich gesagt, noch nie den Kopf zerbrochen. Es gibt da kein Besser oder Schlechter. Es gibt sehr respektvolle Männer, die gute Leistung zu schätzen wissen und einen nicht in erster Linie als Frau sehen. Männer verlieren sogar eher mal ein Wort der Anerkennung, wenn etwas gut gelaufen ist, als Frauen.

Männer tun sich mit Anerkennung gegenüber Frauen offenbar nicht schwer

Vielleicht spricht sich so etwas für Männer gegenüber einer Frau auch leichter aus als gegenüber einem Mann.

FB: Was halten Sie von Frauenquoten?

TH: Nichts. Überhaupt nichts. Ich will für meine Leistung und für meine Kompetenz geachtet werden, aber nicht dafür, dass ich eine Frau bin und trotzdem etwas kann. Frauen in bestimmte Positionen zu hieven, nur weil sie Frauen sind, ist kein fairer Wettbewerb. In einem fairen Wettbewerb darf es ausschließlich um Können und um Leistung gehen, aber nicht um das Geschlecht. Es ist so wie beim Sportunterricht, wo der schlechtere Läufer manchmal Vorsprung bekommt. Es ist kein gutes Gefühl, mit Vorsprung starten zu dürfen, weil man von vornherein als der schlechtere Läufer gilt. Genau das finde ich diskriminierend.

KH: Gut gemeint ist und bleibt das Gegenteil von gut gemacht.

FB: Kann man sagen, Sie tummeln sich überwiegend in einer Männergesellschaft?

KH: In gewisser Weise schon. Man muss halt ihre Regeln kennen, dann klappt das auch. Diese Regeln sind am Anfang nicht ganz einleuchtend, aber man kann sie lernen. Ich habe mir beispielsweise früher nie Gedanken gemacht, was für ein Auto ich fahre, wahrscheinlich, weil ich eine Frau bin. Wenn einen der männliche Klient in einem typischen niedlichen Frauenauto vorfahren sieht, fühlt er sich unwillkürlich überlegen und lässt sich nichts sagen.

Status-Symbole für Männer wichtig

Bei Zwanzig-Zoll-Felgen klappt die Zusammenarbeit aber plötzlich ganz gut. Männer denken in Statuskategorien und stellen unentwegt heimliche Vergleiche an, wer die tollere Uhr oder das bessere Smartphone hat. Da muss man halt mitziehen.

FB: Woher nehmen Sie denn solche Weisheiten?

TH (lacht): Von unseren Männern natürlich. Die haben uns das verraten.

FB: Ja, dann – vielen Dank für das Gespräch.  

Informationen zu Haug & Höfer finden Sie hier.

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Flip Chart "Höhle der Löwen" - TV Show

Ein tolles Produkt vor Millionen von Fernsehzuschauern vorstellen – diesen Traum träumen viele Leute, die ein Start-up gegründet haben. Der Run auf die Gründershow „Die Höhle des Löwen“ ist deshalb groß. Alle wollen den Löwendeal! Oder zumindest kostbare Sendezeit. Denn die Minuten der Ausstrahlung, in denen die Gründer ihr Produkt vorstellen können, sind für junge Unternehmer unbezahlbar (und für ältere meist auch). Oftmals sorgen sie dafür, dass die Bestellungen nach der Sendung in die Höhe gehen – ganz gleich, ob der ersehnte Deal zustande kam oder nicht. Werbung – kostenfreie noch dazu – ist eben alles.

Deshalb ist in der Start-up-Szene ein Auftritt vor Maschmeyer & Co. der Hauptgewinn.

Gründer-Show wurde für Start-up-Frauen zur „Hölle des Löwen“

Den glaubten auch die Gründerinnen Alexandra Vázquez Bea und Annette Rieger aus Hannover, für die die „Höhle der Löwen“ zur „Hölle der Löwen“ wurde. 

Beide Frauen vertreiben außergewöhnliche Lebkuchen. „Lenchen“ heißt das süße Wintergebäck, das nach einem Familienrezept, das einst Oma Lene erfand, gebacken wird. Durch die Löwenhöhle sollte die süße Verführung einem Millionenpublikum bekannt werden und neue Kunden anlocken.

Daraus wurde nichts.

Die Produktionsfirma, die die beiden Gründerinnen bereits zu einem Dreh eingeladen und auch vor Ort bei „Lenchen“ gefilmt hatte, sagte die Präsenz der beiden in der Show aus heiterem Himmel ab. Per E-Mail.

Schock nach Absage war groß

Der Schock war groß, bei Vázquez Bea und Annette Rieger. Nach einem Bericht der Ostsee-Zeitung schrammten die beiden engagierten Frauen knapp an einer geschäftlichen Katastrophe vorbei. 

Das Blatt schreibt:

„Sie geben bei ihrer Partnerbäckerei 35.000 Lebkuchen-Portionen in Auftrag, bauen ihren Online-Shop um, mieten zusätzliche Server. Insgesamt bauen sie Verbindlichkeiten in Höhe von 140.000 Euro auf, um sich auf die Ausstrahlung vorzubereiten. Um ihr schnelles Wachstum zu finanzieren, verkaufen sie sogar Anteile ihres Start-ups an einen Privatinvestor und eine Förderbank.“

Als die schnöde Absage eintrifft, können es beide kaum fassen. Zumal es November war und kaum mehr Zeit blieb, die vorproduzierten Lebkuchen an die Frau oder den Mann zu bringen. Obwohl „Lenchen“ das ganze Jahr über produziert wird, sind doch die Gewohnheiten der meisten Leute so, dass sie Lebkuchen nur in der Winter- und Weihnachtszeit essen.

Ausladung aus Show bescherte Verluste

Logisch, dass die Entscheidung der Show-Macher ein tiefer Einschnitt war und Verluste bescherte.

Die Ostsee-Zeitung schreibt in ihrer Ausgabe vom 23. Mai 2019 weiter:

„Sie stoppen sofort die Produktion, suchen mit Hochdruck neue Vertriebspartner, aktivieren Freunde und Bekannte, nehmen auch privat Kredite auf. Nachts liegen sie wach, ihre Gedanken kreisen darum, die Insolvenz abzuwenden. Am Ende verkaufen sie rund die Hälfte ihrer Lebkuchen, zu niedrigeren Preisen als kalkuliert – den Rest müssen sie entsorgen. Sie schließen das Jahr nur mit einem Umsatz von 150.000 Euro ab.“

Und heute? Nun – echte Powerfrauen gehen nicht unter. Das weiß man. Und weil die Lebkuchen-Expertinnen nicht aufgaben, sind sie immer noch da. Logisch!

Nun geht es für „Lenchen“ aufwärts

Mittlerweile ist der Schock verdaut und die Auftragsbücher werden praller. Zwar müssen die beiden noch die eine oder andere Rechnung abstottern, aber interessierte Händler fragen mehr und mehr an. Langsam, aber sicher – so scheint es – geht es aufwärts.

Das wäre den beiden Gründerinnen auch von Herzen zu wünschen. Dass es dann auch klappt, ist wahrscheinlich. Denn Vázquez Bea und Annette Rieger profitieren von vielen Umständen. Zum einen werden Lebkuchen (und solche, die nach alter Tradition gebacken werden erst recht) immer gern gegessen und zweitens steigt der Kauf per Internet mehr und mehr an. 

„Lenchen“, so scheint es – wird sich behaupten!

Bildnachweis: picture alliance/Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

 

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