Bett

Einmal ausschlafen. Oder einfach nur mal durchschlafen. Überhaupt: Schlafen. Dieser Wunsch entsteht wohl bei fast allen Müttern oder Vätern, die erst seit Kurzem ein Kind in ihrem Leben haben! Schlafmangel prägt seit jeher das Leben junger Eltern in der Zeit nach der Geburt des Nachwuchses.

Wohl dem, der dann eine Oma, Geschwister oder andere Verwandte in der Nähe hat, die das Kleine auch mal abnehmen, damit Mama oder Papa (oder beide) einfach mal in Ruhe (aus)schlafen können. Bedingt dadurch, dass heutzutage aber viele Familien nicht mehr am selben Ort wohnen, dürfte es zur Genüge Familien geben, die nicht in den Genuss solcher verwandtschaftlicher Hilfe kommen. Viele setzen auf Freunde oder/und andere Eltern, was auch gut klappen kann, aber nicht muss.

Manche frisch gebackenen Eltern haben keine helfenden Hände in der Nähe

Und dann sind da noch jene Mütter und Väter, die auf gar keine Hilfe im Umfeld zählen können. Sei es, weil die Freunde nicht mehr in der Nähe leben oder man selbst als Paar oder junge Familie berufsbedingt in eine andere Stadt gezogen ist, in der man keinen kennt. Ganz zu schweigen von der Situation in Ein-Eltern-Familien, in denen nur ein Erwachsener die Verantwortung für das Kind trägt.

Für all jene dürfte Schlaf wohl der allergrößte Luxus in den ersten Lebensjahren des Kindes sein.

Ein hippes Hotel in Schottland hat dieses Problem erkannt und bietet einen ungewöhnlichen Service an: Die Verlosung eines kostenlosen Zimmers für Eltern mit Schlafmangel! Dem nicht genug, bietet das YOTEL – so der Name des Hauses – sogar einen Milch-Lieferservice. Das heißt, dass die glückliche Mutter, die ein Zimmer im YOTEL zum Ausschlafen ergattert hat, ihre Muttermilch abpumpen und von einem Boten zum Vater des Kindes oder einer anderen Vertrauensperson liefern lassen kann.

Offerte dürfte ziemlich gefragt sein

So umsorgt kann er dann kommen: Der langersehnte Schlaf! Dass der Run auf diese Offerte groß ist, davon kann man ausgehen. Eltern bzw. einzelne Mütter oder Väter müssen dafür im Vorab dem sogenannten „Sleep Club“ des Hotels beitreten. Unter dessen Teilnehmern werden dann die kostenlosen Nächte für je ein Elternteil verlost.

Eine klasse Idee, die Schule machen sollte! Und die man sogar noch etwas weiterspinnen könnte. Warum könnte nicht hier und da auch ein „Schlafhotel“ für frisch gebackene Eltern eröffnet werden? Vielleicht gesponsert von großen Bettenherstellern? Der Andrang wäre freilich groß und das Angebot wahrscheinlich nie ausreichend. Aber dass irgendwann einmal irgendetwas in dieser Richtung angeboten wird, das wäre fantastisch!

Das YOTEL hat hier eine Vorreiterrolle eingenommen, dem andere Macher unbedingt folgen sollten!

Sharon Stone

Ein Superstar, der auf einer Allerwelts-App im Internet datet? „Gibt`s doch gar nicht“ dachten sich da wohl so manche User und meldeten den Account, mit dem Hollywood-Ikone Sharon Stone zum Dating angemeldet war, als Fake-Account.

Von wegen Fake: Sharon Stone sucht wirklich online!

Allein es war kein Fake-Account, sondern tatsächlich das Profil, mit dem die Kult-Schauspielerin höchstpersönlich online bei „Bumble“ auf Partnersuche ging. Allerdings musste Stone pausieren, denn der Anbieter sperrte den Account erst einmal. Die BILD-Zeitung berichtet dazu in ihrer Online-Ausgabe am 01. Januar 2020 wie folgt:

„2019 endete mit einer guten Nachricht für Sharon Stone (61): Die Schauspielerin darf wieder auf die Dating-App Bumble zurück und dort nach der Liebe suchen. Das wurde ihr nämlich vorher verwehrt. Denn: Das Dating-Profil der 61-Jährigen wurde gesperrt – weil viele Nutzer es für ein Fake hielten. Ein Bumble-Sprecher entschuldigte sich nun, sprach von einer „versehentlichen“ Sperre und erklärte, dass Stones Profil wieder hergestellt und freigegeben worden ist.“

Sharon Stone kann also weiter online nach einem neuen Mann Ausschau halten. Dass sie in ihrer Position überhaupt auf diese Möglichkeit zurückgreift, verwundert einerseits, andererseits aber auch wieder nicht.

Auch viele nichtprominente Karrierefrauen finden im Alltag nur schwer einen Partner

Man kennt ja dieses Phänomen auch von vielen nichtprominenten Karrierefrauen, die nicht nur super erfolgreich sind, sondern auch attraktiv ausschauen und viel auf interessanten Events unterwegs sind. Nur zu oft hört man von diesen Zeitgenossinnen, dass sie darüber klagen, im (Berufs)Alltag keinen Partner zu finden. Auch solche Frauen sind oftmals bei Partnerbörsen im Internet gelistet. Das Argument „Ich lerne einfach keinen Mann im realen Leben kennen“ kommt von diesem Typ Frau sehr oft und wahrscheinlich geht es Sharon Stone ähnlich.

Zumal auch der Hollywood-Zirkel am Ende ja aus immer den gleichen Leuten besteht, die sich zu Events, Gala-Veranstaltungen oder Happenings treffen. Mittlerweile dürften da außerdem viele Männer präsent sein, die schon allein vom Alter her wahrscheinlich gar nicht zu Sharon Stone passen, das Lied von der Kombination Junger Lover/Hollywood-Diva hin oder her. Nicht zuletzt gehen viele der männlichen Hollywoodstars mittlerweile auch auf das Greisen-Alter zu, womit sie wohl eher nicht zu Stones Beuteschema gehören dürften.

Insofern wirkt das Online-Dating der prominenten Frau richtig sympathisch. Zeigt es doch auf, dass auch einer Sharon Stone bei der Partnersuche nur die Möglichkeiten bleiben, die der Otto-Normalo-Frau von nebenan auch offen stehen: Online daten oder sich im realen Leben finden. Auf die gute alte Kontaktanzeige wird man (FRAU) ja kaum mehr setzen…!

Bildnachweis: picture alliance/ZUMA Press
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Stewardessen

Die „Saftschubsen“ – das wohl ein jeder schon mal gehört, wenn es um Stewardessen ging. Der Begriff wird umgangssprachlich immer mal verwendet, ist aber doch ziemlich gering schätzend. Wie sehr, das musste nun ein Hotelier aus Dresden erfahren, der das Wort öffentlich benutzte. Aber nicht nur das: Johannes Lohmeyer – so der Name des besagten Mannes – teilte in diesem Zusammenhang auch gleich gegen die Streiks der Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter von Germanwings zum Jahresende 2019 aus.

