In diesen Tagen ins Grüne rauszugehen, ohne auf viele andere Menschen zu treffen, dürfte in Städten oder dicht besiedelten Gegenden ein Ding der Unmöglichkeit sein. Hier den empfohlenen Corona-Mindesabstand von circa 1,50 Meter einzuhalten, schafft man unter diesen Vorraussetzungen wohl kaum. Deshalb lohnt es sich aktuell, lieber ein paar Kilometer weiter in die aufblühende Natur zu fahren und die Einsamkeit zu suchen.

Abgeschiedene Waldwege laden zum Spazierengehen ohne andere Leute ebenso ein, wie so manches Kleinod, das man auf diese Art gleich mal noch nebenbei entdecken kann. Auch wer seine Heimat und deren Umland gut kennt, wird staunen, was es so für Orte gibt, die einem bislang verborgen blieben. Sich hier das eine oder andere – bislang unbekannte – Ausflugsziel zu erschließen, dürfte eines der wenigen positiven Dinge sein, die die derzeitige Corona-Krise bietet.

Ein Auto ist oftmals die Voraussetzung, Kleinode zu entdecken

Wald

Auf einsamen Waldwegen lässt es sich herrliche Frischluft tanken, ohne dass man anderen Leuten begegnet.

Die einzige Voraussetzung ist allerdings – wie eingangs schon angerissen – ein Auto. Ohne selbiges geht es nicht, um aus dem eigenen Umfeld hinauszukommen und bis dato unbekannte Orte, an denen sich keine anderen Menschen tummeln, zu entdecken.

Spitzenreiter dürfte hier nach wie vor der Wald sein. Mit vielen einsamen Wegen ausgestattet, macht er es einem leicht, ganz allein und ohne andere Menschen in der Nähe seiner (Spazier)Wege zu gehen.

Aber auch alte Schlossanlagen, die abseits des Bekanntheitsgrades von Sanssouci & Co. hinter Wäldern oder in Auen thronen, lohnen sich. Die sich meist anschließenden, großzügigen Parkanlagen laden zum Erkunden und Entspannen ein, ohne dass man großartig anderen Leuten begegnet. Und wenn doch, kann man den empfohlenen 1,50-Mindestabstand locker einhalten oder aber sieht etwaige andere Menschen nur aus der Ferne.

Wichtig ist eigentlich nur, Ausflugsziele, die mit Einsamkeit locken, erst einmal zu finden. Nicht selten entdeckt man schöne oder/und verwunschene Orte auch durch Zufall. Bei einer Fahrt ins Blaue zum Beispiel, die man mit unbestimmtem Ziel antritt und dabei einfach so umherfährt. Wer hierbei mal da und mal dort hält, wird garantiert neue und ihm noch unbekannte Ausflugsziele entdecken.

Vitamin D tanken an einsamen Orten

Einmal aufgestöbert, kann man solche Orte in den aktuellen Corona-Tagen immer wieder ansteuern und dort – ohne Menschenmassen und manchmal sogar ganz alleine – wichtiges Vitamin D tanken.

Einsame Spazierwege sind in diesen Tagen Trumpf!

Probieren Sie es ruhig mal aus: Suchen Sie sich ihren einsam-verwunschenen Lieblingsplatz und steuern Sie ihn aller paar Tage an. Ihr Immunsystem wird es Ihnen in diesen so unruhig gestarteten Zwanzigern danken – garantiert!

Und: Bleiben Sie gesund!

Unsere Ausflugslocations in den eingefügten Bildern:

Titelbild: Schlosspark Schloss Zschepplin

Bild 2: Einsamer Waldweg im Presseler Heidewald/Moorgebiet

Bild 3: Am Schloss Zschepplin

Bildnachweise: privat

 

 

 

"

Andrea Teichmann

Seit knapp drei Wochen sind die Kindergärten, Tagespflegen und Schulen wegen des Coronavirus geschlossen. Wie Sie als berufstätige Mutter trotzdem einen angenehmen Familienalltag gestalten, möchte ich Ihnen in meinem Artikel aufzeigen. Als vierfache Mutter habe ich fünf konkrete Tipps zusammengestellt, wie Sie ohne Lagerkoller Freude in dieser außergewöhnlichen Zeit erleben und dennoch beruflich erfolgreich bleiben können. Auch an Tagen, an denen scheint nichts zu funktionieren scheint. Da hilft nur eines: Die Ruhe bewahren!

Kinder, Homeoffice & Co.: Ruhe bewahren!

6.30 Uhr, morgens in Deutschland: Der Einjährige zetert, weil er sein Brot selbst schmieren möchte. Der Vierjährige kippt seinen Orangensaft über sich, die Sechsjährige findet ihre Brille nicht und der Achtjährige ist in sein Buch vertieft.

8.05 Uhr, wenn dies ein normaler Tag wäre, hätte mein Mama-Job Pause, aber nun sitzen, laufen und rollen hier vier Kinder durch die Küche. Zwei Kinder sollen ihre Schulaufgaben machen, der Einjährige malt mit den Stiften seiner Geschwister den Tisch an, den Vierjährigen habe ich aus den Augen verloren und eigentlich muss ich verschiedene Marketingaufgaben erledigen und habe gleich noch eine Videokonferenz.

Kennen Sie das? Wenn die Doppelbelastung in Zeiten von Corona echt an den Nerven zerrt? Der volle Schreibtisch, der im Arbeitszimmer steht und ruft: „Wann kommst Du bitte?!!“ Die Kinder, die beschäftigt werden möchten und der Haushalt mit Essen, Putzen etc. steht auch noch an. 

Den Familienalltag entspannter gestalten

Ich möchte Ihnen einen Einblick in meinen neuen Alltag geben, denn wir Mütter sind mit unseren diversen Aufgaben nicht allein. Und ich gebe Ihnen Tipps an die Hand, wie Sie Ihren Familienalltag entspannter gestalten.

Seit über zwanzig Jahren gebe ich verschiedene Sportkurse für Eltern und Kinder zu Land und zu Wasser. Zusätzlich bin ich Dipl. Medienwirtin (FH) und Werbekauffrau und arbeite online als virtuelle Marketingberaterin. Zwar pausieren meine Kurse im Moment, aber der Marketingschreibtisch liegt trotzdem voll. Hätte man mir vor einem Jahr erzählt, dass ich irgendwann mal Homeschooling mit meinen Kindern machen, ich hätte Ihn ausgelacht. Durch den Beruf meines Mannes haben wir ihn schon auf Geschäftsreisen begleitet und dort fand ich das Homeschooling sehr anstrengend. 

Allerdings geht es gerade fast allen Müttern mit Kindern, die gleichzeitig berufstätig sind und ihre Kinder zu Hause betreuen, so. In normalen Zeiten haben wir schon ein Familienleben mit vielen Absprachen, mit einem guten Netzwerk. Was empfehle ich Ihnen, damit der Alltag mit Kindern und Job gelingt? Und Sie nicht auffrisst wegen der vielen, oft flexibel zu handhabenden Tätigkeiten?

5 Tipps für berufstätige Mütter die Zeit, Geld und Nerven sparen

  • Verabschiede Sie sich von Perfektion! Während ich mit meinem ersten Kind noch versucht habe, alles perfekt zu machen, habe ich in den letzten Jahren mehr und mehr beschlossen: Ich kann nicht in allen drei Bereichen Hundert Prozent leisten – und will das auch nicht. Denn das geht nur auf Kosten meiner Gesundheit, meiner Laune und dazu gebe ich das falsche Signal an meine Umwelt: Wenn sie alles kann, braucht sie keine Hilfe. Und mal ganz ehrlich, im Moment bekommt es nicht mal jemand mit, wenn die Wäschekörbe einem Tannenbaum ähneln. 
  • Homeschooling kann Spass machen! In der ersten Woche war das Homeschooling bei uns eine Katastrophe. Gerade mein Ältester hatte überhaupt kein Verständnis dafür, warum er Corona-Ferien hat und trotzdem Schulaufgaben machen muss. Um einen Überblick zu bekommen, wer was machen muss, habe ich Kisten für die Fächer angelegt und diese mit den Kindern entsprechend einsortiert. Jeder hat einen eigenen Rhythmus. Daher dürfen die Kinder morgens länger schlafen oder spielen. Aber spätestens ab 9 Uhr sitzen die beiden Schulkinder an ihren Aufgaben. Welche Aufgaben sie erledigen, haben wir vorher grob besprochen. Allerdings gibt es auch keinen festen Ort, wo sie die machen sollen. Ihre Hausaufgaben haben sie bis jetzt immer an ihrem Schreibtisch erledigt, aber neue Zeiten, erfordern neue Ideen. Vormittags versuche ich Kleinigkeiten an meinem neuen Schreibtisch zu erledigen – am Küchentisch. Allerdings habe ich festgestellt, dass es keinen Sinn macht, wenn das Sachen sind, wo ich hochkonzentriert sein muss. Mittags essen wir, wie immer gemeinsam und dann gibt es eine Mittagspause. Der Jüngste schläft, die anderen sind leise in ihren Zimmern oder im Tobekeller. In dieser Zeit wissen sie, dass ich mich konzentrieren muss. Deshalb hängt ein von mir selbst entwickeltes Türschild an meiner Tür. Am Nachmittag schauen wir, wie das Wetter ist und was wir machen können. Videokonferenzen mache ich entweder in der Mittagszeit oder aber ich erkläre meinem Gegenüber, dass meine Kinder eventuell mal durch das Bild laufen könnten. Abends wenn die Kleineren schon schlafen und die Größeren noch lesen, sitze ich wieder am Schreibtisch und erledige die restlichen Sachen. Wenn ich zu müde bin, dann stehe ich am nächsten Morgen früher auf und erledige es dann.
  • Überlegen Sie, welche Aufgaben im Haushalt Sie mit den Kindern gemeinsam machen können! Meine Kinder helfen schon vor der Corona-Zeit mit, aber da wir ja noch mehr zu Hause sind, binde ich sie beim Kochen mit ein oder wir spielen eine Runde Socken-Memory. Sie glauben nicht, wie viele Socken in einer sechsköpfigen Familie anfallen. 
  • Binden Sie Ihren Lebenspartner von Anfang an aktiv in das Familienleben mit ein! Ein großer Fehler ist es, erst alles auf sich zu nehmen und erst später Pflichten zu teilen. Wöchentliche Absprachen, wer was zu tun hat, sind eine Notwendigkeit. Mein Mann kann leider kein Homeoffice machen und ist sehr viel unterwegs. Aber trotzdem sprechen wir über den Wochenablauf.  
  • Verschaffen Sie sich einen Freiraum! Eine halbe Stunde abends lesen oder eine Sportauszeit. Und verabschiede Sie sich von einem schlechten Gewissen, denn aus diesen kleinen Pausen schöpfen Sie jede Menge Kraft, die Sie brauchen und die einem gut tun.

Für mich sind all diese Tipps wesentlich geworden, damit wir keinen Lagerkoller bekommen und entspannt durch diese verrückte Zeit kommen.

In diesem Sinne bleiben Sie gesund!

