Donnerstag, 5. März, 2026

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Frauen sind nicht zickig, Frauen sind zyklisch – Gastbeitrag von Nicole Richter

Viele Frauen kennen das: An manchen Tagen sprudeln wir vor Energie, Ideen fließen mühelos und wir könnten Bäume ausreißen. Eine Woche später fühlt sich alles schwer an und die gleiche Aufgabe erscheint wie ein Berg, die Stimmung kippt und wir fragen uns: „Was ist nur los mit mir?“ So oft haben wir schon gehört, dass wir „zickig“ seien, zu emotional oder zu sensibel. Doch die Wahrheit ist: Wir sind nicht zickig. Wir sind zyklisch. Wie der Mond, wie die Jahreszeiten, wie die Natur selbst durchlaufen auch wir Frauen unsere ganz eigenen Rhythmen. Und dabei gibt es nicht nur ein „Event“ im Monat, sondern genau genommen vier verschiedene Phasen mit völlig unterschiedlichen Qualitäten.

Zyklisch: Wie der Mond, wie die Jahreszeiten

Und genau hier liegt das Problem: Unsere Leistungsgesellschaft verlangt von uns, immer 100 Prozent zu geben. Jeden Tag gleich produktiv, gleich gut gelaunt, gleich leistungsfähig. Doch das geht gegen unsere weibliche Natur. Und so entstehen Glaubenssätze, die tief in uns wirken: „Ich bin nicht belastbar genug“, „Ich muss durchhalten“, „Ich darf keine Schwäche zeigen“. Wir funktionieren, passen uns an und ignorieren die Signale unseres Körpers – bis er anfängt, laut mit uns zu sprechen.

Durch Zyklusbeschwerden, Hormonchaos, Erschöpfung oder Schlafprobleme. Doch was wir als Versagen unseres Körpers interpretieren, ist in Wahrheit seine Sprache: Psychosomatik. Der Körper übersetzt, wie es uns innerlich geht. Er zeigt uns, dass chronischer Stress, unterdrückte Emotionen und der ständige Kampf gegen uns Spuren hinterlassen. Und unser Zyklus ist unser wertvoller Kompass das zu erkennen. Denn ist hier etwas außer dem Rhythmus, ist auch unser Leben aus dem Takt geraten.

Den Zyklus als Superpower verstehen

Was passiert, wenn wir aufhören zu kämpfen und anfangen zuzuhören? Wenn wir verstehen, dass unser Zyklus keine Einschränkung ist, sondern eine Kraftquelle? Wie die Jahreszeiten bringt jede Zyklusphase ihre eigene Qualität mit sich. In der Follikelphase fühlen wir uns wie im Frühling – voller Energie, Motivation und Tatendrang. Hier können wir Gas geben, wichtige Entscheidungen treffen und auch in zwischenmenschlichen Beziehungen oder auch im Job Konflikte ansprechen. Dann kommt der Sommer, die Ovulationsphase. Unsere leistungsfähigste Zeit, in der wir strahlen, Power haben und gestalten. Doch danach folgt der Herbst: Rückzug, Erschöpfung, das Bedürfnis nach Stille. Und schließlich der Winter in der Menstruation. Zeit für Regeneration, Planung statt Action, Innehalten statt Durchpowern.

Die Regel Nummer eins? Wichtige Entscheidungen gehören nicht in die Zyklushälfte 2! Stattdessen nutzen wir bewusst unsere kraftvollen Phasen für das, was Energie braucht und dürfen uns in den Rückzugsphasen erlauben, einfach zu sein. Das ist keine Schwäche. Das ist Zykluswissen als Superpower. Es dürfte wohl nicht wenige Frauen geben, die sich plötzlich fragen: Was wäre, wenn ich nicht mehr gegen meinen Körper arbeite, sondern mit ihm? Wenn ich meine wichtigsten Meetings, Projekte und Entscheidungen bewusst in meine kraftvollsten Phasen lege? Wenn ich verstehe, dass meine „Stimmungsschwankungen“ keine persönliche Unzulänglichkeit sind, sondern natürliche Rhythmen, die sogar im Business-Kontext genutzt werden können und auch sollten?

Der Körper ist immer für uns

Was sich in meiner eigenen körperlichen Erfahrung gelernt habe und was ich heute als Female Health Expertin an Frauen weitergebe: Der Körper ist nie gegen uns. Er ist unser größter Verbündeter und unser Kompass. Wenn wir unter Schmerzen, Zyklusbeschwerden oder Hormonchaos leiden, spricht er zu uns und das gewiss nicht, um uns zu bestrafen. Sondern um uns liebevoll einzuladen, etwas in unserem Leben zu verändern. Die Glaubenssätze „Ich muss stark sein“, „Ich darf keine Schwäche zeigen“, „Ich muss es allen recht machen“, sie alle schreiben sich in unseren Körper ein. Und genau dort, wo wir sie unterdrücken, entstehen und manifestieren sich Symptome. Und darauf gebe ich Brief und Siegel.

Die gute Nachricht? Wir können anfangen, unseren Körper neu zu verstehen. Nicht als Problem, das gelöst werden muss. Sondern als Kompass, der uns zurückführt zu uns selbst. Zu einem Leben, das nicht mehr gegen unsere zyklische Natur kämpft, sondern sie feiert. Vielleicht ist für manche Leserin jetzt der Moment gekommen, den eigenen Zyklus als das zu erkennen, was er wirklich ist: die weibliche Superpower. Mehr dazu erfahren Sie auf meinem Instagram-Account und auf meiner Homepage.

Über die Gastautorin:

Nicole RichterNicole Richter (im Bild oben und links) ist Gründerin von SEROTONICI und begleitet Frauen als Female Health Expertin dabei, ihren weiblichen Zyklus nicht länger als Einschränkung, sondern als Stärke zu begreifen. Ihr Fokus liegt auf Frauen zwischen 30 und 40 Jahren, die häufig unter Zyklusbeschwerden, hormonellen Dysbalancen, Stress und dem Druck leiden, in einer leistungsorientierten Gesellschaft ständig funktionieren zu müssen – oft entgegen ihrer eigenen weiblichen Natur.

Mit ihrer Philosophie zeigt Nicole Richter auf, wie Psychosomatik, tief verankerte Glaubenssätze und chronischer Stress die Zyklusgesundheit beeinflussen. Gleichzeitig vermittelt sie Wege, wie Frauen ihren Körper wieder als Verbündeten wahrnehmen und im Einklang mit ihren natürlichen Rhythmen leben können.

Bilder / Copyright: Lars Johannsohn

Dieser Artikel ist eine bezahlte Kooperation

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