Dienstag, 24. Februar, 2026

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Der Atem als Kompass – 3 Frauen über Regulation & Selbstwirksamkeit

Wir atmen rund 20.000 Mal am Tag – meist unbewusst. Und doch erzählt kaum etwas so viel über unseren inneren Zustand wie unser Atem. Er wird flach, wenn wir unter Druck stehen. Stockend, wenn uns etwas belastet. Schnell, wenn unser Nervensystem Alarm schlägt. Gerade in einem Alltag, der von Verantwortung, Tempo und Dauererreichbarkeit geprägt ist, verlieren viele Menschen den Kontakt zu diesem feinen Regulationssystem. Der Körper sendet Signale – Erschöpfung, innere Unruhe, Spannung – doch wir funktionieren weiter. Wie sich über den Atem wieder Zugang zu Balance, Selbstwahrnehmung und innerer Stabilität finden lässt, zeigen drei Frauen aus ihrer praktischen Arbeit.

Ihre Erfahrungen machen deutlich: Veränderung beginnt nicht im Außen, sondern oft mit einer bewussten Hinwendung nach innen – mit einem Atemzug. Für Alexandra Pusch (im Bild unten) ist der Atem ein Schlüssel zur Tür in ein neues Leben. Wie genau sie das meint, stellt die Atemtrainerin ausführlich dar:

Der Atem als Schlüssel zu einem besseren Leben

Alexandra PuschEin reguliertes Nervensystem ist die Voraussetzung für ein gesundes, entspanntes und glückliches Leben. Und der Atem kann für viele Menschen der passende Schlüssel sein, um die Tür zu diesem Leben aufzuschließen. Das ist meine tiefe Überzeugung als Atemtrainerin, Ausbilderin und Autorin.

Seit 2005 bin ich zertifizierte Atemtrainerin und seit 2011 Ausbilderin für Entspannungstrainerinnen. In dieser Zeit dufte ich viele gesundheitliche Verbesserungen durch die Kraft des bewussten Atmens bei meinen Teilnehmerinnen bezeugen. Denn Atemtraining, Breathwork und aktive Entspannungstechniken können wunderbar dabei helfen, aus der allgegenwärtigen Stressspirale auszusteigen. Oft tragen gerade wir Frauen (zu) viel Verantwortung in Job und Familie. Alle verlassen sich auf uns – und wir werden immer ausgelaugter und erschöpfter. Das kann zu einem dysregulierten autonomen Nervensystem führen, das dauerhaft im Flucht-Kampf-Modus „eingerastet“ ist.

Ein dysfunktionales Atemsystem führt zu Stress auf ganzer Linie

Darunter leidet meist auch der Atem: Das Atemmuster wird dysfunktional, was wiederum zu noch mehr Stress in Körper und Geist führt. Ein Teufelskreis.  Die gute Nachricht: Mit funktionalem Atemtraining können Sie den Stress-Kreislauf durchbrechen. Einfache Atemübungen, die nur wenige Minuten dauern und sich gut in den Alltag integrieren lassen, bringen Ihren Atem wieder in Balance – und damit auch Ihr Nervensystem.

Sechs bis acht Wochen dauert der Weg zu einem gesunden Atemmuster für die meisten meiner Teilnehmerinnen im Atemcoaching. Das Schöne ist: Erste gesundheitliche Verbesserungen – und der wunderbare Entspannungseffekt – sind oft schon direkt bei den ersten Atemübungen spürbar. Kommen Sie gern auf meiner Website (https://www.alexandrapusch.com/) vorbei, um mehr zu erfahren. Dort finden Sie auch einen kostenlosen Atem-Test (https://www.alexandrapusch.com/test/), mit dem Sie herausfinden können, ob Ihr Atemmuster dysfunktional sein könnte.

Mit dem eigenen Atem bewusst beschäftigen – für die Gesundheit

Nadine JungeDie eigene Asthma-Erkrankung war für Nadine Junge (im Bild) ausschlaggebend, sich mit der Atmung bewusst auseinanderzusetzen. Die Atem-Fachfrau, die auch Yogalehrerin und Yogatherapeutin ist, erklärt ihre Herangehensweise so:

Ich bin Nadine, Yogalehrerin und Yogatherapeutin aus Schneeberg. Seit einigen Jahren begleite ich Menschen mit körperlichen und emotionalen Beschwerden und arbeite dabei intensiv mit dem Atem. Zu dieser Spezialisierung bin ich nicht zufällig gekommen: Bei mir selbst wurde vor vielen Jahren Asthma diagnostiziert. Lange schien ein Spray die einzige Lösung zu sein, bis die Frage aufkam, ob das wirklich alles sein kann. Ich begann, meine Atmung bewusster wahrzunehmen und neue Wege kennenzulernen. Vor allem erlebte ich etwas Entscheidendes: Selbstwirksamkeit – das Gefühl, dem eigenen Körper nicht ausgeliefert zu sein.