Über die Autorin

Gastautorin Andrea Teichmann (im Bild), deren Kinder zwischen eins und acht sind, ist Gründerin von Aqua Fun Aktiv. Zusammen mit ihrem Team bietet sie Wasser -& Landkurse für Kinder, Schwangere und Familien an. Vom Babyschwimmen über die Krabbelgruppe bis zur Aquagymnastik für (auch schwangere) Mamas sowie Schwimmkurse und Fitnesstraining auf dem Wasser ist alles dabei. Seit über zwanzig Jahren leitet Andrea als Fachübungsleiterin für Orthopädie, Aquagymnastik für Schwangere, Aquarückbildung und Gesundheitstraining für Kinder die verschiedensten Kurse, in denen sie ihre Wasserbegeisterung an kleine und große Wasserratten weitergibt.

Als vierfache Mutter versteht Andrea Teichmann die Ängste und auch die Unsicherheit, die man mit einem Baby im Wasser hat. In ihrem Elternratgeber „Wasser-Wonne – Schwimmen mit kleinen und großen Babys“ verrät sie Tipps und Tricks, wie aus kleinen große Wasserratten werden.

Bildnachweis: Andrea Teichmann

 

 

"

Edda Schmidt

Firmenjubiläen, Empfänge, rauschende Feste und offizielle Veranstaltungen: Das ist normalerweise das Parkett, auf dem sich Unternehmerin Edda Schmidt (im Bild) bewegt. Mit ihrem Cateringunternehmen beliefert sie Events unterschiedlicher Couleur und gehört jetzt – in der Coronakrise – zu jenen, deren Branche von heute auf morgen nahezu gekappt worden ist. Denn bekanntlich dürfen derzeit keine Zusammenkünfte mit vielen Personen durchgeführt werden – Ende nicht abzusehen.

Mittagessen für die Nachbarschaft im Kiez

Für viele gastronomische Einrichtungen und Unternehmen bedeutet das das Aus. Ein dramatischer Zustand, den es so hierzulande noch nicht gegeben hat. Nicht selten helfen aber Pragmatismus und Ideenreichtum – Attribute mit denen Unternehmerin Schmidt aus Leipzig schon immer aufwarten kann. Kam es ihr zunächst gar nicht ungelegen, mal ein paar Tage kürzer zu treten, so merkte sie bald, dass das nichts für sie ist. „Rumsitzen kann ich nicht!“ – sagt die Powerfrau und ließ sich vom Sender MDR Sachsen im beschaulichen Gohlis – einem Stadtteil der Pleißemetropole – für einen Radiobeitrag in die Töpfe gucken.

Dort quackerte gerade eine orientalische Linsensuppe und brutzelte im Ofen schon eine leckere Pasta. Mittendrin erzählt Edda Schmidt dem Reporterteam, wie sie ihren Cateringservice für die Businessklientel zu einem Solidaritätsprojekt für die Nachbarschaft im Kiez umfunktionierte. Auf Vorbestellung gibt es nun täglich ein Mittagessen – zum fair-moderaten Preis! Fünf Euro berechnet die Kochfee pro Mittagsgericht. Mit der leckeren Offerte hat Edda Schmidt vor allem ältere Menschen und Leute im Homeoffice im Visier.

Fertiggerichte oder gar Dosenkost kommen der ehemaligen sächsischen Weinkönigin allerdings nicht in den Topf: Gekocht wird absolut frisch, vor allem gute Hausmannskost. Krautwickel und Sächsische Kartoffelsuppe kommen an: Dank Mundpropaganda und den sozialen Medien fanden sich schnell Abnehmer für Schmidts leckeren Mittagstisch. Die Hälfte der Gerichte ist vegetarisch und Wünsche der Kunden stehen hoch im Kurs.

Hygienische Vorschriften werden penibel eingehalten

Bezahlt wird in bar – in eine Schale gleich neben der Durchreiche, die sich in diesen Zeiten im Kochstudio als superpraktisch erweist. Die Hygiene ist also gewährleistet und die Deckung der Kosten zumindest auch erst einmal.

Mit Zukunftssorgen belastet sich Edda Schmidt nicht. „Dann wäre man nicht arbeitsfähig“ – so ihr knappes wie einleuchtendes Statement dazu. Immerhin kann sie in vielen Belangen an ihr normales Business andocken, wenn auch auf schmalerem Level. Das ist mehr, als viele andere Menschen, die um den Fortbestand des eigenen Unternehmens gerade bangen müssen, derzeit haben.

Ein Lieferservice wird übrigens auch angeboten: Ab einem Bestellwert von 50,00 € liefert die Unternehmerin frei Haus. Das darf gerne auch mal außerhalb des Kiezes sein!

Bildnachweis: Edda Schmidt

 

"

Schwangere Frau

Dass werdende Väter die Geburt im Kreißsaal begleiten, ist der Wunsch vieler werdender Mamas. Seit Corona gelten aber auch hier andere Spielregeln. Viele Geburtsstationen bzw. Kreißsäle in Deutschland lassen derzeit keine Ehemänner oder Partner zu einer Geburt mehr zu. Der Grund dafür sind fehlende Schutzanzüge, Masken und Desinfektionsmittel. Das geht aus Berichten des SWR hervor, der dazu mehrere Beiträge veröffentlicht hat.

Betreten der Kreißsäle für viele werdende Väter verboten

So heißt es zum Beispiel auf der Seite von swr.de:

„(…)Weil es derzeit in vielen Kliniken im Land durch die Corona-Krise zu wenig Schutzmaterial gibt, dürfen Väter oft nicht mehr bei Geburten dabei sein. Das bereitet Familien große Sorge. Ingrid Mollnar vom Hebammen-Landesverband Rheinland-Pfalz sagt: „Ganz dringendes Problem bei uns ist im Moment sowohl in der Klinik als auch in der Freiberuflichkeit die Versorgung mit Schutzkleidung.“ Durch die Corona-Krise fehle es an Schutzkitteln, Häubchen, Handschuhen, geeignetem Mundschutz und Desinfektionsmittel. Auch wenn man volles Verständnis dafür habe, dass Väter bei der Geburt dabei sein wollen: Um Schutzkleidung zu sparen, müsse es derzeit ohne Väter gehen.(…)“

Verständlich, dass die werdenden Mütter – und Väter! – über diese Maßnahme nicht erfreut sind, ganz klar. Aber dennoch sollten die Frauen, die in diesen Tagen ein Kind erwarten, den Mut nicht verlieren und an die Millionen Frauen denken, die ihre Kinder auch ohne den Partner an der Seite zur Welt gebracht haben.

Dass Väter bei der Geburt dabei sind, gibt es noch nicht allzu lange

Es war ja nicht immer so, dass der Ehepartner oder Lebensgefährt mit in den Kreißsaal durfte. In Westdeutschland ist das seit den siebziger Jahren üblich, in der DDR gab es das gar nicht.

Zudem verträgt so mancher Mann den Anblick seiner gebärenden Frau im Kreißsaal eher schlecht, nicht wenige Partner der werdenden Mamas sind auch schon mal umgefallen. Dass sie dann eher eine Last für das Kreißsaal-Personal sind, ist klar.

Und auch unter heutigen Bedingungen – in Zeiten der Corona-Krise und der fehlenden Schutzausrüstungen – wäre ein begleitender Partner wohl auch eher Last denn Bereicherung. Insofern sollte die Vernunft siegen, auch wenn das für die eine oder andere werdende Mutter keine leichte Situation ist.

Wie bereits erwähnt: Der Trost, dass es so viele andere Frauen auch ohne den Partner geschafft haben, muss jetzt gelten.

Alles andere wäre fahrlässig. Für alle Beteiligten!

Bildnachweis: stock.adobe.com / Tomsickova
"

Auch das stylishste Anwesen hat sie meist: Eine Abstellkammer. Der kleine Nebenraum, der oftmals versteckt in der Nähe der Küche liegt, ist allerdings häufig ein einrichtungstechnisches Stiefkind. Egal, ob in der Luxusimmobilie oder im Reihenhaus der Nachbarn von nebenan. Nicht selten herrscht in Räumlichkeiten dieser Art Unstrukturiertheit, die schnell auch mal im Chaos enden kann. Kein Wunder – müssen doch Altpapier, alte (Pfand)Flaschen, Getränkekästen, der gelbe Sack, Besen, Eimer und Schrubber dort untergebracht werden. Und häufig vielerlei Krimskrams mehr. Geschenkpapier, Geschenktüten, Geschenkband, Vorräte, Küchenrollen, Toilettenpapier sind weitere Dinge, die zumeist in der Abstellkammer gelagert werden und deren Anordnung – wenn sie ohne Struktur aufbewahrt werden – schnell in einem großen Durcheinander enden kann.

Abstellkammer – oft das räumliche Stiefkind im Haus

Wer hier die eigene Situation in seinem Haushalt wieder erkennt und schon immer mal seine Abstellkammer besser strukturieren und aus dem kleinen Nebenraum einen Hort der Ordnung machen wollte, sollte jetzt weiterlesen. Denn ich möchte Ihnen den Weg vorstellen, den ich in Sachen Neuordnung meiner Abstellkammer gegangen bin.

Unser „Vorher“!

Unser Kämmerchen war – das muss man einfach sagen – am Anfang nach dem Einzug in`s Haus ein Stiefkind in Sachen geordneter Einrichtung. Wir hatten ein Regal dort drin, zwei Behälter für die gelben Säcke und eine Kiste für Papiere. Letztere war meist nach sieben bis zehn Tagen schon rappelvoll und im Regal stapelten sich mit der Zeit allerlei Dinge, die weder geordnet noch strukturiert dort untergebracht waren.

Meist wurden Sachen wie Geschenkpapier, die Bauklebebandrolle, Fliegenbänder, Vorräte und Putzmittel einfach in das Regal dazugestellt. Zwar in separate Etagen aufgeteilt, aber dennoch mit dem Ergebnis, dass man kaum fand, was man brauchte und viel Zeit zum Suchen aufwenden musste. Die großen Taschen mit leergetrunkenen Pfandflaschen,

die auch noch dort herumstanden, bis der nächste Supermarkt-Trip anstand, taten ihr übriges…! Das nebenstehende „Vorher“-Bild spricht sicher für sich.

Zeit also, nun auch der Abstellkammer eine Schönheitskur zu verpassen. Nachdem sich unsere Familie zunächst auf die Haupträume konzentriert und diese saniert hat.

Behältnisse für Papier, Altglas & Co. am wichtigsten

Ich beschloss deshalb, mich im Internet nach Mobiliar für unsere Kammer umzutun. Am wichtigsten waren mir Behältnisse für Papier, Altglas und Pfandflaschen. Ausschau wollte ich auch nach einer Hängeaufbewahrung für Besen, Schrubber und Kehrblech halten.

Inspirieren ließ ich mich von toll eingerichteten und strukturierten Abstellkammern auf Pinterest. Sie dienten als Vorlage für meinen Streifzug nach Produkten für unsere Abstellkammer im Web. Zunächst klickte ich auf Amazon.de. Und wurde fündig. Komplett. Der Versandriese hielt tatsächlich alles parat, was wir für das schmale Räumchen benötigten.

