Wie lese ich eine Zutatenliste richtig? – Lebensmittel-Experte Stockhecker bringt Licht ins Dunkel

Frau im SupermarktWill man eine Zutatenliste auf einem Produkt lesen, braucht man zuerst einmal eine Lupe. Kann man dann lesen, was auf der Zutatenliste steht, ist sie für uns Normalverbraucher schwer zu verstehen.
 
Alle Lebensmittel, die verpackt sind, müssen eine Zutatenliste haben. Das ist eine Pflicht.

Zutaten von Zutaten und mehr: Zutatenliste ist oft „böhmisches Dorf“

Doch es gibt, wie sollte es anders sein, Ausnahmen. Von dieser Pflicht befreit sind Lebensmittel, die nur eine Zutat haben. Zucker z.B., oder Milch. Alkoholische Getränke mit mehr als 1,2 % Alkohol sind ebenfalls von der Pflicht befreit. Bei Bier allerdings gibt es eine Ausnahme von der Ausnahme. Bei Bier müssen die Zutaten aufgelistet sein.

 Auf dem Etikett sind die Zutaten nach der enthaltenen Menge sortiert. Die am meisten enthaltene Zutat steht an erster Stelle. 
Es müssen auch die Zutaten der Zutaten genannt werden. Nehmen wir einen Fruchtjoghurt. Dort müssen die Zutaten der Fruchtzubereitung stehen. Das können die verschiedensten Zuckerarten sein, Essenzen und Genusssäuren.

Auf der Zutatenliste

Fettgedrucktes ist für Allergiker besonders wichtig. Diese Zutaten können Unverträglichkeiten hervorrufen oder Allergien auslösen. Es sind 14 Stoffe, die zu den Allergenen gezählt werden. Dazu zählen glutenhaltiges Getreide, wie z.B. Weizen, Roggen, Gerste oder Hafer. Desweiteren Krebstiere, Eier, Fische, Erdnüsse, Sojabohnen, Milch, Schalenfrüchte, z.B. Mandeln, Haselnüsse,, Walnüsse, u.v.m., Sellerie, Sesamsamen, Schwefeldioxid und Sulphite (ab 10mg /Kg oder Liter), Lupinen und Weichtiere.

Die E-Nummern sind Zusatzstoffe, die eingesetzt werden, um dem Lebensmittel eine bestimmte Eigenschaft zu geben. Es wird haltbarer, der Geschmack verstärkt oder die Textur verbessert. Doch sind die E-Nummern bei uns Verbrauchern in Verruf geraten, Krebs, Neurodermitis, und anderes zu begünstigen. Deshalb haben die Hersteller reagiert und man findet sehr wenig bis gar keine E-Nummern mehr. Man schreibt nun den Namen der Zutat auf die Liste anstatt der E-Nummer. Der normale Verbraucher kann mit dem Namen ebenso wenig was anfangen wie mit der E-Nummer. 

Um den versteckten Zucker in Lebensmitteln zu entdecken, dazu werde ich einen eigenen Artikel schreiben.

Hinter mehr als 70 Namen und Stoffe kann sich Zucker verbergen

Nur soviel: Es gibt mehr als 70 Namen und Stoffe, hinter denen sich Zucker verstecken kann. 

Steht auf dem Label, z.B. Ihres Lieblingsjoghurts Erdbeer„Aroma“, wird der Erdbeergeschmack im Labor chemisch hergestellt. „Natürliches Aroma“ oder „natürlicher Aromastoff“ bedeutet, dass der Geschmack nach Erdbeeren zwar aus einem natürlichen Rohstoff stammt. Es muss aber nicht zwangsläufig aus einem Lebensmittel sein. Es kann aus pflanzlichen oder tierischen Stoffen gewonnen werden, aus Mikroorganismen, wie z.B. Schimmelpilzen oder aus einem gentechnologischem Verfahren stammen. 
Das „natürliche Aroma“ muss mindestens zu 95% aus echten Erdbeeren stammen. Übrigens gilt das für alle anderen Früchte auch, nicht nur für Erdbeeren.

In einem weiteren Artikel werde ich auf die Nährwerttabelle eingehen. 

Mein Rat ist:
Kaufen Sie möglichst unverarbeitete Lebensmittel ein, die gar keine oder eine kurze Zutatenliste haben. Und vertrauen Sie auf keinen Fall den Werbeversprechen.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser! 

Bleiben Sie neugierig!

Ihr Karsten Stockhecker

Karsten StockheckerLebensmittelexperte Karsten Stockhecker (im Bild) ist Jahrgang 1964. Bedingt durch eine Diabetes-Krankheit begann er, sich ausführlich mit Lebensmitteln und was in ihnen steckt, zu beschäftigen. Mittlerweile ist sein Magazin „Der Sex des alten Mannes“ im Netz eine gefragte Anlaufstelle in Sachen Ernährung, Rezepte und Herkunft von Lebensmitteln.

Bildnachweis: Karsten Stockhecker / pixabay.com

 

Autor: Frauenboulevard

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