Dienstag, 3. August, 2021

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Endstation ebay-kleinanzeigen: Das Schicksal der Corona-Tiere

Traurig, traurig: Derzeit wimmelt es auf ebay-kleinanzeigen von Hunden und Katzen, die abgegeben oder verkauft werden sollen und von denen ganz viele eines gemeinsam haben – den Zeitraum ihrer Geburt. Denn der fällt – Überraschung, Überraschung! – nur zu oft in die Monate des Corona-Lockdowns.

Was viele Menschen befürchtet haben, wird nun offenbar wahr:

Nicht wenige Deutsche haben sich während der Pandemie ein Haustier angeschafft, dem sie nun – da das öffentliche Leben wieder hochgefahren wird – nicht mehr gerecht werden können.

Immer dasselbe mit Tieren auf ebay-kleinanzeigen

Also landen die Tiere in einer ebay-kleinanzeige mit dem immer selben Wortlaut und der jeweils gleich klingenden Erklärung: Wir werden ihm/ihr nicht mehr gerecht. Oder: Leider können wir uns dem Tier nicht so widmen, wie es nötig ist.

Manche machen es sich auch ganz leicht und schreiben: Muss schnell weg. Oft wird noch der Grund „Umzug“ angegeben, aber man kann sich denken, dass das wohl häufig nur eine Ausrede ist.

Aufgrund der Schwemme der Corona-Tiere fragt man sich einmal mehr, warum manche Leute nicht von „früh bis mittag“ denken können und sich in einer Zeit ein Tier anschaffen, die einfach eine Ausnahmesituation ist? Denn nichts anderes ist / war der Lockdown.

Viele Tierheime prüften während der Pandemie ganz genau

Die Tierbetreuer in den hiesigen Tierheimen hatten zwar reagiert und in der HOCHzeit der Pandemie ganz genau geprüft, ob und an wen sie ein Tier geben, aber den traurigen Hunde- und Katzenaugen aus dem Auslandstierschutz konnten offenbar wenige Menschen überstehen und holten kurzerhand einen Vierbeiner aus der Ferne zu sich. Dass so manche Auslandstier-Organisation nicht seriös arbeitet und auf Teufel komm raus vermittelt, dürfte auch nicht aus dem Land der Sagen stammen…

Zwischen Home-Office und Pizzaservice ist denn wohl auch bei so manchem der klare Verstand offenbar verloren gegangen, weshalb nun so viele Tiere online angeboten werden.

Die Tieranschaffungswelle ist auch in verschiedenen Facebook-Hundegruppen zu beobachten. Da wimmelt es nur so von Postings, in denen neu angeschaffte Hunde und deren „nicht Herr werden“ Thema sind.

Viele Menschen schafften sich im Lockdown ihre Vierbeiner unüberlegt an

Nicht zuletzt durch solche Beiträge wird schnell klar: Im Lockdown haben sich auch Leute Hunde angeschafft, die gar nicht die Voraussetzungen dafür haben, Stichwort: Zeit und bauliche Gegebenheiten.

So mancher, der hoch oben in luftiger (Hoch)Haushöhe wohnt, wird garantiert nicht daran gedacht haben, dass man mit dem Welpen fürs große oder kleine Geschäft alle paar Stunden – auch nachts – die Treppe runter muss.

Und wieder andere dachten wohl, die Homeoffice-Zeit ist unendlich und haben beim Anschaffen des Tieres den Vollzeitjob plus An- und Abfahrt und damit die Situation des „außer Haus seins“ völlig unterschätzt. Nun ist oftmals guter Rat teuer, wenn das Tier nicht alleine blieben will und tagtäglich Theater macht.

Die vielen Tiere, die nun aus solchen und anderen Gründen wieder abgegeben und auf ebay-kleinanzeigen angepriesen werden, können einem deshalb nur leid tun.

Manches Tier wird zum „Wanderpokal“

Haben sie sich doch an ihr neues Umfeld gewöhnt und bestimmt nicht damit gerechnet, womöglich zum „Wanderpokal“ zu werden.

Da die vielen Appelle an die Leute, die Anschaffung eines Tieres im Vorfeld -zig Mal zu überdenken, offenbar nicht fruchten, kann man sich für die online offerierten Seelen nur wünschen, dass Menschen sie entdecken, die die Vorraussetzungen, ein Tier zu halten, vollumfänglich mitbringen.

Bild (Symbolfoto): picture alliance / PIXSELL | Sanjin Strukic

 

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