Nachher…

Zuerst musste ein neues Regal her. Und zwar eines, das sehr hoch war und mit mehr Stauraum aufwartete. Immerhin muss bei uns neben den Basic-Dingen, wie Putzmittel, Pfandflaschen, Vorräte, Papier und Zubehör aus Haus und Hof auch allerlei Krimskrams, wie Geschenktüten (irgendwie kommen immer neue nach, die ich aufhebe, siehe Bild), Bastelzeug und Haushaltskleinigkeiten untergebracht werden.

Da war es mir nur recht, dass Amazon Regale anbot, die von der Höhe her so beschaffen waren, dass sie in unserer Abstellkammer fast bis an die Decke reichten. Ich schlug online zu! Parallel dazu besorgte ich mir bei ALDI im Angebot (war Zufall, dass die das gerade in der Aktion hatten) noch Aufbewahrungsboxen, die in Regalen noch mal zusätzlich für Ordnung sorgen sollten.

Das Ergebnis ist im Bild links zu sehen. Eher per Zufall entdeckte ich auf Amazon einen Getränkekasten-Halter, der im Bild in der Mitte zu sehen ist. Er bietet insgesamt Platz für drei Getränkekästen und ist ziemlich praktisch. Auch, weil er sich schmal macht.

Im Regal gut zu sehen sind auch die schwarzen Aufbewahrungsboxen, die es bei ALDI im Angebot gab. Auch online. Leider sind sie derzeit – Stand Mitte März 2020 – nicht im Discounter erhältlich. Hier kann nur wer mit diesen Ordnungshelfern liebäugelt, darauf hoffen, dass die Behälter demnächst einmal wieder im Angebot sind.

Natürlich gibt es solche Plastikboxen auch anderswo, allerdings kaum zum unschlagbaren Preis von 2,99 Euro pro Stück, wie ALDI sie anbot. Aber wie gesagt: Die Dinger kamen mir in meiner Planungsphase für die Abstellkammer eher zufällig unter.

Endlich Struktur in der Abstellkammer!

Gezielt geschaut habe ich noch nach Sortierbehältern für die oben erwähnten Dinge, die im Alltag stets anfallen und schnell Chaos oder/und Unordnung verursachen. Also: Pfandflaschen, Papier, Altglas und so weiter.

Endlich Ordnung für Papier & Co.!

Auch hier bietet der Online-Riese Amazon eine große Auswahl. Entschieden habe ich mich für die auf dem Foto abgebildeten hellen Sortierbehälter, die allerdings sehr lange auf sich warten ließen. Gelohnt hat sich der Kauf dieser Dinger aber auf jeden Fall, denn hier sind nun ganz entspannt so Sachen wie unsere Pfandwasserflaschen, Küchenrollen, Papiermüll und Altglas untergebracht. Sortiert und ordentlich, kein Vergleich zu unserer früheren Unstrukturiertheit!

Wer also jetzt Lust bekommen hat, seine Abstellkammer in ein Ordnungsparadies zu verwandeln: Ich stelle nachfolgend alle Produkte mit der erwähnten Amazon-Bezugsquelle online. Auch die Halterung für Besen, Schrubber und Kehrblech, die auf dem Foto, das das Regal abbildet, rechts im Bild etwas zu sehen ist. Daneben haben wir noch eine Staubsauger-Halterung angebracht, die nicht zu sehen ist, aber sich auch als überaus nützlicher Helfer für uns entpuppt hat.

Mein Fazit zur Umgestaltung der Abstellkammer: Es lohnt sich und ist mit den Produkten aus dem Internet auch ruckzuck bewerkstelligt. Wobei ich natürlich auf männliche Hilfe in der Familie zurückgegriffen habe.

Das Kämmerchen wurde im Vorfeld noch mal durch gestrichen, die hässliche Decke wurde entfernt und auch den Aufbau der georderten Ordnungshelfer hat der Mann im Hause übernommen. Samt Bohrmaschine, Dübel & Co….! Wer sich in diesem Zusammenhang allerdings professioneller Hilfe bedienen mag, der kann in Sachen Abstellkammer auch einen Ordnungscoach buchen – siehe hier.

Bildnachweise: stock.adobe.com / Valerii Honcharuk, privat

"     

Frau Beine

Neulich im Supermarkt: Eine bildhübsche junge Frau in engen Jeans läuft an mir vorbei. Ihr auf Taille geschnittener Kapuzenparka in Kombination zur windschlüpfrigen Jeans, die hohen Stiefeletten und das klitzekleine Designertäschchen mit dem Gucci-Logo erwecken den Eindruck, als hätte sie sich auf dem Weg zum Casting für eine Model-Show verlaufen.

Mit wallender Mähne, perfekt gezeichneten Augenbrauen und eisiger Herablassung sieht sie durch mich hindurch und schreitet dann graziös in Richtung Ausgang, begleitet von einer mir unbekannten Duftnote nach Patschuli und Zimt. Amüsiert schaue ich ihr nach. Niedliche Mütze, tolle Figur, aufrechter Gang. In ihrer Jeans würde ich mich vermutlich fühlen, als hätte man mich für einen Sado-Maso-Streifen verschnürt. Die dunkle Wolke an Haaren wurde wahrscheinlich heute Morgen penibel in Form gebracht.

Damals konnte ich alles tragen

Vom aufwändigen Make-Up ganz zu schweigen. Das Mädchen erinnert an die Zeit, als ein abgebrochener Fingernagel oder ein winziger Pickel am Kinn für mich den Abend ruinierte.

Als ich in der Disco stündlich auf dem Klo mein Make-Up überprüfte, und als ich mich beim Pizza-Essen mit Freunden auf eine Peperoni vom Nachbarteller beschränkte, um weiterhin in Größe 34 zu passen. Alles konnte ich damals tragen – vom weit ausgestellten Tellerrock bis zur hautengen Leggings, vom Bleistiftrock bis zum Abendkleid in A-Linie. Und tat es auch.

Denken Sie jetzt nicht, ich stünde gerade vor dem Supermarkt-Gewürzregal in ausgelatschten Boots, schmuddeligem Shirt und einer Frisur, die aussieht wie das Innere eines Staubsaugerbeutels. Ich habe nur damit aufgehört, perfekt sein zu wollen. Es war mir schlussendlich zu viel Arbeit, und es hat wahnsinnig viel Zeit gekostet. Irgendwann stand der Aufwand in keiner Relation mehr zum vermeintlichen Nutzen. Heute habe ich keine Ahnung mehr, warum ich mich viele Jahre lang so reglementiert und diszipliniert habe. „Praktisch“ bedeutet ja nicht gleichzeitig, sich gehen zu lassen.

Kurz sehe ich an mir herab. Dezente Stiefel von Marc’O Polo in neutralem Kackbraun, dunkelblauer Daunenmantel von Ralph Lauren, No-Name-Jeans, und ein zwar älterer, aber flauschiger Pulli aus 100 % Kaschmir, den ich mit Haarshampoo wasche und liegend trockne. Designerklamotten mit riesigem Logo auf Brust oder Rücken habe ich aus Prinzip ohnehin nie getragen. Das Zeug ist teuer genug, warum sollte ich zusätzlich für die Edelmarken showlaufen?

Der Kleiderschrank quillt nicht mehr über!

Seit längerem quillt mein Kleiderschrank nicht mehr über mit hochhackigen Pumps, für die man in manchen Ländern einen Waffenschein bräuchte, mit enganliegenden Etuikleidern und dazu passendem Blazer, mit Hosenanzügen aus Kammgarn und Seide, mit Gürteln in verschiedenen Farben von Prada, Armani oder Gucci. Aus die Maus.

Mittlerweile schleppe ich meine samstäglichen Einkäufe in flachen Stiefeln zum Auto und überlege mir morgens, was am jeweiligen Tag zu tun ist. Danach richtet sich meine Kleiderwahl. Ich besitze einen riesigen Fundus aus Jeans, T-Shirts, Long-Pullovern und Sneakern, dazu massenhaft flache Lederstiefel von Ralph Lauren, weil ich die Marke mag. Die ungetragenen Stiletto-Pumps von Guess liegen jetzt in einem Karton, den ich irgendwann auf den Flohmarkt schleppen werde. Diese Pumps habe ich mir drei Tage vor meinem Zehenbruch gekauft, bald dürfen sie jemand anderen glücklich machen. Sie hätten der jungen Frau im Supermarkt bestimmt prima gestanden.

So praktisch dachte ich nicht immer. Ehe ich nämlich früher beispielsweise ungeschminkt aus dem Haus gegangen wäre, hätte ich mich lieber erschossen.

Allein der Aufwand, den ich mit meinen Haaren betrieb, erhielt mehrere Friseursalons am Leben. Sie sollten mal meine Hochleistungs-Föhne im Badschrank sehen. Ich habe mir seinerzeit zwei gekauft, damit ich einen für den Notfall in Reserve habe. So was wird heute gar nicht mehr gebaut. Jeder von denen könnte eine Katze ins nächste Dorf blasen. Heute erhitze ich mit diesen Geräten Schrumpffolie zum Einschweißen meiner handgemachten Seifen.

Geschminkt beim Camping

Mit 20 fuhr ich mit meiner Freundin Susi zum Campen an den Gardasee. Jeden Abend baute ich vor dem Zelt einen kleinen Tisch auf, holte meinen bis zum Bersten gefüllten Schminkkoffer und bemalte mich für den Abend. Ein kleines Mädchen vom Nachbarzelt kam dann jedes Mal mit ihrem Blasebalg, um mir die selbstverständlich frischgewaschenen Hare zu trocknen. Oft wurde ich von amüsierten und fassungslosen Touristen während meiner Sitzungen fotografiert: vor Bergen von Fläschchen und Döschen, in der Hand einen riesigen Rouge-Pinsel, angestrengt mein Gesicht in einem Rasierspiegel musternd, damit mir nur ja kein noch so winziger Pickel entginge.

Ein anderes Mal war mein rechter Arm wegen eines Motorrad-Unfalls bis zur Schulter in Gips. Freunde fuhren mich abends zu einem Date, und ich schaffte es tatsächlich, ausschließlich mit der linken Hand, auf dem Rücksitz eines Autos in völliger Dunkelheit mein Make-Up zu vervollständigen. Ich war ein Profi.

Als ich wegen einer Gallenblasen-OP ins Krankenhaus musste, ließ ich mir zuvor eine fluffige Dauerwelle legen und lackierte mir die Nägel in knalligem Pink, denn ich wollte auch in Narkose gut aussehen. Die Geschichte ging übrigens nicht gut aus, denn als ich nach vier Wochen im künstlichen Koma aufgeweckt wurde, hing mein Haar wie Schnittlauch ins Gesicht und von meinen knallpinken Fingernägeln war nicht mehr viel übrig. Als ich später zum ersten Mal in einen Spiegel blickte und mein ausgezehrtes Gesicht nicht auf Anhieb erkannte, brach ich in Tränen aus.