Diese Erfahrung führte mich tief in die Atemarbeit und schließlich zum Atemcoaching nach der Buteyko-Methode. In meiner Arbeit begegne ich häufig Frauen mit chronischen Beschwerden wie Migräne, Spannungskopfschmerzen, Erschöpfung, Schlafproblemen oder innerer Unruhe. Die meisten haben bereits vieles ausprobiert.

Viele Menschen atmen zu schnell und zu unbewusst

Was mir auffällt: Fast alle atmen zu viel, zu schnell und zu unbewusst, oft begleitet von einem konstanten inneren Druck. Die Buteyko-Methode liefert dafür eine klare, physiologisch nachvollziehbare Erklärung. Sie verbindet Atem, Nervensystem und Stoffwechsel auf eine regulierende, nicht bewertende Weise – sanft und zugleich tief wirksam. Im Atemcoaching geht es nicht um Leistung, sondern um Selbstwahrnehmung, Sicherheit im eigenen Körper und nachhaltige Veränderung. Wir arbeiten mit weniger, ruhiger und leiser Atmung. Die Wirkung ist oft überraschend: Der Körper entspannt sich, der Kopf wird klarer und innere Anspannung lässt nach. Gerade bei Migräne kann das ein Wendepunkt sein. Durch gezielte Übungen wird der CO₂-Gehalt stabilisiert, Gefäßreaktionen reguliert und das Nervensystem beruhigt. Für mich ist Buteyko kein Technikprogramm, sondern ein Dialog mit dem Körper. Manchmal beginnt Veränderung mit einem einzigen Atemzug.

Veränderungen durch den Atem: Das Gedankenkarussell stoppen

Janine LohseAuch Janine Lohse (im Bild) bringt mit ihrer Arbeit Menschen in Kontakt mit dem eigenen Atem. Wie das funktioniert, berichtet sie hier:

Ich bringe Menschen in Kontakt mit ihrem Atem – und ihr Atem bringt sie in Kontakt mit sich. Als Atemcoachin und systemische Coachin begleite ich Menschen, die sich oft im Funktionsmodus oder unter Daueranspannung erleben. Ziel ist fast immer dasselbe: zurück in die innere Balance finden, den eigenen Körper wieder spüren, besser mit Stress und Emotionen umgehen – und das Gedankenkarussell beruhigen. Denn wer „richtig“ atmet, also im Einklang mit seinem Nervensystem, erlebt nicht nur mehr Ruhe, sondern auch mehr Klarheit, Präsenz und Verbindung. 

Zu Beginn schauen wir genau hin: In einer achtsamen Anamnese erkunde ich gemeinsam mit meinen Klienten das individuelle Atemmuster – und was es über Alltag, Gedanken und Gefühle erzählt. Denn der Atem ist der Spiegel unseres inneren Erlebens. Darauf aufbauend vermittle ich alltagstaugliche Atemübungen, verständliches Nervensystemwissen und unterstütze dabei, körperliche Symptome wie Druck in der Brust, Erschöpfung oder Grübelneigung nachhaltig zu lindern. 

Achtsame Atempausen im Alltag fest verankern

Meine 1:1-Begleitungen kombinieren Praxis, Wissen und Coaching. Sie starten immer mit einem unverbindlichen Kennenlerngespräch und umfassen in der Regel vier bis sechs individuell abgestimmte Sitzungen. So entsteht ein sicherer Raum, um das eigene Nervensystem besser zu verstehen, emotionale Selbstregulation zu stärken und achtsame Atempausen fest im Alltag zu verankern – für mehr Energie, Gelassenheit und Selbstwirksamkeit im Leben. 

 

Copyrights: Janina Lohse, Alexandra Pusch, Isabell Fischer Photography, picture alliance / Zoonar | Dmitrii Marchenko

 

 

 

 

 

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