Mieser Spruch vom Hotelier auf Facebook

Wie die Leipziger Volkszeitung in einem Artikel am 6. Januar 2020 berichtete, veröffentlichte Lohmeyer auf Facebook folgenden Spruch:

„Ach ja, eh ichs vergesse: Noch vielen Dank an die vereinigten Saftschubsen für die vielen Stornos, die wir durch ihren idiotischen Streik haben“

Mit den Stornos spielt der aus Westdeutschland nach Dresden zugereiste Hotelmann auf geplatzte Buchungen an, die sein Haus durch den Streik erreichten. Dass er deshalb sauer ist, ist nachvollziehbar.

Aber öffentlich von „Saftschubsen“ zu sprechen, noch dazu als bekannter Dresdner Unternehmer? Geht gar nicht! Das dürften so auch ziemlich viele andere Leute sehen, denn der Shitstorm folgte nach Angaben der Leipziger Volkszeitung auf dem Fuße.

Unverständnis für „Saftschubsen“ formiert sich zu Shitstorm

Die Zeitung veröffentlichte einige Reaktionen der User auf Facebook. Ein Kommentar lautet:

„Bei allem Verständnis für Hoteliers. Aber das ist daneben. Ich hoffe, Sie brauchen niemals Hilfe während eines Fluges. Falls doch, überdenken Sie spätestens dann Ihren überheblichen Post“.

Dieser sachlichen Kritik ist nichts hinzuzufügen!

Insofern: „Saftschubsen“ – das geht gar nicht! Das sollte sich der Unternehmer gut merken! Mehr dazu hier.

Bildnachweis: Stock.Adobe.com / BillionPhotos.com

 

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Jean Bork

Unermüdlich sammelt er Jahr für Jahr Spenden für seine Stiftung – so auch dieses Jahr wieder: Star-Tenor José Carreras. Fast vier Millionen Euro kamen gestern durch die bekannte Gala in Leipzig zusammen. Ein grandioses Ergebnis! Bevor ich zum Ablauf des Abends komme, eine kleine Rückblende, wie eigentlich alles anfing. Wer ist der Mann, der sich so unermüdlich gegen Leukämie einsetzt?

Star-Tenor Carreras erkrankte auf dem Höhepunkt seiner Karriere

Der spanische Opernsänger, der eigentlich Josep Maria Carreras I Coll heißt,  gilt als einer der herausragendsten Tenöre der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Allerdings ereilte ihn auf dem Gipfel seiner Karriere – 1987 – eine heimtückische Krankheit: Eine akute lymphatische Leukämie. Obgleich die Prognose für den bekannten Opernsänger schlecht war, konnte er nach einem Jahr Behandlung mit einer seinerzeit noch nicht sehr bekannten autologen Knochenmarktransplantation den Blutkrebs überwinden und weiterhin auf der Bühne stehen. Aus Dankbarkeit und Demut im Zusammenhang mit seiner Genesung wurde er karikativ aktiv und gründete 1988 die Fundación Internacional José Carreras para la lucha contra la leucemia, die ihren Hauptsitz in Barcelona hat.

Carreras-Stiftung hat Sitze an verschiedenen Orten

Weitere Sitze gibt es in Deutschland, der Schweiz und den USA. Die Stiftung unterstützt die Leukämieforschung, deren Ergebnisse den bekannten Tenor damals das Leben gerettet haben sowie die Suche nach Knochenmark-Spendern. Die Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung gibt es – mit Sitz in München – seit 1995. Und seit dem Jahr gibt es auch die bekannte Carreras-Gala, die alljährlich Glanz und Glamour in die Leipziger Messehallen bringt. Aber eben auch viele traurige Schicksale, die das Herz berühren. Diese Schicksale aber sind es, die die Geldbörsen der Zuschauer und vieler Prominenter öffnen.

Der Startenor war gerührt, dass auch 2019 die Spendenbereitschaft während seiner Gala so hoch war.

Auch dieses Jahr war das so und Carreras (im Bild) zeigte sich am Abend überwältigt von den Spenden, die bereits zu Beginn der Sendung eintrafen. Der Tenor richtete seine Worte an das Publikum und sprach von einer großen Dankbarkeit, die er seit 25 Jahren – der Laufzeit der bekannten Gala – fühlt. Dankbar – das waren auch die vielen Patienten, die am Abend in der Show vorgestellt wurden. So beispielsweise das Mädchen Anne, das an dem tückischen Blutkrebs erkrankte und an der Uni-Klinik Jena transplantiert wurde. Jetzt geht es ihr wieder gut, sie macht ihr Abitur und kann wieder aktiv am Leben teilnehmen.

Viele Leukämie-Patienten können heute geheilt werden

So wie viele andere Patienten auch. Denn: Dreiviertel aller Kinder und jeder zweite Erwachsene, die an Leukämie leiden, können heute gerettet werden. Nicht zuletzt dank des Engagements von Menschen wie Carreras, durch dessen Stiftung auch das neu erbaute José Carreras Stammzelltransplantationseinheit am Universitätsklinikum Jena  2017 eröffnet werden konnte und das seitdem  in Kooperation mit der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin betrieben wird.

Spender des gestrigen Abends waren – unter anderem – weiterhin die Darsteller des Musicals Anastasia in Stuttgart sowie Kinder und Jugendliche aus Sportvereinen. Ihre Gelder helfen auch Kindern wie dem kleinen Karl Otto, der erst drei Jahre alt war, als er eine Leukämie-Diagnose bekam. Das Schicksal des Jungen wurde gestern Abend während der Gala vorgestellt. Eine Stammzellen-Transplantation half ihm. Noch leidet er an Nebenwirkungen, aber seine Familie ist zuversichtlich, dass er zukünftig ein gesundes Leben führen kann.

Wie in den Jahren zuvor wurde das Spenden-Ereignis von vielen Prominenten begleitet. Peter Maffay, Herbert Grönemeyer, Barbara Schöneberger, voXXclub und David Garett standen unter anderem auf der Bühne und auch an den Spenden-Telefonen nahmen bekannte Persönlichkeiten die Anrufe entgegen.

Eingeworbene Gelder kommen umgehend Krebs-Patienten zugute

Die eingeworbenen Gelder kommen auch Patienten wie Bernd Schneider aus Leipzig zugute, der durch die Diagnose Krebs sein Leben als schon beendet ansah. Inzwischen sind keine Leukämie-Zellen mehr in seinem Körper nachweisbar, aber ob er wieder richtig gesund wird, muss derzeit noch abgewartet werden. Auch Schneider und seine Frau wurden in der gestrigen Sendung vorgestellt.