Ich war ein ernster Fall…!

Kaum war ich wieder in der Lage, eine Gangschaltung zu bedienen, vereinbarte ich einen Termin mit meiner Kosmetikerin und fuhr schweißgebadet, vor Anstrengung keuchend, zu ihr. Die vier Stufen zu ihrer Praxis hoch schaffte ich mit Pausen, aber so wollte ich nicht rumlaufen, nicht mal halbtot.

Sie sehen – ich war ein ernster Fall.

Jahre zogen ins Land, meine Kosmetikprodukte wurden hochpreisiger, weil ich es mir leisten konnte, aber  nicht weniger. Immer noch quoll mein Badschrank über mit Cremes, Tuben, Kajalstiften, Lidstrich, Lidschatten, Rouge-Puder und Lippenstiften, von denen ich ungefähr 80 Stück besaß. Ausschließlich von Clinique, Shiseido, Kanebo oder Helena Rubinstein. Da war mir nichts zu teuer. Diese Lippenstifte verteilte ich griffbereit im Auto, sämtlichen Handtaschen, Jeans-Hosentaschen oder auf dem Couchtisch, damit ich immer einen zur Hand hatte. Spiegel brauchte ich keinen, denn nach ein paar Jahrzehnten Übung, und bei Verwendung transparenter Farben, kann man sich auch ohne die Lippen nachziehen.

Meine Ansprüche an mich selbst waren hoch. Alles musste zusammenpassen: die Handtasche zu Gürtel und Schuhen, der Lippenstift zu Kostüm und Bluse. Ich orientierte mich mit militärischer Disziplin an teilweise überkommenen Regeln wie „no brown after six“ oder „niemals eine weiße Handtasche nach September“. Übertreten hätte ich diese Regeln niemals. Da war ich eisern.

Geboren wurde ich als „echte“ Blondine – mit blonden Haaren, Augenbrauen und Wimpern. Im Laufe der Jahre verwandelte sich allerdings diese Farbe in eine Art „Straßenköterblond“, das von meinem Friseur „aschig“ genannt wurde.Aber dann kam der 18.12.93, und mit ihm mein erstes Date mit einem Mann, in den ich sehr verliebt war. Unentschlossen musterte ich mich vor dem Spiegel. „Blonde Strähnen würden alles auflockern“, flüsterte die unzufriedene kleine Stimme in mir, wegen deren Quengelei ich immer so viel Zeit für mein Äußeres aufwendete, also fuhr ich zum Friseur, wo ich mir normalerweise nur einmal im Vierteljahr die Spitzen schneiden ließ.

Auf einmal war ich blond

„Was machen wir?“, fragte eine freundliche Friseurin, als sie mir das Plastikmäntelchen umlegte. „Ich möchte Strähnen“, antwortete ich. „Goldblond wäre gut.“

Kurze Zeit später kam sie mit einer kleinen Schüssel zurück und begann, eine weiße Creme auf meinem Kopf zu verteilen. Das kam mir spanisch vor, aber sie würde wissen, was sie tat, dachte ich.
Damals bekam ich zum ersten Mal die Haare gefärbt und brauchte tatsächlich eine ganze Stunde, um das zu kapieren. Das Blond war aber hübsch, es gefiel mir. Da ich niemand bin, der wegen verschütteter Milch jammert, sagte ich mir: „Ist nun mal so, hör auf zu jammern“, und ließ es von da an alle sechs Wochen nachfärben.

Es ging anfangs nicht immer gut. Einmal bemerkte ich am Morgen nach dem Friseurbesuch im hellen Tageslicht, dass meine Haare dieselbe Farbe hatten wie meine ausgewaschene Jeans: Hellblau. Ein anderes Mal schimmerten sie grünstichig, denn ich war frisch gefärbt im Freibad gewesen. Und wieder ein anderes Mal blätterte die Haut hinter meinen Ohren in großen Schuppen ab. Aber von solchen Kleinigkeiten lässt sich eine Frau wie ich nicht irritieren.

Im Jahre 2000 ließ ich mir dann in einem Anfall von Wahn die Haare in Dunkelbraun färben, weil ich dachte, es wirke seriöser. Das war für mich als Natur-Blondine keine wirklich gute Idee, denn es sah scheiße aus. Ich war zu blass, meine Augen zu blau, und der Farbton wirkte rötlich, statt brünett. Im Grunde hätte ich zusätzlich noch eine komplett neue Garderobe gebraucht, da ich plötzlich Orange und Froschgrün tragen konnte, zwei Farben, in denen ich normalerweise aussah wie beim Auskurieren eines Magen-Darm-Virus. Und alle meine „Blondinen“-Outfits wirkten fade.

Das neue Ich war zeitaufwändig

Zeitaufwändig war dieses neue brünette Ich auch: Schon eine Woche nach dem Färben begannen meine Haare in Aschblond nachzuwachsen, das aber aussah wie Grau. Ich kaufte mir ein paar Tuben Tönung, versaute mindestens 10 Handtücher, färbte aus Unfähigkeit die Kopfhaut mit, und bemerkte entsetzt, dass meine Dusche nach jeder Benutzung aussah wie die Filmsequenz in „Psycho“, in der die Blondine erstochen wird. Irgendwie hatte ich mit braunen Haaren noch mehr Arbeit als zu meiner aschigen Zeit.

„Bitte, mach sie wieder blond“, flehte ich meinen Lieblingsfriseur nach fünf Wochen an. „So einfach funktioniert das nicht“, erklärte er mir bedauernd. „Ich kann sie dir jetzt nicht einfach wieder blond färben, da gehen die Haare kaputt. Wir hellen es nach und nach auf, aber mit knapp zwei Jahren musst du rechnen.“ Es waren verdammt lange zwei Jahre. Kurz vor deren Ablauf schaffte ich es immerhin bis zu einem glänzendhellen Rotton, mit dem ich wirkte wie frisch aus Irland eingeflogen.

Kurz vor meinem 40ten Geburtstag beschloss ich, künftig ein Fitness-Studio aufzusuchen, das taten alle, und ich wollte nicht der faule Sack sein, der sich nicht um seinen Muskeltonus kümmert. Also trainierte ich dreimal wöchentlich  morgens um 7:00 Uhr, denn ich musste nach dem anschließenden Duschen sofort zur Arbeit. Zwei Jahre hielt ich durch. Während dieser Zeit fühlte ich mich so  stark wie der „Hulk“, lief aufrechter und trug bei fast  jedem Wetter ärmellose Klamotten. Dann verpasste ich wegen höherem Arbeitsaufkommen den ersten Termin. „Ach, diese Woche lass ich mal aus, ich hab mir eine Pause verdient“, dachte ich. „Da kann ich auch nächsten Montag weitermachen.“

Das Fitnessstudio sah ich nur noch beim Vorbeifahren

Ich ging nie wieder hin, und ich fand immer neue Ausreden. Zwar zahlte ich noch 10 Monate weiter meine Beiträge, aber das Studio sah ich nur noch beim Einkaufen, wenn ich dran vorbei fuhr.
Zum Ausgleich schaffte ich mir, getrieben von guten Vorsätzen, zuerst ein Rudergerät, dann einen Crosstrainer an. Falls Sie Bedarf haben…

Zwei Jahre später ging das mit den Gelnägeln los. Alle meine Freundinnen hatten welche, also wollte ich die auch. Bis zu diesem Zeitpunkt benutzte ich normalen Nagellack, den ich einmal in der Woche erneuerte. Aber natürlich bekam ich das nie so hin wie zum Beispiel meine Bekannte Sissi, die auf ihren Fingernägeln quasi das Fresko der Sixtinischen Kapelle in Strass auf Acryl spazieren trug. So was musste ich haben!

Da ich zeitlich sehr eingebunden war und keine Zeit für lange Autofahrten hatte, dauerte es eine Weile, bis ich jemanden in der Nähe fand: eine Hausfrau im Nachbarort, die sich nebenbei was dazuverdiente und ein paar Kurse in Nageldesign absolviert hatte. Sie verpasste mir French Manikure. Es war elegant, es sah unglaublich gepflegt aus, und stolz wedelte ich bei Gesprächen fortan mit den Händen vor meinem Gesicht herum, damit es auch jeder sehen konnte.

Niemand hat mich vor „Nebenwirkungen“ gewarnt

Niemand hatte mich vor den „Nebenwirkungen“ gewarnt: An der Kasse im Supermarkt konnte ich weder das Wechselgeld vom Transportband aufklauben, noch die EC-Karte aus dem Fach im Portemonnaie fieseln, weshalb ich dazu überging, der Kassiererin flehend meinen Geldbeutel mit geöffnetem Münzfach oder meine bittend ausgestreckte Handfläche entgegen zu strecken. Die aber legte jedes einzelne Mal wieder mein Wechselgeld mit verstohlenem Grinsen auf das Laufband.

Bis heute habe ich keine Ahnung, wie andere Frauen das mit ihren Nägeln hinbekommen. Ich selbst hatte beispielsweise Probleme damit, eine Bluse auf- oder zuzuknöpfen, denn ich kriegte die Knöpfe nicht zu fassen. Bei der Arbeit vertippte ich mich ständig, weil ich  drei Buchstaben anschlug, anstatt einem. Tippen habe ich nämlich auf uralten mechanischen Maschinen gelernt, auf deren Tastatur man mit dem Hammer hauen musste.

Auch Gartenarbeit war eine frustrierende Beschäftigung geworden. In die üblichen Gartenhandschuhe passten meine langen Nägel nicht rein, Gummihandschuhe machte ich sofort kaputt. Zupfte ich Unkraut mit nackten Händen, sah ich hinterher aus, als hätte ich soeben ein Grab geplündert, ganz zu schweigen von der Mühe, die Nägel mit einer Bürste wieder zu sauber zu bekommen. Mein Leben war  umständlich geworden. Gepflegter, aber umständlich.

Meine Nägel waren dünn wie Papier

Nach eineinhalb Jahren ließ ich die Gelschicht entfernen und erschrak: Die Nägel waren dünn wie Papier geworden. Das können Sie wörtlich nehmen. Sie rissen bei der kleinsten Kleinigkeit bis ins Fleisch, waren am Ansatz entzündet, und ich konnte immer noch keine Bluse zuknöpfen, weil es höllisch schmerzte. Weiß an den Nägeln hatte ich gar keines mehr. Es sah schrecklich aus und ich versteckte die Hände, mit denen ich vor kurzem noch begeistert herumgewedelt hatte, von da an schamhaft unter dem Tisch. Nicht mal mit Nagellack konnte ich das Elend überdecken, dazu waren meine Nägel viel zu kaputt.

Vor einigen Jahren begann der Trend mit den gemalten Augenbrauen. Meist sind sie dunkel und deutlich gezeichnet. Sehr viele junge Frauen tragen sie. Nein. Da mach ich nicht mit, das würde nur schiefgehen, ich kenne mich. Jahrelang ließ ich meine Brauen vom Profi zupfen und färben, aber es kam jedes Mal etwas anderes dabei heraus. Erstens hielt die Farbe nie länger als zwei Wochen, zweitens gerieten die Brauen entweder zu dick oder zu dünn. Wahlweise sah ich aus wie Marlene Dietrich nach einer Sauftour oder Bette Davis in „Wiegenlied für eine Leiche“.

Mein Gesicht pflege ich seit meinem 18ten Lebensjahr konsequent, da las ich nämlich in der „Cosmopolitan“, dass man gar nicht früh genug damit anfangen könnte. Über Jahrzehnte besuchte ich allmonatlich meine Kosmetikerin, die auch ausgebildete Visagistin war, und verließ ihr Studio nie ohne eine prall gefüllte Tüte mit Cremes, Lidschatten oder Lippenstiften, denn sie war nicht nur kompetent, sondern auch geschäftstüchtig.

Den Kosmetik-Termin verpasste ich nie

Nie verpasste ich einen Besuch, denn meine Fee zupfte mir nicht nur lästige Härchen vom Kinn, sie verpasste mir auch nach jedem Termin ein super Make-Up, mit dem ich aussah wie eine Mischung aus Michelle Pfeifer und Sharon Stone, wenn ich mit meinem Tütchen zum Parkplatz wankte. „Wanken“ deshalb, weil das Zeug in der Tüte ein Vermögen kostete. Aber ich gönnte mir ja sonst nix, vor allem keine Kalorien.

Seit meinen jungen Jahren befand ich mich nämlich auf Dauerdiät. Ich sehe mich heute noch mit 19 im Kreis meiner Freunde in der Pizzeria sitzen. Alle aßen, nur ich hatte nichts bestellt und zupfte hungrig eine Peperoni vom Teller meines Nachbarn. Noch heute kann ich Ihnen den Kaloriengehalt aller gängigen Grundnahrungsmittel aufsagen. Die habe ich auswendig gelernt und kriege sie auch nicht mehr aus dem Kopf.

In meinen Vierzigern dämmerte mir schließlich, dass mein Leben stressig geworden war. Zusätzlich zum Vollzeitjob, einem riesigen Garten, Kinderbetreuung, Vereinsleben und häuslichen Pflichten kamen ja regelmäßige Besuche bei Kosmetikerin, Nagelstudio, Friseur, Fitness-Studio, dazu eine Diät nach der anderen. Als gepflegte Frau hat man eben nie Feierabend. Oder genug zu essen.

„Gepflegtsein“ wurde zum Fulltime-Job

Als das „Gepflegtsein“ allmählich zum Fulltime-Job mutierte, erreichten mich plötzlich innerhalb eines einzigen Monats mehrere Hiobsbotschaften. Meine Kosmetikerin wanderte aus und ließ mich sitzen. Das neue Fitness-Studio, in dem ich mich kurz zuvor reuig angemeldet hatte, wurde wegen Insolvenz geschlossen, meine Nägel unter dem Gel entpuppten sich als gesundheitsgefährdend ruiniert, und mein Lieblings-Friseur ging in den Ruhestand. Wer sollte mir künftig die Haare färben, mich beim Trizeps-Training beraten, meine Augenbrauen konturieren, mir teure Cremes ins Gesicht massieren? Ich war erledigt! Nach dem ersten Schock dämmerte mir, dass ich das auch positiv sehen könnte. Es war eventuell an der Zeit, diesen Wahnsinn etwas einzudämmen. Aber das klappte nicht von heute auf morgen.

Als dieser Bann erst mal gebrochen war, ging es schleichend weiter. Nachdem ich mir ein paar nagelneue sündteure Pumps von Prada im Abtropf-Gitter eines Bahnhofs ruiniert hatte, begann ich, öfter flaches Schuhwerk zu tragen. Irgendwann fand ich nämlich keinen ausreichenden Grund mehr für hohe Pumps beim Abholen von Leuten an Bahnhöfen oder beim Schlendern durch den Supermarkt, im Gegenteil. Irgendwann fing ich an, Jeans zu bevorzugen, und trug Kleider, vor allem eng geschnittene, nur noch im Sommer oder zu besonderen Anlässen. Irgendwann begann ich, lange Wintermäntel zu kaufen statt kurze, in denen ich ständig an den Schenkeln gefroren hatte. Irgendwann nahm ich fünf Kilo zu und suchte nicht sofort nach einem Hanfseil oder meldete mich bei den Weight Watchers an, sondern kaufte mir meine Klamotten eine Nummer größer.

Der praktische Stil kam schleichend

Ich rannte auch nicht von einem Tag auf den anderen los mit dem Entschluss, jetzt blindwütig nur noch „praktische“ Klamotten zu kaufen. Die schlichen sich nach und nach in meinen Schrank, weil ich bei jedem Teil heute gründlich überlege, wann ich es tragen könnte, wie oft, und zu welchem Anlass.

Wenn Sie wie ich oben auf einem Berg wohnen und die stark abschüssige Straße vor Ihrem Haus im Winter häufig gefroren ist, bevorzugen Sie vermutlich auch Schneestiefel mit dicken Sohlen. Ich hab jetzt ein hübsches Paar von Armani. Meine Stiefel mit hohen Hacken sind zu „Taxi-Schuhen“ mutiert, die trage ich nur noch, wenn ich höchstens fünf Meter damit laufen muss und dann in ein Auto einsteigen darf. Egal in welches.

Sneaker besitze ich mittlerweile in allen Farben und Formen, vor allem, seit ich mir vorletztes Jahr innerhalb eines Monats an jedem Fuß einen Zeh gebrochen habe, weil ich ganz offensichtlich zu blöd zum Barfußlaufen bin.

Und letztes Jahr besuchte ich tatsächlich ein Straßenfest, für das ich mich vor fünf Jahren noch voll in Schale geworfen hätte, in flachen weißen Sandaletten, Skinny-Jeans und einem langen Leinenhemd. Ist niemandem aufgefallen. Die Augenbrauen färbe ich seit Jahren mit einem speziellen Puder, der wie Lidschatten aufgetragen wird. Meine super coole Friseurin kommt mit dem Trike ins Haus, wenn ich mir das wünsche und macht aus mir wieder eine aschige Blondine. Ich trainiere regelmäßig mit  Hanteln vor dem Fernseher und mache Yoga, dazu muss ich nicht mal vor die Tür. Meine Nägel knipse ich einmal die Woche kurz. Sie sind gesund und in meinen Augen schön.

Designerkleidung kaufe ich immer noch gern!

Zwar kaufe ich immer noch gern Designerkleidung, aber eben funktionelle. Die gibt es tatsächlich. Von guter Qualität müssen die Klamotten sein, das ist mir wichtig. Und ich habe im Laufe der Jahre eine tiefe Abneigung gegen Kunstfasern entwickelt, weil ich jedes Mal eine gewischt kriege, sobald ich den Küchenherd oder eine meiner Katzen anfasse, wenn ich ein Polyestershirt trage. Sobald ich heute eines dieser Blüschen aus durchsichtigem Material durch meine Finger gleiten lasse, schaudere ich, obwohl die teilweise wirklich hübsch aussehen.

Letztes Jahr wollte ich mir eine halbe Stunde vor einem Termin die Zeit vertreiben und betrat die Filiale einer großen Bekleidungskette. Schon nach zwei Minuten standen mir im wahrsten Sinne des Wortes die langen Haare zu Berge. Fluchtartig verließ ich den Laden und habe ihn nie wieder betreten. Ob Sie es glauben oder nicht: Es knisterte da drinnen.

Ja. Ich bin praktisch geworden. Dafür kann ich jetzt aber Kopfsteinpflaster, sandige Kinderspielplätze oder verschneite Wege betreten, ohne Angst davor, mir alle Gräten zu brechen oder mir Absätze von sündteuren Schuhen zu reißen. Ich kann mich über die Tieflühltruhe beugen, und meine Kehrseite bleibt bedeckt. Ich kann mit meiner Freundin ein Restaurant besuchen, mir was bestellen, es tatsächlich essen und dann einen Nachtisch ordern. In den Kleidern, die ich vorher trug, hätte ich nach einem Teller Kraftbrühe genau überlegen müssen, wie tief ich einatme.

Lieber unscheinbar, als unübersehbar!

Vielleicht wird mir nicht unbedingt ein gutaussehender Mann die Tür aufhalten, wenn ich in meinen kackbraunen praktischen Stiefeln schwer beladen ein Geschäft verlasse, aber das nehme ich gern in Kauf. Lieber unscheinbar als unübersehbar, denke ich heute. Mann, war das anstrengend.

Vielleicht sind wir uns schon mal begegnet in letzter Zeit. Ich war die mit der weißen Handtasche. Im Dezember. Ja, ich hab’s tatsächlich getan: etwas Weißes nach September getragen.

Für mich ist das ein riesen Fortschritt. Oh – es klingelt.

Ich hoffe, das ist nicht die Modepolizei…!

Herzlichst,

Ihre Barbara Edelmann

Bildnachweis: stock.adobe.com / Kaspars Grinvalds

Frau auf Sofa

„Abserviert“ – Das ist im Volksmund eine Umschreibung für ein fieses Sitzenlassen in Zweierbeziehungen. Wie fies es in diesem Zusammenhang manchmal zugeht, kann man in diversen Frauenforen im Netz tagtäglich lesen. Meist im Zusammenhang mit Liebeskummer. Dass das Thema auf der gesamten Social-Media-Klaviatur eine Rolle spielt, zeigt aktuell ein Tweet auf Twitter, in dem eine Userin namens Pfefferine andere Twitter-Nutzer dazu aufruft, die blödeste Begründung zu schildern, mit der man mal abserviert wurde. Erwartungsgemäß kam ein bunter Reigen an Antworten zurück. Von Frauen und von Männern.

Sich das durchzulesen, hat durchaus einen Unterhaltungswert, auch wenn das Thema an sich natürlich ein Unschönes ist. Vor allem für die Betroffenen.

Abserviert – dazu gibt es unendlich viele Erfahrungen

Nachfolgend eine kleine Auswahl von wirklich blöden und fiesen Begründungen, warum man (oder FRAU) den jeweiligen Partner abserviert.