Sie alle drückten einmal mehr ihre Dankbarkeit an José Carreras und sein Team aus, das sich schon so lange Zeit für die Krebspatienten einsetzt und unermüdlich weitere Projekte anschiebt. Dass dahingehend auch zukünftig einiges möglich sein wird, steht aufgrund des gestrigen Spenden-Ergebnisses fest.

Man kann dem großartigen Tenor deshalb nicht genug für sein unermüdliches Engagement danken!

Bildnachweis: BÖTTGER MANAGEMENT

 

Ich weiß noch wie heute, wann ich das erste Mal gesiezt wurde: 16 Jahre war ich alt und stand in einer Apotheke. „Was wünschen Sie?“, fragte die Dame hinterm Tresen. Ich war geschmeichelt und fühlte mich wahnsinnig erwachsen.

Als wäre ein Damm gebrochen, wurde ich von da an überall gesiezt: in der Pizzeria, beim Discounter, sogar in der Schule. Das ging viele Jahre lang gut. Mit Ende 30 kreidete ich dann eines Abends in der Billardhalle meinen Queue ein. Damals spielte ich Turnier und übte viel. Ein junger Bursche kam an den Tisch und fragte höflich: „Entschuldigung, wie lange spielen Sie noch?“

„Sie“. Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Ich war dabei, älter zu werden. „Älter“, nicht alt wohlgemerkt. Bis zu diesem Zeitpunkt war ich von Jugendlichen immer geduzt worden, aber nun nahmen sie mich als Erwachsenen wahr. Das brachte mich zum Nachdenken. Aber nicht allzu lange, denn ich hatte einfach zu viel zu tun mit einem Job, einem Nebenjob, Haus, Garten, Verein und Hobbies. Also wurde ich einfach älter. Und noch älter.

Lässt einen der Kurzhaarschnitt nicht mehr alt aussehen?

Jahre später besuchte mich eine gute Freundin. „Du solltest dir dringend die Haare schneiden lassen. Hab‘ ich auch gemacht.“ Prüfend musterte Gisela meine lange Mähne. „Der Friseur sagte, je zehn Zentimeter kürzer wirkt man zehn Jahre jünger.“ „Warum?“, antwortete ich verblüfft. „Die muss ich dann alle paar Wochen nachschneiden lassen. Ich bin nicht gern beim Friseur, da ist mir immer so langweilig, weil ich tatenlos herumsitzen soll.“

„Na dann brauchst du auch nicht jammern“, meinte sie und schüttelte ihren nagelneuen Bob. Ganz ehrlich: Mit langen dunklen Haaren hatte sie mir besser gefallen.

Ich jammere ja gar nicht, Gisela. Älterwerden gehört zum Leben. Und da die Friedhöfe voll mit Menschen sind, die keine 40 werden durften, sehe ich das mit dem Altern nicht so eng. Es erdet ungemein, gelegentlich über die stillen, bekiesten Wege zu schreiten und Inschriften auf Grabsteinen zu lesen. Was hab ich doch für ein Glück, dass ich Falten kriegen darf. Ich meine das ernst.

Neulich war ich wieder mal in meiner Lieblings-Parfümeriefiliale, um mir eine Augencreme zu kaufen. Als ich zögernd vor dem Regal mit der hochpreisigen Kosmetik stand, tippte mir eine Verkäuferin auf die Schulter. Gewandt griff sie nach unten und hielt mir eine kleine Pappschachtel vor die Nase. Ich konnte nur entziffern „Laser Antifalten Turbo“, dann ließ sie die Schachtel sinken und sah mich streng an. Ihr Gesicht hatte was von einem Hühnerhabicht. Vielleicht hielt sie mich für ein Kaninchen. „Nehmen Sie lieber den Super-Turbo-Antifalten-Kleister“, befahl sie mir mit belehrendem Unterton. „Der hilft wenigstens wirklich.“

Diesen Krieg verliere ich so oder so

Es war helllichter Tag, das Sonnenlicht zauberte Kringel auf den grauen Linoleumboden und meine Krähenfüße, was aber beim Bodenbelag definitiv besser aussah. Die Verkäuferin schien mein Baujahr zu sein, und bis auf die Tatsache, dass ich weniger geschminkt war, unterschied uns nicht viel. Der Zahn der Zeit nagte auch an ihr mit Vehemenz, aber immerhin tat sie ihr Bestes, um es zu vertuschen, wohingegen ich bereits aufgegeben hatte.

„Ich habe mich schon entschieden“, antwortete ich deshalb entschlossen. „Sehen Sie mich an – diesen Krieg verliere ich so oder so. Ich möchte nur nicht, dass sich meine Haut um die Augen morgens nach dem Waschen trocken anfühlt. Aber danke.“ Dann schnappte ich mir die Augencreme, machte mich auf den Weg zur Kasse und ließ sie einfach stehen.

Parfümerien betrete ich meist mit einem Gefühl der Unzulänglichkeit, denn alle Verkäuferinnen sehen stets aus wie aus dem Ei gepellt, mit perfekt aufgetragenem Lidstrich, makelloser Foundation und akribisch nachgezogenen Lippen.

Und immer, wirklich immer, wenn mir eine von ihnen einen Flakon, eine Tube oder einen Cremetiegel vors Gesicht hält, klingt es ein wenig vorwurfsvoll nach dem Motto: „Wenn ICH so aussehen kann, können Sie das auch. Wohl zu faul, oder?“

Schönheitsindustrie bietet alles, um dem Altern entgegen zu wirken

Was ich nicht alles an mir reparieren lassen sollte, wenn es nach der Schönheitsindustrie ginge: Facelifting, Fadenlifting, Schälkur, Cremes, deren Tubeninhalt scheinbar mit Gold aufgewogen wird, Falten-Unterspritzungen, Pilates, Yoga, Gymnastik, kübelweise Mineralwasser, um die Haut aufzuplustern, Meditation, Spezial-Dragees und so weiter. Ich komme gar nicht hinterher und habe festgestellt, dass es wesentlich einfacher ist, sich ohne Brille im Spiegel zu betrachten – da sehe ich nämlich immer noch klasse aus, denn ich bin stark kurzsichtig. Kann ich nur empfehlen. Es bringt ja nichts, sich über jedes Fältchen aufzuregen, davon gehen die nicht weg. Ich habe eher das Gefühl, sie werden bei Beachtung schlimmer.

Neulich war ich beim Hautarzt zum jährlichen Checkup. „Meine Freundin nimmt jetzt immer diese Kapseln mit Hyaluron“, erzählte ich ihm, während er mit dem Vergrößerungsglas um mich herumschlich. „Die sollen gut sein.“ „Kann sie gerne tun“, antwortete er lächelnd. „Sie darf nur nichts erwarten. Das einzige, das wirklich funktioniert, ist ein Lifting. Aber auch dessen Wirkung ist zeitlich begrenzt, und dann müssen Sie es wieder machen lassen.“

Ich muss dazu sagen, dass er keine einzige dieser Leistungen, weder Falten-Unterspritzungen noch Fadenliftings anbietet. Er meint, er hätte schon mit Hautkrankheiten genug Arbeit.