Userin „Mein zweites Ich“ schreibt folgendes:

„Du bist zu alt…Ich 25, die neue 15!, Er 38..“

Sehr skurril das Feedback von „Nayanee“, die mit einer ziemlich üblen Abservier-Nummer aufwarten kann:

„Wurde von seinem Bruder angeschrieben, dass mein Freund gestorben sei, es war ne Fernbeziehung und er hatte mir 3 Tage vorher am Telefon das erste Mal gesagt, dass er mich liebt. Auf Nachfragen was genau passiert ist kam keine Antwort. 5 Jahre später entdeckte ich ihn auf FB(…)“

Die Diskussion hielt – wie erwähnt – auch der eine oder andere männliche User mit am Laufen, so zum Beispiel „BulliTH“, der ein wahrhaft übles Abservier-Erlebnis twitterte:

Auch Männer beteiligten sich an der Diskussion

„Begründung“… zwar nicht, aber: Ich fuhr mal 200 km nach Aachen, um dort von meiner Freundin bei der Begrüßung zu erfahren, dass sie seit 3 Wochen einen anderen (angehenden Doktor) hat, aber nicht am Telefon Schluss machen wollte… Wieder 200 km zurück gefahren.“

Userin „Affenzirkus“ nahm es offenbar auf die Humorvolle und trägt mit folgendem Tweet zur Diskussion bei:

„Ich will keine Frau, die studiert hat. Denen ist der Job wichtiger als die Familie.“ Im Nachhinein bin ich so froh über die Körbe von den beiden (ist mir in der Art 2x passiert), ich würde für den FleuropDankeschönStrauss ne riesige Stange Geld in die Hand nehmen“

Schmunzeln kann man auch beim Tweet von „FrauHuhn“:

„Bei mir war es mit 14, die andere hatte – ich müsse da Verständnis haben – größere Brüste. Zum Trost würde aber sein bester Freund mit mir gehen wollen. Fürsorglich war er!“

Eher in die Kategorie „verletzend“ passt, was Userin „Bürorebellin“ schreibt:

Von humorvoll bis verletzend – das Abservieren kommt unterschiedlich daher!

„Vom Kopf her bist du perfekt. Aber körperlich geht das gar nicht.(…)“

„PeppersMom“ dagegen twittert folgendes:

„Er wollte eine Frau, die eher zu seinem ‚Status‘ passt und ging nach 6 Monaten Beziehung zu einer Anwältin ins Bett und dann in ihr Haus. (Sie hat ihn drei Monate später abserviert)“

Logisch, dass bei so vielen Feedbacks (der Tweet bekam eine riesige Menge an Antworten) auch der Klassiker des Abservierens nicht fehlen darf. Er lautet.

„Ich habe im Moment so viel Stress und melde mich wieder, wenn ich mehr Zeit habe.“

Getwittert hat diese Worte eine Userin mit dem Account-Namen „Sternchen“.

Trost für Liebeskummer-Geplagte: Es geht den Menschen wie den Leuten

Insofern: Es geht den Menschen wie den Leuten und vor allem für jene, die vielleicht tatsächlich gerade in diesen Tagen abserviert wurden, kann ein solcher Strang mehr als aufmunternd sein. Weil er zeigt, dass es anderen auch so geht. Dass man nicht alleine ist mit seinem Kummer und irgendwelchen (Ex)Partnern, die einen ja doch nicht verdient haben.

Wer alle Antworten im Original sehen möchte, der kann dies auf Twitter tun – und zwar hier.

Bildnachweis (Symbolfoto): stock.adobe.com / DimaBerlin

 

 

"

Supermarkt

Gelegentlich erinnere ich mich wehmütig daran, wie ich jeden Donnerstag nach Feierabend auf dem Heimweg meinen Lieblings-Supermarkt besuchte – einen schlampigen Laden voller unaufgeräumter Ecken, auch wegen der überall herumstehenden Wühlkörbe, die ihren Namen zu Recht trugen. Regelmäßig tappte man versehentlich in eine Milchpfütze oder Saft, den jemand auf dem Gang verschüttet hatte, oder hüpfte elegant drüber weg. Und mehr als einmal griff ich ins Regal und bekam eine aufgerissene Packung mit Schokoriegeln zu fassen, die jemand achtlos wieder nach hinten gestopft hatte.

Dieser Supermarkt war groß und unübersichtlich, und man konnte sich darauf verlassen, dass in einem der Gänge eine Glühbirne fehlte, was dem Ganzen einen heimeligen Touch verlieh. Bei Dämmerlicht sehe ich wirklich gut aus. Das dachte wohl auch der Manager des Ladens, denn wohin ich ging, da war er auch und beobachtete mich. Ich habe bis heute keine Ahnung, ob er mich für attraktiv oder eine Ladendiebin hielt.

Entspannt für die ganze Woche einkaufen – damals war`s!

In diesem Laden, der von der Waschmaschine bis zum Hartweizengrieß alles führte, erledigte ich meinen Einkauf für die ganze Woche, schob entspannt den Wagen durch die Gänge, vertrieb mir am Wühltisch die Zeit, gab immer mehr aus, als ich eigentlich wollte, und fuhr dann zufrieden nachhause.

Auch heute noch kaufe ich einmal pro Woche ein, denn ich wohne abgelegen und komme nicht täglich in die Stadt. Allerdings tue ich es seit ungefähr 10 Jahren nicht mehr so gern.

Mittlerweile fühle ich mich beim Betreten meines Supermarktes nämlich, als hätte man mich auf einem feindlichen Planeten mit unwirtlicher Atmosphäre ausgesetzt, fast wie in einem dieser Jump-and-Run-Computerspiele, bei denen man sich Sonderleben und Bonuspunkte erkämpfen muss.  Wöchentlich arbeite ich mich durch diese Melange aus Fahrstuhlmusik, Lautsprecherdurchsagen („Frau Weizenkeim bitte chridzr kdhrelri chrrr…“) und unfreundlichen Gesichtern, weiche aggressiven Kunden mit ihren Einkaufswägen aus und hüpfe zur Seite, wenn eine gestresste Mitarbeiterin ihren 15 Tonnen schweren Hubwagen hinter sich herzieht. Ich schaffe es gerade immer noch, aber es ist absehbar, wann eine meiner Zehen dran glauben muss.

Hektischer ist es geworden, mit viel mehr Kunden. Und kälter auch. Oft habe ich schon Einkäufe ohne jeglichen Blickkontakt hinter mich gebracht. Nicht mal die Dame an der Kasse sah hoch, als ich bezahlte. Die Leute starren alle auf den Boden oder fixieren einen imaginären Punkt. Es ist geradezu unheimlich. In den Gängen herrscht eine Atmosphäre von Hektik und Stress, als bekämen die Kunden Geld dafür, so schnell wie möglich wieder aus dem Laden zu verschwinden.

Alle haben es nur noch eilig

Von wegen: „Lächle, und du bekommst ein Lächeln zurück.“ Alle haben es eilig und huschen an einem vorbei, als müssten sie in der nächsten halben Stunde irgendwo eine brennende Ölquelle löschen. Vormittags um 10:00 Uhr. Niemand würde sehen, dass ich lächle, denn jeder tut, als wäre er allein hier.

Einkaufen im großen Supermarkt ähnelt heutzutage einem Erlebnisurlaub. Man muss aufpassen, wohin man tritt, sich bemühen, den in eine Richtung krängenden Wagen in der Spur zu halten, Einkaufswägen von anderen Leuten ausweichen, die einem mit den Dingern in die Flanken fahren, und zähneknirschend am Kühlregal ausharren, weil eine Unentschlossene breitbeinig genau vor dem Zimtjoghurt steht, den man sich greifen möchte. Sie tut, als sähe sie einen nicht, aber sie weiß genau, dass man da steht.

Ich fürchte, in letzter Zeit kommen in Supermärkten die niedrigsten Instinkte einiger Menschen zum Vorschein. Vielleicht denkt sie:  „Weil ich sonst nichts in meinem Leben unter Kontrolle habe, soll die blöde Kuh links von mir jetzt gefälligst warten, während ich darüber nachdenke, warum eine Thermosflasche im Sommer Limonade kalt und Kaffee im Winter warmhält.“

Sie sehen – auch bei mir macht sich allmählich eine gewissen Gereiztheit breit, wenn ich ignoriert werde, warum auch immer. Die Frau kennt mich nicht, genauso wenig wie ich sie.  Weshalb also tut sie, als wäre ich unsichtbar, bis ich hauche: „Entschuldigung bitte, dürfte ich mal“? Geht es wirklich nur darum? Gehört dieser Platz ihr? Das passiert mir regelmäßig, immer nur mit Frauen. Noch etwas, das neu ist, und das ich bisher nur auf einem Kreuzfahrtschiff allabendlich am Buffet erlebt habe.

Letzten Samstag beobachtete ich folgendes: Eine Frau streckte sich, um sich eines dieser Plastik-Kännchen mit Kaffeesahne von oben aus dem Regal zu greifen. Balancierend auf den Zehenspitzen, erwischte sie eins, aber das hatte scheinbar schon jemand geöffnet, und die Hälfte der fettigen Flüssigkeit ergoss sich auf ihre Winterjacke.

Warum reißen die Leute Packungen auf?

Fluchend rieb sie an sich herum, dann stellte sie das Kännchen auf denselben Platz wie vorhin, damit es auch sicher den nächsten Kunden erwischt. Ich habe das Kännchen aus dem Regal entfernt und es jemandem vom Personal übergeben. Aber wenn ich damit anfinge, das bei jeder aufgerissenen Packung mit Schokoriegeln zu tun, stünde ich vermutlich heute noch im Laden. Warum tut man so was? Warum reißt jemand eine Kondensmilchverpackung auf? Darf ich mir jetzt endlich die Tasse mit der Aufschrift „Ich hasse Menschen“ bestellen, weil ich mit der allgemein überhandnehmenden Ruppigkeit und Gleichgültigkeit nicht mehr klarkomme? Fragen über Fragen.

Jeder ist sich selbst der Nächste. Die Dame mit der Kondensmilch hatte offensichtlich nichts dagegen, dass jemand anderer sich ebenfalls die Kleidung versaute. Das spricht Bände über unsere heutige Gesellschaft.

Meine größte Schwachstelle ist die Fleischtheke, für die man Ellbogen benötigt, die ich scheinbar nicht besitze. Ich gehöre zu der Sorte Mensch, der gerne mal, trotz 170 Zentimetern Körpergröße, übersehen wird, weil ich nicht laut schreie: „Ich, ich, ich!!“, sobald die Verkäuferin fragt: „Wer ist der Nächste?“ Schon drängelt sich unverfroren jemand vor und kauft dann 25 verschiedene Wurstsorten, aber von jeder nur 4 Gramm. Ich sollte es allmählich lernen, weil ich da manchmal so lange warten muss, bis meine Schuhe Staub ansetzen.

„Ich nehme zwei Pfund Gulasch, gemischt. Ach nö, warten Sie mal, das hatten wir ja schon an Ostern. Schneiden Sie mir mal von dem Rollbraten eine Scheibe ab, aber höchstens schenkeldick. Und das Schaschlik sieht gut aus. Was kostet das? Auf gar keinen Fall. Dann nehme ich… Moment mal, da muss ich schnell den Günter anrufen, sonst ist der wieder sauer. Haben Sie noch Putenwurst? Kann ich mal eine Scheibe probieren?“

Ich denke schon, dass sich das Supermarkt-Klima in den letzten Jahren gravierend geändert hat. Das Personal sieht sich mit wesentlich mehr Stress, niedrigem Lohn und längeren, wechselnden Arbeitszeiten konfrontiert, der Kunde hat weniger Geld zur Verfügung und ist genötigt, zu sparen. Freizeit ist knapp geworden, und Einkaufen nur noch eine ungeliebte Verrichtung, die man so schnell wie möglich erledigen möchte.