In Würde älter zu werden ist relativ hart, denn ich lebe in einem Zeitalter, in dem sich schon 30jährige alt vorkommen (warum eigentlich?), kenne Frauen, die einmal jährlich zum Fettabsaugen an den Bodensee fahren, sich mittags Botox spritzen lassen und spätestens mit 50 der blanken Verzweiflung anheimfallen.

Einfach mal prominente Frauen googlen!

Letzte Woche las ich einen Artikel über Katie Price, Englands berühmtestes Ex-Boxenluder, die von einem gewieften Paparazzi kurz nach ihrem letzten Lifting fotografiert wurde – mit noch blutigen Nähten neben den Ohren, schlampig in den Haaransatz geklemmten blonden Extensions, mit zugeschwollenen Augen und überproportional aufgespritzten Lippen.

Katie Price ist 41. Und während ich fassungslos das Bild der armen Frau betrachtete, drängte sich mir die Frage auf: „Was macht die, wenn sie 50 wird? Oder 60? Kopf ab und ein neuer drauf?“

Wenn es Sie interessiert, wozu die plastische Chirurgie mittlerweile imstande ist, googeln Sie „Mutter von Sylvester Stallone“. Die Dame wird geschmeidige 93, zumindest Teile von ihr. Das gilt übrigens auch für Cher, Meg Ryan oder Demi Moore. Gerne delektiere ich mich außerdem wohlig-schaudernd an Fotos von deutschen „Promis“, die des Guten etwas zu viel getan haben. Oder tun haben lassen. Ich mache das nicht aus Bosheit, sondern aus einer Art morbider Neugierde heraus, weil ich mir vorstelle, wie sie getrieben werden, immer auszusehen, als hätten sie ein Bild im Keller hängen, das an ihrer Stelle für sie altert.

Es ist ein sinnloser Kampf. Man kann eine Schlacht gewinnen, aber keinen Krieg. Und es ist mit dem Gesicht ja nicht getan, als da wären noch die Oberarm- und Hals-Straffung, die Straffung der Bauchdecke, ein Hals-Lifting, eine Korrektur der Schlupflider und für die ganz Gründlichen Hand-Implantate, denn an den Händen erkennt man das wahre Alter ohnehin sofort. Ein gutes Beispiel für gründliche Restaurierung ist auch Madonna, die jetzt mit 61 immer noch super aussieht, weil sie sich das leisten kann. Bei anderen ist es leider nicht so gut gegangen. Oft wirken die Gesichter aufgequollen oder unnatürlich verzerrt, oft wurde die Haut dermaßen gestrafft, dass sich die Augen zu Schlitzen verzogen haben. Auch dafür gibt es im Netz gute Beispiele.

Ich habe einmal aus Versehen beim Zappen eine Schönheits-OP im Fernsehen „erwischt“ und bin erschrocken hängengeblieben. Die schälen einem tatsächlich die Haut vom Gesicht wie einer Orange, schneiden etwas davon ab und nähen den Rest dann wieder an.

Jede einzelne Falte redlich verdient

Nur über meine Leiche. So eine Welt brauch‘ ich nicht, in der ich ständig jung und schön sein muss, um wahrgenommen zu werden. Ich habe keinen Grund, zu leiden, damit andere was Nettes anschauen können.

Jede einzelne Falte habe ich mir redlich verdient – in durchweinten Nächten, weil ich verlassen wurde, an Gräbern geliebter Menschen, beim Tierarzt in den letzten Minuten meiner Samtpfoten, in Krankenhäusern, wenn ich mich mich mühsam in die Welt der Gesunden zurückkämpfte. Ich würde keine einzige Falte wieder hergeben. Sie sind Zeugnisse eines Lebens voller Anstrengung, Hindernisse und Erfahrungen. Das bin ich. Wem’s nicht passt, der soll sich den „Pirelli“-Kalender oder den „Playboy“ kaufen. Gern geschehen.

Wo ist das Selbstbewusstsein von uns Frauen geblieben? Warum macht man sein Wohlbefinden an Äußerlichkeiten fest? Warum bitte denken 30- oder 40jährige, dass sie sich Botox spritzen lassen müssen? Die haben keine Ahnung vom Alter. Glauben Sie mir: Falten sind das kleinste Übel, wenn man beginnt, auseinanderzufließen wie zu weich geratener Kuchenteig. Da kommen ganz andere Nettigkeiten, auf die man sich freuen darf. Lieber Gott, ich nehm statt der Arthrose, dem Rheuma, Gicht oder Osteoporose lieber die Augenfalten. Dankeschön.

Da ich kein Hollywood-Star bin, tut’s für mich die fettige Creme von Doktor Grandel oder Clinique. Alle meine Freunde und Bekannten werden auch älter und damit naturgegeben weitsichtig, die sehen nicht mehr sonderlich gut, bei denen gehe ich als „gepflegte Erscheinung“ jederzeit durch. Und meine Oberarme kaschiere ich mit längeren Ärmeln. Für so was würde ich mich niemals unters Messer legen.

Geheime Beauty-Tipps von Promis oft amüsant

Am meisten amüsiere ich mich immer über die „geheimen“ Schönheitstipps weiblicher Prominenter. Da sitzt dann eine 50jährige, die wie 40 wirkt und behauptet, 30 zu sein, auf der Yogamatte mit anmutig verknoteten, schlanken Beinen und blickt versonnen in die Kamera.

„Was ist das Geheimnis Ihres jugendlichen Aussehens?“, fragt der Reporter.
„Äh, Wasser“, antworten sie dann immer lächelnd und zeigen zwei Reihen makelloser Implantate. „Rohkost natürlich auch. Und jeden Montagabend röste ich mir einen Grottenolm mit Rucola.“

Dann plaudern sie weiter über ihre Schönheitstipps und schwören, ihre feste Kinnlinie, die straffen Oberarme und die seitlich gezogenen Lider seien ausschließlich das Ergebnis von Mineralwasser, veganer Ernährung und Yoga.

Klar doch.

Wann ist das eigentlich passiert, dass man nicht mehr in Ruhe vor sich hin altern, in die Breite gehen und Kittelschürzen tragen darf? Oder wenigstens einen Trainingsanzug? Warum darf nicht einfach jeder rumlaufen, wie er möchte? Warum sehe ich bei Facebook 60jährige im Mini mit einem Oberteil, das bis zum Schambein dekolletiert ist?

Wie ich meine Mutter und meine Großmutter beneide. Die saßen abends mit den anderen Damen vom Haus zusammen im Garten, klimperten mit ihren Stricknadeln und waren mit sich und der Welt im Reinen. Bundfaltenrock, Beton-Dauerwelle, rote Holz-Pantoletten mit Lederriemen und fertig war die Laube. Es gab nicht das Konkurrenzdenken, es gab nicht das durch die Werbung in den Köpfen verankerte Massenbewusstsein: „Nur Schönheit zählt.“

Keine Lust auf Hanteln

Sicher, Cher sieht immer noch klasse aus, und in der Sitcom „Hot in Cleveland“, in der vier Singles zwischen 50 und 60 in einem kleinen Ort stranden und dort nur ärmellose Klamotten tragen, haben alle eine Bombenfigur und straffe Oberarme wie aus Plastik modelliert. Aber das setzt mich unter Druck, denn ich habe einen Vollzeitjob, mehrere Hobbies und nicht die geringste Lust, abends mit Hanteln durch die Wohnung zu turnen, nachdem ich gerade geputzt habe. Das können die Mädels aus der Traumfabrik gerne machen – die haben ja auch nichts anderes zu tun.

Da lobe ich mir Betty White, die „Rose Nylund“ aus „Golden Girls“. Die hat sich getraut, einfach älter zu werden, mit Hängebäckchen und einem Busen in Nähe ihres Bauchnabels, und macht es mit Humor wett. Betty sieht nicht aus, als hätte an ihr jemand geschraubt, gezerrt oder gespritzt, sie ist einfach nur alt und strahlt eine unbändig ansteckende Lebensfreude aus.

„Jung sein ist toll. Man muss nicht mal hübsch sein, um hübsch zu sein“, sagt Dorothy, eine von den „Golden Girls“, in der allerersten Folge zu ihrer Freundin. „Weißt du, was heute für mich jung ist? 40!“

Man sollte immer daran denken, dass, wie ich eingangs erwähnte, viele nicht einmal ihr 40tes Lebensjahr erreichen. Und man sollte sich beizeiten spirituelle, intellektuelle oder mentale „Vorräte“ schaffen, von denen man zehren kann, wenn sich die Proportionen verschieben wie bei einem schlecht aufgeblasenen Globus aus Gummifolie. Das wird passieren – geben Sie sich keinerlei Illusionen hin. Die Hüften werden breiter, die Taille verschwindet nach Paraguay, Nase und Ohren wachsen einfach weiter, und die Oberarme bedürfen ständigen Trainings, weil der Trizeps sich sonst im wahrsten Sinne des Wortes hängen lässt. Und hängen bleibt.

Buch, Hobbies & Co. gehen auch in späteren Jahren noch

Dann kann man, wenn man vorgesorgt hat, immerhin von seinen Vorräten zehren: Interessen, Hobbies, Talente, irgendwas, das nicht von Äußerlichkeiten abhängig ist. Wer ein gutes Buch zu schätzen weiß und einsieht, dass es mit 60 ein bisschen länger dauert, den Mount Everest hinaufzukraxeln, wird sich leichter tun, wenn er morgens in den Spiegel schaut. Den Berg erklimmen kann er trotzdem, nur eben ein wenig langsamer.

Wer aber seiner verlorenen Jugend hinterherrennt (und die ist wirklich weg und kommt auch nicht wieder…), dem wird irgendwann die Puste ausgehen bis er atemlos am Wegesrand sitzen bleibt. Es ist wie beim Hasen und beim Igel.

Irgendwann mutiert jeder von „attraktiv“ zu „gepflegte Erscheinung“. Irgendwann stellt jeder fest, dass die Restauration vor dem Ausgehen allmählich an Bauernmalerei erinnert und immer aufwändiger wird. Irgendwann landen beim Verreisen im Koffer nicht mehr nur Tanga und Zahnbürste, sondern Säurebinder, Interdentalbürsten und Schlaftabletten. Irgendwann wird man in der Pizzeria „Signora“ genannt werden und nicht – wie noch vor 5 Jahren – „Signorina“. Am besten stellt man sich darauf ein, dann erschrickt man nicht, denn es kommt wie ein Hammerschlag, wenn man bemerkt, dass andere einen als „älter“ wahrnehmen.

Das Wichtigste im Leben altert nie: unsere Lebensfreude, unser Charme, unser Charisma, unsere Begabungen und Vorlieben, und unsere Neugierde auf alles, das unser Leben weiterhin bereichern könnte. Und ein liebevolles Herz, eine begeisterungsfähige Seele, brauchen kein Botox – die bleiben immer 25. Ist das nicht schön?

Ich finde, das sind gar keine so schlechten Aussichten. Machen wir was draus!

Bildnachweis (Symbolbild): stock.adobe.com / Kontrastwerkstatt

Frau am Weihnachtsbaum

Weihnachten alleine zu Haus – eine Horrorvorstellung für viele Singles. Vor allem, wenn die Trennung frisch ist und der Liebeskummer noch sehr weh tut, dann sind die sich langsam nähernden Advents- und Weihnachtstage eine große emotionale Belastung. Das erste Weihnachten ohne den Partner? Kaum vorstellbar! Viele haben dann einfach nur einen Wunsch – sich zu Hause zu verkriechen und die Zeit möglichst schnell vorüber gehen zu lassen. Klingt verständlich, ist aber alles andere als empfehlenswert. Auch wenn es im ersten Moment absurd klingt: Gerade jetzt sollten Sie aktiv gegen diese dunklen Gefühle angehen.

Gestalten Sie die Festtage als IHRE Zeit – ganz bewusst als Single!

Machen Sie die Weihnachtstage bewusst zu Ihrem Fest. Mit diesen Tipps gelingt es Ihnen!

  1. Keinen Kontakt zum Ex

Ja, das ist sicherlich eine besonders schwierige Aufgabe. Ich weiß, der Griff zum Handy ist so verführerisch. Eben mal kurz hören, was er vorhat, wie es ihm geht… Vielleicht ist er ja auch allein. Bitte lassen Sie es! Vermeiden Sie gerade in der akuten Phase nach der Trennung jeden Kontakt, und ich meine wirklich jeden: Keine WhatsApp, keine Mail, nichts! Ihr Ex hat sich entschieden, machen Sie sich das immer wieder klar. Auch wenn Sie es sich wünschen: Es gibt kein Zurück! Jeder Kontakt nach einer Trennung reißt eine frische Wunde auf. Stellen Sie sich das so vor wie eine Verletzung, die mit einem Pflaster abgeklebt wurde. Sie kennen sicher diesen scharfen Schmerz, wenn man das Pflaster von einer frischen Wunde abreißt. Je häufiger Sie die Wunde aufreißen, desto schlechter heilt sie. Banal, aber das gilt auch für verwundete Herzen.           