Hektik, Fahrstuhlgedudel und Unpersönlichkeit – Einkaufen heute

Wie gesagt – es hat sich viel getan, aber nicht zum Guten. Heute umfangen mich, wenn ich den Supermarkt betrete, Hektik, Fahrstuhlgedudel, das mich zum Kaufen animieren soll, und hastige Schritte, die mich überholen. Mittlerweile bin ich der Meinung, allmählich wäre es an der Zeit, Führerscheine für Einkaufswägen auszugeben, so oft, wie mir die Dinger schon in die Weichteile gerammt wurden. Und das einzige Mal, als ich einen dieser elektrisch betriebenen Krankenfahrstühle benötigt hätte, weil ich mit meinem eingegipsten Fuß nicht richtig laufen konnte, war das Ding nicht aufgeladen. („Brauchen wir nicht, haben wir nie gebraucht, das steht nur so da.“) In Amerika werden die übrigens scherzhaft „Fatscooter“ genannt.

Es macht mir keinen Spaß mehr, ganz ehrlich. Die Leute sind unfreundlich geworden, sie sind egoistisch geworden, und mich friert, wenn ich in die leeren Gesichter schaue, die früher zwar auch leer, aber irgendwie freundlicher waren.

Vorletzte Woche suchte ich einen Artikel und fand ihn nicht. Eine der bemerkenswerten Eigenschaften von Supermarkt-Managern scheint zu sein, dass sie regelmäßig nach nur ihnen verständlichen Gesichtspunkten den ganzen Laden umräumen lassen. Hauptsache, der Kunde findet nichts mehr. „Tomatensuppe? Neben den Tampons, ist doch logisch, oder?“ Kleiner Scherz.

Drei Verkäuferinnen standen zusammen und unterhielten sich.

Also räusperte ich mich und sagte höflich: „Guten Morgen!“ Niemand reagierte. Vielleicht war ich zu leise gewesen. „Guten Morgen, meine Damen“, wiederholte ich. Eine drehte sich widerwillig um zu mir. „Können Sie mir bitte sagen, wo ich … finde?“, fragte ich kleinlaut. „Da drüben.“ Sie zeigte mit dem Finger in eine Richtung. „Dankeschön.“ Froh machte ich mich auf den Weg – und fand den Artikel nicht. Also ging ich zurück. „Ja, haben Sie denn nicht zugehört?“, raunzte sie mich an. „Ich hab Ihnen doch gesagt, gleich bei den Backwaren links.“

Zum Beschweren zu träge…

Tja, da hatte sie sich vertan. Was ich suchte, fand ich nämlich später beim Kaffee. Den Namen dieser Charismatikerin hatte ich mir leider nicht gemerkt. Aber ich wäre – nach einer kurzen Phase der Empörung – ohnehin zu faul gewesen, sie beim Abteilungsleiter anzuschwärzen. Darauf kann man sich bei mir immer verlassen: Ich bin einfach zu träge, sogar für eine Beschwerde.

Irgendwann lande ich dann an der Kassenschlange, und ich mache mir da nichts vor: Meine ist immer die längste. Das kann man nur mit Gelassenheit ertragen. Entweder geht der Belegstreifen zu Ende, und der Manager muss gerufen werden, um ihn auszuwechseln oder jemandes EC-Karte funktioniert nicht. Jemand wühlt verzweifelt nach dem passgenauen Betrag in einem zerfledderten Geldbeutel, und der andere hat vergessen, seine Bananen am Obststand abzuwiegen. Irgendwas ist immer.

Ich konzentriere mich dann auf die Einkäufe des Vordermannes und hoffe im Sommer auf ein oder zwei Tätowierungen auf einem breiten Männerrücken, damit ich was zu lesen habe.

Als ich neulich wieder mal gerade noch die Beine weit genug spreizen konnte, um ein heulendes Kind dazwischen durchrennen lassen zu können (es war wirklich sehr klein), dachte ich, eigentlich könnte doch mal jemand ein Computerspiel für die Playstation entwickeln, zum Beispiel mit den Namen:  „Buy and die“ oder „Kaufen und Laufen“.

Die Regeln wären einfach, man müsste es nur schaffen, einen vom Zufallsgenerator gewählten Artikel innerhalb eines genau definierten Zeitrahmens zu erwerben, zu bezahlen und die Supermarkt-Animation mit heiler Haut verlassen. Das wäre auch mal was für Hausfrauen, die mit Egoshootern normalerweise so gar nichts anfangen können. Ran an die Konsolen, meine Damen. Demnächst gibt es den „Ego-Buyer“!

Im Anfänger-Modus hätte man so viel virtuelle Kohle zur Verfügung, wie nötig und müsste bis auf ein paar im Gang stehende mürrische Ehemänner, die von ihren Gattinnen zwangsverpflichtet worden sind und den Weg blockieren, nichts befürchten. Die Herren stünden allerdings da wie einbetoniert, und man bräuchte entweder seinen geballten Charme oder müsste diese fleischgewordene griesgrämige Blockade weiträumig mit dem quietschenden, eiernden Wagen umfahren – also wie im richtigen Leben. Wenn man schon ein paar Sonderleben eingesammelt hätte, dürfte man  es auch mit einem kräftigen Tritt in den Hintern versuchen, die schlagen nämlich zurück.

Geschehen im Supermarkt taugt zum Computerspiel

Im Level „Fortgeschrittene“ bekäme man 50 Euro in bar, benötigte aber Zutaten für ein 5gängiges Menü und drei große Flaschen Waschmittel sowie einen schwer aufzutreibenden Artikel wie meinetwegen einen gehäkelten Pfannenwender.  Diese Waren befänden sich so gut wie nie dort, wo sie der Logik zufolge stehen sollten, sondern ganz woanders (ebenfalls wie im richtigen Leben), und man müsste mindestens vier Angestellte ansprechen, von denen in meinem Spiel einer mit einem Warenscanner bewaffnet ist, der Elektroschocks aussendet und einen wieder zurück auf „Start“ schickt. Die Treuepunkte kriegt man dann übrigens auch nicht.

Anschließend  arbeitet man sich ohne Verzögerungen zur Wursttheke durch, wo man  17 verschiedene Sorten Aufschnitt, in Aspik eingelegtes Eichhörnchen und veganen Fleischsalat besorgen muss, aber erst, nachdem man sich in der aus 28 Personen bestehenden Schlange auf die Pole-Position gearbeitet hat. Achtung: Der von einer gestressten Mitarbeiterin gezogene Hubwagen könnte aus jeder Himmelsrichtung auftauchen.

Eine Interaktion mit der gestresst den Boden fixierenden Dame, die den Hubwagen zieht, wäre übrigens aus programmierungstechnischen Gründen nicht möglich.

Bei einer Berührung mit dem Hubwagen wird einem ein Leben abgezogen, und man muss auf einem Bein weiter bis zur Wursttheke hüpfen. Der einfachste Weg, an den Fernsehern, Handtüchern, Granatwerfern („Alles für das Auto“-Abteilung) und Wasserkochern vorbei, muss nicht der ungefährlichste sein. Vermeiden sollte man den breiten Hauptgang, und sich auf Schleichwegen zur Metzgerei vorarbeiten. Dafür gäbe es eine Abkürzung an den Artikeln für Damen-Hygiene vorbei – da steht nie einer außer kichernden Teenagern.

Level 3 wäre nur was für hartgesottene Naturen, denn man hätte sein Bargeld vergessen, EC-Karte und PIN auch, und müsste versuchen, anschreiben zu lassen oder sich von jemandem was leihen, den der Zufallsgenerator ausspuckt. Hoher Schwierigkeitsgrad, sich von Sieglinde Klabuster aus Wanne-Eickel 54,93 € zu borgen, die mit einem zur Waffe modifizierten Lasagneheber auf einen losgeht, weil man ihr vorhin den Platz am Käseregal streitig gemacht hat. Falls der Lasagneheber einen nicht berührt, darf man weiter zu den Backwaren.

Man muss versuchen, ein Brot am Automaten zu ordern, der blechern behauptet, die Ware sei in 20 Minuten abholbereit und dabei dreckig lacht. In der Zwischenzeit besorgt man eine aufblasbare Waschmaschine von der Einkaufsliste, und wenn man zurückkommt, hat jemand das bestellte Brot bereits eingetütet und ist damit auf dem Weg zur Kasse. Der Brot-Dieb darf nur angesprochen werden, wenn man ein Sonderleben übrig hat, sonst wird er man mit säurehaltigem Ketchup überschüttet und muss wieder zurück auf „Los“.

Am Ausgang wartet der Endgegner: Die Kasse

In der Zielgeraden stößt man vor der Kasse auf ein Kleinkind . Tut man immer. Es steht entweder verlassen in der Spielwarenabteilung oder bei den Putzmitteln, vielleicht, weil die gut riechen, und weint sich die Seele aus dem Leib. Jede Frage erübrigt sich („Wie heißt du denn? Wo sind deine Mama oder dein Papa? Hast du dich verlaufen?“), weil man nur Schniefen und einen erneuten Heulanfall erntet.

Findet man die Eltern des Kleinen und übergibt ihnen das Kind, sollten sie ein erfreutes Gesicht machen (ich hab auch schon anderes erlebt…). Wenn die Eltern einen aber entnervt ansehen, wird einem wieder ein Leben abgezogen. Oder man haben die falschen Eltern erwischt. In diesem Fall geht’s zurück auf Los.

Sollte man alle Hindernisse überwunden haben, wartet am Ausgang der Endgegner: die Kasse. Es wäre ratsam, in der Warteschlange Haltung zu bewahren und verschwommene Gestalten in blauen Multifunktionsjacken zu ignorieren, die sich einfach vordrängeln, denn sobald man sich mit einer dieser aus dem Nichts auftauchenden Figuren in eine offene Auseinandersetzung einlässt, wird sich die geballte Anzahl aller anwesenden Käufer auf einen stürzen, und man ist die Böse – Game over.

Das wäre wirklich ausbaufähig. Wer die Idee umsetzen möchte, wende sich gerne an mich.

Am Samstag ziehe ich wieder los zum Einkaufen. Sollte ich etwas geistesabwesend wirken, wenn Sie mir begegnen, bitte seien Sie nachsichtig.

Vermutlich habe ich dann nämlich gerade bei der Weinverkostung Bonuspunkte gesammelt oder bei den Aktivkohlefiltern ein Sonderleben ergattert.

Über ein Lächeln von Ihnen würde ich mich freuen.

Mit schmunzelnden Grüßen

Ihre Barbara Edelmann

Bildnachweis: stock.adobe.com / Piman Khrutmuang

Wellness

Graue Tage, Kälte, früh am Abend und morgens noch immer dunkel: Das Wetter nach dem Jahreswechsel präsentiert sich in unseren Breitengraden in den meisten Fällen noch viele Wochen lang trist und unwirtlich. Was liegt da näher, als in dieser Jahreszeit dem Alltag für ein paar Tage zu entfliehen und die Seele baumeln zu lassen? Zumal in den ersten drei Monaten des Jahres oft noch so manche Resturlaubstage verfügbar sind, die gerade von Frauen gern für erholsame Wellness-Auszeiten genutzt werden.