  1. Sie sind eine starke Frau – Ihr Wohlbefinden ist nicht von Ihrem Ex abhängig

Auch wenn Sie sich im Moment eher klein, unattraktiv und elend fühlen – tief in Ihrem Innern gibt es diese Frau. Diese starke, autonome, neugierige und lebenslustige Frau, die Sie vielleicht einmal waren oder zu der Sie werden können. Sie müssen es nur wollen! Eine Trennung zu überwinden hat leider viel mit Disziplin und Wollen zu tun. Machen Sie jetzt den ersten Schritt. Ihre Weihnachtsfreude sollte nicht von Ihrem Expartner abhängig sein. Sie schaffen das auch alleine. Nehmen Sie dazu einmal eine andere Perspektive ein.

Welchen Rat würde man der Single-Freundin geben?

Was würden Sie Ihrer Freundin in genau Ihrer Situation raten? Machen Sie ein inneres Brainstorming und fragen Sie sich, was Ihnen jetzt guttun würde. Ich bin sicher, es fällt Ihnen etwas dazu ein. Und dann: Setzen Sie Ihre Ideen um. Aber setzen Sie sich bitte nicht unter Druck: Es müssen nicht die großen, bahnbrechenden Pläne sein: Im Moment geht es um kleine, erste Schritte in Richtung Autonomie. Wenn Sie das schaffen, sind Sie schon ein ganzes Stück weiter.     

  1. Gute Planung hilft

Jetzt bloß nichts dem Zufall überlassen. Werden Sie zur Strategin Ihres eigenen Festes. Füllen Sie die Weihnachtstage mit schönen Dingen. Treffen Sie sich mit Freunden, machen Sie es sich mit Büchern und Musik auf dem Sofa oder im Bett richtig gemütlich, besuchen Sie Konzerte, gehen Sie ins Kino, ins Theater – die Möglichkeiten sind vielfältig. Vor allem machen Sie etwas, was Ihnen Freude macht und Sie ablenkt. Wichtig ist jetzt, dass Sie nicht in ein emotionales Loch fallen.

Tapetenwechsel an Feiertagen hat sich bewährt

Falls Sie es zu Hause gar nicht aushalten, dann denken Sie über eine Reise nach. Ein Tapetenwechsel kann sehr hilfreich sein, denn nichts erinnert Sie an daheim. Es gibt Reiseanbieter, die sich auf Singles spezialisiert haben. Sie treffen dort garantiert auf Gleichgesinnte. Und wer weiß, vielleicht wartet sogar ein kleiner Flirt auf Sie.             

  1. Helfen Sie anderen Menschen   

Klingt paradox, funktioniert aber! Wenn Sie anderen Menschen helfen, helfen Sie sich selber. Einer meiner Klienten hat sich nach der Trennung entschieden, Weihnachten Obdachlosen zu helfen. Er hat sich ein Weihnachtsmannkostüm besorgt, einen Jutesack mit Obst gefüllt, zwei Flaschen Schnaps besorgt und etwas Bargeld mitgenommen. Heiligabend ist er dann losgezogen, hat die Obdachlosen besucht und sie mit seinen Geschenken versorgt.

Sich sozial zu engagieren kann helfen

Aber das Wichtigste und Schönste: Er ist mit Ihnen ins Gespräch gekommen und hat viel über deren Sorgen und Träume gehört. So hat er die Weihnachtsnacht auf den Straßen Hamburgs verbracht und sich um andere Menschen gekümmert, die es noch viel schwerer hatten als er. Noch nie sei er Weihnachten so nahe gewesen, hat er mir später erzählt. Es waren glückliche und berührende Momente, die er an dem Abend hatte. Sein Liebeskummer hat in diesen Stunden keine Rolle gespielt. Ich bin mir sicher, dass er sich an dieses Weihnachten immer erinnern wird.     

  1. Schauen Sie nach vorne! 

Stellen Sie sich vor, Sie hätten eine Zeitmaschine und würden ein paar Jahre weiter in Ihre Zukunft reisen. Dieses erste Weihnachten alleine, das Sie jetzt so quält, liegt dann weit zurück. Nutzen Sie die ruhige Zeit der Weihnachtstage, um sich ein wenig in die Zukunft zu träumen: Wie wollen Sie leben, haben Sie vielleicht eine Familie, einen spannenden Job?

Die Zukunft imaginieren

Was ist Ihnen wichtig, was macht Sie und Ihr Leben aus? Mentale Distanz hilft, um Abstand zu sich selbst zu gewinnen. Ich verspreche Ihnen, ihr Liebeskummer wird vergehen. Ja, es wird dauern, aber im kommenden Jahr wird sich Weihnachten schon viel leichter anfühlen. Und denken Sie immer daran: Sie sind das Beste in Ihrem Leben! 

In diesem Sinne: Kümmern Sie sich gut um sich selber. Ich wünsche Ihnen eine gute Adventszeit und schöne Weihnachtstage.   

Über die Gastautorin:

Heike Klopsch ist Herzkümmerin aus Leidenschaft. Als ausgebildeter systemischer Coach und Prozessbegleiterin (aetk.de, DCV zertifizierte Ausbildung) begleitet sie Menschen durch schwere Liebeskummer-Phasen. Was sie besonders an dem Thema fasziniert? „Liebeskummer hat ein enormes Powerpotenzial, es ist toll zu sehen, was Klienten ab einem bestimmten Punkt alles in ihrem Leben bewegen.“ Mehr Informationen finden Sie auf: www.herzkuemmerei.de. 

Bildnachweis: stock.adobe.com / Kalim
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„Last Christmas I gave you my heart“ – so beginnt der Song, der alljährlich aufs Neue gespielt wird, wenn die Adventszeit in greifbare Nähe rückt. Das Lied ist mittlerweile zum Kultsong avanciert, obwohl es bekanntlich viele Leute gibt, die „Last Christmas“ überhaupt nicht mehr hören können.

Andrew Ridgeley dagegen bemerkt das Lied nicht einmal mehr, wenn es irgendwo gespielt wird. Lediglich die Tantiemen, die dafür regelmäßig auf seinem Konto eingehen, nimmt er wahr. So ist es im aktuellen SPIEGEL, Ausgabe 49/2019, zu lesen. Und der Mann von dem die Rede ist – Andrew Ridgeley – ist der einstige zweite Part von Wham!, dem einstigen Pop-Duo, das doch eher von George Michael geprägt wurde.

Gegenstück von Wham! ist öffentlich kaum wahrnehmbar

Obwohl Ridgeley ein ebenso guter Sänger war, wie der charismatische George, wurde er schon damals – zu HOCHzeiten von Wham! – eher in der zweiten Reihe wahrgenommen. Heute ist er öffentlich kaum noch wahrnehmbar. Kein Wunder: Der heute 56jährige hat sich seit dem Ende von Wham! ins Private zurückgezogen und macht auch nicht durch Skandale oder Plaudereien aus seinem Privatleben von sich reden.

Bekannt ist, dass Ridgeley bis 2017 mit der Bananarama-Sängerin verheiratet war. Beide hatten es sich einst auf eine Farm in Cornwall eingerichtet. Dort lebt er heute noch und bekennt sich öffentlich dazu, ein Fan des Landlebens zu sein.

Dass das Gegenstück des erfolgreichen Musik-Duos derzeit überhaupt in den Schlagzeilen ist, liegt an der Autobiographie, die Andrew Ridgeley veröffentlicht hat und die dieser Tage auf Deutsch erschienen ist. „WHAM! George & ich“ heißt das Werk, in dem der Künstler über die Zeit mit seinem Schulfreund George Michael schreibt. Und über den kometenhaften Aufstieg der Sänger, dem sich die Trennung der beiden anschloss.

Dreckige Wäsche Fehlanzeige!

Dreckige Wäsche wäscht der stilvolle Brite dabei nicht. Wie es sich für einen waschechten englischen Gentleman gehört, übt er auch im Buch vornehme Zurückhaltung im Zusammenhang mit seinen Erinnerungen.

Sehr sympathisch! Zudem passt zu dem einstigen WHAM!-Part das Sprichwort: „Der Gentleman genießt und schweigt“. Das geht auch im Zusammenhang mit Tantiemen. Die dürften auch zukünftig reichlich für Ridgeley fließen – „Last Christmas“ sei Dank!

Bildnachweis: picture alliance / Photoshot

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Weißeritztalbahn

Hoffentlich fällt kommendes Wochenende im Erzgebirge Schnee! Denn er sorgt für die ultimative Atmosphäre, die diese wunderbare Region erst so richtig zum Weihnachtsland werden lässt. Aber auch ohne die weiße Pracht erwartet Besucher, die sich am ersten Adventswochenende 2019 auf die weihnachtliche Zeit einstimmen wollen, ein echtes Highlight: Deutschlands erster befahrbarer Weihnachtsmarkt! Unter dem Motto „Bimmelbahn & Lichterglanz“ lädt die Weißeritztalbahn am kommenden 1. Adventswochenende dazu ein, im Rahmen von außergewöhnlichen Fahrten an verschiedenen Erzgebirgs-Weihnachtsmärkten Station zu machen.

„Bimmelbahn & Lichterglanz“- Vorweihnachtliches Familien-Highlight

Die Initiatoren werben für das stimmungsvolle Erlebnis so:

„Wie einer Perlenschnur gleich, reihen sich die Themen-Bahnhöfe der Weißeritztalbahn von Freital über Rabenau, Dippoldiswalde bis zum Kurort Kipsdorf. In weihnachtlicher Atmosphäre werden erzgebirgische Traditionen lebendig: Schauen Sie Handwerkern über die Schulter, basteln gemeinsam mit Ihren Kindern und lauschen den spannenden Erzählungen der Märchenfee. Lassen Sie sich vom Wintersport wie zu Großvaters Zeiten beeindrucken, helfen Sie beim Pyramide anschieben oder entspannen einfach mit einem köstlichen Glühwein-Dippl am Feuer.“

Eine wirklich schöne Idee, die vor allem bei Familien toll ankommen dürfte!

Das ist aber längst noch nicht alles, was in der Erzgebirgsregion auf Schienen in der kalten Jahreszeit – auch über die Weihnachtszeit hinaus – geboten wird.

Wie die Verantwortlichen mitteilen, haben auch die beiden Schwesternbahnen der Weißeritztalbahn, die Lößnitzgrundbahn (Radebeul Ost – Moritzburg – Radeburg) und die Fichtelbergbahn (Cranzahl – Kurort Oberwiesenthal), tolle Angebote in petto.

Fichtelbergbahn lockt mit „Dampf- & Räuchertour“

So dürfte bei der Lößnitzgrundbahn wohl die originelle Glühweinfahrt „Weiß & Heiß erobert Dampfzug“ am 18. Januar 2020 und am 08. Februar 2020 zahlreiche Besucher anlocken.

Voranmeldungen hierfür sind denn auch erwünscht.

Die Fichtelbergbahn lockt unter anderem mit der „Dampf- & Räuchtertour“, bei der sich die Gäste im Räucherkerzen herstellen ausprobieren können. Zudem gibt es hier die „bewirtete Lichterfahrt“, mit Glühwein und Weihnachtsmarktbesuch, die in diesem Jahr aber bereits ausverkauft ist. Wer mag, reserviert sich diesen Weihnachtsknüller gleich für das nächste Jahr und ist dabei, wenn das charmante Gefährt durch das vorweihnachtliche Erzgebirge fährt.

Alle Infos zu den außergewöhnlichen Touren erhalten Sie hier und hier.

Bildnachweis: Andreas Schmidt / SDG Sächsische Dampfeisenbahngesellschaft mbH

 

 

 

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Grabstein

Nur ein sanfter Fingertipp auf einen Bildschirm und schon sind auf dem Friedhof Sequenzen aus dem Leben der verstorbenen Oma zu sehen. Als Kind, zur Hochzeit, mit ihren Kindern, im Alter…Alles untermalt von einer geschmackvollen Animation, die dezent daherkommt.

Was zunächst befremdlich klingt, ist in der Praxis vielleicht bald schon gang und gäbe: Grabsteine mit integriertem Bildschirm. Peter Lutz, ein 34jähriger Steinmetz aus Tirol hat einen solchen speziellen Grabstein entwickelt. Und sogar schon die erste Kundin dafür gewonnen: Die Innsbruckerin Sandra Massimiani hat die digitale Technik in das Vorsorgefamiliengrab installieren lassen. Die Gründe, warum sie das tat, äußerte sie in einem Artikel von tirol.ORF.at. Demnach sieht sie die Möglichkeit der Darstellung von Verstorbenen mit einem digitalen Grabstein besser gegeben, als wenn nur die kurze Inschrift auf dem Stein Informationen über den oder die Verstorbenen preisgibt.

Digitaler Grabstein kommt mit Bildschirm daher

Wie der Entwickler Peter Lutz gegenüber dem Nachrichtenmagazin SPIEGEL sagte, muss man sich die Nutzung des Bildschirms so vorstellen, dass man ihn per Handy, mittels QR-Code, der auf dem Grabstein zu finden ist, aktiviert. Dabei ist freilich im Vorfeld schon eine Zugangskontrolle eingerichtet worden, so dass die Angehörigen entscheiden können, wer die digitalen Inhalte am Grab sehen soll.

Die Zuschauer können sowohl Videos als auch Bilder betrachten, sogar Audio ist möglich. Hier würden diese Audiodateien dann über das Smartphone abgespielt – per Kopfhörer.

Steinmetz Peter Lutz glaubt nicht daran, dass sich kleine Gemeinden, die dem digitalen Trauern bislang kritisch oder ablehnend gegenüberstehen, diesem Fortschritt auf Dauer verwehren können. Das geht ebenfalls aus dem Artikel im SPIEGEL hervor.

Doch wie ist das eigentlich mit der Wetterfestigkeit? Immerhin bedeutet ein digitaler Grabstein auch sensible Technik und die sollte nun nicht gleich beim ersten Starkregen kaputt gehen.