Mit der besten Freundin oder gleich mit der ganzen Mädels-Runde wird sich dann ein schönes Wellnesshotel gesucht und auf geht`s. Wer aktuell auf der Suche nach erstklassigen Häusern in Deutschland ist, in denen es sich fürstlich entspannen und völlig vom Alltag abtauchen lässt, dem möchten wir zwei wunderbare Hotels vorstellen. Das Wellness- und Gartenhotel Heusser im Pfälzer Wald in Bad Dürkheim und das Hotel Romantischer Winkel in Bad Sachsa im Harz.

Beginnen wir mit dem Haus in Bad Dürkheim.

Refugium für Alltags-Auszeit: Wellness- und Gartenhotel Heusser

Im Wellness- und Gartenhotel Heusser erwartet Sie ein wunderschönes Refugium für eine entspannende Auszeit vom Alltag. Das familiengeführte Wellnesshotel mit 93 Hotelzimmern und Suiten liegt inmitten einer asiatischen Gartenanlage. Die Gartenanlage mit japanischem Teehaus, Koiteichen, Bachläufen, asiatischen Statuen und exotischen Pflanzen bietet eine Vielfalt an schönen Nischen, die dazu einladen, die Sinne schweifen und die Seele baumeln zu lassen.

In den schönen Hotelzimmern und Suiten, welche alle über Balkon oder Terrasse sowie eine individuell regelbare Klimaanlage verfügen, lässt man einen stressigen Alltag schnell hinter sich. Den Tag beginnt man hier mit einem ausgiebigen Frühstück vom Buffet, in den Sommermonaten gerne auf der Gartenterrasse, mit dem einmaligen Blick auf das japanische Teehaus.

Hallenbad

Hallenbad im Wellness- und Gartenhotel Heusser

Die schöne WellnessOase erwartet die Gäste mit einer großen Saunalandschaft mit Eisbrunnen, Kneipbecken, Wärmebänken und Wärmeliegen, Infrarotkabine, Dampfbad, finnischer Sauna mit integrierter Salzwand, Edelsteinsauna und einer BioSauna mit Maximusofen. Ein ganz besonderes Highlight in Heussers WellnessOase sind die acht verschiedenen Erlebnis-Ruheräume. Es warten ein Wasserbettenruheraum, ein Ruheraum mit Schaukelnestkörben, ein Entspannungsraum mit Panoramablick in die Rheinebene, ein Raum der Stille sowie vier weitere individuelle Ruheräume mit viel Platz zum Abschalten und Erholen. 

Kleine Snacks im Bistro der WellnessOase

Im Sommer stehen zusätzlich zahlreiche Außenterrassen für ein ausgiebiges Sonnenbad zur Verfügung. Das große Hallenbad mit Zugang zur Liegewiese und ein kleiner Fitnessraum laden zu sportlicher Aktivität ein. In den Nachmittagsstunden werden die Gäste mit kleinen Snacks im Bistro der WellnessOase verwöhnt. Die Snacks und Getränke im Spa-Bereich stehen zur Selbstbedienung bereit und sind in der Verwöhnhalbpension enthalten.

Ein breites Massage- und Anwendungsangebot stehen zur Wahl, so dass der Entspannung im Wellness- und Gartenhotel Heusser keine Grenzen gesetzt sind. Neben klassischen Massagen und Beautytreatments erwarten die Gäste auch ganz besondere Erlebnisse wie zum Beispiel ein Hamam für Träume aus 1000 und einer Nacht und ein Floater für schwerelose Entspannung. 

Heusser

Wellness(t)traum in Reinkultur – hier wird er wahr!

Der Pfälzer Wald und die Weinberge der Deutschen Weinstraße sind vom Hotel aus zu Fuß schnell erreichbar und laden zu ausgiebigen Wanderungen und Ausflügen in die Natur ein. Sehr empfehlenswert ist in diesem Zusammenhang auch der Besuch eines Winzers zur Verkostung der hervorragenden Pfälzer Weine. Das Restaurant Gartenblick lädt mit einem schönen Blick in die Gartenanlage zum kulinarischen Genuss sowie zum Verweilen ein.

Hier verwöhnt das Küchenteam seine Gäste im Rahmen der Verwöhnhalbpension mit leckeren Buffets und einer abwechslungsreichen Küche. Im Anschluss ans Abendessen klingt in der modernen Hotelbar bei einem Cocktail der Abend ganz gemütlich aus.

Wer hier eine entspannte Auszeit genießen möchte, dem sei die Gastfreundschaft der Familien Köhler und Berwing versichert! Alle Informationen zum Wellness-Special für Freundinnen in diesem stilvollen Domizil finden Sie hier.

Romantischer Winkel bietet Wellness-Higlights im Harz

Ein weiteres erstklassiges Haus, das für einen entspannenden Freundinnen-Wellness-Trip wie geschaffen ist, ist das Hotel Romantischer Winkel.

Wer im Romantischen Winkel seine Seele baumeln lassen und dem Köper etwas Gutes tun will, der relaxt in den allerbesten Händen! Denn das traditionsreiche Haus am Südrand des Harzes war immer schon Vorreiter in Sachen Wellness. Bundesweit gehörte das Hotel zu den ersten Häusern, das seinen Gästen einen überaus großzügigen Spa- und Wellnessbereich bieten konnte. Auf 3.500 Quadratmetern finden Erholungs- und Entspannungssuchende alles, was einer Auszeit auf höchstem Niveau gerecht wird. 

Inhaberin hat eigenes Wellness-Konzept entwickelt – es ist preisgekrönt!

Massagen sind ein Teil des RoLigio®-Konzeptes

Zudem hat Nora Oelkers – Inhaberin des Romantischen Winkels – mit Experten ein Wellnesskonzept erarbeitet, das dem Gast auch nach seinem Urlaub eine anhaltende Wirkung bietet. RoLigio®  – so der Name des mehrfach preisgekrönten Konzepts steht für die Verbindung von „Romantischer Winkel“ und dem lateinischen Wort „religare/religio“, was „rückverbinden“ heißt.

Diese Methodik sorgt dafür, dass Gäste auch nach ihrer Abreise eine bleibende Lebensbereicherung erfahren und sich mit einer harmonischen Balance von Körper und Geist dem oftmals stressigen Alltag stellen können.  

Wer jetzt Lust bekommen hat, mit der besten Freundin – oder sogar mit der kompletten Mädels-Truppe – eine schöne Zeit in Bad Sachsa zu verbringen, der sollte sich das Angebot „Mädels unter sich“, die der Romantische Winkel entspannungssuchenden Frauen offeriert, genauer anschauen. Die Offerte ist als „Freundinnen-Auszeit“ konzipiert, wird aber auch gern von Müttern genutzt, die ein paar Tage mit der Tochter entspannen wollen. 

Romantischer Winkel

Stimmungsvoll in Szene gesetzt: Der Spa-Bereich im Romantischen Winkel. Hier lässt es sich erstklassig relaxen!

Rund um den wohltuenden Aufenthalt für neue Kraft und Frische gibt es neben den verschiedensten Wellness-Anwendungen unter anderem auch ein Sektfrühstücksbuffet, ganztägig Obst und Mineralwasser im Wellnessbereich, kulinarische Highlights am Abend, sowie Styling- und Make-up-Tipps in gemütlicher Runde.

Neue Impulse im Rahmen eines kleinen Coachings

Zudem werden den Freundinnen im Rahmen eines kleinen Coachings Impulse übermittelt, die den eigenen persönlichen Beziehungen unterschiedlichster Art neue Wertschätzung verleihen werden.

Daneben bleibt natürlich noch ganz viel Zeit für Gespräche, Spaß und den einen oder anderen Bummel durch das von Jugendstil-Architektur geprägte Bad Sachsa. Das ist „Freundinnen-Quality-Time“, wie Sie sein soll!  

Bildnachweise: stock.adobe.com/Kalim, Wellness- und Gartenhotel Heusser, Hotel Romantischer Winkel
"

Wendler

Vor einigen Tagen machte im Netz ein Video der Wendler-Freundin Laura (im Bild mit Michael Wendler) die Runde. In dem Clip war zu sehen, wie sie Michael Wendler mit einem protzigen Pick-up Car als Geschenk für ihn überraschte. Die junge Frau aus Sachsen-Anhalt, die vom Alter her die Tochter von Schlagerbarde Michael Wendler sein könnte, hat das „Sich-den-Medien-präsentieren“-Spiel schnell begriffen.

Nach ihrem Schulabbruch in Deutschland, nach dem sie zum Wendler in die USA zog, betätigt sich Laura nun als Influencerin und hat sich bereits für den Playboy ausgezogen. Auf ihrem Instagram-Kanal präsentiert sie kontinuierlich ihre Liebe zum Wendler. Teilweise auf sehr naive und nicht selten etwas peinliche Art. Aber jede(r), wie er will, was soll`s!

Wendler kommt im Netz wie ein Sugar-Daddy rüber

Ob sie ihrem Schatz, der auf Lauras Kanal immer wieder wie ein lustmolchiger Sugar-Daddy rüberkommt, das Gefährt schenkte, weil der momentan ja vielleicht knapp bei Kasse ist, ist nicht bekannt. Verschiedene Medien berichten zumindest übereinstimmend, dass das deutsche Finanzamt hinter dem Sänger her ist.

In einem Artikel auf t-online.de vom 28. Januar 2020 kann man dazu unter anderem folgendes lesen:

„(…)Dem Schlagerbarden soll bei der Einreise in Deutschland eine Pfändung drohen.

Noch-Ehefrau Claudia Norberg ist pleite. Die 49-Jährige hat Insolvenz anmelden müssen. Auch Michael Wendler soll finanzielle Probleme haben. Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, geht es um Steuerzahlungen aus dem Jahr 2015 plus Säumniszuschlägen.(…)Über 110.000 Euro soll das Finanzamt Wesel von dem selbst ernannten German King of Pop fordern. Aus diesem Grund sollen jetzt alle deutschen Zollbehörden mit der Vollstreckung des Betrages beauftragt worden sein. Sollte der Auswanderer also deutschen Boden betreten, dürfen die Vollstreckungsbeamten „zuschlagen“ und sämtliche Luxusartikel wie Uhren, Schmuck und Bargeld sofort pfänden.(…)“

Sofortige Pfändung: Das kann in deutschen Landen auch schon mal heißen, dass der Gerichtsvollzieher Backstage zu Besuch kommt….! Im Frühjahr will der Wendler wieder in Deutschland gastieren, plant ein Konzert in seiner Heimat.

Muss am Ende noch Laura die Geldbörse öffnen?

Mal schauen, ob es denn so dicke kommt. Wenn ja, wird sicherlich Laura als Trost-Engel zur Verfügung stehen. Und vielleicht auch gleich die Influencer-Kasse für ihren Schatz öffnen (müssen)? Immerhin: Sie wäre nicht die erste, die sich einen reichen Mann angelte und am Ende in den einst Wohlhabenden reinbuttern muss.

Was genaues weiß man nicht. Aber: Bei dem ungleichen Paar bleibt es spannend!

Bildnachweis: picture alliance/Revierfoto/Revierfoto/dpa

"