Die Technik einer solchen Grabstätte muss wind- und wetterfest sein.

Steinmetz Lutz hat sich hierauf bei der Entwicklung des neuartigen Grabsteins fokussiert, denn natürlich muss sowas wind- und wetterfest sein. Auf tirol.ORF.at kann man dazu folgendes nachlesen:

„(…)Der Bildschirm werde deshalb mit speziellen Folien abgedichtet und aussilikoniert. Zugleich werde er in ein Gehäuse eingebaut, vergleichbar mit einer Blackbbox in einem Flugzeug. Betrieben wird der Bildschirm mit Solarenergie.(…)“

Klingt professionell! Und der Tüftler hat im Zusammenhang mit seiner Erfindung noch weitere Asse im Ärmel. Zitat von tirol.ORF.at:

„(…)Neben Fotos und Videos bietet der digitale Grabstein auch ein virtuelles Gästebuch, in dem Angehörige und Bekannte Nachrichten hinterlassen können. Gerade bei einer großen Verwandtschaft oder wenn die Familie im Ausland verstreut lebt sei das eine gute Lösung, so Massimiani. Man müsse nicht mehr am Friedhof stehen, um zu zeigen, dass man an einen Verstorbenen denke.(…)“

Interessante Möglichkeiten also, die jedoch auch viel Kritik auf den Plan rufen. Viele erinnern an die jahrhundertealte Tradition, ein Grab lediglich mit Blumen, Kerzen und auch mal einer kleinen Figur zu schmücken und sehen in der Digitalisierung des Trauerns einen Eingriff in das herkömmliche Gedenken.

Auch in Deutschland schon interessante Entwicklungen

Es wird zukünftig also an den Angehörigen liegen, was sich durchsetzt. Und an den zukünftigen Toten selbst. Denn schon heute kann man – im Falle, die örtliche Friedhofsverwaltung erlaubt es – seine digitale Grabstätte planen. Auch in Deutschland gibt es dahingehend interessante Entwicklungen.

So hat es auch Peter Lutz schon gemacht.

Gegenüber dem SPIEGEL sagte er, auf die Frage, ob er sich denn schon Gedanken zu seinem eigenen Grabstein gemacht hätte, folgendes:

„Ich habe darüber nachgedacht. Mein Grabstein wird auch einen Bildschirm tragen. Der soll ein Foto von mir zeigen und wohl auch etwas über unsere Firma. Unser Betrieb existiert ja bereits in der sechsten Generation.“

Nun denn: auch in Sachen Trauer bleibt es also spannend!

Bildnachweis (Symbolfoto): pixabay.com

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Polizist

Es ist der Single-Klassiker schlechthin: Im Supermarkt die Frau oder den Mann des Lebens zu sehen, es aber verpassen, sie oder ihn anzusprechen. Unzählige Geschichten erzählen davon, seit den digitalen Zeiten auch im Web.

Frauen wie Männer klagen in anonymen Foren, in Gruppen sozialer Netzwerke oder in Diskussionsforen von (Frauen)Medien ihr Leid über verpasste Gelegenheiten und die entschwundene Traumfrau. Oder den entschwundenen Traummann. Oft sieht man das Objekt der emotionalen Begierde noch zum Auto entschweben, das war es dann aber meist auch. Allerdings nicht für alle Personengruppen: Polizisten beispielsweise könnten in einer solchen Situation im Dienstcomputer nachsehen und checken, welche Person sich hinter dem Autokennzeichen, auf das man(n) einen Blick erhaschen konnte, verbirgt.

Einige Polizisten missbrauchen ihre Stellung für Schnüffeleien

Und einige tun es auch. Das zumindest berichtet das Nachrichtenmagazin SPIEGEL in seiner Ausgabe 45 / 2019. Unter der Überschrift „Die Privatschnüffler“ führt das Medium verschiedene Fälle auf, in denen Polizeibeamte ihre Befugnisse missbrauchten und sich einfach per Computer auf der Dienststelle die Adressen derer Personen besorgten, die sie interessieren. Da recherchierte ein männlicher Polizist die Daten einer Frau, die ihm gefiel, eine Polizistin forschte mithilfe ihrer dienstlichen Möglichkeiten die neue Partnerin ihres Ex-Mannes aus und wieder ein anderer Polizist stand einfach vor der Tür eines Mannes, dessen Auto ihm gefiel. Und dessen Adresse er im Dienst recherchiert hat, weil er den Wagen kaufen wollte.

Fälle, die ungeheuerlich sind, aber einen dennoch nicht überraschen. Warum? Nun: Weil man sich denken kann, dass die Beamten – nicht alle freilich, aber einige – ihre Stellung ausnutzen, um an sensible Daten für den Privatbereich zu kommen. Man ahnte das immer und so mancher weiß auch, dass es so ist.

Wer hat nicht schon von der Bekannten gehört, die da bei der Polizei jemanden hat, der „mal nachgucken“ kann, ob der Ex tatsächlich umgezogen ist? Oder von einem Kumpel, der „seine Quellen“ bei der Polizei immer mal spielen lässt?

Fakt ist: Es menschelt überall. Auch bei der Polizei. Und auch wenn es strafbar ist, was manche Beamte da machen, so wäre es sicher naiv zu glauben, dass sämtliche Beamten hier standhaft bleiben und ihre Stellung niemals ausnutzen.

Geldstrafe für Beamte, die privat nach Infos suchten

Dass dafür allerdings Strafen drohen, ist nur konsequent. Und so erfährt man aus dem besagten SPIEGEL-Artikel auch, dass beispielsweise eine Frau, deren Autokennzeichen ein Polizeibeamter dafür genutzt hat, um an ihre privaten Daten heranzukommen, den betreffenden Beamten angezeigt hat. Er musste ein Bußgeld zahlen. Ebenso der Polizist, der sich widerrechtlich die persönlichen Daten vom Besitzer seines Traumautos beschaffte und dieses kaufen wollte. Auch er musste Strafe zahlen.

Ob man allerdings jene Beamte für eine Strafzahlung ausfindig machen konnte, die im Rahmen eines Konzertes von Helene Fischer in Frankfurt die privaten Daten der Sängerin ausspähten, ist nicht bekannt. Irgendein Interesse seitens der Polizei muss da gewesen sein, Zitat SPIEGEL:

„(…)Laut Landespolizeipräsident tippten sie immer wieder „Helene Fischer“ in den Computer – insgesamt 83-mal in einer Nacht“.

Ob sie entsprechende Informationen gefunden haben, wird freilich nur erfahren, wer da „einen guten Draht“ zu den Polizeibeamten hat. Gut möglich, dass jene, die die Infos abriefen, dies im kleinen, privaten Kreis ausplaudern.

Wie gesagt: Es menschelt überall. Im Guten, wie im Schlechten.

Bildnachweis (Symbolbild): stock.adobe.com / LIGHTFIELD STUDIOS